Emma (Zeitschrift)
| Emma
| |
|---|---|
| Logo | |
| Beschreibung | Frauenmagazin |
| Fachgebiet | Frauenrechte |
| Sprache | Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value) |
| Verlag | Emma Frauenverlags GmbH (Deutschland) |
| Hauptsitz | Köln |
| Erstausgabe | 26. Januar 1977 |
| Erscheinungsweise | zweimonatlich (1977–2009) dreimonatlich (2010–2012) zweimonatlich (ab 2013)<ref>Alice Schwarzers „Emma“ kommt wieder im Zwei-Monats-Takt. In: horizont.net. 22. November 2012</ref> |
| Verbreitete Auflage | 27.516 Exemplare |
| (Emma Mediadaten für 2021<ref>Mediadaten Nr. 37. (PDF) 1. Januar 2022, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 9. März 2022; abgerufen am 5. Dezember 2022.</ref>) | |
| Herausgeberin | Alice Schwarzer |
| Weblink | www.emma.de |
| ISSN (Print) | 0721-9741 |
Emma ist eine deutschsprachige feministische Zeitschrift. Sie wurde 1977 von einem Kollektiv um Journalistin Alice Schwarzer gegründet, die Herausgeberin und Geschäftsführerin ist. Langjährige Mitarbeiterinnen sind Franziska Becker (seit 1977), Margitta Hösel (seit 1982), Chantal Louis (seit 1994), Angelika Mallmann (seit 1998), Annett Keller (seit 2001), Silvia Kretschmer (seit 2002), Irina Rasimus (seit 2005) und Annika Ross (seit 2019).<ref>Alice wird 80-hoch-sollst-du-leben. In: Emma. 3. Dezember 2022, abgerufen am 21. Dezember 2022.</ref> Sie erscheint zweimonatlich. Im Jahr 2023 betrug die Druckauflage 34.300 Exemplare bei einer verbreiteten Auflage von 25.660 Exemplaren.<ref>Mediadaten Nr. 38. In: Emma. 30. November 2022, abgerufen am 25. Januar 2024.</ref> Seither wurden keine Auflagezahlen mehr veröffentlicht.<ref>Mediadaten Nr. 41. In: Emma. Abgerufen am 30. März 2026.</ref> Die Redaktion befindet sich über Schwarzers Stiftung FrauenMediaTurm im Kölner Bayenturm.
Name
Der Name „Emma“ wurde wegen seiner Griffigkeit und als Kopfwort des Begriffs „Emanzipation“ gewählt. Die Herausgeberin Alice Schwarzer sagte dazu:
„Der war irgendwann mal aufgetaucht und gefiel uns. Nicht nur wegen der Anspielung auf die Em(m)anzipation, sondern auch, weil er das selbstironische Gegenteil vom platt Erwarteten war: Wie würde sie wohl heißen, diese Zeitschrift der jetzt vollends größenwahnsinnigen Schwarzer? Nora? Die Rächerin? Die Amazone? Nein. Emma. Ganz einfach Emma.“<ref>Alice Schwarzer: Emma über Emma: Emma lebt! In: Emma. Rubrik: Über Emma. 25. Juli 2013, abgerufen am 5. Dezember 2022.</ref>
Die Zeitschrift trägt neben dem Namen Emma zwei Untertitel, die Bezeichnung Das politische Magazin für Menschen, und die Aufforderung Bleibt mutig.<ref>Das politische Magazin für Menschen. Bleibt mutig. In: Emma. Abgerufen am 1. April 2022.</ref>
Entwicklung
Die erste Ausgabe der Emma erschien am 26. Januar 1977 mit einer Auflage von rund 200.000 Exemplaren. Den Start des Magazins finanzierte Alice Schwarzer mit 250.000 Mark aus ihren Autorenhonoraren<ref>Alice Schwarzer: Alice im Männerland. Kiepenheuer & Witsch, Köln 2002.</ref> sowie mit 20.000 Mark aus Krediten von zwei Mitarbeiterinnen (die sie nach einem Jahr mit 10 Prozent Zinsen zurückgezahlt habe).<ref>Alice Schwarzer: Mein Leben in Kürze. In: aliceschwarzer.de. 1. März 2010, abgerufen am 6. Juni 2022.</ref> Emma gilt seit der ersten Ausgabe als Leitblatt des Feminismus im deutschsprachigen Raum. In der ersten Redaktion saßen Alice Schwarzer, Fernsehredakteurin Angelika Wittlich, Lokalredakteurin Sabine Schruff und Christiane Ensslin.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Die Zeitschrift „Emma“ erscheint erstmals. ( vom 2. Februar 2017 im Internet Archive) In: SR 2 Kulturradio ZeitZeichen. 26. Januar 1977</ref> Von 1979 bis 1986 gehörte Ingrid Strobl der Redaktion an.<ref>Doris Akrap: „Ich wusste, wofür der Wecker war“. In: taz. 28. März 2020, abgerufen am 8. Februar 2024.</ref>
Die Zeitschrift positioniert sich ausdrücklich als politisch und wirtschaftlich unabhängig; laut eigenen Angaben kann sie sich fast alleine durch den Kioskverkauf und Abonnementsgebühren finanzieren und ist nicht auf Anzeigen angewiesen.
Anfang Dezember 2007 kündigte Schwarzer an, die Chefredaktion von Emma im Frühjahr 2008 an die Fernsehjournalistin und Kolumnistin Lisa Ortgies zu übergeben,<ref>Moderatorin Lisa Ortgies übernimmt. In: Spiegel Online. 7. Dezember 2007</ref><ref>Die neue Alice Schwarzer heißt Lisa Ortgies. In: FAZ.net. 7. Dezember 2007</ref> aber weiterhin als Verlegerin, Herausgeberin und Autorin mitzuwirken. Ortigies verließ das Blatt jedoch zwei Monate nach ihrem Antritt zum 31. Mai 2008 wieder. Um die Entlassung entspann sich eine öffentliche Kontroverse, in der u. a. der Einfluss Schwarzers auf das Tagesgeschäft,<ref>Markus Brauck, Rafaela von Bredow, Isabell Hülsen, Michaela Schiessl: Im Nacken der Neuen. In: Der Spiegel. Nr. 23, 2008, S. 102 (online – 2. Juni 2008).</ref><ref>vgl. z. B. <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Nach dem Aus bei „Emma“ – Lisa Ortgies beklagt sich. ( vom 3. März 2009 im Internet Archive) In: RP Online. 30. Mai 2008</ref> die Ausrichtung des Magazins<ref>MedienCity: Zitiert: Noch einmal Emma vs. Lisa Ortgies. Abgerufen am 6. Juni 2022.</ref><ref>Thorsten Dörting: Schwarzers Burma-Missgriff. „Verantwortungslose Polemik“. In: Spiegel Online. 3. Juni 2008</ref> und die (Nicht-)Vereinbarkeit von Familie und Beruf in der Emma-Redaktion<ref>Ulrike Demmer, Angela Gatterburg, Dietmar Hipp, Ulrike Knöfel, Reinhard Mohr: Titel: Halbe Männer, ganze Frauen. In: Der Spiegel. Band 26, 23. Juni 2008 (spiegel.de [abgerufen am 20. Oktober 2018]).</ref> thematisiert wurden.
Von 2010 bis 2012 erschien die Emma viermal im Jahr. Gleichzeitig wurde sie 2010 einem Relaunch unterzogen und der Online-Auftritt wurde ausgebaut. Unter anderem wurde ein „Lesesaal“ eingerichtet, in dem online alle ehemaligen Emma-Ausgaben kostenlos einsehbar sind. Seit 2013 erscheint die Zeitschrift wieder im Zwei-Monats-Rhythmus. Als Gründe dafür wurde der vielfache Wunsch von Leserinnen und die wieder steigende Aktualität von „Frauenfragen“ genannt. Der Heftpreis wurde von 9,80 Euro auf 7,50 Euro gesenkt, um jüngeren Leserinnen entgegenzukommen.<ref>Und der Heftpreis sinkt: „Emma“ erscheint wieder alle zwei Monate. In: kressreport. 24. September 2012.</ref>
In Nicole Weegmanns zweiteiligem Spielfilm Alice von 2022 über die Jugendzeit Alice Schwarzers wird unter anderem auch die Entstehung der Emma dargestellt. Der zweite Film endet mit einer Szene, in der das Team gemeinsam den Druck der ersten Ausgabe feiert, und blendet danach dokumentierte Reaktionen von Leserinnen dieser ersten Ausgabe ein.<ref>Das Erste. Unterhaltung. Film. Alice (2). Abgerufen am 6. Juni 2022.</ref>
Auflage
Die Emma gehört zu den deutschen Zeitschriften mit den größten Auflagenverlusten. Die verkaufte Auflage betrug im zweiten Quartal 2007, dem Zeitpunkt der letztmaligen Meldung an die IVW, 44.687 Exemplare.<ref name="IVW">IVW: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Emma (2-mtl) ( des Vorlage:IconExternal vom 14. Dezember 2017 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis., abgerufen am 14. Dezember 2017</ref> Danach stellte das Blatt die Meldung der Auflagenzahlen an die IVW ein. Laut eigenen Angaben betrug 2019 die verkaufte Auflage 25.717 Stück.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Emma Mediadaten Nr. 34 ( vom 17. Januar 2020 im Internet Archive)</ref> Dies entspricht einem Rückgang von 31.193 Exemplaren oder 55 Prozent gegenüber 1999. Seit 2024 wird in den Mediadaten keine Auflage mehr angegeben.<ref>Für 2020: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Emma Mediadaten Nr. 36 ( vom 4. Mai 2021 im Internet Archive); 2021: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Nr. 37 ( vom 15. Juni 2022 im Internet Archive); abgerufen am 5. Dezember 2022</ref>
- Entwicklung der verkauften Auflage<ref>Für 2018: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Emma Mediadaten Nr. 33 ( vom 2. Juli 2019 im Internet Archive); 2017: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Nr. 32 ( vom 14. Dezember 2017 im Internet Archive); 2016: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Nr. 31 ( vom 29. August 2017 im Internet Archive); 2015: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Nr. 30 ( vom 14. Dezember 2017 im Internet Archive); 2014: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Nr. 29 ( vom 24. September 2015 im Internet Archive); 2013: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Nr. 28 ( vom 24. November 2016 im Internet Archive); abgerufen am 5. Dezember 2022</ref>
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- 1998 bis 2006 IVW, jeweils viertes Quartal; ab 2007 Verlagsangaben
Inhalte
Die Emma befasst sich mit Themen wie Ausbildung, Familie, Politik und Arbeitswelt sowie Kultur, Medien, Religion und Pornografie. Laut einer Untersuchung aus dem Jahr 2005 machen Politik, private Rollenverteilung und Medien die meisten Artikel aus. Damit unterscheide sich die Emma grundlegend von konventionellen Frauenzeitschriften und nehme eine besondere Stellung in der deutschen Medienlandschaft ein.<ref>Alexandra Kühte: Das Frauenbild der feministischen Zeitschrift EMMA: eine Untersuchung über die Darstellung von Frauen und die Behandlung frauenspezifischer Themen. Wissenschaftlicher Verlag Berlin, Berlin 2005, ISBN 978-3-86573-056-5.</ref>
Emma setzt sich nach eigener Aussage für Frauen und für uneingeschränkte Chancengleichheit von Frauen und Männern ein, was sich aus Sicht des Magazins in konkreten Projekten und Kampagnen ausdrückt, die von Emma unterstützt oder initiiert wurden,<ref>Die EMMA-Kampagnen. In: emma.de. Archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 13. Oktober 2013; abgerufen am 6. Juni 2022.</ref><ref>Kampagne. Abgerufen am 6. Juni 2022.</ref> zum Beispiel:
- Proteste gegen Klitorisverstümmelung (1977)<ref>Große Emma-Themen Klitorisverstümmelung</ref>
- Thematisierung und konkrete Hilfsaktionen bei sexuellem Missbrauch (1978)<ref>Große Emma-Themen Missbrauch</ref>
- Aktionen gegen Pornografie (ab 1978) und PorNO-Kampagne<ref>Große Emma-Themen Pornografie</ref>
- Diskussionen und Kampagnen gegen fundamentalistischen Islamismus und Kopftuch (ab 1979)<ref>Große Emma-Themen Islamismus</ref>
- Forderung nach Ganztagsschulen und Ganztagsbetreuung (ab den 1980ern)<ref>Große Emma-Themen Ganztagsschule</ref>
- Emma-Kampagne für Frauenfußball (1998)<ref>Fußball-Kampagne 1: Die Hälfte vom Ball für die Frauen! Abgerufen am 6. Juni 2022.</ref>
- Unterstützung des Girls’ Day (ab 1999)<ref>Girlsday: Väter, tut was! Abgerufen am 6. Juni 2022.</ref>
Die Zeitschrift thematisiert immer wieder (selbst)kritisch die Kontroversen innerhalb der modernen Frauenbewegung und Themen wie „Missbrauch mit dem Missbrauch“ und Wehrpflicht für Frauen.
Seit der Gründung der Zeitschrift sind die satirischen Cartoons von Franziska Becker ein fester Bestandteil der Emma. Mit ihren Bildergeschichten kommentiert Becker in jeder Ausgabe feministische Themen und die Welt von Frauen und Männern. Für ihr Lebenswerk wurde sie als „witzigste Frauenrechtlerin Deutschlands“ mit dem Satirepreis „Göttinger Elch“ 2012 ausgezeichnet.<ref>„Göttinger Elch“ für Cartoonistin Franziska Becker. In: Zeit Online. 29. Januar 2012</ref>
Emma steht in Deutschland prototypisch für Formen feministischer Medienöffentlichkeit, mit ihren Positionen zum Beispiel zur Pornografie oder Frauen im Islam stieß sie innerhalb des feministischen Diskurses sowohl auf Zustimmung als auch auf Widerstand. Wie andere internationale feministische Medien hat die Zeitschrift Themen in die gesellschaftliche Diskussion gebracht, die zuvor keine Öffentlichkeit fanden.<ref>Margreth Lünenborg, Tanja Maier: Gender Media Studies. Eine Einführung. UTB, Stuttgart 2013, ISBN 978-3-8252-3872-8, S. 67</ref>
Journalistinnen-Preis
Von 1990 bis 2012 wurde alle zwei Jahre der von Alice Schwarzer initiierte Emma-Journalistinnen-Preis vergeben, 2012 unterstützt von der Bundesregierung. Kulturstaatsminister Bernd Neumann sah den Preis als Förderung des Qualitätsjournalismus. „Der Preis von EMMA soll gerade diejenigen Journalistinnen und Journalisten fördern und auszeichnen, die sich mit gesellschaftlichen Fragen kritisch auseinandersetzen – aber handwerklich professionell, d. h. informativ und kreativ bei sauberer Recherche.“<ref>Rede von Kulturstaatsminister Bernd Neumann anlässlich der 12. Verleihung des EMMA Journalistinnen-Preises. In: politische-reden.eu. 15. Mai 2012, abgerufen am 6. Juni 2022.</ref>
Negativpreis „Sexist Man Alive“
Seit 2019 vergibt die Emma-Redaktion jährlich den Negativpreis „Sexist Man Alive“ für den ihrer Ansicht nach frauenfeindlichsten Mann des Jahres. Der Preisname ist eine Anspielung auf die Auszeichnung „Sexiest Man Alive“ des US-amerikanischen Magazins People. Die bisherigen Preisträger waren:
- 2019: Rapper Kollegah wegen frauenfeindlicher Texte
- 2020: FDP-Vorsitzender Christian Lindner wegen Anzüglichkeiten in einer Rede
- 2021: Papst Franziskus; er sei trotz mancher positiver Züge nach wie vor „Chef eines Apartheidssystems, in dem Frauen Menschen zweiter Klasse“ seien<ref>«Emma»: Papst ist «Sexist Man Alive». Abgerufen am 25. Oktober 2021.</ref>
- 2022: Sascha Lobo, da er in der NDR-Talkshow deep und deutlich die Ausbeutung von Frauen durch Prostitution verharmlost habe.<ref>Schmähpreis nach Prostitutions-Talk: »Emma«-Redaktion kürt Sascha Lobo zum »Sexist Man Alive«. In: www.spiegel.de. 24. Oktober 2022, abgerufen am 24. Oktober 2022.</ref>
- 2023: Jan Böhmermann, wegen der Berichterstattung im ZDF Magazin Royale über Transpersonen und Angriffe auf Alice Schwarzer und Emma in diesem Zusammenhang.<ref>Böhmermann wird von Schwarzer zum "Sexist Man Alive 2023" bestimmt In. n-tv.de</ref>
- 2024: Marie-Agnes Strack-Zimmermann, weil „sie beweist, dass Frau weder den Vornamen wechseln, noch Hormone schlucken, geschweige denn sich die Brüste abnehmen lassen muss, um ein ganzer Kerl zu sein.“<ref>Miriam Keilbach: „Sexist Man Alive“: „Emma“ sorgt für neuen Eklat in Streit mit Marie-Agnes Strack-Zimmermann. 28. Oktober 2024, abgerufen am 29. Oktober 2024.</ref>
Politische Positionen und Kampagnen
Sexualität und Sadomasochismus
Vor allem in den frühen Jahren hat Emma der Sexualitätsdebatte großen Raum eingeräumt. 1977 titelte die Zeitschrift mit dem Thema Unsere sexuellen Phantasien. Auslöser war das Buch der Amerikanerin Nancy Friday. In der Ausgabe September 1977 analysierte die Psychoanalytikerin Margarete Mitscherlich den Unterschied zwischen masochistischen Phantasien und der Realität:
„Die Tatsache, dass masochistische Fantasien so zahlreich bei Frauen anzutreffen sind, muss auf ihre jahrhundertelange familiäre Fesselung zurückgehen […]. Gegen die Verinnerlichung und die damit verbundene Hilflosigkeit konnten sich Frauen oft nur zur Wehr setzen, indem sie mit Hilfe der Fantasie aus passiv unterdrückten Wesen zu aktiven Schöpferinnen ihres Leidens wurden.“<ref>Margarete Mitscherlich: Sind Frauen masochistisch? In: Emma. 9/1977</ref>
Im November 1981 titelte Emma mit den Thesen von Pat Califia und gab der Debatte über Sadomasochismus allgemein und unter Lesben im Besonderen Raum. 1982 veröffentlichte Emma den Sonderband Sexualität, in dem u. a. Alice Schwarzer ihre Thesen vom „kleinen Unterschied“ fortführt. Sie wiederholte, dass Erotik traditionell für Männer mit Macht besetzt sei und für Frauen mit Ohnmacht. Gleichzeitig stellte sie jedoch fest: „Im erotischen Masochismus wiederholen Frauen nicht nur ihre politische Unterwerfung. Sie versuchen auch, aus dieser Ritualisierung im Bett – und zum Teil vielleicht sogar selbst mit inszenierter Unterwerfung – Lust zu ziehen. Unterwerfung, Auslieferung, Hingabe sind elementare Bestandteile von Erotik. Genauso wie Eroberung und Überwältigung. Ungut wird es erst, wenn das abgekoppelt ist von der gesellschaftlichen Realität, wenn wir auf einen einseitigen Part festgelegt sind, und wir Frauen aus der sexuellen Hingabe unsere Bestimmung zur allgemeinen Unterwerfung schließen.“<ref>Alice Schwarzer: Sieben Jahre nach dem Kleinen Unterschied. In: Emma-Sonderband Sexualität, 1983</ref>
Die in den 1970er Jahren in den USA begonnene feministische Kritik an der Pornografie setzte heftige Auseinandersetzungen in Gang, die in der Bundesrepublik Deutschland 1987 in der PorNo-Kampagne der Zeitschrift Emma mündeten. Emma wendete sich mit einem selbstentwickelten Gesetzesentwurf zum generellen Verbot der Pornografie an alle Abgeordneten des Deutschen Bundestages sowie Justizminister Hans A. Engelhard und Familienministerin Rita Süssmuth. Gegen die enthaltenen Forderungen sprachen sich einige Feministinnen aus, die in dem Sammelband von Claudia Gehrke Frauen & Pornographie (1988) für eine „freie Kultur der Sexualität“ eintraten. Die bereits existierende Gesetzeslage reiche aus, die Verherrlichung gewalttätiger, frauen- und minderheitenfeindlicher Pornografie zu verbieten. Ein Hauptstreitpunkt war sadomasochistischer Sex. Claudia Gehrke vertrat die Auffassung, er sei, auch mit Blick auf die SM-Lesbenszene, ein berechtigtes Begehren, das als sexuelles Spiel verstanden werden könne.<ref>Janett Reinstädler: Stellungsspiele (zugl. Univ.-Diss.). Erich Schmidt Verlag, Berlin 1996, ISBN 3-503-03758-6, S. 19, 24 f.</ref> 22 Jahre danach schrieben Kathrin Passig und Ira Strübel ein Handbuch für Sadomasochisten, nach dem BDSM eine Form der Selbstbestimmung darstelle. „Dass es für nicht wenige Frauen einen großen und befreienden Schritt bedeutet, ihre sadomasochistischen Phantasien in die Tat umzusetzen, ist im Emma-Universum nach wie vor nicht vorgesehen.“<ref>Kathrin Passig, Ira Strübel: Die Wahl der Qual. Handbuch für Sadomasochisten und solche, die es werden wollen, Rowohlt Verlag, 2000, ISBN 3-499-60944-4, Kapitel 5 „Dürfen die das? – Die Rechtslage“, Abschnitt „Exkurs: Die PorNO-Kampagne in Deutschland“</ref>
35 Jahre nach Der kleine Unterschied und seine großen Folgen von Alice Schwarzer<ref>Alice Schwarzer: Der kleine Unterschied und seine großen Folgen: Frauen über sich. Beginn einer Befreiung. Neuausgabe Fischer TB, Frankfurt, 2002, ISBN 3-596-15446-4</ref> brachte Emma in der Ausgabe Frühling 2010 ein Dossier mit dem Titel „What about Sex?“ mit Beiträgen von Gastautorinnen wie Mary Roach, Mia Ming, Necla Kelek, Eva Rieger. Einer der Themenschwerpunkte war Sadomasochismus und sexuelle Fantasien.<ref>Emma-Dossier What about Sex? Frühling 2010</ref> Im Eingangsartikel schrieb Alice Schwarzer: „Seither ist viel passiert. Die Frauen sind unabhängiger und selbstbewusster geworden im Leben – und damit auch in der Sexualität.“<ref>Kleiner Unterschied - große Folgen. Abgerufen am 6. Juni 2022.</ref>
In dem Artikel Sexualfantasie & Masochismus: Sexuelle Fantasien und ihre Ursachen geht Schwarzer der Debatte nach, die Feministinnen in den 1970er Jahren angestoßen hatten, und zitiert in ihrem Resümee den Psychoanalytiker und wissenschaftlichen Autor Brett Kahr, der nach einer Analyse von 15.000 sexuellen Fantasien zu dem Schluss kommt:
„Es gibt einen engen Zusammenhang zwischen sexuellen Fantasien und Kindheitsgeschichte. Die Fantasien haben fast immer etwas mit frühkindlichen Prägungen oder gar Verletzungen und Traumata zu tun.“<ref>Alice Schwarzer: Sexualfantasie & Masochismus. In: Emma. Frühjahr 2010</ref><ref>Vgl. Brett Kahr: Sex & Psyche. Penguin UK, 2008, ISBN 978-0-14-102484-4; ders.: Who’s Been Sleeping in Your Head: The Secret World of Sexual Fantasies- Basic Books, London 2009, ISBN 978-0-465-03767-4</ref>
Pornografie an Universitäten
In der Emma-Ausgabe vom Dezember 1991 berichtete Ursula Ott<ref>Vgl. den Artikel von Ursula Ott: Pornos im Uni-Computer. In: Emma. 12/1991, S. 14–16</ref> auf dem Hintergrund der PorNo-Kampagne über Pornografie im Usenet von Universitäten, demzufolge laut Ott Professoren und Studenten die Computertechnik dazu missbrauchten, Pornografie zu konsumieren. Dabei argumentierte Ott, dass diese Daten Bandbreite und Speicherplatz auf steuerfinanzierter Infrastruktur für universitätsfremde Zwecke bänden. Dieser Emma-Artikel leitete die öffentliche Debatte über Pornografie im Internet ein. Nachdem auch einige Massenmedien darüber berichtet hatten, sperrten viele Universitäten den Zugang zu allen „sexualbezogenen Newsgroups“ – „unabhängig davon, ob dort tatsächlich Pornografie verbreitet oder über sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz diskutiert wurde“.<ref>Hartmut Neuendorff, Gerd Peter, Rüdiger Klatt (Hrsg.): Verändern neue Medien die Wirklichkeit? Lit Verlag, 2000, ISBN 978-3-8258-4692-3, S. 77</ref><ref>Achim Bühle: Die virtuelle Gesellschaft des 21. Jahrhunderts: Sozialer Wandel im digitalen Zeitalter. VS Verlag für Sozialwissenschaften, 2. Auflage 2000, ISBN 978-3-531-23123-5, S. 438 f.</ref>
Internetaktivitäten
Nachdem die Zeitschrift den Möglichkeiten der neuen Medien jahrelang überwiegend kritisch gegenübergestanden hatte, entwickelte sie im Jahr 2002 unter der Domain emma.de einen eigenen Internetauftritt mit einem moderierten Forum, das durch Online-Clubs, die nur über registrierte Mitgliedschaft zugänglich sind, ergänzt wurde.<ref>Christina Schachtner, Gabriele Winker: Virtuelle Räume, neue Öffentlichkeiten: Frauennetze im Internet. Campus Verlag, Frankfurt 2005, ISBN 3-593-37726-8, S. 61</ref> Inzwischen (Stand 2022) sind alle Hefte von 1977 bis 2019 digitalisiert und können online im EMMA-Lesesaal kostenfrei gelesen werden.<ref>[1]</ref>
Beispiel: Online-Aktion Unisex-Tarife
2004 beteiligte sich Emma an den Bestrebungen für Unisex-Tarife bei Krankenkassen und Versicherungen. Die Emma-Website bot den Download von Flugblättern, Musterreden und Abrechnungen an. Die Nutzerinnen wurden aufgefordert, ein kurzes Statement in der Rubrik „Ich bin dabei!“ zu hinterlassen. Am 30. Juni 2004 waren 1598 Stellungnahmen verzeichnet.<ref>Christina Schachtner, Gabriele Winker: Virtuelle Räume, neue Öffentlichkeiten: Frauennetze im Internet. Campus Verlag, Frankfurt 2005, ISBN 3-593-37726-8, S. 67</ref>
Appell gegen Prostitution
Ende Oktober 2013 lancierte Emma einen Appell gegen Prostitution,<ref>Appell gegen Prostitution. (PDF; 51 kB) Emma, abgerufen am 13. November 2013.</ref> der von 90 prominenten Erstunterzeichnerinnen unterstützt wurde und mehr als 10.000 Unterschriften erzielte. Die Unterzeichner forderten eine Änderung des Prostitutionsgesetzes von 2002, das die Prostitution zivilrechtlich als reguläres Gewerbe kodifiziert und ihre Ausübung damit liberalisiert hatte. Durch diese Reform sei „Deutschland zu Europas Drehscheibe für Frauenhandel und zum Paradies der Sextouristen aus den Nachbarländern geworden“. Es sollten Maßnahmen ergriffen werden, „die kurzfristig zur Eindämmung und langfristig zur Abschaffung des Systems Prostitution führen“. Freier sollten geächtet oder eventuell bestraft werden. Zudem sollte der Ausstieg aus der Prostitution mit einem ganzen Maßnahmenbündel gefördert werden.<ref>„Emma“-Kampagne: Mit Prominenz gegen das „System Prostitution“. In: Spiegel Online. 28. Oktober 2013, abgerufen am 13. November 2013.</ref> Der Appell wurde in deutschen und internationalen Medien thematisiert und breit diskutiert. Es gab sowohl Zustimmung als auch Ablehnung.
Artikel zum Absturz des Germanwings-Fluges 4U9525
Nach dem Absturz des Germanwings-Fluges 4U9525 am 24. März 2015 publizierte Emma einen Artikel von Luise Pusch mit der Einleitung „Amoktrips sind Männersache“<ref>Luise F. Pusch: Frauenquote fürs Cockpit! In: Emma. 27. März 2015, abgerufen am 10. Februar 2017 (Kommentar).</ref> zur Förderung einer Frauenquote im Cockpit. Mehrere Medien griffen diese Verwendung des Unglücks auf. Sie stieß auf Kritik, vor allem in sozialen Netzwerken.<ref>Tote für die Quote?! In: Stern.de. 29. März 2015</ref><ref>Tatjana Kerschbaumer: Frauenquote fürs Cockpit? In: Tagesspiegel. 28. März 2015</ref> In dem Artikel wird Gabriela Stoppe, Psychiaterin und Vizepräsidentin von Ipsilon, dem Dachverband für Suizidprävention in der Schweiz, zitiert: „Es wäre nicht nur wegen der Durchmischung sinnvoll, mehr Frauen für den Transport von Menschen zu engagieren, sondern vor allem wegen der Sicherheit“, da Frauen eine deutlich niedrigere Suizidrate hätten. Verbände wie der Österreichische Frauenring riefen zu einer Diskussion des Vorschlags auf.<ref>Jenny Becker: Frauenquote: „Amoktrips sind Männersache“. In: Zeit Online. 29. März 2015</ref>
Transgeschlechtlichkeit
Emma war eine der ersten Zeitschriften, die über das damals so genannte Thema Transsexualität berichteten. Bereits 1984 erschien ein Artikel Alice Schwarzers, in dem sie sich solidarisch mit Transsexuellen zeigte und sie als „Schwestern willkommen“ hieß.<ref>Solidarität mit meinen Schwestern. Abgerufen am 1. April 2022.</ref> Auch in allen folgenden Jahrzehnten gab es mehrere Artikel über diese Thematik, oft auch von oder unter Mitwirkung von Transmenschen.<ref>Online-Lesesaal. Archiv. In: Emma. Abgerufen am 1. April 2022.</ref> Emma versucht dabei, ein breites Spektrum der damit zusammenhängenden Themen abzubilden und die Debatte zu bereichern. So gab es gleichermaßen Interviews mit Transmenschen, die glücklich in ihrem Geschlecht leben,<ref>Till Amelung war biologisch eine Frau und ist heute ein Transmann. In: Emma. Abgerufen am 1. April 2022.</ref> als auch mit Menschen, die wieder in ihr Geburtsgeschlecht zurückgekehrt sind.<ref>Von Frau zu Mann zu Frau. In: Emma. Abgerufen am 1. April 2022.</ref> Und neben Erfolgsgeschichten wurden auch medizinische oder psychische Probleme durch geschlechtsangleichende Maßnahmen offen beschrieben.<ref>Seit 24 Jahren eine Transfrau. In: Emma. Abgerufen am 1. April 2022.</ref>
