Fieberklee
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| Fieberklee | ||||||||||||
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| Datei:MenyanthesTrifoliata6.jpg
Fieberklee (Menyanthes trifoliata) | ||||||||||||
| Systematik | ||||||||||||
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| Wissenschaftlicher Name der Gattung | ||||||||||||
| Menyanthes | ||||||||||||
| L. | ||||||||||||
| Wissenschaftlicher Name der Art | ||||||||||||
| Menyanthes trifoliata | ||||||||||||
| L. |
Der Fieberklee<ref name="FloraWeb" /> oder Bitterklee<ref name="InfoFlora" /> (Menyanthes trifoliata) ist die einzige Pflanzenart der monotypischen Gattung Menyanthes in der Familie der Fieberkleegewächse (Menyanthaceae).<ref name="Euro+Med2011" /> Diese Sumpf- oder Wasserpflanze ist auf der Nordhalbkugel weitverbreitet.
Beschreibung
Vegetative Merkmale
Der Fieberklee wächst als ausdauernde, krautige Pflanze, die Wuchshöhen von 15 bis zu 30 Zentimetern erreicht.<ref name="FloraWeb" /><ref name="InfoFlora" /> An den Knoten der im Schlamm kriechenden, bei einer Länge von 30 bis 60 (15 bis 80) Zentimetern sowie einem Durchmesser von 0,5 bis 0,9 (0,3 bis 1,5) Zentimetern<ref name="FloraVascular" /> etwa fingerdicken<ref name="FloraWeb" /> Rhizome<ref name="FoC1995" /> befinden sich schuppenförmige Niederblätter<ref name="InfoFlora" /> oder die Reste der Basis alter Laubblätter.<ref name="Jepson_eFlora2012" /> Die Stängel sind niederliegend oder während der Blütezeit aufsteigend.<ref name="Jepson_eFlora2012" /> Manchmal sind die Stängel im Süßwasser flutend.<ref name="FoC1995" />
Die wechselständig angeordneten, über dem Wasserspiegel stehenden (emergent) Laubblätter sind kleeartig und in Blattstiel sowie -spreite gegliedert.<ref name="FloraWeb" /><ref name="Jepson_eFlora2012" /> Der aufrechte, 12 bis 20 (5 bis 30) Zentimeter lange Blattstiel<ref name="Jepson_eFlora2012" /><ref name="FloraVascular" /> ist basisnah scheidenartig verbreitert.<ref name="FloraWeb" /><ref name="FoC1995" /><ref name="FoPakistan1977" /> Die Blattspreite ist dreizählig gefiedert. Die drei fast sitzenden Teilblätter sind bei einer Länge von 4 bis 8 (2 bis 12) Zentimetern sowie einer Breite von 1 bis 5 Zentimetern verkehrt-eiförmigen, länglich-verkehrt-eiförmig oder elliptisch mit keilförmiger Basis, stumpfem oder spitzem oberen Ende und ganzrandig oder wellig gezähnt bis gekerbt; der Mittelnerv ist deutlich erkennbar.<ref name="FloraWeb" /><ref name="InfoFlora" /><ref name="Jepson_eFlora2012" /><ref name="FoC1995" /><ref name="FoPakistan1977" /> Die Nebenblätter befinden sich als Flügel am Blattstiel.<ref name="Jepson_eFlora2012" />
Generative Merkmale
In den Blattachseln stehen die meist 20 bis 30 (7 bis zu 40) Zentimeter langen, blattlosen Blütenstandsschäfte.<ref name="FloraWeb" /><ref name="InfoFlora" /><ref name="Jepson_eFlora2012" /><ref name="FoPakistan1977" /> Die endständigen, aufrechten, 2,5 bis 15 Zentimeter traubigen Blütenstände enthalten dicht angeordnet 10 bis 20 oder viele Blüten.<ref name="FloraWeb" /><ref name="InfoFlora" /><ref name="FloraVascular" /><ref name="Jepson_eFlora2012" /><ref name="FoC1995" /><ref name="FoPakistan1977" /> Die Tragblätter sind bei einer Länge von meist 5 bis 7 (2 bis 15) Millimetern sowie einer Breite von selten 2 bis, meist 3 bis 5 Millimetern eiförmig bis eiförmig-lanzettlich mit stumpfem oberen Ende und ganzrandig.