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Bruno Biehler

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Bruno Alexander Biehler (* 19. Juli 1884 in Freiburg im Breisgau; † 24. März 1966 in München)<ref>Erich Scheibmayer: Wer? Wann? Wo? Persönlichkeiten in Münchner Friedhöfen. 1989.</ref><ref name="ReferenceA">Personenstandsdaten-Auskunft der Stadt Freiburg im Breisgau</ref> war ein deutscher Skisportpionier und später als Architekt vorwiegend in München, Oberbayern und Linz tätig.

Leben

Bruno Biehlers Eltern waren der Freiburger Kaufmann Rudolf Biehler und Lina Biehler, geb. Groenewald, aus Pyrmont, die ein Bekleidungsgeschäft an der Kaiserstraße führten. Sein Bruder Rudolf Biehler wurde am 18. April 1882 in Freiburg geboren und war später ebenfalls ein bekannter Skisportler, er wurde Arzt und fiel im Ersten Weltkrieg.

Von Sommersemester 1907 bis Wintersemester 1909/10 war Bruno Biehler an der Technischen Hochschule München im Fach Architektur eingeschrieben. Als Religionszugehörigkeit ist in der Studentenkartei „mosaisch“ vermerkt.<ref>TU München, Historisches Archiv: Personalstand der Technischen Hochschule zu München, Jahrgänge 1902–1911.</ref>

Anschließend arbeitete er zunächst bei Theodor Fischer, dann für Stadtbaumeister Karl Höpfel am Neubau des Maximiliansgymnasiums mit.

Nach Bestehen des 2. Staatsexamens unternahm Biehler eine eineinhalbjährige Reise durch Asien. Startend im November 1913 in Triest mit dem Dampfer Africa besuchte er Ceylon, Indien, Burma, Java, China sowie Japan und kehrte mit der Transsibirischen Eisenbahn über Moskau im Juni 1914 nach Freiburg zurück. Von Bauwerken, der Landschaft und der einheimischen Bevölkerung fertigte er mehr als 600 Schwarzweiß-Diapositive auf Glasplatten im Format 9 × 12 cm an, die in seinem Nachlass erhalten sind (Auswahl siehe Weblinks und Ausstellungskatalog). Am 11. Mai 1914 gelang ihm die wohl erste Winterbesteigung im Alleingang des Fuji, auch diese mit Fotos dokumentiert.

Kurz nach der Rückkehr aus Asien begann der Erste Weltkrieg. Bruno Biehler war Zugführer im 1. Bayerischen Schneeschuh-Bataillon des Deutschen Alpencorps.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Vorlage:Webarchiv/Wartung/TodayDer Wert des Parameters archive-today muss ein Datum der Form YYYYMMDD oder Zeitstempel der Form YYYY.MM.DD-hhmmss bzw. YYYYMMDDhhmmss sein.</ref>

Nach Kriegsende erfolgte 1919 die Ummeldung von Freiburg nach München.<ref name="ReferenceA"/> Laut Geburtenregister war er zweimal verheiratet, seine erste Ehefrau wurde 1928 die aus einer Münchner Goldschmiede- und Juwelierdynastie stammende Johanna Neresheimer,<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Geschichte des Unternehmens Carl Weishaupt (Memento vom 3. September 2013 im Internet Archive)</ref><ref>Stadtarchiv München (Hrsg.), Andreas Burgmaier: Häuserbuch der Stadt München, Bd. 4, S. 93, R. Oldenbourg, München 1966</ref> die zweite Eheschließung erfolgte 1947 in Bad Wiessee.<ref name="ReferenceA"/>

In München war er Mitglied im Rotary Club<ref>Anfrage von Joseph Schlippe, Freiburgs Hochbauamtsleiter, technischer Geschäftsführer der städtischen Siedlungsgesellschaft und seinerzeit kommissarischer Leiter des badischen Landesdenkmalamtes, Gründungsmitglied des Freiburger Rotary Clubs, an Bruno Biehler vom 13. Oktober 1947 betreffend Wiederaufleben des Rotary Clubs in München; Stadtarchiv Freiburg, Bestand K1/44/1069 <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Archivlink (Memento vom 30. Dezember 2015 im Internet Archive) (PDF; 1,4 MB)</ref> (1928 gegründet, 1933 Streichung jüdischer Mitglieder aus der Kartei, 1937 Selbstauflösung, 1949 Wiedergründung<ref>Paul U. Unschuld: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />On the History of the Rotary Club of Munich (Memento vom 6. Juli 2010 im Internet Archive)</ref>).

