PCC SE
| PCC SE
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| colspan="2" class="notheme" style="background:#Vorlage:Standardfarbe; color:#Vorlage:Standardfarbe; padding:1em 0;" | PCC Logo 2024.svg | |
| Rechtsform | Europäische Gesellschaft |
| Gründung | 1993 |
| Sitz | Duisburg, Datei:Flag of North Rhine-Westphalia.svg Nordrhein-Westfalen |
| Leitung |
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| Mitarbeiterzahl | 3.295 (2024)<ref name="Finanzinformationen">PCC SE Finanzinformationen. Abgerufen am 12. Januar 2026.</ref> |
| Umsatz | 960,0 Mio. Euro (2024)<ref name="GB2024">PCC-Konzern Geschäftsbericht 2024. PCC SE, abgerufen am 12. Januar 2026.</ref> |
| Branche | Chemie, Silizium, Logistik |
| Website | www.pcc.eu |
| Stand: 31. Dezember 2024 | |
Die PCC SE mit Sitz in Duisburg ist eine in den Bereichen Chemie, Silizium und Logistik tätige Unternehmensgruppe. Gründer und Alleinaktionär ist Waldemar Preussner.
Unternehmensgeschichte
Hintergrund
1993 wurde die Vorgängergesellschaft der PCC SE, die Petro Carbo Chem Rohstoffhandelsgesellschaft mbH (heute: PCC Trade & Services GmbH), von Waldemar Preussner und Partnern in Duisburg gegründet. 1998 wurde durch Abspaltung die PCC AG geschaffen. Im Februar 2007 wurde die Rechtsform von der AG zur Europäischen Aktiengesellschaft (SE) gewechselt.
Der Konzern ist durch Ankäufe und Beteiligungen an anderen Unternehmen stark gewachsen. 1998 startete die PCC SE als eines der ersten deutschen mittelständischen Unternehmen die eigenständige, bankenunabhängige Begebung von Anleihen im Direktvertrieb. Unternehmensanleihen bilden seitdem das wesentliche Finanzierungsinstrument der Konzernholding.<ref name="GB2023">PCC-Konzern Geschäftsbericht 2023. PCC SE, abgerufen am 14. Oktober 2024.</ref><ref name="Wiwo_20170630">Mit Schaum, Shampoo und stillen Reserven. In: WirtschaftsWoche 27 2017, Seite 89. 30. Juni 2017, abgerufen am 19. Juni 2018.</ref> Die meisten Standorte der Gruppe liegen seit der Unternehmensgründung in Mittel- und Osteuropa, allen voran in Polen. Seit der Liberalisierung der Märkte in dieser Region ist die PCC dort vor allem als Chemieproduzent und Rohstoffhändler sowie als Logistikanbieter und Betreiber von Kraftwerken tätig. Die PCC erwarb im Rahmen der Privatisierungen von Staatsbetrieben diverse Unternehmen, die in den Folgejahren mit erheblichen Investitionen modernisiert und erweitert wurden.<ref name="GB2018 Unternehmensgeschichte">PCC SE Geschäftsbericht 2018, S. 22–31, Meilensteine der PCC-Geschichte. (PDF; 10,5 MB) PCC SE, abgerufen am 21. Februar 2020.</ref><ref name="FAZ_20060602">PCC-Anleihen sind etwas für Zinssammler. In: faz.net. 2. Juni 2006, abgerufen am 19. Juni 2018.</ref><ref name="CHEManager">PCC setzt auf Kontinuität und unternehmerische Freiheit. In: CHEManager. 6. Juni 2019, abgerufen am 21. Februar 2020.</ref> Mit dieser Expansion ging gleichzeitig der Wandel vom Rohstoffhandelsunternehmen zum diversifizierten Konzern mit starker eigener Produktionsbasis einher.<ref name="GB2018 Unternehmensgeschichte"></ref> Die weitere Internationalisierung wurde insbesondere durch Investitionen in den USA, Südostasien und Westafrika sowie in Island vorangetrieben.<ref name="GB2023"></ref><ref name="CHEManager"></ref>
2024 erzielte die PCC mit ihren 68 Beteiligungen in 18 Ländern einen Konzernumsatz von 960,0 Mio. €.
