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dnd (Computerspiel)

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Leitende Entwickler Gary Whisenhunt
Ray Wood
Dirk Pellet
Flint Pellet
Veröffentlichung Mitte der 1970er-Jahre
Plattform PLATO
Genre Computer-Rollenspiel
Thematik Dungeons & Dragons
Sprache Englisch

dnd (auch The Game of Dungeons) ist ein Computer-Rollenspiel. Es gilt als eines der ältesten noch erhaltene Computerspiele dieses Genres. Geschrieben wurde es ab etwa 1974 von Gary Whisenhunt und Ray Wood an der Universität von Illinois, wo es auf einer frühen Computerlernumgebung namens PLATO lief.

Spielprinzip

Der Spieler steuert in dnd einen selbsterschaffenen Charakter durch einen großen Dungeon mit mehreren Ebenen, wobei man auf dem Weg zum Spielziel feindliche Monster bekämpfen muss und sich mit gefundenen Gegenständen ausrüsten kann. Eine einfach stilisierte grafische Darstellung illustriert dabei das Geschehen.

Es finden sich bereits alle grundlegenden Merkmale von modernen Computer-Rollenspielen: Der Spieler erschafft eine Spielfigur nach eigenen Wünschen, die sich kontinuierlich weiterentwickelt und durch gefundene Gegenstände immer mächtiger wird. Auch ein einfaches Magiesystem ist bereits vorhanden. Die Gegner werden mit jeder Verliesebene stärker und reagieren unterschiedlich auf verschiedene Zaubersprüche. Das Spiel besitzt ein definiertes Endziel und bietet ein einfaches Handelssystem im Rahmen von zwei Händlern, bei denen verschiedene Gegenstände erworben werden können. Dringt man tiefer in das Verlies vor, kann man Ebenen mittels Teleportation überspringen.

Entwicklung

Vorgänger

Die genaue Chronologie der frühesten Computer-Rollenspiele ist bislang nicht präzise aufgearbeitet. Es ist davon auszugehen, dass seit Veröffentlichung von Dungeons & Dragons 1974 mehrere Versuche gestartet wurden, entsprechende grafisch gestaltete Softwarenachbauten zu entwerfen. Viele Programme blieben unbekannt und wurden von den Systemadministratoren wieder gelöscht, da Computerspiele damals als Verschwendung von Rechenzeit und Ressourcen galten. Über einen Vorgänger mit dem Titel m199h existieren lediglich noch Berichte, das Programm selbst gilt als verloren.<ref name="addict3" /> Ob es davor noch rein textbasierte Rollenspiele gab, ist unbekannt, wird aber angenommen.<ref name="barton" />

Widersprüchlich sind die Einschätzungen, ob pedit5 vor dnd veröffentlicht wurde. Hier widersprechen sich unter anderem die Angaben der Autoren. pedit5-Entwickler Rusty Rutherford sprach von einer zeitgleichen Entwicklung beider Spiele und gab als Veröffentlichungszeitraum seines Titels das Ende des Jahres 1975 an.<ref name="armchair_rutherford" /> Whisenhunt und Hunt sprechen dagegen von pedit5 als direktem Vorbild für die Entwicklung von dnd und einem Entwicklungsbeginn für ihr Programm zwischen Ende 1974 und Anfang 1975.<ref>Armory.com: Open letter to "Classic Gaming .com". Abgerufen am 20. Juli 2024.</ref> Der Ludohistoriker Jimmy Maher setzt den Fertigstellungszeitpunkt von dnd auf Oktober 1976 fest.<ref>The Digital Antiquarian: The First CRPGs. Abgerufen am 20. Juli 2024.</ref>

Entwicklerteam

Das Programm wurde ursprünglich von Gary Whisenhunt und Ray Wood programmiert, die zum Zeitpunkt der Entstehung Studenten an der Southern Illinois University waren, Wood als Elektroingenieur und Whisenhunt ursprünglich mit Schwerpunkt Psychologie und Politikwissenschaften, aufgrund seiner Erfahrungen mit dnd später dann Informatik. Beide waren begeisterte Computerspieler von Titeln wie Empire, Moon War, Dogfight, Star Trek, Spasim, Airwar und angeblich auch pedit5, das sich großer Beliebtheit unter den Studenten erfreute. Weil pedit5 jedoch regelmäßig von den Administratoren des Systems gelöscht wurde, da es als Verschwendung von Systemressourcen betrachtet wurde, entschlossen sich Whisenhunt und Wood vermutlich Ende 1974 ein eigenes Programm zu schreiben. Erleichtert wurde ihre Arbeit, da sie ab Sommer 1975 selbst Administratoren des Systems wurden. Whisenhunt war hauptsächlich für die Grunddaten verantwortlich, Wood für die Kämpfe und die Belohnungen.<ref name="fanatic" />