<ref name="FloraVascular" /><ref name="FoC1995" /> Die Deckblätter sind bei einer Länge von etwa 2 Millimetern sowie einer Breite von etwa 1 Millimeter eiförmig.<ref name="FloraVascular" /> Der ausgebreitete Blütenstiel ist 10 bis 18 (5 bis 25) Millimeter lang,<ref name="Jepson_eFlora2012" /> die untersten sind meist am längsten.<ref name="FloraVascular" /><ref name="FoC1995" />
Die zwittrigen<ref name="FloraWeb" /><ref name="BiolFlor" /> Blüten sind radiärsymmetrisch und fünfzählig mit doppelter Blütenhülle.<ref name="FoC1995" /> Die fünf mit einer Länge von selten 3 bis, meist 5 bis 7 Millimetern sowie einer Breite von selten 4, bis meist 5 bis 8 Millimetern<ref name="FloraVascular" /> relativ kleinen, grünen Kelchblätter sind an ihrer Basis zu einer kegelförmigen Kelchröhre verwachsen, die in fünf bei einer Länge von 2 bis 5 Millimetern sowie einer Breite von 2,3 bis 3,6(1,8 bis 3,8) Millimetern länglichen oder eiförmigen mit stumpfem oberen Ende und kahlen Kelchlappen endet.<ref name="FloraVascular" /><ref name="Jepson_eFlora2012" /><ref name="FoC1995" /><ref name="FoPakistan1977" /> Die Kronblätter sind außen kahl<ref name="FoC1995" /> und anfangs häufig lebhaft rosafarben, so dass die knospigen Blütenstände insgesamt rosafarben erscheinen. Innen sind die Kronblätter von vielen kräftigen, mit einer Länge von 2 bis 4 Millimetern langen Fransenhaaren bedeckt und von sehr hell-rosa bis fast rein weißer Farbe.<ref name="FloraVascular" /> Die Kronlappen sind bei einer Länge von 7,5 bis 10 Millimetern elliptisch-lanzettlich mit stumpfem oder spitzem oberen Ende.<ref name="FoC1995" /><ref name="FoPakistan1977" /> Während der Anthese sind sie leicht nach hinten zurückgerollt. Die fünf 1,4 bis 1,7 Zentimeter langen, schmalen Kronblätter sind zu einer kurzen, trichterförmigen Kronröhre verwachsen, die in fünf nach außen gebogenen Kronzipfeln endet, die innen bärtig sind.<ref name="FoC1995" /> Die selten 5 bis meist 7 bis 14 Millimeter lange Blütenkrone weist einen Durchmesser von selten 9 bis, meist 12 bis 18 Millimetern auf.<ref name="FloraWeb" /><ref name="InfoFlora" /><ref name="FloraVascular" /> Es ist nur der äußere Kreis mit fünf Staubblätter vorhanden, die die Blütenkrone nicht überragen.<ref name="FloraVascular" /> Die etwa in der Mitte der Kronröhre inserierten, untereinander freien, weißen Staubfäden sind bei einer Länge von 5,5 bis 6,5, selten bis zu 9 Millimetern linealisch.<ref name="FloraVascular" /><ref name="FoC1995" /> Die rosafarbenen bis violetten, selten weißen bei einer Länge von 1,5 bis 2 Millimetern sowie einer Breite von 0,7 bis 1,5 Millimetern Staubbeutel<ref name="FloraVascular" /><ref name="FoC1995" /> öffnen sich längs, spreizen die Pollensäcke pfeilförmig<ref name="FoC1995" /> ab. Die orangefarbenen tricolporaten Pollenkörner werden als mittelgroße (26–50 µm) Monaden entlassen.<ref name="PalDat" /> Zwei Fruchtblätter sind zu einem kahlen,<ref name="FloraVascular" /> oberständigen, einkammerigen Fruchtknoten verwachsen.<ref name="FoC1995" /> Es gibt zwei Typen von Griffeln (distyl)<ref name="BiolFlor" />: der kurze ist bei einer Länge von 6 bis 7 Millimetern linealisch und der lange ist 1 bis 1,2 Zentimeter lang.<ref name="FoC1995" /> Der fadenförmige Griffel endet in zwei bei einer Länge von 0,2 bis 0,3 Millimetern länglichen Narbenästen.<ref name="InfoFlora" /><ref name="FloraVascular" /><ref name="FoC1995" />
