Bitterer Fransenenzian
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| Bitterer Fransenenzian | ||||||||||||
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| Datei:Gentianella amarella Falköping.jpg
Bitterer Fransenenzian (Gentianella amarella) | ||||||||||||
| Systematik | ||||||||||||
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| Wissenschaftlicher Name | ||||||||||||
| Gentianella amarella | ||||||||||||
| (L.) Börner |
Der Bittere Fransenenzian (Gentianella amarella), auch Bitterer Kranzenzian<ref name="FloraWeb" />, Bitterer Enzian, Herbstenzian oder Blattwinkelblütiger Enzian genannt, ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Kranzenziane (Gentianella) innerhalb der Familie der Enziangewächse (Gentianaceae). Die etwa fünf Unterarten sind in gemäßigten Gebieten der Nordhalbkugel in Eurasien und Nordamerika weitverbreitet.
Beschreibung
Vegetative Merkmale
Der Bittere Fransenenzian ist eine zweijährige krautige Pflanze. Sie bildet im ersten Jahr nur eine niedrige Blattrosette. Im zweiten Jahr wächst der von meist 5 bis 30 (3 bis 50) Zentimeter lange<ref name="FloraWeb" /> Stängel hervor.<ref name="FloraEuropaea1972" /> Der Stängel ist einfach oder schon ab kurz oberhalb der Basis verzweigt<ref name="FloraEuropaea1972" /> und zur Anthese ohne Keimblätter (Unterscheidung zu ähnlichen Arten).<ref name="FloraWeb" />
Die Laubblätter sind in einer grundständigen Rosette und kreuzgegenständig am Stängel verteilt angeordnet. Die Grundblätter sind spatelig mit stumpfem oberen Ende.<ref name="FloraWeb" /> Die Stängelblätter sind bei einer Länge von 1 bis 2, selten bis zu 3 Zentimetern eiförmig bis linealisch-lanzettlich mit spitzem bis mehr oder weniger stumpfem oberen Ende.<ref name="FloraEuropaea1972" />
Generative Merkmale
Die Blütezeit reicht von August bis Anfang Oktober. Aus den Blattachseln wachsen die zahlreichen Blüten.
Die relativ kleinen, zwittrigen Blüten sind fünfzählig mit doppelter Blütenhülle.<ref name="FloraWeb" /> Der Kelch ist deutlich kürzer als die Kronröhre. Die fünf Kelchzipfel sind aufrecht<ref name="FloraEuropaea1972" /> und meist etwas ungleich. Die meist rötlich-violette Blütenkrone ist trompetenförmig und 14 bis 20 Millimeter lang. Der Kronschlund ist bärtig.<ref name="FloraWeb" />
Der Fruchtknoten und die Kapselfrucht sind sitzend oder selten kurz gestielt.<ref name="FloraWeb" />
Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 36<ref name="FloraEuropaea1972" /> oder 18.<ref name="IPCN" />
Standorte und Vergesellschaftung
Der Bittere Fransenenzian wächst in Mitteleuropa auf trocknen, sandigen oder kalkhaltigen Böden, kommt aber auch auf wechselfeuchten Torf- oder Mergelböden vor und gedeiht so in Moorwiesen.<ref name="Oberdorfer2001" /> Er wächst in Pflanzengesellschaften des Verbands Molinion.<ref name="Oberdorfer2001" /> Er steigt im Engadin in der Unterart subsp. amarella bis zu einer Höhenlage von 1750 Metern auf.<ref name="Hegi1966" />
Die ökologischen Zeigerwerte nach Landolt et al. 2010 sind in der Schweiz für Gentianella amarella subsp. amarella: Feuchtezahl F = 2w (mäßig trocken aber mäßig wechselnd), Lichtzahl L = 4 (hell), Reaktionszahl R = 4 (neutral bis basisch), Temperaturzahl T = 2+ (unter-subalpin und ober-montan), Nährstoffzahl N = 2 (nährstoffarm), Kontinentalitätszahl K = 3 (subozeanisch bis subkontinental).<ref name="InfoFlora" />
Naturschutz