| 2020 | 2021 | 2022 | 2023 | 2024 | |
| Umsatz | 716,8 Mio. € | 979,6 Mio. € | 1.324,7 Mio. € | 993,6 Mio. € | 960,0 Mio. € |
| EBT | −38,4 Mio. € | 91,7 Mio. € | 192,6 Mio. € | −20,8 Mio. € | −29,5 Mio. € |
| Mitarbeiter (zum 31.12.) | 3.176 | 3.311 | 3.391 | 3.265 | 3.295 |
Akquisitionen
2000–2008: Akquisition von Anteilen an polnischen Güterverkehrsunternehmen bis zur Bündelung dieser Aktivitäten im Unternehmensverbund PCC Logistics, der zum größten privaten Güterbahnbetreiber des Landes und 2009 an die Deutsche Bahn AG veräußert wurde.<ref name="GB2018 Unternehmensgeschichte"></ref><ref name="Welt_20070226">Polnische Eisenbahn aus Duisburg. In: welt.de. 26. Februar 2007, abgerufen am 2. Juli 2017.</ref><ref name="OTS_20090722">Verkauf der PCC Logistics an die Deutsche Bahn vollzogen. In: presseportal.ch. 22. Juli 2009, abgerufen am 19. Juni 2018.</ref>
2002–2010: Die PCC erwarb sukzessive Anteile eines bedeutenden polnischen Chemieproduzenten, der heutigen PCC Rokita SA. Sie ist seitdem die größte Tochtergesellschaft des Konzerns.<ref name="GB2018 Unternehmensgeschichte"></ref>
2006: Durch die Übernahme eines Geschäftsbereichs der Rütgers Organics Corporation entstand die PCC Chemax, Inc. in Piedmont, South Carolina, USA.<ref name="GB2018 Unternehmensgeschichte"></ref>
2009: Akquisition der heutigen PCC Silicium S.A. in Zagórze (Polen), die über einen Quarzit-Steinbruch verfügt. Dieser bildet die Rohstoffbasis der Siliziummetall-Anlage der PCC in Island.<ref name="GB2018 Unternehmensgeschichte"></ref>
2015–2018: Die PCC Rokita SA gründete mit dem thailändischen Polyole- und Polyurethane-Produzenten IRPC Polyol Company Ltd. ein Gemeinschaftsunternehmen und übernahm bis 2018 insgesamt 50 Prozent des Joint-Venture-Partners.<ref name="GB2018 Unternehmensgeschichte"></ref><ref name="Chemie_20150120">PCC Rokita gründet Joint Venture in Thailand. In: Chemie.de. 20. Januar 2015, abgerufen am 14. Oktober 2024.</ref>
Projektinvestitionen
2005: Beginn des Engagements der PCC im Kraftwerkssegment erneuerbarer Energien durch die Gründung des Joint Ventures PCC DEG Renewables GmbH mit der KfW-Tochter DEG – Deutsche Investitions- und Entwicklungsgesellschaft mbH. Die Anfangsfinanzierung betrug 8 Mio. €. Zwischen 2009 und 2023 wurden sechs Kleinwasserkraftwerke in Südosteuropa in Betrieb genommen.<ref name="GB2018 Unternehmensgeschichte"></ref><ref name="GB2023"></ref>
2012: Die PCC SE und ihr langjähriger Partner, die russische JSC Shchekinoazot, legten mit dem Joint Venture OOO DME Aerosol die Basis für ein Projekt mit einem Investitionsvolumen von 20 Mio. € zur Herstellung von hochreinem Dimethylether (DME). Der Baubeginn war 2017, die Inbetriebnahme erfolgte im Dezember 2018.<ref name="GB2018 Unternehmensgeschichte"></ref><ref name="CHEManager_DME">PCC startet Produktion von Dimethylether in Aerosol-Qualität. In: CHEManager. 7. Januar 2019, abgerufen am 21. Februar 2020.</ref>
2013: Baubeginn einer Produktionsanlage für hochreine Monochloressigsäure (MCAA). Die Anlage wurde von der PCC MCAA Sp. z o.o. Ende 2016 in Betrieb genommen.<ref name="Q42016">PCC-Konzern Quartalsbericht 4/2016. (PDF; 1,0 MB) PCC SE, abgerufen am 19. Juni 2018.</ref><ref name="CHEManager_MCAA">PCC baut hochmoderne Produktionsanlage für die Spezialchemikalie MCAA. In: CHEManager. 31. August 2018, abgerufen am 21. Februar 2020.</ref>
