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Alpen-Helmkraut

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Alpen-Helmkraut
Datei:Scutellaria alpina.jpg

Alpen-Helmkraut (Scutellaria alpina)

Systematik
Euasteriden I
Ordnung: Lippenblütlerartige (Lamiales)
Familie: Lippenblütler (Lamiaceae)
Unterfamilie: Scutellarioideae
Gattung: Helmkräuter (Scutellaria)
Art: Alpen-Helmkraut
Wissenschaftlicher Name
Scutellaria alpina
L.

Das Alpen-Helmkraut<ref name="InfoFlora" /> (Scutellaria alpina) ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Helmkräuter (Scutellaria) innerhalb der Familie der Lippenblütler (Lamiaceae).

Beschreibung

Datei:Choix de plantes de l'Europe centrale et particulièrement de la Suisse et de la Savoie (Plate 138) (6032237054).jpg
Illustration aus Choix de plantes de l'Europe centrale et particulièrement de la Suisse et de la Savoie, Tafel 138
Datei:SCUTELLARIA ALPINA - ESTANA - IB-637 (Escutel·lària alpina).JPG
Blütenstände mit zygomorphen Blüten
Datei:SCUTELLARIA ALPINA - BÒFIA - IB-331 (Escutel·laria alpina).jpg
Habitus im Habitat

Vegetative Merkmale

Das Alpen-Helmkraut ist eine ausdauernde krautige Pflanze und erreicht Wuchshöhen von 10 bis 40 Zentimetern. Der niederliegend-aufsteigende, verzweigte Stängel ist abstehend behaart und an seiner Basis verholzend.<ref name="InfoFlora" />

Die gegenständig angeordneten Laubblätter sind in Blattstiel und -spreite gegliedert. Der Blattstiel ist bei einer Länge von 1 bis 3 Millimeter relativ kurz<ref name="InfoFlora" /> und bei den unteren Laubblättern bis zu 8 Millimeter lang.<ref name="HegiGams1964" /> Die einfache Blattspreite ist bei einer Länge von 2 bis 3 Zentimetern eiförmig mit gerundeter bis herzförmiger Spreitenbasis und stumpf-gekerbtem bis -gekerbten Blattrand.<ref name="InfoFlora" /><ref name="HegiGams1964" />

Generative Merkmale

In der Schweiz reicht die Blütezeit von Juni bis August.<ref name="InfoFlora" /> Die Blüten befinden sich in einem endständigen, dichten, vierseitigen, ährigen Blütenstand.<ref name="InfoFlora" /> Der Blütenstand ist 3 bis 6 Zentimeter lang und zur Fruchtzeit bis über 10 Zentimeter lang.<ref name="HegiGams1964" /> Die dachziegelartig übereinanderstehenden Tragblätter sind rötlich oder oft violett, eiförmig, relativ groß und ganzrandig<ref name="InfoFlora" />, aber länger als der Kelch. Der Blütenstiel ist bei einer Länge von 3 bis 6 Millimeter relativ kurz<ref name="InfoFlora" /> und flaumig behaart.<ref name="HegiGams1964" />

Die zwittrigen Blüten sind zygomorph und fünfzählig mit doppelter Blütenhülle. Der zweilippige Kelch hat auf der Oberseite eine 2 bis 5 Millimeter lange Schuppe.<ref name="InfoFlora" /> Die blauviolette Krone hat eine teilweise weiße Unterlippe und ist 2,5 bis 3 Zentimeter lang.<ref name="InfoFlora" /> Die aufwärts gebogene Kronröhre ist drüsig behaart und oberwärts aufgebaucht.<ref name="HegiGams1964" /> Die Oberlippe ist helmförmig, die Unterlippe ist 6 bis 8 Millimeter lang, gerade vorgestreckt und hat durch spitze Buchten abgetrennte Seitenlappen.<ref name="HegiGams1964" /> Die Staubblätter sind unter der Oberlippe verborgen.<ref name="HegiGams1964" />

Die gestielten Klausen sind dicht grau filzig behaart.<ref name="InfoFlora" /><ref name="FloraHelvetica1996" />

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 24.<ref name="InfoFlora" /><ref name="FloraHelvetica1996" />

Ökologie

Bestäuber sind besonders Bombus alticola und Bombus derhamellus.<ref name="HegiGams1964" /> Die Kronröhre wird auch öfter von kurzrüsseligen Hummeln angebissen.<ref name="HegiGams1964" />

Vorkommen

Das Verbreitungsgebiet des Alpen-Helmkraut umfasst die Seealpen bis zu den Venezianischen Alpen sowie die Pyrenäen, den Apennin und den Balkan. Es gibt Fundortangaben für Spanien, Andorra, Frankreich, Italien, die Schweiz, Deutschland, das ehemalige Jugoslawien, Albanien, Bulgarien, Rumänien sowie Griechenland.<ref name="Euro+Med" /><ref name="POWO" />

