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John Carmack

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Datei:John Carmack GDC 2010.jpg
John Carmack, 2010

John D. Carmack II (* 21. August 1970 in Kansas City, Kansas)<ref>https://twitter.com/ID_AA_Carmack/status/1693306371943329995. Abgerufen am 20. August 2023.</ref> ist ein US-amerikanischer Programmierer und Spieleentwickler. Er wurde durch die Entwicklung innovativer Spiel-Engines bekannt und ist Mitgründer des Studios id Software. Als Programmierer war er an bahnbrechenden Videospielen wie Commander Keen, Wolfenstein 3D, Doom und Quake beteiligt. Nebenbei gründete er 2000 die Raketenbaufirma Armadillo Aerospace.<ref name="SPON-531987"/> Im August 2013 wurde er als Chief Technology Officer bei Oculus VR eingestellt und war bis November 2019 in dieser Position tätig.<ref>John Carmack verlässt CTO-Posten bei Oculus auf heise.de (abgerufen am 18. November 2019)</ref> Im November 2013 verließ Carmack id Software.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />John Carmack tritt offiziell ab (Memento vom 28. Juni 2021 im Internet Archive) auf 4Players, Autor: Julian Dasgupta, abgerufen am 23. November 2013</ref>

Leben und Werk

John Carmack wurde als Sohn von Stan Carmack, einem lokalen TV-Moderator, und der Mikrobiologin Inga Carmack in Kansas geboren.<ref>Christoph Licht: John Carmack Report. In: GamersGlobal. 15. Juli 2011, abgerufen am 16. September 2023.</ref> In seiner Kindheit begeisterte sich der überdurchschnittlich intelligente Junge für Science-Fiction, Fantasy, Comics und Brettspiele wie Dungeons & Dragons. In der Schule war er ein guter Schüler, tat sich aber im Umgang mit Mitschülern und Lehrern schwer. In seiner Schule kam er näher mit Computern in Kontakt und schon früh erkannte er das Potenzial der Rechner. Im Alter von 14 Jahren brach er mit Freunden in seine Schule ein, um Apple-II-Rechner zu stehlen.<ref name="SPON-531987">Konrad Lischka: IT-Legenden heute: Doom-Programmierer baut Raumschiffe. In: Spiegel Online. 2. Februar 2008, abgerufen am 9. Juni 2018.</ref> Jedoch wurde er erwischt und Carmack musste in eine Erziehungsanstalt. Nach der Schule begann er an der University of Missouri–Kansas City zu studieren, jedoch brach er das Studium bereits nach zwei Semestern ab und arbeitete dann für die Firma Softdisk, wo er John Romero kennenlernte.<ref name="PC Games">Sönke Siemens, Benedikt Plass-Fleßenkämper: Ikonen der Spieleindustrie: John Carmack. In: PC Games. 20. Februar 2021, abgerufen am 16. September 2023.</ref>

Im Jahr 1991 gründete er – unter anderem zusammen mit John Romero – die Spieleentwicklerfirma id Software. Carmack erlangte schnell einen Ruf als ausgezeichneter Programmierer, speziell im Bereich der Grafik-Engines. Er entwickelte erst einige 2D-Shareware-Spiele, von denen vor allem das Jump-’n’-Run-Spiel Commander Keen einen hohen Bekanntheitsgrad erlangte. Commander Keen verwendete Carmacks selbstentwickelte Scrolling-Technik, die auf Personal Computern (PC) erstmals weiche Bildbewegungen (sogenanntes Scrollen) erlaubte.<ref name="PC Games" />

Ein weiterer Meilenstein war das Spiel Wolfenstein 3D, mit dem id Software den ersten richtigen Ego-Shooter schuf.<ref name="PC Games" /> In Deutschland wurde dieses Spiel 1994 wegen des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen bundesweit beschlagnahmt. Den richtigen Durchbruch schaffte Carmack mit den ersten beiden Teilen der Doom-Serie. Doom 1 und 2 zeigten erstmals, welches Potential PCs bei Spielen haben, wenn man möglichst effizient programmiert. Aufgrund seines „jugendgefährdenden“ Inhalts wurde Doom in Deutschland von der BPjS indiziert (was erst Ende 2011 aufgehoben wurde).<ref>Spiegel Online: "Doom" ist nicht mehr indiziert</ref> Durch seine Beharrlichkeit und das Vorantreiben neuer Techniken unterstützte Carmack die Markteinführung sogenannter Grafikbeschleuniger.

John Carmack war von Januar 2000 bis 2021 mit Katherine Anna Kang verheiratet<ref>Katherine Anna Kang (Person). In: Giant Bomb. Abgerufen am 16. September 2023 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>, einer Unternehmerin auf dem Gebiet von Machinima-Filmen. In seinem Armadillo-Blog gab er im August 2004 bekannt, einen Sohn bekommen zu haben.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Archivlink (Memento vom 4. Februar 2011 im Internet Archive)</ref> Ein weiteres Kind kam 2009 auf die Welt. 2022 teilte Carmack mit, geschieden zu sein.<ref>Tweet 27. Mai 2022. In: twitter.com. Abgerufen am 15. November 2023.</ref>

Mit seiner im Jahr 2000 gegründeten Raketenbaufirma Armadillo Aerospace entwickelt er vor allem senkrecht startende und landende Raketen (VTVL bzw. VTOL). Am 24. Oktober 2008 gewann Armadillo 350.000 $ für das Erreichen von Level 1 der von der NASA gesponserten Northrop Grumman Lunar Lander Challenge. Am 12. September 2009 erreichte Armadillo Level 2 der Lunar Lander Challenge und gewann weitere 500.000 $.<ref>Patrick Michels: Rocket Men From Mesquite's Armadillo Aerospace Are in Line For $1 Million X Prize. In: Dallas Observer. Abgerufen am 16. September 2023 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Lunar lander qualifies for prize (Memento vom 20. Februar 2012 im Internet Archive)</ref> Derzeit laufen Projekte mit der NASA, Space Adventures sowie der Rocket Racing League.