Der Bittere Fransenenzian ist in Gefahr „ausgerottet“ zu werden, da er keine Chemikalien (beispielsweise Schädlingsbekämpfungsmittel) verträgt und auch äußerst empfindlich auf Luftverschmutzung reagiert.<ref name="Haeupler2000" />
Der Bittere Fransenenzian ist in der Roten Liste der gefährdeten Pflanzenarten Deutschlands nach Metzing et al. 2018 unveränder zur Roten Liste von 1996 in Gefährdungskategorie 2 = „stark gefährdet“ eingeordnet. Er ist nach der Bundesartenschutzverordnung (BArtSchV) besonders geschützt.<ref name="FloraWeb" /> Er hat in Mitteleuropa Vorkommen in Belgien, Tschechien, Polen, im westlichen Tirol, in Graubünden und in Deutschland in Thüringen und im Erzgebirge und ist in Berlin-Brandenburg sowie Sachsen-Anhalt vielleicht schon „ausgestorben“.<ref name="Schmeil-Fitschen2024" />
Systematik und Verbreitung
Die Erstveröffentlichung erfolgte 1753 unter dem Namen (Basionym) Gentiana amarella durch Carl von Linné in Species Plantarum, Tomus I, Seite 230. Die Neukombination zu Gentianella amarella <templatestyles src="Person/styles.css" />(L.) Börner wurde 1912 durch Carl Julius Bernhard Börner in Eine Flora für das deutsche Volk . . . Seite 543 veröffentlicht. Das Artepitheton Gentiana amarella bedeutet „etwas bitter“.<ref name="DictionaryBotanicalEpithets" /> Weitere Synonyme für Gentianella amarella <templatestyles src="Person/styles.css" />(L.) Börner sind: Gentiana axillaris <templatestyles src="Person/styles.css" />(F.W.Schmidt) Rchb., Gentiana axillaris <templatestyles src="Person/styles.css" />Rchb., Gentiana lingulata <templatestyles src="Person/styles.css" />C.Agardh, Gentiana uliginosa <templatestyles src="Person/styles.css" />Murb., Gentianella axillaris <templatestyles src="Person/styles.css" />(Rchb.) Á.Löve & D.Löve, Gentianella axillaris <templatestyles src="Person/styles.css" />(F.W.Schmidt) Jovanovic-Dunjic, Gentianella amarella subsp. axillaris <templatestyles src="Person/styles.css" />(F.W.Schmidt) Murb., Gentiana amarella <templatestyles src="Person/styles.css" />L. subsp. amarella.<ref name="Euro+Med" /><ref name="GRIN" />
Von Gentianella amarella gibt es je nach Autor mindestens fünf Unterarten:<ref name="Euro+Med" />
- Gentianella amarella subsp. acuta <templatestyles src="Person/styles.css" />(Michx.) J.M.Gillett (Syn.: Comastoma acutum <templatestyles src="Person/styles.css" />(Michx.) Y.Z.Zhao & X.Zhang, Gentiana acuta <templatestyles src="Person/styles.css" />Michx., Gentianella acuta <templatestyles src="Person/styles.css" />(Michx.) Hiitonen): Sie ist im gemäßigten Asien und in Nordamerika weitverbreitet. Es gibt Fundortangaben für die Mongolei, die Innere Mongolei, die chinesischen Provinzen Heilongjiang, Hebei, Jilin, Liaoning, Shanxi, Shandong, Shaanxi sowie Ningxia, den ostrussischen Gebieten Magadan, Buryatien, Gorno-Altay, Tuva, Yakutia-Sakha, Krasnoyarsk, Chita sowie Irkutsk, die kanadischen Provinzen Quebec, Nova Scotia, Ontario, New Brunswick, Neufundland, Northwest Territory, Yukon Territory, Saskatchewan, Alberta, Manitoba, British Columbia sowie Nunavut, die US-Bundesstaaten Alaska, North Dakota, South Dakota, Maine, Vermont, Colorado, Idaho, Montana, Oregon, Washington, Wyoming, New Mexico, Arizona, Nevada, Utah sowie Kalifornien und die nordmexikanischen Bundesstaaten Durango sowie Nuevo León.<ref name="GRIN" />