Häufige Standorte des Alpen-Helmkraut sich Felsschutt und lückige Rasen über Kalkstein. Das Alpen-Helmkraut findet ihr Optimum in Pflanzengesellschaften des Verbands Seslerion variae.<ref name="Aeschimann2004" /> Das Alpen-Helmkraut wächst meist in Höhenlagen von 1500 bis 2300 Metern und kommt vereinzelt an Südhängen auch bis 2500 Meter vor.<ref name="HegiGams1964" />

Die ökologischen Zeigerwerte nach Landolt et al. 2010 sind in der Schweiz: Feuchtezahl F = 2 (mäßig trocken), Lichtzahl L = 5 (sehr hell), Reaktionszahl R = 5 (basisch), Temperaturzahl T = 2 (subalpin), Nährstoffzahl N = 2 (nährstoffarm), Kontinentalitätszahl K = 4 (subkontinental).<ref name="InfoFlora" />

Taxonomie

Die Erstveröffentlichung von Scutellaria alpina erfolgte 1753 durch Carl von Linné in Species Plantarum, Tomus II, S. 599.<ref name="Euro+Med" /><ref name="POWO" /><ref name="GRIN" /> Synonyme für Scutellaria alpina <templatestyles src="Person/styles.css" />L. sind: Cassida alpina <templatestyles src="Person/styles.css" />(L.) Moench, Scutellaria albida <templatestyles src="Person/styles.css" />Benth., Scutellaria compressa <templatestyles src="Person/styles.css" />A.Ham. Scutellaria jabalambrensis <templatestyles src="Person/styles.css" />Pau, Scutellaria lupulina <templatestyles src="Person/styles.css" />L., Scutellaria variegata <templatestyles src="Person/styles.css" />A.Spreng.. Scutellaria viscida <templatestyles src="Person/styles.css" />A.Spreng., Scutellaria alpina var. lupulina <templatestyles src="Person/styles.css" />(L.) Nyman, Scutellaria alpina var. prostrata <templatestyles src="Person/styles.css" />Trautv., Scutellaria alpina var. pumila <templatestyles src="Person/styles.css" />Lange, Scutellaria alpina subsp. jabalambrensis <templatestyles src="Person/styles.css" />Rivas Mart., Scutellaria alpina subsp. olympica <templatestyles src="Person/styles.css" />Stoj. & Jordanov.<ref name="Euro+Med" /><ref name="POWO" />

Literatur

  • Oskar Angerer, Thomas Muer: Alpenpflanzen. Ulmer, Stuttgart 2004, ISBN 3-8001-3374-1.
  • I. Grzegorczyk-Karolak, Ł. Kuźma, H. Wysokińska: In vitro cultures of Scutellaria alpina as a source of pharmacologically active metabolites. In: Acta Physiologiae Plantarum, Volume 38, Issue, 7, 2016. doi:10.1007/s11738-015-2024-3

Einzelnachweise

<references> <ref name="GRIN"> Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GRIN“ ist nicht vorhanden. im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple. </ref> <ref name="InfoFlora"> Scutellaria alpina L. In: Info Flora, dem nationalen Daten- und Informationszentrum der Schweizer Flora. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple. </ref> <ref name="Aeschimann2004"> David Aeschimann, Konrad Lauber, Daniel Martin Moser, Jean-Paul Theurillat: Flora alpina. Band 2, Bern, Stuttgart, Wien Haupt-Verlag, 2004, ISBN 3-258-06600-0. S. 106. </ref> <ref name="FloraHelvetica1996"> Konrad Lauber, Gerhart Wagner: Flora Helvetica. Flora der Schweiz. Verlag Paul Haupt, Bern, Stuttgart, Wien, 1996, ISBN 3-258-05405-3, S. 848. </ref> <ref name="HegiGams1964"> Gustav Hegi: Illustrierte Flora von Mitteleuropa. 1. Auflage, unveränderter Textnachdruck Band V, Teil 4. Verlag Carl Hanser, München 1964. S. 2516–2518. </ref> <ref name="POWO"> Rafaël Govaerts, 2003: World Checklist of Selected Plant Families Database in ACCESS Datenblatt Scutellaria alpina bei POWO = Plants of the World Online von Board of Trustees of the Royal Botanic Gardens, Kew: Kew Science. </ref> <ref name="Euro+Med"> World Checklist of Selected Plant Families (2010), The Board of Trustees of the Royal Botanic Gardens, Kew. In: Datenblatt Scutellaria alpina - Euro+Med Plantbase - the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity. </ref> </references>

Weblinks

Commons: Alpen-Helmkraut (Scutellaria alpina) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien