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Salzsee

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Dies ist die aktuelle Version dieser Seite, zuletzt bearbeitet am 3. Oktober 2025 um 15:16 Uhr durch imported>Ernsts (Methanobacteriati ->Methanobacteriati).
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Datei:Dead Sea new salt.jpg
Das Tote Meer ist einer der bekanntesten Salzseen. Die Satellitenaufnahmen zeigen anthropogene Veränderungen der letzten 40 Jahre.
Datei:Laguna Miscanti (Antofagasta, Chile) 02.jpg
Laguna Miscanti, ein Salzsee in der Atacamawüste in Chile.
Datei:Tasitolu, Dili, East Timor (310333712).jpg
Die drei Salzseen von Tasitolu, ein wichtiger Lebensraum für Wasservögel
Datei:Salt transport by a camel train on Lake Assale (Karum) in Ethiopia.jpg
Kamelkarawane zum Abtransport der Salzplatten am Karumsee in Äthiopien

Salzsee (auch: Salzwassersee) ist die Bezeichnung für ein Binnengewässer mit Salzwasser ohne Abfluss in einen Ozean, in einer Senke oder einem Becken gelegen.

Entstehung

Salzseen befinden sich meistens in Trockengebieten oder Wüsten, so dass sich durch die andauernde Verdunstung der Mineralgehalt des Gewässers ständig erhöht. Ist die Verdunstung größer als der Wasserzufluss, entsteht nach und nach eine Salzwüste.

Bei saisonalem Wetter wie sich abwechselnden Regen- und Trockenzeiten ist auch ein stetiger Wechsel zwischen Salzwüste und Salzsee möglich, wie an einigen Stellen im Atlasgebirge. Auch menschliches Eingreifen wie Abzweigen des Wassers zur Bewässerung kann den Wasserstand solcher Seen stark schwanken lassen.

Eine Besonderheit stellt der Lake Peigneur dar, welcher ursprünglich ein Süßwassersee war und am 20. November 1980 durch einen Bohrunfall zu einem Salzsee wurde.

Nutzung

Salzseen werden zur Speisesalzgewinnung, zur Gewinnung von Salz als Badezusatz – besonders aus dem Toten Meer – und zum Abbau von Phosphaten genutzt. Die Salztonebenen von teilweise verdunsteten Salzseen bieten unter Umständen eine glatte Oberfläche, auf der Fahrzeuge eine gute Bodenhaftung haben, und bieten gute Bedingungen für Hochgeschwindigkeitsrennen. Die Bonneville Flats in Utah sind für Geschwindigkeitsrekorde berühmt, teilweise werden derartige Ebenen auch als kostengünstige Start- und Landebahn in der Luftfahrt verwendet, beispielsweise der Rogers Dry Lake. Salzseen ziehen auch viele Touristen an, einerseits wegen des Badeerlebnisses (man kann praktisch nicht untergehen), anderseits führen das Wasser und die Luft der Umgebung besonders am Toten Meer zur Linderung von Hautkrankheiten wie Neurodermitis oder Schuppenflechte.

Bekannte und außergewöhnliche Salzseen

Zu den bekanntesten Salzseen gehören das Tote Meer mit durchschnittlich 28 % Salzgehalt und der Große Salzsee in Utah mit 25 % Salzgehalt. Der Salzgehalt des schrumpfenden Aralsees hat sich inzwischen auf ca. 8 % erhöht. Der Salzgehalt der Ozeane dagegen beträgt nur etwa 3 bis 4 %. Wenn neben Natriumchlorid auch Carbonate in größeren Mengen gelöst sind, erhöht sich der pH-Wert von Salzseen. Man spricht dann von Natron- oder Sodaseen. Wenige Seen mit einem Salzgehalt von über 40 % bilden nach diesen Gesichtspunkten die Spitzenposition.

