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Seeschwalben

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Seeschwalben
Datei:Kuestenseeschwalben.jpg

Küstenseeschwalben (Sterna paradisaea)

Systematik
ohne Rang: Archosauria
Klasse: Vögel (Aves)
Unterklasse: Neukiefervögel (Neognathae)
Ordnung: Regenpfeiferartige (Charadriiformes)
Familie: Möwenverwandte (Laridae)
Unterfamilie: Seeschwalben
Wissenschaftlicher Name
Sterninae
Vigors, 1825

Die Seeschwalben (Sterninae) bilden eine Unterfamilie innerhalb der Ordnung der Regenpfeiferartigen (Charadriiformes bzw. Wat- und Möwenvögel). Im Vergleich zu den nah verwandten Möwen sind die Seeschwalben im Allgemeinen kleiner, schmaler und wirken gedrungener. Außerdem sind die Seeschwalben ausgesprochene Zugvögel, die in den Tropen oder sogar wie die Küstenseeschwalbe in der Antarktis überwintern.

Aussehen

Die Größe von Seeschwalben variiert von 21 bis 55 Zentimeter Länge und 41 bis 111 Zentimeter Spannweite.<ref name="svensson"></ref> Sie sind schlanker als Möwen und haben im Unterschied zu diesen schmale Flügel, einen deutlich gegabelten Schwanz (daher der Name „Schwalben“) und einen spitzen, im Flug oft abwärts gerichteten Schnabel. Ihr Gefieder ist häufig weiß bis grau. Viele Arten haben eine schwarze Haube.

Lebensraum

Die meisten Seeschwalbenarten leben an Meeresküsten, einige Arten auch an Gewässern im Binnenland. Sie legen sehr große Entfernungen zu ihren Überwinterungsplätzen zurück.

Lebensweise

Seeschwalben nisten am Erdboden oder auf Felsen, häufig in Kolonien. Die Nester liegen meist sehr dicht beieinander und können einfache nackte Mulden sein. Binnenseeschwalben bauen flache Nester auch auf schwimmender Sumpfvegetation.

Seeschwalben schwimmen relativ selten. Zur Nahrungssuche rütteln sie und tauchen aus der Luft nach Fischen.

Einige Seeschwalbenarten zeigen beachtliche Flugleistungen. So wandert die in Mitteleuropa einheimische Küstenseeschwalbe nach der Brutperiode in die Antarktis, um nach dem dortigen Sommer in den Norden zurückzukehren. Dabei legen einige Individuen mehr als 40.000 km im Jahr zurück.

Datei:Sterna paradisaea-pjt1.jpg
Küstenseeschwalbe (Sterna paradisaea) im Flug

Gattungen und Arten

Datei:Grossschnabel-Seeschwalbe.jpg
Großschnabel-Seeschwalbe
Datei:Seeschwalbe bei der Seeschwalbenkolonie in Wilhelmshafen.jpg
Flussseeschwalbe (unterscheidet sich durch die schwarz gefärbte Schnabelspitze von der Küstenseeschwalbe)<ref>Was fliegt denn da? In: Kosmos. Franckh-Kosmos Verlags-GmbH & Co. KG, ISBN 978-3-440-16408-2.</ref> bei der Flussseeschwalbenkolonie Banter See in Wilhelmshaven
Datei:Yellow-billed tern Sternula superciliaris.jpg
Amazonasseeschwalbe

Die Unterfamilie umfasst neun Gattungen und 41 Arten:<ref>Noddies, skimmers, gulls, terns, skuas, auks. In: IOC World Bird List, abgerufen von https://www.worldbirdnames.org am 7. Juli 2023.</ref>

Systematik

Ursprünglich hatten die Seeschwalben den Rang einer eigenständigen Familie (Sternidae) innerhalb der Ordnung der Regenpfeiferartigen (Charadriiformes). Heute werden sie dagegen als Unterfamilie in eine gemeinsame Familie Laridae mit den Möwen und Scherenschnäbeln gestellt, da sie nach neueren phylogenetischen Analysen und molekulargenetischen Daten sehr nah miteinander verwandt sind.<ref name="Černý" /> Ebenfalls selbständige Unterfamilien sind die Noddiseeschwalben (Anoinae) und die Feenseeschwalben (Gyginae).<ref name="Winkler" /><ref>IOC World Bird List: Noddies, gulls, terns, auks</ref>

Belege

<references> <ref name="Černý"> David Černý, Rossy Natale: Comprehensive taxon sampling and vetted fossils help clarify the time tree of shorebirds (Aves, Charadriiformes). In: Molecular Phylogenetics and Evolution. Band 177, Dezember 2022, doi:10.1016/j.ympev.2022.107620. </ref> <ref name="Winkler"> David W. Winkler, Shawn M. Billerman, Irby J. Lovette: Bird Families of the World: A Guide to the Spectacular Diversity of Birds. Lynx Edicions, Barcelona 2015, ISBN 978-84-941892-0-3, S. 149–151. </ref> </references>

Weblinks

Commons: Seeschwalben (Sterninae) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wiktionary: Seeschwalbe – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

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