Ende 1975 begann auch Dirk Pellet mit dem Studium und machte Wood und Whisenhunt, obwohl es nie zu einem direkten persönlichen Kontakt kam, zahlreiche Vorschläge zur Verbesserung des Spiels, sodass beide ihm schließlich Bearbeitungsrechte gaben, da sie selbst nicht ausreichend Zeit zur Weiterentwicklung des Programms aufbringen konnten. 1977 stieß schließlich Dirks Bruder Flint hinzu.<ref name="addict" />

Entstehung

Das Programm startete ursprünglich mit zwei Dungeonlevels, die aus mehreren Kammern bestanden, die durch eine Oktalzahl repräsentiert wurde. Einen ersten Fortschritt stellte die Entwicklung eines grafischen Editors dar, der das Entwerfen neuer Levels deutlich vereinfachte und beschleunigte. Durch den zunehmenden Umfang des Spiels rückte nun das Balancing der Kämpfe und des Spielfortschritts in den Vordergrund. Um für eine besondere Herausforderung zu sorgen, entschieden sich Wood und Whisenhunt dann für den Einbau eines Kampfes gegen einen besonders schweren Endgegner am Schluss des Spiels.<ref name="fanatic" />

Das Spiel sollte primär der Unterhaltung dienen, weshalb Wood und Whisenhunt viel mit Humor und Anspielungen arbeiteten, etwa einem unbeliebten Mitstudenten als Vorlage für ein Monster im Spiel. Es wurden aber auch einige spielerische Neuerungen im Vergleich zu anderen Spielen eingebaut, etwa die Orb, Teleporter und die Idee des Boss Monsters. Teleporter wurden hauptsächlich deshalb verwendet, weil sich der Einbau von Treppen als zu große Herausforderung darstellte. Gemäß Flint Pellet sollte dnd aber auch herausfordernd sein. In dem Zusammenhang bildete auch die Kommunikation des Programms mit dem Spieler einen Schwerpunkt. So gab es im Kampf verschiedene Bedingungen herauszufinden und zu beachten (z. B. wurden Feuerwesen durch Feuerzauber geheilt), durch entsprechendes Feedback sollte dem Spieler außerdem ein Gefühl dafür geben werden, wie das Spiel zu meistern sei. Gerade die Möglichkeit des Spielers, das Risiko zu einem gewissen Grad selbst mitbestimmen und den Dungeon wieder verlassen zu können, war nach Dirk Pellet ein Unterscheidungsmerkmal gegenüber pedit5 und anderen Spielen, bei denen das Spiel bis zum Tod der Spielfigur ging und jederzeit durch Kämpfe gegen ungleich schwierigere Gegner beendet werden konnte. Während der mehrjährigen Weiterentwicklung des Programms wurde das Feedback der Spieler einbezogen, das in einer Notizdatei eingetragen und diskutiert werden konnte.<ref name="fanatic" />

Während das Grundspiel vollständig von Wood und Whisenhunt entwickelt wurde, stammte ein Großteil der Inhalte wie Ausrüstungsgegenstände, Tränke, magische Bücher, Rutschen oder eine Wunderlampe von Dirk Pellet und dessen Bruder Flint. Pellet griff dabei unter anderem auf das D&D-Regelwerk zurück und importierte anfangs 1:1 Gegenstandsbeschreibung aus dem Regelwerk in das Spiel. Flint Pellet überarbeitete außerdem auch Programmteile, etwa um die Berechnungen und die Bildausgabe zu beschleunigen. Bei Woods und Whisenhunts Abgang von der Universität übergaben sie die Betreuung des Programms vollständig an Dirk und Flint Pellett. Diese betreuten und verbesserten das Spiel über lange Jahre immer weiter, bis sie zwischen 1986 und 1988 die Weiterentwicklung einstellten.<ref name="fanatic" />

Im Laufe der Zeit gab es verschiedene Klone und Erweiterungen für dnd. Die Erweiterungen fügten hauptsächlich zusätzliche Schätze und weitere, vom ursprünglichen unabhängige Verliese hinzu. Andere Autoren erschufen eigene Systeme, die ganz oder teilweise auf dem dnd-Code basierten, und für eine weite Verbreitung dieses noch jungen Spielegenres sorgten. Der bekannteste Ableger von dnd dürfte das kommerziell vermarktete Telengard sein, das Dirk Pellet zeitweise als Plagiat bezeichnete. Das Gleiche warf er auch dem Programm Sorcery vor, das von einem PLATO-Nutzer namens Balsabrain stammte, dem Pseudonym des Wizardry-Schöpfers Robert Woodhead.<ref name="addict2" />

Der Name dnd stammt von der Abkürzung D&D des Pen-&-Paper-Rollenspiels Dungeons & Dragons, welches ebenfalls 1974 erschien.