Die Zeitschrift vertritt einen Ansatz, der Transgeschlechtliche unterstützt, setzt sich jedoch kritisch mit dem verpflichtend so genannten „affirmativen Ansatz“ von Therapeuten und dem geplanten Selbstbestimmungsgesetz der deutschen Bundesregierung auseinander. Das Selbstbestimmungsgesetz würde es bereits Jugendlichen ab 14 Jahren ermöglichen, sich allein per verbaler Selbstdefinition einem Geschlecht zuzuordnen. Emma kritisiert daran, dass insbesondere Mädchen durch den affirmativen Ansatz nicht herausgefordert würden, in Frage zu stellen, ob nicht vielleicht nur ein Unwohlsein mit ihrer gesellschaftlich zugewiesenen Rolle als Frau, oder auch der fehlende Mut zum lesbischen Coming-out, oder andere psychische Konflikte dahinter stünden. Zu der geplanten Selbstdefinition ab 14 Jahren und der dann möglichen Gabe von Pubertätsblockern weist Emma darauf hin, dass damit Kindern ohne Einflussmöglichkeiten der Eltern die Verantwortung für eine medizinisch vermeintlich irreversible Entscheidung auferlegt würde.<ref>Online-Lesesaal. Archiv. In: Emma. Abgerufen am 1. April 2022.</ref> Außerdem kritisiert Emma an der geplanten Eigendefinition nur per Sprechakt, dass damit die „statistische, rechtliche und politische Kategorie“ Frau sich auflösen würde (da jeder sich spontan als Frau definieren könne) und damit verschiedene Problematiken zum Nachteil der Sicherheit und der Chancengleichheit von Frauen entstünden: Schutzräume, die bisher nur Frauen vorbehalten sind, würden verloren gehen. Außerdem könnten Quotenregelungen zur Gleichstellung von Frauen im Beruf und bei Wettbewerben jederzeit unterwandert werden.<ref>Exklusiv-Interview mit Alice Schwarzer: Alice Schwarzer im Interview zu Transsexualität, dem Fall Ganserer und dem neuen Selbstbestimmungsgesetz. Abgerufen am 1. April 2022.</ref><ref>England.Gesetz verhindert. Abgerufen am 1. April 2022.</ref>
In einem Emma-Artikel vom Januar 2022 wurde die grüne Bundestagsabgeordnete Tessa Ganserer, eine Transfrau, die jedoch weder eine personenstandsrechtliche Änderung noch geschlechtsangleichende Operationen vollziehen möchte, als „physischer und juristischer Mann“ bezeichnet, ihr früherer Name, der Deadname, wurde erwähnt, und es wurde kritisiert, dass sie einen Frauenquoten-Platz erhielt.<ref>Ganserer: Die Quotenfrau. emma.de, 19. Januar 2022.</ref> Der Artikel wurde in der Zeit als diskriminierend bezeichnet, und Sibel Schick in der taz meinte, die Berichterstattung der Emma zum Thema beinhalte „verschwörungsideologische Dämonisierung, die vor allem dazu da ist, um transfeindliche Gewalt als feministische Selbstverteidigung verkaufen zu können“, und stellte in Frage, ob Emma noch feministisch sei.<ref>Sibel Schick: Transfeindliche Feminist*innen: Nö danke, „Emma“. taz.de, 24. Januar 2022.</ref>
Krieg in der Ukraine
Nach dem russischen Überfall auf die Ukraine erschien am 29. April 2022 auf der Website der Zeitschrift ein offener Brief an Bundeskanzler Olaf Scholz, in dem gefordert wurde, keine weiteren schweren Waffen an die Ukraine zu liefern. Die 28 prominenten Erstunterzeichner lobten die anfänglich zurückhaltende Haltung von Scholz in dieser Frage und wiesen auf die Gefahr eines dritten Weltkriegs hin, falls vermehrt schwere Waffen geliefert würden.<ref>Sign the Petition. Abgerufen am 14. November 2022 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref>"Unsinn": Klitschkos Antwort auf Brief der 28 deutschen Prominenten. 3. Mai 2022, abgerufen am 14. November 2022.</ref><ref>Der Offene Brief an Kanzler Scholz. Abgerufen am 14. November 2022.</ref> Initiator war Peter Weibel, der Schwarzer kontaktierte.<ref>Krieg in der Ukraine: Peter Weibel ist Initiator des pazifistischen Briefs, Wiener Zeitung, 4./5. Mai 2022</ref>
Der Brief wurde bis zum 31. Oktober 2022 von mehr als 432.000 Personen unterschrieben und forderte einen stärkeren Fokus auf Verhandlung und das Suchen politisch-diplomatischer statt militärischer Friedenslösungen sowie einen vorsichtigen Umgang mit der Frage nach Lieferung schwerer Waffen. Außerdem wurde darin die Überlegung geäußert, ob bei einem lang anhaltenden und eskalierenden Krieg nicht deutlich mehr (ukrainische) Menschen Tod, Leid, Vergewaltigung und Vertreibung erleiden würden als bei einer, wenn auch ungerechten, zu verhandelnden Kompromisslösung, und daher sei eine abwägende Haltung im Sinne auch der Opfer ratsam.
