Hong Sang-soo
| Hong Sang-soo, Filmfestival von Cannes 2025
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Hong Sang-soo (* 25. Oktober 1960 in Seoul, Südkorea) ist ein südkoreanischer Filmregisseur und Drehbuchautor.
Leben
Er studierte an der ChungAng University in Seoul, in den USA am California College of Arts and Crafts, und am Art Institute of Chicago. Schließlich verbrachte er mehrere Monate in Frankreich an der Cinémathèque française in Paris. Seit 1985 ist er verheiratet. Das Paar hat eine Tochter.<ref>Kim Eun-hae: 김민희·홍상수 감독 불륜설, 이미 퍼져있던 소문..데이트목격설까지. In: stoo.asiae.co.kr. 21. Juni 2016, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 21. Juni 2016; abgerufen am 21. Juni 2016 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)). Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.</ref> Allerdings wurde im Juni 2016 bekannt, dass er bereits seit einigen Monaten mit der Schauspielerin Kim Min-hee zusammenlebt. Im Dezember 2016 reichte Hong die Scheidung ein. Nach langem Hin und Her wurde im Juni 2019 durch das Familiengericht Seoul das Urteil gefällt, dass die Ehe nicht geschieden wird. Schuld am Bruch der Ehe habe Hong, womit nur die Geschädigte die Scheidung fordern könne.<ref>South Korean court tells cheating husband he must stay married Read more at channelnewsasia.com. In: Channel News Asia. 14. Juni 2019, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 1. Juli 2019; abgerufen am 1. Juli 2019 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)). Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.</ref><ref>Court dismisses filmmaker Hong Sang-soo's divorce suit. In: The Korea Herald. Yonhap, 14. Juni 2019, abgerufen am 1. Juli 2019 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Hong ging nicht in Berufung. Das Urteil ändere nichts daran, dass seine Ehe de facto zu Ende sei. Wenn sich die sozialen Umstände in Südkorea ändern, möchte er erneut versuchen, die Bestätigung durch ein Gericht zu erhalten. Bis dahin konzentriere er sich auf sein eigenes Leben und seine Filmprojekte.<ref>Director Hong Sang-soo Drops Divorce Proceedings. In: Chosun Ilbo. 1. Juli 2019, abgerufen am 1. Juli 2019 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Seine subtilen, intellektuellen Filme, oft über Angst vor dem Tod und beruflichen Misserfolg, Selbstmitleid und neurotische Beziehungen, erhalten gute Kritiken, sind aber nur mäßig erfolgreich beim südkoreanischen Publikum und werden im europäischen Ausland, vor allem in Frankreich, stärker rezipiert als in Hongs Heimat. Ekkehard Knörer beschreibt sie in der taz: „Immer wieder die Trinkgelage, die Gewaltausbrüche, Künstler voller Selbstmitleid zwischen Frauen, die sich oft zu vieles zu lange gefallen lassen. Die Figuren, die Geschichten gleichen sich, Hong ist, darin dem großen Yasujiro Ozu ähnlich, ein Meister der Variation im Seriellen, keiner, der sich von Film zu Film neu erfindet. Bei näherem Hinsehen auf die Details aber wird klar: Er ist ein höchst hintergründiger Regisseur. Allerdings besteht das Hintergründige nicht so sehr in Verästelungen, sondern eher in Wiederholungsstrukturen.“<ref>Ekkehard Knörer: Fische im Wald begraben, taz vom 8. September 2005.</ref> Der österreichische Standard vergleicht die Techniken der Verschachtelung mit ähnlichen Verfahren im Werk Alain Resnais.<ref>Wer mich liebt, trinkt einen Cocktail, Der Standard vom 19. Oktober 2005.</ref>
Hongs Stil ist bewusst reduziert, da seine Figuren häufig lange zusammensitzen und sich vor allem im Gespräch entfalten.<ref name="tazDaySheReturns">Tim Caspar Boehme: Spielfilm „The Day She Returns“: Sie hätte jetzt wirklich gern ein Bier. In: taz.de. 20. Februar 2026, abgerufen am 20. Februar 2026.</ref> Dazu gehöre als wiederkehrendes Motiv auch das gemeinsame Trinken von Alkohol, etwa Soju.<ref name="tazDaySheReturns" /> Seine Filme entstehen zumeist mit geringem Budget und einfachen Mitteln; die grobkörnigen Bilder wirken zwar mitunter leicht dilettantisch, sind jedoch genau komponiert.<ref name="tazDaySheReturns" /> Der vorläufigen Höhepunkt einer weiteren Reduktion dieses Ansatzes ist der Spielfilm The Day She Returns.