Rezeption

Sicherheitskopien auf Band zeigten, dass dnd zu seiner Zeit erstaunlich populär war trotz des hohen Schwierigkeitsgrades. Auch retrospektiv betrachtet sei es trotz seines Alters immer noch ein gutes Spiel. Das Kartieren der Räume mache Spaß. Das Spielprinzip sei unverwüstlich.<ref>John Harris: GameSetWatch - COLUMN: Pixel Journeys: The Magic Of dnd5. 19. Dezember 2008, archiviert vom Vorlage:IconExternal; abgerufen am 21. März 2024.</ref>

Weblinks

Einzelnachweise

<references> <ref name="addict"> Vorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Game 69: The Game of Dungeons/dnd (1975).] In: CRPG Addict. , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 20. April 2014 (englisch).Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung </ref> <ref name="addict2"> Vorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig The Earliest CRPGs.] In: CRPG Addict. , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 20. April 2014 (englisch).Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung </ref> <ref name="addict3"> Vorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Game 68: The Dungeon/PEDIT5 (1975).] In: CRPG Addict. , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 20. April 2014 (englisch).Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung </ref> <ref name="armchair_rutherford"> Vorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig The Creation of PEDIT5.] In: Armchair Arcade. , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 5. November 2023 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung </ref> <ref name="barton"> Vorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig The History of Computer Role-Playing Games Part 1: The Early Years (1980-1983).] In: Gamasutra. UBM, plc, , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 28. September 2011 (englisch).Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung </ref> <ref name="fanatic"> The RPG Fanatic Videogame Review Show: Interview : dnd (PLATO) Creators Gary Whisenhunt & Ray Wood auf YouTube </ref> </references>

<templatestyles src="Erweiterte Navigationsleiste/styles legacy.css" />Vorlage:Klappleiste/Anfang

Frühe Titel

1974: dnd1975: Dungeon1980: D&D Computer Labyrinth Game1981: D&D Computer Fantasy Game1982: AD&D: Cloudy Mountain1982: AD&D: Treasure of Tarmin

Dark Sun

1993: Dark Sun: Shattered Lands1994: Dark Sun: Wake of the Ravager1996: Dark Sun Online: Crimson Sands

Drachenlanze
DL Gold Box

1990: Champions of Krynn1991: Death Knights of Krynn1992: The Dark Queen of Krynn

Silver Box

1988: Heroes of the Lance1989: Dragons of Flame1991: Shadow Sorcerer

Weitere Titel

1989: War of the Lance1990: Dragonstrike

Eberron

2005: Dragonshard2006: D&D Online: Stormreach / Eberron Unlimited

Greyhawk

2003: D&D: HeroesDer Tempel des Elementaren Bösen

Mystara

1992: Order of the GriffonWarriors of the Eternal Sun1993: Fantasy Empires1993: Tower of Doom1996: Shadow over Mystara

Ravenloft

1994: Ravenloft: Der Fluch des Grafen1995: Ravenloft: Stone Prophet1997: Iron & Blood: Warriors of Ravenloft

Vergessene Reiche
Baldur’s Gate

1997: Baldur’s Gate (Legenden der SchwertküsteEnhancedSiege of Dragonspear)2000: Baldur’s Gate II (Thron des BhaalEnhanced)2023: Baldur’s Gate 3

Dark Alliance

2001: Baldur’s Gate: Dark Alliance2004: Baldur’s Gate: Dark Alliance 2

Eye of the Beholder

1991: Eye of the Beholder (GBA)1991: Eye of the Beholder 21993: Eye of the Beholder 3

Icewind Dale

2000: Icewind Dale (Herz des WintersHerausforderungen des Meisters der Verlockung)2002: Icewind Dale II

Neverwinter Nights

2002: Neverwinter Nights (Schatten von UndernzitHorden des UnterreichsPremium-Module)2006: Neverwinter Nights 2 (Mask of the BetrayerStorm of ZehirMysteries of Westgate)

Pool of Radiance

1988: Pool of Radiance1989: Curse of the Azure Bonds1990: Secret of the Silver Blades1991: Pools of Darkness2001: Ruins of Myth Drannor

Savage Frontier

1991: Gateway to the Savage Frontier1991: Neverwinter Nights1992: Treasures of the Savage Frontier

Weitere Titel

1989: Hillsfar1993: Dungeon Hack1993: Unlimited Adventures1994: Menzoberranzan1996: Blood & Magic1997: Descent to Undermountain2004: Demon Stone2008: Tiny Adventures2011: DaggerdaleHeroes of Neverwinter2012: Lords of Waterdeep2013: NeverwinterArena of War2015: Sword Coast Legends2017: Idle Champions of the Forgotten RealmsTales from Candlekeep2019: Warriors of Waterdeep

Weitere Szenarien

1992: Spelljammer: Pirates of Realmspace1993: Stronghold1994: SlayerAl-Qadim: The Genie’s Curse1995: Deathkeep1997: Birthright: Die Dunkle Allianz1999: Planescape: Torment (Enhanced)2007: D&D Tactics

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