In den Medien wurde der Brief kontrovers besprochen.<ref>Anna von Stefenelli: Kritik-Hagel nach Offenem Brief: „Was geht die Ukraine auch mit kurzem Rock auf die Straße“. watson, 30. April 2022; Michael Hanfeld: Offener Brief in der „Emma“: So sieht Kapitulation aus. faz.net, 30. April 2022; Ruprecht Polenz: Waffenlieferung an die Ukraine: Wer einen Atomkrieg verhindern will, darf Putin nicht gewinnen lassen. zeit.de, 30. April 2022.</ref> Scholz selbst warf auf der Mai-Kundgebung der Gewerkschaften den Schreibern Zynismus vor.<ref>Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Scholz wirft Pazifisten Zynismus vor – Frieden schaffen ohne Waffen?] In: n-tv-de. ntv Nachrichtenfernsehen GmbH, , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 1. Mai 2022: „Einem Ukrainer müsse es zynisch vorkommen, wenn gesagt wird, er solle sich gegen die Putin’sche Invasion ohne Waffen verteidigen.“Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref> Unter den den Brief ablehnenden Stimmen war etwa der Musiker Wolfgang Müller, der den Vergleich zog: „Was mit der Ukraine passiert, ist das staatliche Äquivalent zu einer Vergewaltigung durch den Ex-Mann, mit angedrohter Vernichtung bei Gegenwehr.“<ref>Wolfgang Müller: Offener Brief in „Emma“. Das ist Täter-Opfer-Umkehr in Reinkultur. In: Spiegel Online, 1. Mai 2022. Abgerufen am 2. Mai 2022.</ref> Der Politikwissenschaftler Herfried Münkler sagte, beim deutschen Überfall auf Polen 1939, der den Zweiten Weltkrieg auslöste, hätten die Unterzeichner des Briefes „den Polen also geraten, sich lieber nicht zu verteidigen, um Tote und eine Eskalation zu vermeiden“.<ref>„Kiew entscheidet, aber Europa hat Einfluss“. In: taz, 14. Mai 2022, S. 6.</ref>
Der belarussisch-russische Schriftsteller Sascha Filipenko warf den Unterzeichnern vor, die (verständliche) eigene Angst vor einem dritten Weltkrieg „hinter irgendwelchen Friedensideen zu verbergen und so zu tun, als wüsste man, wie man Putin aufhalten und diesen drohenden dritten Weltkrieg verhindern“ könne. Es gebe aber „nichts Rationales, womit man Putins Vorgehen erklären könnte, und keine Logik, mit der man darauf Einfluss nehmen könnte“. Die Unterzeichner hätten „nicht verstanden, dass es nach dem Sieg der Russen nicht nur einen Ort wie Butscha geben würde, sondern Hunderte“.<ref>Roman Bucheli: «Putin wird so weit gehen, wie ihm Europa zu gehen erlaubt. Und mein Eindruck ist nicht, dass Europa ein wahnsinniges Problem hätte, wenn er sich weitere Länder holt». In: Neue Zürcher Zeitung. 22. Juni 2022, abgerufen am 26. Juni 2022.</ref>
Erstunterzeichner des Offenen Briefes waren:
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Literatur
- Lea Susemichel, Saskya Rudigier, Gabi Horak (Hrsg.): Feministische Medien. Öffentlichkeiten jenseits des Malestream. Ulrike Helmer Verlag, Königstein im Taunus 2008, ISBN 978-3-89741-265-1.
- Alexandra Kühte: Das Frauenbild der feministischen Zeitschrift Emma. Eine Untersuchung über die Darstellung von Frauen und die Behandlung frauenspezifischer Themen. wvb, Wissenschaftlicher Verlag Berlin, Berlin 2005, ISBN 978-3-86573-056-5 (zugleich Dissertation an der Universität Osnabrück 2004).
- Alice Schwarzer: Emma. Die ersten 30 Jahre. Collection Rolf Heyne, München 2007, ISBN 978-3-89910-358-8.
- Alice Schwarzer: PorNO. Opfer & Täter, Gegenwehr & Backlash, Verantwortung & Gesetz. In: Ein Emma-Buch. KiWi 338, Köln 1994, ISBN 3-462-02323-3.
- Alice Schwarzer: Es reicht! Gegen Sexismus im Beruf. Köln 2013, ISBN 978-3-462-04588-8.
Weblinks
- Internetauftritt der Emma
- „Dinge, die man sonst nirgendwo liest“ – Deutschlands Feministin Nr. 1 über 35 Jahre „Emma“, ihren Kampf für die Frauen und den neuen Feminismus. In: Deutschlandradio, 26. Januar 2012.
- Marie Amrhein: EMMA, Schwarzer und der Feminismus – Emanzipation muss pragmatisch sein. In: Cicero. 29. Januar 2012.
- «Wir haben viel erreicht - aber es bleibt noch viel zu tun!» In: Zeitblende von Schweizer Radio und Fernsehen vom 28. Januar 2017 (Audio)
Einzelnachweise
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- Seiten mit Skriptfehlern
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