Neben Architekturberuf, Winter- und Bergsport sowie Fotografie fühlte sich Biehler auch zum Malen und Zeichnen hingezogen und musizierte mit dem befreundeten Carl Orff. Mit dem Landschaftsplaner Alwin Seifert verband ihn ebenso eine enge Freundschaft.<ref>F. u. R. Biehler: Bruno Biehler, 1913, S. 5.</ref>

Skisportler

Bruno Biehler war wie sein Bruder zunächst Mitglied des Ski-Club Freiburg. Beide traten später (Bruno 1904) dem 1903 gegründeten Akademischen Ski-Club Freiburg bei.<ref>Frieder Uihlein: 100 Jahre Akademischer Skiclub Freiburg. In: Skiverband Schwarzwald (Hrsg.): Schwarzwälder Schneegestöber. Offizielles Organ des Skiverbandes Schwarzwald, Ausgabe 2, November 2003, S. 8–10, hier: S. 8. (<templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />PDF-Datei (Memento vom 9. Februar 2015 im Internet Archive))</ref> 1908 war er Gesamtsieger der ersten Deutschen Meisterschaften in der Nordischen Kombination (Einzelwettkampf Militärpatrouille), desgleichen 1909.<ref>www.sport-komplett.de</ref> Bei den 1. Österreichischen Meisterschaften der Skispringer 1907 wagten die Brüder Rudolf und Bruno Biehler sowie Viktor Sohm aus Bregenz und Karl Gruber aus München einen sensationellen Doppelsprung von der Schattbergschanze in Kitzbühel. Bei den ersten Allgäuer Skimeisterschaften 1910, noch auf der alten Oberstdorfer Schanze auf den Halden, Vorgängerin der Schattenbergschanze (heute Erdinger Arena), wurde Bruno Biehler mit 21 Metern Meister im Sprunglauf und hielt seit 1909 mit 22 m auch den Schanzenrekord.

1905/06 trat Bruno Biehler dem Akademischen Ski-Club München bei<ref>Auskunft ASC Freiburg</ref> (ASCM, auch Asem; gegründet als Akademische Sektion des Skiclubs Schwarzwald, die meisten Gründungsmitglieder kamen von einem Freundeskreis aus Freiburg im Breisgau; auch Fritz Todt war ASCM-Mitglied) und war Vorsitzender dessen Hüttenvereins. Nach seinem Entwurf entstand für den Verein die Grünseehütte (heutige Uli-Wieland-Hütte des ASCM in der Nähe des Grünsees im Spitzingsee-Gebiet).<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Bild (Memento vom 10. Oktober 2016 im Internet Archive)</ref>

Architekt

Datei:Gebirgsjägerdenkmal 3.jpg
Gebirgsjägerdenkmal auf dem Grünten
Datei:Friedenheim 3.JPG
Neufriedenheim
Datei:Dom-Pedro-Platz 4 Christuskirche Muenchen-1.jpg
Christuskirche München-Neuhausen
Datei:Bad Wiessee Wandelhalle mit Turmanbau 1.jpg
Wandelhalle des Jod-Schwefelbades in Bad Wiessee, 1935

Nach seinem Studium und einer Referendariatszeit in der öffentlichen Bauverwaltung legte Bruno Biehler das 2. Staatsexamen zum Regierungsbaumeister ab. Er machte sich jedoch bald selbständig und arbeitete in den 1920er und 1930er Jahren freiberuflich in München. Spätestens Ende der 1920er Jahre war er auch Mitglied im Bund Deutscher Architekten (BDA). Ab etwa 1938 arbeitete Biehler und weitere Münchner Architekten unter der Oberleitung von Reichsbaurat Roderich Fick am Bau der sogenannten „Führer-Siedlung“ in der oberösterreichischen „FührerstadtLinz („Patenstadt des Führers“) mit.

Bauten (Auswahl)

Entwürfe

  • 1933: Teilnahme am Wettbewerb für die Reichsführerschule der NSDAP in Neu-Grünwald bei München (gemeinsam mit Walter Schetelig und Dominikus Weißkirchen)<ref>Zentralblatt der Bauverwaltung, Band 54, 1934</ref><ref>Rasp, S. 30</ref>
  • 1939: 2. Preis im beschränkten Wettbewerb für das in Innsbruck geplante (nie realisierte) „Haus der deutschen Bergsteiger“<ref>Martin Achrainer: Innsbruck als Sitz des Alpenvereins und das nie gebaute „Haus der Bergsteiger“. In: Alpenvereinsjahrbuch Berg 2008, Bd. 132, S. 236–241. München, Innsbruck, Bozen 2007. (PDF-Datei, 4083 kB)</ref>
  • 1942 oder früher: Ersatzbauten für das Glocknerhaus und die Franz-Josefs-Hütte an der Großglockner-Hochalpenstraße<ref>DAV, OeAV, AVS (Hrsgg.): Berg heil! Alpenverein und Bergsteigen 1918-1945, Böhlau Verlag, Wien 2011; wiedergegeben nach: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Großglockner: Eine Hütte für Adolf (Memento vom 4. März 2016 im Internet Archive), Echo Tirol Online, 1. Oktober 2011; siehe auch den Aufsatz von Bruno Biehler: Das geplante Rasthaus am Fuschertörl in: Die Strasse, H. 21/22, 1940, S. 468–471.</ref>
  • 1943: Projekt für ein Wasserkraftwerk an der Salzach bei Laufen<ref>Entwurfszeichnungen im Architekturmuseum der TU München</ref>
  • 1948 oder früher: Projekt für einen neuen Friedhof in Freising<ref name="Bm48" />
  • 1949: Entwurf für eine Schwesternschule (heute Schwesternschaft) am Rotkreuzplatz in München (Hochhaus mit ca. 60 m Höhe); später von Hubert Michel ausgeführt (1965 fertiggestellt).

Literatur

  • Rudi Biehler, Florian Biehler (Hrsgg.): Bruno Biehler: Architekt – Fotograf – Bergsteiger. Fotografien einer Asienreise 1913–14. Katalogbuch zur Ausstellung vom 27. Juni bis 17. Juli 2013. Galerie P13 bei Carl Weishaupt, München 2013.
  • Bernhard Villinger: Meister des Schneeschuh’s: ihr Leben, ihr Training, ihre Erfolge. Marquardt, Heilbronn 1928.
  • Günter Meißner (Hrsg.): Allgemeines Künstlerlexikon. Die Bildenden Künstler aller Zeiten und Völker, Band 10. K. G. Saur, München / Leipzig 1995, ISBN 3-598-22740-X, S. 536.
  • Bayerischer Architekten- und Ingenieur-Verband e. V. (Hrsg.): München und seine Bauten nach 1912. Bruckmann, München 1984, ISBN 3-7654-1915-X, S. 176.
  • Landeshauptstadt München, Kulturreferat (Hrsg.), Ulrike Haerendel: KulturGeschichtsPfad. Stadtbezirk 25. Laim. München o. J.
    Kapitel: „In Laim daheim – eine Radltour zu Wohnsiedlungen und Arbeitsstätten“, S. 42/43 (mit weiteren Literaturangaben). Onlinetext hier: [1] (PDF; 1,5 MB)
  • Bruno Biehler et al.: Der Waldfriedhof des Jäger-Regiments 3 in den Karpathen nahe Macarlau bei Marmaros Sziget. Vom Regiment hrsg. für Kameraden und Angehörige der Gefallenen. Callwey, München, 1918.
  • Helmut Weihsmann: Bauen unterm Hakenkreuz. Promedia, Wien 1998, ISBN 978-3-853711132.
  • Winfried Nerdinger, Inez Florschütz: Architektur der Wunderkinder: Aufbruch und Verdrängung in Bayern 1945–1960. Pustet, Regensburg 2005.
  • Winfried Nerdinger, Katharina Blohm: Bauen im Nationalsozialismus: Bayern, 1933–1945. Klinkhardt & Biermann, München 1993.
  • Monika Lerch-Stumpf [Hochschule für Fernsehen und Film München] (Hrsg.): Neue Paradiese für Kinosüchtige: Münchner Kinogeschichte 1945 bis 2007. Dölling und Galitz, München und Hamburg 2008.
  • Hans-Peter Rasp: Eine Stadt für tausend Jahre: München, Bauten und Projekte für die Hauptstadt der Bewegung. Süddeutscher Verlag, München 1981.

Weblinks

Commons: Bruno Biehler – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references />

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