<ref name="tazDaySheReturns" /> Der Film beschränkt sich auf zwei Schauplätze – ein Restaurant und später ein Schauspielstudio – und variiert eine Interviewsituation in mehreren Durchläufen.<ref name="tazDaySheReturns" /> Im Mittelpunkt steht eine namenlose Schauspielerin (gespielt von Song Sunmi), die nach längerer Pause wieder arbeitet und an einem Tag drei Interviews mit unterschiedlich auftretenden Journalistinnen gibt.<ref name="tazDaySheReturns" /> Im zweiten Teil soll sie die Interviewsituation im Studio nachstellen und ihre Antworten wiederholen, wobei die zuvor lebhafte Gesprächssituation in einen zunehmend monotonen Vortrag kippt.<ref name="tazDaySheReturns" /> Aus den kleinen Variationen und Andeutungen ergibt sich so ein überraschend komplexes Bild, das Raum für eigene Schlüsse lässt.<ref name="tazDaySheReturns" />
Im Jahr 1996 wurde sein Film Der Tag, an dem ein Schwein in den Brunnen fiel (Daijiga umule pajinnal) auf dem Internationalen Filmfestival Mannheim-Heidelberg gezeigt. Mit Bam gua nat war er im Wettbewerb der Berlinale 2008 zu sehen. 2010 erhielt er für Ha ha ha bei den 63. Filmfestspielen von Cannes den Prix Certain Regard.
2012 stellte Hong Sang-soo den Spielfilm In Another Country (Dareun Nara-eseo) fertig, den er erstmals überwiegend in englischer Sprache abdrehte. Als Hauptdarstellerin ist die Französin Isabelle Huppert zu sehen, die jeweils drei verschiedene Frauen namens Anne porträtiert, die das gleiche Strandhotel besuchen und dieselben Bekanntschaften machen. In Another Country brachte dem Regisseur 2012 seine dritte Einladung in den Wettbewerb der Internationalen Filmfestspiele von Cannes ein, blieb aber unprämiert.<ref>Filmprofil bei timeout.com (abgerufen am 22. April 2012).</ref> 2013 gewann er den Regiepreis des Internationalen Filmfestivals von Locarno für Uri Sunhi, der eine Frau aus der Perspektive von drei Männern beschreibt, die in sie verliebt waren. 2015 konkurrierte Hong erneut im Wettbewerb von Locarno und konnte mit Jigeumeun Matgo Geuttaeneun Teullida (engl. Festivaltitel: Right Now, Wrong Then) den Hauptpreis des Festivals, den Goldenen Leoparden, gewinnen. Der Film stellt einen verheirateten Filmregisseur (Jung Jae-young) in den Mittelpunkt, der einen Tag zu früh zu einer Filmvorführung in Suwon anreist und beim Zeitvertreiben einer Malerin (Kim Min-hee) näherkommt. Auch in seinen beiden folgenden Filmen besetzte Hong Kim Min-hee. Während sie in der bei den Filmfestspielen von Cannes 2016 gedrehten Komödie Claire’s Camera (Keul-Le-Eo-Ui-Ka-Me-La) an der Seite von Isabelle Huppert zu sehen ist, schlüpfte sie für The Day After (Geu-Hu) in die Rolle einer neuen Verlagsmitarbeiterin, deren Vorgängerin eine Affäre mit dem Chef hatte. Beide Filme wurden 2017 im Rahmen der 70. Filmfestspiele von Cannes gezeigt, wobei Hong für The Day After seine insgesamt vierte Einladung in den Wettbewerb um die Goldene Palme erhielt.
2018 wurde er in die Academy of Motion Picture Arts and Sciences berufen, die jährlich die Oscars vergibt.<ref>Academy invites 928 to Membersphip. In: oscars.org (abgerufen am 26. Juni 2018).</ref> 2020 erhielt er für seinen Spielfilm Die Frau, die rannte erneut eine Einladung in den Wettbewerb der 70. Internationalen Filmfestspiele Berlin. Die Hauptrolle besetzte Hong erneut mit Kim Min-hee. In Berlin wurde der Film mit dem Silbernen Bären für die beste Regie ausgezeichnet.<ref>Die Preise der Internationalen Jury 2020. In: berlinale.de (abgerufen am 3. März 2020).</ref>
2021 erhielt er für Introduction seine insgesamt sechste Einladung in den Wettbewerb der 71. Internationalen Filmfestspiele Berlin und gewann dort den Drehbuchpreis.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Berlinale 2021: Bärengewinner*innen des Wettbewerbs stehen fest ( des Vorlage:IconExternal vom 5. März 2021 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.. In: berlinale.de, 5. März 2021 (abgerufen am 5. März 2021).</ref> Im Jahr darauf wurde seinem Spielfilm Die Schriftstellerin (The Novelist’s Film) eine erneute Einladung in den Berlinale-Wettbewerb 2022 zuteil und gewann den Großen Preis der Jury. Zwei Jahre später erhielt er für A Traveler’s Needs mit Isabelle Huppert seine insgesamt siebte Einladung in den Hauptwettbewerb von Berlin und erneut den Großen Preis der Jury zuerkannt.