- Gentianella amarella <templatestyles src="Person/styles.css" />(L.) Börner subsp. amarella (Syn.: Gentiana livonica <templatestyles src="Person/styles.css" />(Ledeb.) Eschsch., Gentianella amarella subsp. hibernica <templatestyles src="Person/styles.css" />N.M.Pritch.): Sie ist in Nord-, Südwest-, Süd-, Südost-, Mittel- sowie Osteuropa, im Kaukasusraum und Mittelasien, Sibirien weitverbreitet. Es gibt Fundortangaben für Armenien, Aserbaidschan, Dagestan, Ciskaukasien, Kasachstan, Magadan, Buryatien, Gorno-Altay, Tuva, Yakutia-Sakha, Altai, Krasnoyarsk, Chita, Irkutsk, Kemerovo, Novosibirsk, Omsk, Tomsk, Tyumen, Karelien sowie Murmansk und Belarus, Estland, Litauen, Lettland, europäischen Teil Russlands, Ukraine, Rumänien, Bulgarien, Serbien, Slowakei, Ungarn, Polen, Tschechien, Österreich, Deutschland, Belgien, Schweiz, Italien, Frankreich, Dänemark, Schweden, Norwegen, Finnland, Irland und das Vereinigte Königreich.<ref name="GRIN" /><ref name="Euro+Med" />
- Gentianella amarella subsp. lingulata <templatestyles src="Person/styles.css" />(C.Agardh) Holub (Syn.: Gentiana lingulata <templatestyles src="Person/styles.css" />C.Agardh): Sie kommt in Tschechien und in Osteuropa vor.<ref name="Euro+Med" />
- Gentianella amarella subsp. reussii <templatestyles src="Person/styles.css" />(Tocl) Holub: Sie kommt nur in der Slowakei vor.<ref name="Euro+Med" />
- Gentianella amarella subsp. septentrionalis <templatestyles src="Person/styles.css" />(Druce) N.M.Pritch.: Sie kommt im Großbritannien und in Island vor.<ref name="Euro+Med" />
Einzelnachweise
<references> <ref name="GRIN"> Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GRIN“ ist nicht vorhanden. im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple. </ref> <ref name="FloraWeb"> Gentianella amarella (L.) Börner s. str., Bitterer Kranzenzian. auf FloraWeb.deVorlage:Abrufdatum </ref> <ref name="IPCN"> Gentiana amarella bei Tropicos.org. In: IPCN Chromosome Reports. Missouri Botanical Garden, St. LouisVorlage:Abrufdatum </ref> <ref name="InfoFlora"> Gentiana amarella L. In: Info Flora, dem nationalen Daten- und Informationszentrum der Schweizer Flora. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple. </ref> <ref name="Oberdorfer2001"> </ref> <ref name="Haeupler2000"> </ref> <ref name="FloraEuropaea1972"> N. M. Pritchard, Thomas Gaskell Tutin: Gentianella. In: </ref> <ref name="Euro+Med"> Karol Marhold, 2011: Gentianaceae. Datenblatt Gentianella amarella In: Euro+Med Plantbase – the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity. </ref> <ref name="DictionaryBotanicalEpithets"> Dictionary of Botanical Epithets. </ref> <ref name="Hegi1966"> Gustav Hegi: Illustrierte Flora von Mitteleuropa. 1. Auflage, unveränderter Textnachdruck, Band V, Teil 3. Verlag Carl Hanser, München 1966. S. 2044–2046. </ref> <ref name="Schmeil-Fitschen2024"> Jens G. Rohwer: Gentianaceae. In: Schmeil-Fitschen: Die Flora Deutschlands und angrenzender Länder. 98. Auflage. Verlag Quelle & Meyer, Wiebelsheim 2024, ISBN 978-3-494-01943-7. S. 638. </ref> </references>
Weblinks
- Gentianella amarella agg., Bitterer Kranzenzian (Artengruppe). auf FloraWeb.deVorlage:Abrufdatum
- Vorlage:BIB
- Thomas Meyer: Kranzenzian Datenblatt mit Bestimmungsschlüssel und Fotos bei Flora-de: Flora von Deutschland (alter Name der Webseite: Blumen in Schwaben).
- Foto.
- Datenblatt Gentianella amarella mit Foto bei Montana Plant Life.
- Datenblatt Gentianella amarella bei Panarctic Flora.
- Datenblatt Gentianella amarella mit Fotos bei TORCH = The Texas Oklahoma Regional Consortium of Herbaria.