An der Kapselfrucht befindet sich der haltbare Kelch.<ref name="Jepson_eFlora2012" /> Die zweiklappige Kapselfrucht<ref name="FloraWeb" /> ist bei einem Durchmesser von 6 bis 7 Millimetern mehr oder weniger kugelig<ref name="InfoFlora" /><ref name="FloraVascular" /><ref name="FoC1995" /> und enthält mehrere bis viele<ref name="FoPakistan1977" /> Samen. Die glatten, braunen bis gelben Samen sind bei einem Durchmesser von 2 bis 2,5 Millimetern eiförmig bis kugelig oder linsenförmig.<ref name="FloraVascular" /><ref name="FoC1995" /><ref name="FoPakistan1977" />
Chromosomensatz
Die Chromosomengrundzahl beträgt x = 9; es liegt Hexaploidie mit einer Chromosomenzahl von 2n = 54 vor<ref name="FloraWeb" /><ref name="InfoFlora" /><ref name="FloraVascular" /><ref name="BiolFlor" /><ref name="Oberdorfer2001" /><ref name="IPCN" /> oder es gibt sogar den Nachweis von 2n = 108<ref name="Jepson_eFlora2012" />.
Ökologie und Phänologie
In Mitteleuropa reicht die Blütezeit von Ende April (oder in der Schweiz und in Deutschland von Mai) bis Juni.<ref name="FloraWeb" /><ref name="InfoFlora" /><ref name="BiolFlor" /> In Mitteleuropa erfolgt die Fruchtreife von Juni bis Juli.
Beim Fieberklee handelt es sich um einen hydromorpen, plurienn-pollakanthen Hemikryptophyten und Hydrophyten.<ref name="FloraWeb" /><ref name="BiolFlor" />
Der Fieberklee ist als Wasserpflanze ein Wasserwurzler oder eine Sumpfpflanze. Er weist folgende Anpassungen an den Sumpfstandort auf: Stängel und Blattstiele besitzen ein Aerenchym, dies dient der Durchlüftung am sauerstoffarmen Sumpfstandort und dem Auftrieb.<ref name="pharma4u" /> Vorlage:HinweisbausteinDer Gehalt an Gerbstoffen beträgt bis zu 7 %, was der Fäulnisbildung entgegenwirkt.
Blütenökologisch handelt es sich um homogame „große Trichterblumen“ mit völlig verborgenem Nektar<ref name="FloraWeb" />. Die Fransen der Kronblätter sind morphologisch haarförmige Emergenzen, die als Sperrhaare für kleine Insekten dienen und zugleich die Schauwirkung erhöhen. Die Nektarabsonderung erfolgt am Grund der Fruchtknoten. Die Blüten reagieren auf Berührungs- und Temperaturreize. Es ist heteromorphe Selbstinkompatibilität vorhanden, bei der durch die genetisch festgelegte Heterostylie (verschiedengriffelig) Selbstbefruchtung und Samenansatz verhindert werden. Dadurch erfolgt obligate Fremdbefruchtung.<ref name="FloraWeb" /> Die Bestäubung erfolgt immer nur durch Insekten.<ref name="FloraWeb" /> Bestäuber sind Bienen, Hummeln, Wespen, Wollschweber (Bombyliidae) sowie Syrphiden.<ref name="FloraWeb" /> Die zwittrigen Blüten sind leicht protogyn, dabei sind zuerst die weiblichen, später auch die männlichen Blütenorgane fertil, mit deutlicher Überlappung der Geschlechter.<ref name="BiolFlor" />