Sein Film Syuoocheon (By the Stream) wurde in seiner Anwesenheit im Programm Concorso Internazionale bei der 2024 Locarno Film Festival gezeigt.<ref>Concorso Internazionale: Suyoocheon. In: www.locarnofestival.ch. Locarno Film Festival, abgerufen am 6. Februar 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Im Februar 2025 hatte sein Film What Does that Nature Say to You auf der 75. Berlinale Premiere im Hauptwettbewerb, blieb aber unprämiert.<ref>Berlinale 2025. Abgerufen am 3. Februar 2025.</ref> Im selben Jahr wurde er beim 78. Filmfestival von Cannes als Jurymitglied des Hauptwettbewerbs ausgewählt. Im Februar 2026 wurde The Day She Returns in der Sektion Panorama der Berlinale gezeigt.<ref name="tazDaySheReturns" />
Filmografie (Auswahl)
- 1996: Der Tag, an dem ein Schwein in den Brunnen fiel (Daijiga umule pajinnal)
- 1998: The Power of Kangwon Province (Kangwon-do ui him)
- 2000: Virgin Stripped Bare by Her Bachelors (Oh! Soo-jung)
- 2002: On the Occasion of Remembering the Turning Gate (Saenghwalui balgyeon)
- 2004: Woman is the Future of Man (Yeojaneun namjaui miraeda)
- 2005: Eine Kinogeschichte (OT: Geuk jang jeon, Verweistitel: Tale of Cinema)
- 2006: Woman on the Beach (Haebyonui yoin)
- 2008: Nacht und Tag (Bam gua nat)
- 2009: Like you know it all (Jal aljido mothamyeonseo)
- 2010: Hahaha
- 2010: Oki’s Movie (Ok-hui-ui yeonghwa)
- 2011: The day he arrives (Book-chon-bang-hyang)
- 2012: In Another Country (Da-reun na-ra-e-seo)
- 2013: Haewon und die Männer (Nugu-ui Ttal-do Anin Haewon)
- 2013: Uri Sunhi
- 2015: Right Now, Wrong Then ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) Jigeumeun Matgo Geuttaeneun Teullida)
- 2016: Yourself and Yours ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value))
- 2017: On the Beach at Night Alone
- 2017: Claire’s Camera ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) Keul-Le-Eo-Ui-Ka-Me-La)
- 2017: The Day After ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) Geu-Hu)
- 2018: Grass ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value))
- 2018: Hotel by the River ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value))
- 2020: Die Frau, die rannte ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value))
- 2021: Introduction ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value))
- 2022: Die Schriftstellerin (The Novelist’s Film bzw. {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value))
- 2024: A Traveler’s Needs ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value))
- 2024: By the Stream ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value))
- 2025: What Does that Nature Say to You ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value))
- 2026: The Day She Returns<ref name="tazDaySheReturns" />
Literatur
- Sulgi Lie: Das lächerliche Ernste: Hong Sangsoo. Le Studio Film und Bühne, 2022, ISBN 978-3-9505312-0-6.
Weblinks
- Vorlage:IMDb/1
- Hong Sang-soo in der Korean Movie Database
- Hong Sang-soo auf HanCinema
- Biographie (englisch)
- Darstellung in der Village Voice (englisch)
- „Ich bin wie ein Magnet“ Interview in der taz (13. Februar 2008)
- Ekkehard Knörer: Retrospektive: Belohnung fürs Nochmalsehen. In: taz.de (1. November 2012)
Einzelnachweise
<references />
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Hong, Sang-soo |
| ALTERNATIVNAMEN | 홍상수 (koreanisch, Hangeul); 洪尚秀 (koreanisch, Hanja); Hong, Sang-su (Revidierte Romanisierung); Hong, Sangsu (McCune-Reischauer) |
| KURZBESCHREIBUNG | südkoreanischer Regisseur |
| GEBURTSDATUM | 25. Oktober 1960 |
| GEBURTSORT | Seoul, Südkorea |