2012–2018: In mehrjährigen Verhandlungen wurde die Finanzierung des Baus einer Siliziummetall-Produktionsanlage in Island durch die Projektgesellschaft PCC BakkiSilicon hf sichergestellt. Es war das mit einem Investitionsvolumen von rund 265 Mio. € größte Einzelprojekt in der Unternehmensgeschichte. Der Baubeginn war im September 2015, der Produktionsstart erfolgte im Mai 2018.<ref name="GB2018 Unternehmensgeschichte"></ref> Die Anlage nahe der Kleinstadt Húsavík produziert Siliziummetall als wesentlichen Rohstoff vor allem für die chemische Industrie. Da das Werk auf deutscher Anlagentechnik basiert und seine Erzeugnisse von rohstoffpolitischer Bedeutung für die deutsche Wirtschaft sind, wurde das Projekt durch Finanzierungsinstrumente des Bundes gefördert. Zum Anlagenbetrieb wird ausschließlich Strom aus erneuerbaren Energiequellen genutzt (vor allem Geothermie).<ref name="KfW_2016">Isländische Traumfabrik. In: KfW Stories, 27. März 2017. Abgerufen am 4. August 2023.</ref>
Börsengänge
2009: Teilbörsengang der PCC Intermodal S.A. (internationale Containerlogistik) an der Warschauer Wertpapierbörse. Die PCC SE blieb weiterhin Mehrheitsaktionär.<ref name="GB2018 Unternehmensgeschichte"></ref> 2018 übernahm die PCC SE Anteile von Minderheitsgesellschaftern an dem Unternehmen und nahm es durch ein Delisting wieder von der Börse.<ref name="PCC Intermodal GPW">PCC INTERMODAL (Resolution No. 913/2018). In: GPW Warschauer Wertpapierbörse. 10. September 2018, abgerufen am 21. Februar 2020 (englisch).</ref>
2012: Börsengang des Tenside-Herstellers PCC Exol SA an der Warschauer Börse. Die PCC SE bleibt mit rund 86 Prozent der Anteile Mehrheitsaktionär.<ref name="GB2018 Unternehmensgeschichte"></ref>
2014: Börsengang der größten PCC-Konzerngesellschaft PCC Rokita SA an der Warschauer Börse. Die PCC SE bleibt mit rund 84 Prozent der Anteile Mehrheitsaktionär.<ref name="GB2018 Unternehmensgeschichte"></ref>
Veräußerungen
2008: Verkauf der Rokita-Agro an den israelischen Agrochemieproduzenten Makhteshim Agan Industries (heute Adama).<ref name="GB2018 Unternehmensgeschichte"></ref>
2009: Der polnische Unternehmensverbund PCC Logistics wird an die Deutsche Bahn verkauft und in DB Schenker Rail Polska (heute DB Cargo Polska) umbenannt.<ref name="OTS_20090722"></ref>
2010: Verkauf des Energieversorgers PCC Energie an die spanische Nexus Energía<ref name="GB2018 Unternehmensgeschichte"></ref>
2015: Verkauf des polnischen Telekommunikations- und Datacenteranbieters 3Services Factory an einen Investmentfonds.<ref name="Q22015">PCC-Konzern Quartalsbericht 2/2015. (PDF; 2,4 MB) PCC SE, abgerufen am 19. Juni 2018.</ref>
Konzernstruktur
Chemiesegmente
Hauptumsatzträger des Konzerns sind zusammengenommen die drei Chemiesegmente Polyole & Derivate, Tenside & Derivate und Chlor & Derivate.<ref name="GB2023"></ref> Die Produktion erfolgt vor allem in Polen. Bedeutendste Beteiligung ist die PCC Rokita SA mit Sitz in Brzeg Dolny, u. a. Osteuropas führender Hersteller von Polyether-Polyolen, den Grundstoffen von PU-Schaumstoffen etwa für Matratzen, und ein bedeutender Chlorproduzent. Die PCC Exol SA mit Sitz in Brzeg Dolny ist der einzige Hersteller von Tensiden in Polen.<ref name="GB2020">PCC-Konzern Geschäftsbericht 2020. (PDF; 6,0 MB) PCC, abgerufen am 15. Februar 2022.</ref>