  • In Äthiopien liegt der Gaet'ale, ein hypersaliner Wasserkörper in der Danakil-Depression, wo der in Lösung befindliche Salzgehalt von 43,3 % hauptsächlich als Chloride CaCl2 und MgCl2 auskristallisiert. Weitere spurenartige enthaltene Ionen sind Kalium, Natrium und Nitrat. Eine Eisen-III-Komplexverbindung verursacht die gelbe Färbung in diesem Areal.<ref>Eduardo Perez, Yonas Chebude: Chemical Analysis of Gaet'ale, a Hypersaline Pond in Danakil Depression (Ethiopia): New Record for the Most Saline Water Body on Earth. In: Aquatic Geochemistry, Vol. 23 (2017) Ausgabe 2, S. 109–117, doi:10.1007/s10498-017-9312-z.</ref>
  • Der Don-Juan-See in den antarktischen Trockentälern hat nur eine winzige Fläche von 0,03 km² und ist mit über 40 % ein weiterer See mit einem extrem hohen Salzgehalt auf der Erde. Die Salzkonzentration ist so hoch, dass das Wasser trotz antarktischer Temperaturen weit unter 0 °C weiterhin flüssig bleibt.<ref>G. M. Marion: A theoretical evaluation of mineral stability in Don Juan Pond, Wright Valley, Victoria Land. In: Antarctic Science 9 (1997), Heft 1, S. 92–99, Cambridge University Press doi:10.1017/S0954102097000114.</ref>

Weitere Salzseen sind:

Lebensraum

Gewöhnliche Fische und Mollusken können in stark salzhaltigen Gewässern nicht leben. Es gibt allerdings einige Arten von Lebewesen, die sich an solche Verhältnisse anpassen konnten, die sogenannten Halophilen. Dazu gehört auch der Artemia salina (Salzkrebs), der wiederum Flamingos anlockt.

Halobakterien sind extrem halophil.

Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Anker“ ist nicht vorhanden. Solebecken im Meer

Datei:NOAAseep 600CratersBrinePools.jpg
Diese Krater markieren die Bildung von Solebecken, aus denen Salz durch den Meeresboden gesickert ist und das nahe gelegene Substrat verkrustet hat.
Datei:Brine pool.jpg
Darstellung eines Sole­beckens im Golf von Mexiko (NOAA).
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Solebecken im zentralen Teil des Roten Meeres
Datei:43247 2022 482 Fig3 HTML.webp
Solebecken im Golf von Akaba
Datei:Marinedrugs-18-00091-g001d.jpg
Solebecken (DHABs) im östlichen Mittelmeer<ref name="Varrella2020"/>

Auch auf dem Meeresboden können sich an kalten Quellen Solebecken ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)) bilden. Es ist möglich, Wellen an der Oberfläche (Halokline) dieser Becken zu beobachten.<ref name="Roberts2006-05-31"/>

Ein Spezialfall sind tiefe hypersaline anoxische Becken (engl. {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value), auch {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value)).<ref name="Varrella2020"/><ref name="NCBI_AGBK01000802"/> Allgemein ist ein solches Unterwasser-Solebecken ein Volumen von Sole, das sich in einer Vertiefung am Meeresboden sammelt und aufgrund seiner viel höheren Dichte (genauer: seines viel höheren spezifischen Gewichtes) infolge seines Salzgehalts (der drei- bis achtmal höher ist als der des umgebenden Ozeans, bis an den Rand der Sättigung) auch dort bleibt. Unterwasser-Solebecken werden manchmal auch als „Seen“ auf dem Meeresboden bezeichnet, da sich die dichte Sole nicht ohne Weiteres mit dem darüber liegenden Meerwasser vermischt und so eine deutliche Grenze zwischen den Wassermassen bilden kann. Neben der sichtbaren Oberfläche kann auch eine Uferlinie für das Becken entstehen. Die Größe der Becken reicht von weniger als einem Quadratmeter bis zu einer Fläche von 120 Quadratkilometern im Orca-Becken ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value), Golf von Mexiko).<ref name="BP:1" /> Unterwasser-Solebecken sind häufig unter dem polaren Meereis und in der Tiefsee zu finden. Sie bilden sich unter dem Meereis durch einen Prozess, der als Soleabstoßung (durch das Eis) bezeichnet wird ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)).<ref name="BP:0">Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2</ref> Für Solebecken in der Tiefsee ist eine Quelle des Salzes erforderlich, um den Salzgehalt so stark zu erhöhen. Das Salz kann aus einem von zwei Prozessen stammen:

Zu diesen Mechanismen kommt noch die oben erwähnte Soleabstoßung (en. {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value)) hinzu. Die Sole enthält oft hohe Konzentrationen von Schwefelwasserstoff und Methan, die in der Nähe des Pools lebende chemosynthetische Organismen mit Energie versorgen. Zwar sind die Unterwasser-Solebecken aufgrund ihres hohen Salzgehalts und ihrer anoxischen Eigenschaften für (praktisch) alle Meerestiere (marine Metazoa) giftig, was letztlich zu einem toxischen Schock und daher leicht zum Tod führen kann.<ref name="BP:0" /><ref name="BP:4">Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2</ref><ref>Vorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Playing in a Deep-Sea Brine Pool Is Fun, as Long as You're an ROV [Video].] In: Scientific American Blog Network. , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 30. Oktober 2020 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref> Bei der Beobachtung durch U-Boote oder Ferngesteuerte Unterwasserfahrzeuge (en. {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value)) sieht man die Solebäder gespenstisch übersät mit toten Fischen, Krebsen, (auch Flohkrebsen) und anderen Organismen, die sich zu weit in die Sole gewagt haben. Die toten Organismen werden dann jahrelang in der Sole konserviert, ohne zu verwesen, da die anoxische Beschaffenheit des Beckens die Verwesung verhindert und so einen „Friedhof“ für diese Tiere schafft."<ref name="BP:3" />

Dennoch finden sich dort speziell angepasste Lebewesen, beispielsweise Extremophile und Symbionten.<ref>Cold Methane Environments on the Ocean Floor, auf resa.net. Memento im Webarchiv vom 10. November 2006.</ref><ref name="Eder2001"/> Insbesondere an den Ufern der Beckens wachsen Bakterien und ihre Symbionten in der Nähe der höchsten Nährstoffkonzentrationen.<ref name="BP:3">Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Brine Pools: The Underwater Lakes of Despair.] In: www.amusingplanet.com. , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 28. September 2020 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref> Die Ufer sind komplexe Umgebungen mit signifikanten Schwankungen des Salzgehalts, der Sauerstoffkonzentration, des pH-Werts und der Temperatur innerhalb eines relativ kleinen Bereichs. Diese Übergänge bieten eine Vielzahl von ökologischen Nischen.<ref>Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2</ref><ref>Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2</ref> Im schmalen Grenzbereich entlang des Randes eines Solebeckens findet sich auch Mekrofauna. Ein Beispiel ist die Muschel-Spezies Apachecorbula muriatica am Rande des Valdiva-Deep-Solebeckens im Roten Meer.<ref>Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2 Epub 11. November 2014.</ref> Meeresschnecken und Capitellidae-Vielborster wurden ebenfalls in Verbindung mit Solebecken im Roten Meer gefunden. Diese Arten ernähren sich typischerweise von mikrobiellen Symbionten oder Bakterien- und Detritusfilmen.<ref>Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2</ref> Über der dichten Soleoberfläche können oft fleckige, rötliche Schichten beobachtet werden, die auf eine hohe Konzentration halophiler Archaeen (Halophile aus dem Reich der Methanobacteriati) zurückzuführen sind, die in diesen Umgebungen gedeihen.<ref>Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref>

Derartige Solebecken existieren außer in den Polargebieten, im Golf von Mexiko und im Roten Meer auch im östlichen Mittelmeer, u. a. das L’Atalante-Becken, sowie das Urania-, Discovery- und Bannock-Becken. Diese Becken entstanden durch Salzablagerungen von Messinischem Evaporit als Spätfolge der Messinischen Salinitätskrise (MSC) im jüngsten Miozän, als das Mittelmeer teilweise oder vollständig ausgetrocknet war. Sie sind selbst aber höchstens 35.000 Jahre alt.<ref name=Kopf2003>Achim Kopf, Jean Mascle, Dirk Klaeschen: The Mediterranean Ridge: A mass balance across the fastest growing accretionary complex on Earth, in: AGU Journal of Geophysical Research (JGR), Band 108, Nr. B8, Geomagnetism and Paleomagnetism/Marine Geology and Geophysics, 7. August 2003, doi:10.1029/2001JB000473</ref><ref name = Yakimov>Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2</ref>

Siehe auch

Einzelnachweise

<references> <ref name="NCBI_AGBK01000802"> NCBI Nucleotida: Hypersaline lake metagenome contig00802, whole genome shotgun sequence GenBank: AGBK01000802.1. </ref> <ref name="Roberts2006-05-31"> Vorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig NOAA Ocean Explorer: Expedition to the Deep Slope: Logs: May 31, 2006.] In: www.oceanexplorer.noaa.gov. , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 24. August 2021 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung Memento im Webarchiv vom 20. März 2021. </ref> <ref name="Eder2001">Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2 </ref> <ref name="Varrella2020"> Stefano Varrella, Michael Tangherlini, Cinzia Corinaldesi: Deep Hypersaline Anoxic Basins as Untapped Reservoir of Polyextremophilic Prokaryotes of Biotechnological Interest. In: MDPI: Marine Drugs, Band 18, Nr. 2, Special Issue Bioactive Molecules from Extreme Environments, S. 91; doi:10.3390/md18020091. </ref> </references>

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