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Niedersimten

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Niedersimten
Stadt Pirmasens
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Höhe: 299 m ü. NHN
Einwohner: 1059 (31. Dez. 2021)<ref>Klaus Kadel-Magin: Pirmasens verliert Einwohner. In: Die Rheinpfalz. Rheinpfalz Verlag und Druckerei GmbH & Co. KG, Ludwigshafen, 25. Januar 2022, abgerufen am 20. Mai 2022.</ref>
Postleitzahl: 66955
Vorwahl: 06331
Lage von Niedersimten in Rheinland-Pfalz
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Niedersimten ist ein Stadtteil von Pirmasens. Lange eine selbständige Gemeinde, wurde Niedersimten im 19. Jahrhundert mit dem benachbarten Obersimten zur Gemeinde Simten zusammengelegt. Seit 1969 gehört der Ort zu Pirmasens.

Geographie

Der Ort liegt südlich der Pirmasenser Kernstadt im Zweibrücker Hügelland, das in Richtung Osten in den Pfälzerwald übergeht. Zu Niedersimten gehört zusätzlich der Wohnplatz Rappeneck. Mitten durch den Ort verläuft die Felsalb. Vor Ort nimmt sie innerhalb des Siedlungsgebiets den Ohmbach, den Finsterbach und den Gersbach auf. Im Westen der Gemarkung mündet außerdem von rechts der Große Littersbach in die Felsalb.

Geschichte

Mittelalter

Da sich der Name wahrscheinlich vom keltischen sympeton (Schöpfstelle) herleitet, geht die Forschung von einer sehr frühen Besiedlung des Orts aus. Die älteste erhaltene Ersterwähnung des Namens stammt von 1150. Das Dorf lag im Amt Lemberg der Grafschaft Zweibrücken-Bitsch und dort in der Amtsschultheißerei Vinningen.<ref>Knöpp, S. 12; Matt, S. 9.</ref>

Frühe Neuzeit

1570 verstarb Graf Jakob von Zweibrücken-Bitsch (* 1510; † 1570) als letztes männliches Mitglied seiner Familie. Das Amt Lemberg erbte seine Tochter, Ludovica Margaretha von Zweibrücken-Bitsch, die mit dem (Erb-)Grafen Philipp (V.) von Hanau-Lichtenberg verheiratet war. Ihr Schwiegervater, Graf Philipp IV. von Hanau-Lichtenberg, gab durch die sofortige Einführung des lutherischen Bekenntnisses dem streng römisch-katholischen Herzog Karl III. von Lothringen Gelegenheit, militärisch zu intervenieren, da dieser die Lehnshoheit über die ebenfalls zum Erbe gehörende Herrschaft Bitsch besaß. Im Juli 1572 besetzten lothringische Truppen die Grafschaft. Da Philipp IV. der lothringischen Übermacht nicht gewachsen war, wählte er den Rechtsweg. Beim anschließenden Prozess vor dem Reichskammergericht konnte sich Lothringen hinsichtlich der Herrschaft Bitsch durchsetzen, das Amt Lemberg dagegen – und somit auch Niedersimten – wurde der Grafschaft Hanau-Lichtenberg zugesprochen.

1736 starb mit Graf Johann Reinhard III. der letzte männliche Vertreter des Hauses Hanau. Aufgrund der Ehe seiner einzigen Tochter, Charlotte (* 1700; † 1726), mit dem Erbprinzen Ludwig (VIII.) (* 1691; † 1768) von Hessen-Darmstadt fiel die Grafschaft Hanau-Lichtenberg nach dort.

Neuzeit

Im Zuge der Französischen Revolution fiel der linksrheinische Teil der Grafschaft Hanau-Lichtenberg – und damit auch das Amt Lemberg und Niedersimten – 1794 an Frankreich. Zunächst unterstand der Ort dem Kanton Breidenbach, ab 1801 war Erlenbrunn in den Kanton Bitche eingegliedert. 1802 hatte der Ort insgesamt 130 Einwohner. 1814 wechselte der Ort in den Kanton Pirmasens. 1815 wurde der Ort Österreich zugeschlagen. Bereits ein Jahr später wechselte die Gemeinde in das Königreich Bayern und war dort Bestandteil des Rheinkreises.<ref>Beamtenverzeichniß.</ref>

Da der Ort sich in der Roten Zone befand wurden die Bewohner mit Beginn des Zweiten Weltkriegs vorübergehend evakuiert.

Lange Zeit mit dem in der Landgrafenzeit gegründeten Obersimten zu einer Kommune vereinigt, wurde Niedersimten am 7. Juni 1969 nach Pirmasens eingemeindet.<ref name="GV2016p175">Vorlage:GemeindeverzeichnisRP/lang</ref>

Religion

Datei:Pirmasens-Niedersimten-Herz-Jesu-Kirche-06-2019-gje.jpg
Herz-Jesu-Kirche

Vor der Französischen Revolution gehörte Niedersimten zur Pfarrei von Walschbronn. Es existiert vor Ort die katholische Kirche Herz Jesu sowie eine protestantische Kirche, die 1933 errichtet wurde.

Politik

Ortsbeirat

Für den Stadtteil Niedersimten wurde ein Ortsbezirk gebildet. Dem Ortsbeirat gehören neun Beiratsmitglieder an, den Vorsitz im Ortsbeirat führt der direkt gewählte Ortsvorsteher.<ref>Stadt Pirmasens: Hauptsatzung. (PDF; 161 kB) § 4 und Anhang. 9. März 2023, abgerufen am 5. November 2024.</ref>

Für weitere Informationen zum Ortsbeirat siehe die Ergebnisse der Kommunalwahlen in Pirmasens.

Ortsvorsteher

  • Kurt Sennewald (CDU), bis 2019

Kultur

Datei:Kriegerdenkmal, Niedersimten.jpg
Denkmalgeschütztes Kriegerdenkmal

Kulturdenkmäler

Vor Ort befinden sich insgesamt sechs Objekte, die unter Denkmalschutz stehen, darunter das Kriegerdenkmal und die katholische Kirche Herz Jesu.

Museen

In Niedersimten befindet sich das Westwallmuseum Pirmasens, das im früheren Festungswerk Gerstfeldhöhe untergebracht ist.

Natur

Südlich des Ortes existiert der als Naturdenkmal ausgewiesene Teufelsfelsen.

Wirtschaft und Infrastruktur

Datei:Waldheim am Rappeneck 1.JPG
Waldheim am Rappeneck

Verkehr

Der Ortsteil ist über die von den Stadtwerken Pirmasens betriebene Buslinie 210 an den öffentlichen Personennahverkehr angebunden. Mitten durch den Ort verläuft die Landesstraße 484, die eine Verbindung mit der Pirmasenser Kernstadt sowie Vinningen herstellt.

Tourismus

Die Ortsgruppe Niedersimten des Pfälzerwald-Vereins betreibt das nordwestlich des Siedlungsgebiets befindliche Waldheim am Rappeneck.

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter des Ortes

  • Roland Seffrin (1905–1985), Pädagoge und Politiker (Zentrumspartei, später CDU)

Personen, die vor Ort gewirkt haben

  • Heinrich Hartz (1886–1965), katholischer Priester, wirkte vor Ort als Pfarrer

Literatur

  • Beamtenverzeichniß und Statistik des Königlich Bayerischen Regierungsbezirkes der Pfalz. Speyer 1870 (eingeschränkte Vorschau in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.).
  • Friedrich Knöpp: Territorialbestand der Grafschaft Hanau-Lichtenberg hessen-darmstädtischen Anteils. Hrsg.: Hessisches Staatsarchiv Darmstadt. Darmstadt 1962 (Signatur: N 282/6).
  • Alfred Matt: Bailliages, prévôté et fiefs ayant fait partie de la Seigneurie de Lichtenberg, du Comté de Hanau-Lichtenberg, du Landgraviat de Hesse-Darmstadt. In: Société d’Histoire et d’Archaeologie de Saverne et Environs (Hrsg.): Cinquième centenaire de la création du Comté de Hanau-Lichtenberg 1480 – 1980 = Pays d’Alsace 111/112 (2, 3 / 1980). 1980, S. 7–9.

Weblinks

Commons: Niedersimten – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references />

Weblinks

  • Literatur über Niedersimten in der Rheinland-Pfälzischen Landesbibliographie

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