Segment Silizium & Derivate
Im Segment Silizium & Derivate betreibt PCC eine Produktionsanlage für Siliziummetall in Húsavík, Island, die zu 100 % mit Strom aus erneuerbaren Energiequellen betrieben wird. Den Rohstoff Quarzit bezieht die Anlage aus dem Steinbruch von PCC in Polen.<ref name="GB2023"></ref>
Segment Handel & Services
Die größte Beteiligung im Segment Handel & Services ist die Rohstoffhandelsgesellschaft PCC Trade & Services GmbH. In diesem Segment werden darüber hinaus diverse Servicegesellschaften geführt, die überwiegend Dienstleistungen beispielsweise in Energieversorgung, Informationstechnologie und Umweltschutz erbringen.<ref name="GB2023"></ref>
Logistiksegment
Die Sparte Logistik wird von der PCC Intermodal S.A. dominiert, einem führenden privaten Logistikdienstleister in Osteuropa mit insgesamt fünf eigenen Kombiverkehrsterminals in Polen und Deutschland zur Containerverladung zwischen Schienen- und Straßentransport. Linienverbindungen bestehen unter anderem zwischen den polnischen Inlandterminals der PCC an die Seehäfen in Deutschland und den Benelux-Ländern.<ref name="GB2020"></ref><ref name="OEVZ_20160706">PCC Intermodal eröffnet erste Relation nach Österreich und Ungarn. In: Österreichische Verkehrszeitung Heft 25–26/2016. 6. Juli 2016, abgerufen am 19. Juni 2018.</ref>
Segment Holding & Projekte
Dieses Segment steuert Großprojekte wie den Bau einer Produktionsanlage für Alkoxylate in Malaysia in einem Joint Venture mit Petronas Chemicals Group Berhad, die 2024 in Betrieb genommen wurde.<ref name="GB2023"></ref><ref name="CHEManager_Malaysia">PCC und Petronas beginnen Bau der Alkoxylate-Anlage in Malaysia. In: CHEManager. 25. November 2021, abgerufen am 8. August 2023.</ref>
Gesellschaftliches Engagement
Das Unternehmen ist Namensgeber des PCC-Stadions, in dem der von PCC gesponserte Verein VfB Homberg spielt. Das soziale Engagement der PCC SE umfasste unter anderem von 2019 bis 2024 die Unterstützung des 1998 gegründeten Vereins Gemeinsam gegen Kälte Duisburg e.V. bei der Hilfe für obdachlose Menschen<ref name="Gemeinsam gegen Kälte">PCC spendet erneut 10.000 Euro. Gemeinsam gegen Kälte Duisburg e.V., 1. Februar 2024, abgerufen am 14. Oktober 2024.</ref> und 2018 des Deutschen Kinderschutzbunds in Duisburg bei einer Anlaufstelle für junge Mütter.<ref name="nrz_20171203">Ein Pluspunkt für Duisburger Mütter. In: nrz.de. 3. Dezember 2017, abgerufen am 3. April 2018.</ref>
Einzelnachweise
<references responsive/>
- Seiten mit Skriptfehlern
- Wikipedia:Vorlagenfehler/Vorlage:Infobox Unternehmen/Logoeinbindung
- Wikipedia:Defekter Dateilink
- Chemieunternehmen (Deutschland)
- Energieunternehmen (Deutschland)
- Produzierendes Unternehmen (Duisburg)
- Rohstoffhandelsunternehmen
- Organisation (Energiehandel)
- Logistikunternehmen (Nordrhein-Westfalen)
- Abkürzung
- Energiewirtschaft (Nordrhein-Westfalen)
- Unternehmensgründung 1993