Bei der reifen Kapselfrucht handelt es sich um eine trockene Streufrucht<ref name="FloraWeb" />; die Früchte wirken als Windstreuer. Diasporen sind die Samen.<ref name="BiolFlor" /> Die Diasporen werden durch Wasser (Hydrochorie, Schwimmausbreitung) oder durch den Wind (Anemochorie) ausgebreitet.<ref name="FloraWeb" />
Vorkommen und Gefährdung
Der Fieberklee hat eine weite zirkumpolare Verbreitung auf der Nordhalbkugel und gilt als arktisch-nordisches Florenelement.<ref name="FloraWeb" /><ref name="Jepson_eFlora2012" /> Es gibt Fundortangaben für Marokko, Spanien, Portugal, Andorra,<ref name="FloraVascular" /> Frankreich, Korsika, Monaco, Italien, die Schweiz, Liechtenstein, Österreich, Deutschland, Luxemburg, Belgien, die Niederlande, die Isle of Man, das Vereinigte Königreich, Irland, die Färöer-Inseln, Island, Dänemark, Schweden, Norwegen, Finnland, Estland, Lettland, Litauen, Kaliningrad, Polen, Belarus, die Ukraine, die Krim, Tschechien, Ungarn, Moldawien, weite Teile Russlands, die Slowakei, Slowenien, Kroatien, Serbien, den Kosovo, Bosnien und Herzegowina, Bulgarien, Albanien, Rumänien, Montenegro, Nordmazedonien, Griechenland, die Türkei,<ref name="Euro+Med2011" /> Armenien, Kasachstan, Indien, Kaschmir, Nepal, die Mongolei, in Tibet und in den chinesischen Provinzen Guizhou, Hebei, Heilongjiang, Jilin, Liaoning, Sichuan, Yunnan sowie nordöstliches Zhejiang, Nord- sowie Südkorea, Japan, Kanada und die Vereinigten Staaten.<ref name="Jepson_eFlora2012" /><ref name="FoC1995" /><ref name="IUCN" />
Vom Flachland bis in subalpine Höhenstufen wächst der Fieberklee in Feuchtgebieten terrestrisch und halb untergetaucht schwimmend ins Flachwasser hinein. Typische Standorte sind Quellsümpfe von Flüssen, Bruchwälder, Zwischenmoore und die Ränder von Hochmooren. Der Fieberklee gedeiht in Mitteleuropa vor allem in Zwischenmoor- und Schlenken-Gesellschaften (Scheuchzerietalia palustris).<ref name="Oberdorfer2001" /> Menyanthes trifoliata gedeiht in China in Sümpfen verankert im Schlamm oder in offenen Gewässern in Höhenlagen von 400 bis 3600 Metern.<ref name="FoC1995" /> Vorlage:Hinweisbaustein Der Fieberklee ist eine Pionierpflanze, die in Flachwasser vordringt, zur Verlandung beiträgt und so den Lebensraum für andere Arten bereitet, von denen er schließlich verdrängt wird. Als häufige Begleiter treten Braun-Segge (Carex nigra), Sumpf-Blutauge (Potentilla palustris), Sumpf-Veilchen (Viola palustris) und Schmalblättriges Wollgras (Eriophorum angustifolium) auf.
In den Allgäuer Alpen steigt er im Hochalpsee am Widderstein im Kleinen Walsertal bis zu einer Höhenlage von 2000 Metern auf.<ref name="Dörr-Lippert2004" /> Im Kanton Wallis erreicht er sogar die Höhenlage von 2400 Metern.<ref name="Hegi1966" />
Die ökologischen Zeigerwerte nach Ellenberg sind: Lichtzahl 8 = Halblicht- bis Volllichtpflanze, Temperaturzahl = indifferent, Kontinentalitätszahl indifferent, Feuchtezahl 9 = Nässezeiger, Feuchtewechsel = Überschwemmung zeigend, Reaktionszahl = indifferent, Stickstoffzahl 3 = Stickstoffarmut anzeigend, Salzzahl 0 = nicht salzertragend, Schwermetallresistenz = nicht schwermetallresistent.<ref name="FloraWeb" />
Die ökologischen Zeigerwerte nach Landolt et al. 2010 sind in der Schweiz: Feuchtezahl F = 4+w+ (nass aber stark wechselnd), Lichtzahl L = 4 (hell), Reaktionszahl R = 3 (schwach sauer bis neutral), Temperaturzahl T = 3 (montan), Nährstoffzahl N = 2 (nährstoffarm), Kontinentalitätszahl K = 3 (subozeanisch bis subkontinental).<ref name="InfoFlora" />
Bei weltweiter Betrachtung gilt Menyanthes trifoliata wegen seiner weiten zirkumpolaren Verbreitung in der Roten Liste der gefährdeten Arten der IUCN als LC = „Least Concern“ = „nicht gefährdet“.<ref name="IUCN" /> In Deutschland wurde der Fieberklee dagegen in der Roten Liste der gefährdeten Pflanzenarten nach Metzing et al. 2018 in die Kategorie 3 = „gefährdet“ gestellt, da viele der natürlichen Standorte trockengelegt wurden.<ref name="FloraWeb" /> Er steht gemäß Bundesartenschutzverordnung unter besonderem Schutz und darf nicht ohne Genehmigung aus der Natur entnommen werden.<ref name="WISIA" />
Systematik
Die Gattung Menyanthes wurde 1753 durch Carl von Linné mit der Typusart Menyanthes trifoliata in Species Plantarum, Tomus I, Seite 145 aufgestellt.<ref name="SpPl" /> Ein Synonym für Menyanthes <templatestyles src="Person/styles.css" />L. ist Limnanthemum <templatestyles src="Person/styles.css" />S.G.Gmel.<ref name="Tropicos" /> Ihren botanischen Namen Menyanthes trifoliata (von griechisch: direkt übersetzt „dreiblättrige Monatsblüte“) erhielt diese Art wegen ihrer typischen drei Teilblätter und wegen der früher verbreiteten Annahme, die Pflanzen würden nur für einen Monat im Jahr blühen.
Nutzung
Nahrungsmittel
Aus den Rhizomen kann ein Mehl hergestellt werden, das nur bei Hungersnöten verwendet wird. Den bitteren Geschmack kann man durch Trocknen der Rhizome und anschließendes Mahlen und anschließendes Waschen in fließenden Wasser reduzieren. Durch diesen Vorgang gehen aber auch die Vitamine und Mineralien verloren.<ref name="PFAF" /> Die sehr bitteren Laubblätter wurden auch als Substitut für Hopfen beim Bierbrauen verwendet.<ref name="PFAF" />
Pharmakologie
Den getrockneten Laubblättern blühender Pflanzenexemplare wird eine heilende Wirkung nachgesagt.
Die Droge besteht aus den getrockneten Laubblättern; dabei sind die Bruchstücke der dickeren Blattstiele durch die Schrumpfung des Aerenchyms beim Trocknen runzelig-längsrinnig. Es ist ein ausgeprägt bitterer Geschmack vorhanden.<ref name="pharma4u" />
Wirkstoffe sind: Bitter schmeckende Secoiridoidglykoside wie Dihydrofoliamenthin sowie Swerosid und Iridoidglykoside wie Loganin sowie Desoxyloganin; Monoterpenalkaloide wie Gentianin entstehen wohl erst bei der Aufarbeitung der Pflanzenteile; Flavonoide, Cumarine, Phenolcarbonsäuren und Gerbstoffe.<ref name="pharma4u" /> Der Fieberklee enthält auch das Glycosid Menyanthin,<ref name="Hegi1966" /> Flavonoide sowie Cumarine.<ref name="pharma4u" />
Als Bittermittel fördert die Droge Menyanthidis folium (Bitterkleeblätter) die Speichel- und Magensaftsekretion und wird deshalb bei Appetitlosigkeit und Verdauungsstörungen sowie bei Völlegefühl oder Blähungen eingesetzt.<ref name="pharma4u" /><ref name="PFAF" /> Auch in bitteren Kräuterlikören und -schnäpsen sind gelegentlich Auszüge enthalten. Fieberkleeblätter werden überwiegend in Teemischungen verwendet.
Die früher übliche Einnahme gegen Fieber kann auf Grund der Inhaltsstoffe nicht nachvollzogen werden.
Heutige Zubereitungsvorschriften sind im Homöopathischen Arzneibuch (HAB) aufgeführt.<ref name="awl" /> Im 19. Jahrhundert wurde der frisch ausgepresste Saft der „eben zur Blüte aufbrechenden ganzen Pflanze“ mit der gleichen Menge Weingeist gemischt.<ref name="Hahnemann" />
Toxikologie
Alle Pflanzenteile sind kaum giftig. Hauptwirkstoffe sind Alkaloide wie Gentianin.<ref name="RothDaundererKormann" />
Als Auswirkung können unangenehme Kopfschmerzen auftreten. Große Dosen können Erbrechen und Durchfall bewirken, was aber nur bei Missbrauch des alten Volksheilmittels zu erwarten ist.<ref name="RothDaundererKormann" />
Sonstiges
Die Loki Schmidt Stiftung kürte den Fieberklee zur „Blume des Jahres“ 2020.
Quellen
Literatur
- Lutz Roth, Max Daunderer, Kurt Kormann: Giftpflanzen – Pflanzengifte. Giftpflanzen von A–Z. Notfallhilfe. Vorkommen. Wirkung. Therapie. Allergische und phototoxische Reaktionen. 4. Auflage. Nikol, Hamburg 2000, ISBN 3-933203-31-7 (Nachdruck von 1994).
- Ting-nung Ho, Robert Ornduff: Menyanthaceae. In: , PDF-Datei, textgleich online wie gedrucktes Werk. (Abschnitte Beschreibung und Verbreitung).
- Mohammad Qaiser: Flora of West Pakistan. 111: Menyanthaceae. Stewart Herbarium, Rawalpindi 1977 Menyanthes bei Tropicos.org. In: Flora of Pakistan. Missouri Botanical Garden, St. LouisVorlage:Abrufdatum (Abschnitt Beschreibung).
- Ingrid Schönfelder, Peter Schönfelder: Das neue Handbuch der Heilpflanzen. Sonderausgabe. Franckh-Kosmos, Stuttgart 2011, ISBN 978-3-440-12932-6.
Einzelnachweise
<references> <ref name="BiolFlor"> Fieberklee. In: BiolFlor, der Datenbank biologisch-ökologischer Merkmale der Flora von Deutschland. </ref> <ref name="PFAF"> Menyanthes trifoliata bei Plants For A Future </ref> <ref name="Tropicos"> Menyanthes bei Tropicos.org. Missouri Botanical Garden, St. LouisVorlage:Abrufdatum </ref> <ref name="IPCN"> Menyanthes bei Tropicos.org. In: IPCN Chromosome Reports. Missouri Botanical Garden, St. LouisVorlage:Abrufdatum </ref> <ref name="FloraWeb"> Menyanthes trifoliata L., Fieberklee. auf FloraWeb.deVorlage:Abrufdatum </ref> <ref name="InfoFlora"> Menyanthes trifoliata L. In: Info Flora, dem nationalen Daten- und Informationszentrum der Schweizer Flora. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple. </ref> <ref name="IUCN"> [[[:Vorlage:IUCN/Weblink]] Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:IUCN“ ist nicht vorhanden.] in der Roten Liste gefährdeter Arten der IUCN 2022.2. Eingestellt von: H. Akhani, 2013. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple. </ref> <ref name="WISIA"> Datenblatt Menyanthes trifoliata. bei WISIA. </ref> <ref name="RothDaundererKormann"> Lutz Roth, Max Daunderer, Kurt Kormann: Giftpflanzen – Pflanzengifte. Vorkommen, Wirkung, Therapie, allergische und phototoxische Reaktionen. Mit Sonderteil über Gifttiere. 6., überarbeitete Auflage. Sonderausgabe. Nikol, Hamburg 2012, ISBN 978-3-86820-009-6. </ref> <ref name="awl"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Menyanthes trifoliata – Fieberklee bei awl.ch ( des Vorlage:IconExternal vom 20. November 2010 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis..</ref> <ref name="Hahnemann"> Samuel Hahnemann: Reine Arzneimittellehre. Band 5. Dresden, Leipzig 1826, S. 14–40 (Bitterklee (Menyanthes trifoliata.) bei Zeno.org.). </ref> <ref name="SpPl"> Carl von Linné: Species Plantarum. Band 1, Lars Salvius, Stockholm 1753, S. 145, Digitalisat </ref> <ref name="Oberdorfer2001"> Erich Oberdorfer: Pflanzensoziologische Exkursionsflora für Deutschland und angrenzende Gebiete. 