Am 7. August 2013 gab Oculus VR bekannt, dass Carmack als neuer CTO (Chief Technical Officer) die Entwicklung von Virtual Reality Headsets vorantreiben solle.<ref>VR als "Next Big Thing": ID-Guru John Carmack arbeitet für Oculus Rift-Hersteller. In: t-online.de. 8. August 2013, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 2. Dezember 2013; abgerufen am 12. August 2013.</ref> Am 22. November 2013 wurde bekannt gegeben, dass John Carmack bei id Software gekündigt hat, um sich vollständig auf seine Arbeit bei Oculus VR konzentrieren zu können. Am 14. November 2019 gab Carmack seinen Rücktritt bekannt, da er mit dem langsamen Fortschritt der VR-Entwicklung unzufrieden sei.<ref>KI statt VR: John Carmack tritt als CTO von Oculus zurück auf gamestar.de (abgerufen am 18. November 2019)</ref> Fortan wolle er sich der Entwicklung von Künstlicher Intelligenz widmen, bleibe Oculus jedoch als Berater erhalten. Ziel von Carmack ist es, bis 2030 eine Artificial General Intelligence mit „Zeichen von Leben“ zu schaffen.<ref>Dallas Innovates, David Seeley: John Carmack's Keen Technologies Partners To Speed Development of Artificial General Intelligence. In: Dallas Innovates. 26. September 2023, abgerufen am 26. Dezember 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Hierfür hat er in Dallas ein Start-up namens Keen Technologies gegründet, das von mehreren Risikokapitalgebern mit rund 20 Millionen US-Dollar ausgestattet wurde.<ref>Startup Keen Technologies raises $20M to advance controversial AGI. Abgerufen am 20. August 2023.</ref>

Sonstiges

Das Carmack's Reverse genannte Verfahren zur Schattenberechnung, welches erstmals im Spiel Doom 3 Verwendung fand, war bereits technisch fast identisch von Creative Labs patentiert. Id Software einigte sich daraufhin mit Creative Labs, dass Doom 3 die Creative-Labs-Audio-Technik EAX unterstützt und ein Zettel beiliegt, der besagt, dass mit einer Creative-Karte das beste Sounderlebnis zu erwarten sei. Dadurch konnte Id diese Technik von Creative Labs ohne Lizenzzahlungen nutzen.

Am 22. März 2001 wurde Carmack in die Academy of Interactive Arts and Sciences’ Hall of Fame aufgenommen und erhielt am 16. März 2006 einen Stern auf dem Walk of Game.

Für seine Leistungen bei der Entwicklung von 3D-Grafik-Engines erhielt Carmack (und id Software) am 8. Januar 2007 einen Emmy.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />National Television Academy Announces Emmy Winning Achievements: Honors Bestowed at 58th Annual Technology & Engineering Emmy Awards (Memento vom 22. Januar 2013 im Internet Archive)</ref>

2010 erhielt er auf der Game Developers Conference den Ehrenpreis für sein Lebenswerk. Die Auszeichnung wurde ihm vom Sims-Schöpfer Will Wright überreicht.<ref>Florian Stangl: Sims-Erfinder Will Wright überreicht Doom-Erfinder John Carmack Lebenswerk-Auszeichnung. In: PC Games. 12. März 2010, ehemals im Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar); abgerufen am 14. Juli 2025.@1@2Vorlage:Toter Link/www.pcgames.de (Seite nicht mehr abrufbar. Suche im Internet Archive )</ref>

2016 erhielt Carmack bei den BAFTA Video Games Awards den Fellowship Award für sein Lebenswerk.<ref>Tobias Stückmann: BAFTA Awards 2016: Fallout 4 ist das Spiel des Jahres - The Witcher 3 hat keinen Preis bekommen. In: Play3.de. 8. April 2016, abgerufen am 14. Juli 2025.</ref>

2017 wurde Carmack die Ehrendoktorwürde der University of Missouri–Kansas City für seine Leistungen als Programmierer und Innovator verliehen.<ref>They Have Touched Our Lives auf info.umkc.edu (abgerufen am 18. November 2019)</ref>

2019 erhielt er den Lifetime Achievement Award für sein Lebenswerk bei den VR Awards.<ref>John Carmack says he's not 'satisfied with the pace of progress' in VR development auf pcgamer.com (abgerufen am 18. November 2019)</ref>

Literatur

  • David Kushner: Masters of Doom: How Two Guys Created an Empire and Transformed Pop Culture. Random House, ISBN 0-375-50524-5 (englisch, gebundene Ausgabe)

Weblinks

Commons: John D. Carmack – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references />

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