8. Auflage. Stuttgart, Verlag Eugen Ulmer, 2001, ISBN 3-8001-3131-5, S. 750. </ref> <ref name="Dörr-Lippert2004"> Erhard Dörr, Wolfgang Lippert: Flora des Allgäus und seiner Umgebung. Band 2, IHW, Eching 2004, ISBN 3-930167-61-1, S. 353. </ref> <ref name="Hegi1966"> Gustav Hegi: Illustrierte Flora von Mitteleuropa. 1. Auflage. unveränderter Textnachdruck Band V, Teil 3, Verlag Carl Hanser, München 1966, S. 1957–1960. </ref> <ref name="FoC1995"> Ting-nung Ho, Robert Ornduff: Menyanthaceae. In: Wu Zheng-yi, Peter H. Raven (Hrsg.): Flora of China. Volume 16: Gentianaceae through Boraginaceae, Science Press und Missouri Botanical Garden Press, Beijing und St. Louis 1995, ISBN 0-915279-33-9. Menyanthes trifoliata Linnaeus. S.140 - textgleich online wie gedrucktes Werk. </ref> <ref name="FoPakistan1977"> Mohammad Qaiser: Flora of West Pakistan. 111: Menyanthaceae. Stewart Herbarium, Rawalpindi 1977 Menyanthes bei Tropicos.org. In: Flora of Pakistan. Missouri Botanical Garden, St. LouisVorlage:Abrufdatum </ref> <ref name="Jepson_eFlora2012"> Robert F. Thorne, C. Barre Hellquist & William J. Stone, 2012: Datenblatt Menyanthes trifoliata. In: Jepson Flora Project (Hrsg.): Jepson eFlora. </ref> <ref name="FloraVascular"> Datenblatt Menyanthes trifoliata mit Verbreitung auf der Iberischen Halbinsel bei Flora Vascular. </ref> <ref name="Euro+Med2011"> Karol Marhold, 2011+: Menyanthaceae. Datenblatt Menyanthes trifoliata. In: Euro+Med Plantbase - the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity. </ref> <ref name="pharma4u"> Datenblatt Menyanthes trifoliata. bei pharma4u. </ref> <ref name="PalDat"> H. Halbritter, M. Svojtka, 2016: Datenblatt Menyanthes trifoliata In: PalDat - A palynological database. </ref> </references>
Weblinks
- Vorlage:BIB
- Menyanthes bei Tropicos.org. In: Vascular Plants of the Americas. Missouri Botanical Garden, St. LouisVorlage:Abrufdatum
- Datenblatt Dreiblättriger Fieberklee (Menyanthes trifoliata) bei giftpflanzen.com.
- Detailfotos des Bochumer Botanischer Verein e. V.
- Gerhard Nitter: Steckbrief Menyanthes trifoliata mit Fotos.
- Günther Blaich: Datenblatt Menyanthes trifoliata mit Fotos.
- Datenblatt Menyanthes trifoliata - Bitterklee / Fieberklee bei Botanik im Bild / Flora von Österreich, Liechtenstein und Südtirol, 2007.
- Datenblatt Menyanthes trifoliata mit Foto und Verbreitung in Frankreich bei Tela Botanica.
- Datenblatt Menyanthes trifoliata mit Fotos und Verbreitung in Italien bei Portale della Flora d'Italia - Portal to the Flora of Italy.
- Datenblatt Menyanthes trifoliata mit Verbreitung auf den Britischen Inseln bei Online Atlas of the British and Irish Flora.
- Datenblatt Menyanthes trifoliata mit Fotos und Verbreitung in Tschechien bei Pladias – Database of the Czech Flora and Vegetation.
- Datenblatt Menyanthes trifoliata bei Flowers of India.
- Datenblatt Menyanthes trifoliata bei Panarctic Flora.
- Datenblatt Menyanthes trifoliata L. - buckbean mit Detailfotos bei Oregon Flora Image Project.
- Datenblatt Bog Buckbean — Menyanthes trifoliata. bei Montana Field Guide. Montana Natural Heritage Program.
- Datenblatt Menyanthes trifoliata mit Verbreitung in Portugal bei Flora On.
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