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First Air

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First Air
Datei:Hawker Siddeley HS-748 Srs2-209, Bradley Air Services AN2270071.jpg
Hawker Siddeley HS 748 der Bradley Air Services, 1985
IATA-Code: 7F
ICAO-Code: FAB
Rufzeichen: FIRST AIR
Gründung: 1946
Betrieb eingestellt: 2019
Fusioniert mit: Canadian North
Sitz: Ottawa (Kanada Kanada)
Drehkreuz:
Leitung: Scott Bateman
Vielfliegerprogramm: Aeroplan
Flottenstärke: 19
Ziele: National
Website: firstair.ca
First Air ist 2019 mit Canadian North fusioniert. Die kursiv gesetzten Angaben beziehen sich auf den letzten Stand vor der Übernahme.

First Air war eine kanadische Fluggesellschaft im Besitz der Inuit von Nunavik mit Sitz in Ottawa und Basen auf den Flughäfen Yellowknife und Iqaluit. Die 1946 als Bradley Air Services gegründete Gesellschaft wurde am 1. November 2019 von Canadian North übernommen.

Geschichte

Die Gesellschaft wurde unter dem Namen Bradley Air Services 1946 gegründet.<ref>Bernhard Isidor Hengi, Herausgeber Josef Krauthäuser: Fluggesellschaften Weltweit, 6. Auflage. Nara-Verlag, Allershausen 2008, ISBN 3-925671-53-6, S. 170.</ref> Zwischen 1954 und 1956 wurden vier Kleinflugzeuge Cessna 180 in den Northwest Territories für Charterflüge und im Rahmen des Aufbaus der Distant Early Warning Line (DEW) eingesetzt. Im Jahr 1958 entstand ein regulärer Flugbetrieb zur Unterstützung der Öl- und Mineralsuchgesellschaften. Ab 1968 folgten weitere Projekte zur Erforschung der Arktis mit Hilfe der Flotte der First Air, die dementsprechend mit Flugzeugen vom Typ de Havilland Canada DHC-2 Beaver und DHC-3 Otter ausgebaut wurde. Die erste DHC-6 Twin Otter wurde 1969 fabrikneu erworben.<ref>Sean Rossiter: Otter and Twin Otter. Midland Publishing, Earl Shilton, 1998, ISBN 1 85780 0869.</ref> Im Jahr 1971 wurde die nördlichste Basis für kommerzielle Flüge in Eureka (ca. 1000 km vom Nordpol entfernt) gegründet. Hier wurden außer DHC-6 Twin Otter ab 1972 auch zwei Douglas DC-3 eingesetzt.

Datei:Boeing 727-44C, First Air AN0147017.jpg
Boeing 727-100C der First Air, 2001

Unter dem Markennamen First Air wurde 1973 ein Linienflugbetrieb zwischen Ottawa und North Bay bzw. Sudbury aufgenommen.<ref>Canadian North: Our History, abgerufen am 3. März 2021.</ref> Im selben Jahr wurde eine weitere Basis in Resolute Bay gegründet, 1975 folgte die Basis Frobisher Bay (ab 1987 Iqaluit genannt). Am 10. September 1979 wurde die erste Hawker Siddeley 748 (HS 748) von später insgesamt 17 Exemplaren dieses Typs in Dienst gestellt, um die DC-3 auf den Strecken von Frobisher Bay und ab März 1981 auch von Ottawa und Montreal zu ersetzen.<ref>Richard J. Church: The Avro 748. Air-Britain Publishing, Staplefield, 2017, S. 98, ISBN 978-0-85130-492-2.</ref>

Im Jahr 1986 erwarb First Air eine erste Boeing 727-100C für Fracht und Passagiere. Am 28. September 1990 wurde die Gesellschaft von Makivik, der Organisation der Inuit von Nunavik, übernommen, die auch Eigentümerin der Air Inuit ist. Mit HS 748 wurde im selben Jahr eine internationale Verbindung von Iqaluit zum Flughafen Nuuk in Grönland eröffnet.<ref name="Church 2017, S. 98.">Church 2017, S. 98.</ref> Zwischen 1987 und 1994 übernahm First Air den gesamten Transport für das DEW-Projekt zwischen Alaska und Grönland; hierfür wurden je zwei weitere Hawker Siddeley 748 und Twin Otter beschafft. Die letzten der insgesamt 14 betriebenen Douglas DC-3 wurden im Jahr 1993 verkauft.<ref>Jennifer M. Gradidge: The Douglas DC-1/DC-2/DC-3: The First Seventy Years, Volumes One and Two. Tonbridge, Kent, UK: Air-Britain (Historians), 2006, ISBN 0-85130-332-3, S. 169.</ref> Eine weitere Strecke nach Grönland wurde im Sommer 1996 mit dem Ziel Kangerlussuaq (Søndre Strømfjord) eingerichtet.

Datei:Lockheed L-100-30 Hercules (L-382G), First Air AN0363302.jpg
Eine Lockheed Hercules der First Air, 2003
Datei:First Air Boeing 737-400 Combi C-FFNE (25455121593).jpg
Eine Boeing 737-400 der First Air, 2016

Im Jahr 1995 erwarb First Air Ptarmigan Airways mit Basis auf dem Flughafen Yellowknife, 1997 Northwest Territorial Airways (NWT Air), ebenfalls aus Yellowknife, und ging eine Partnerschaft mit Air Canada ein. Durch diese Transaktionen erhielt First Air eine Lockheed L-100 Hercules und drei Boeing 737, von denen allerdings zwei in den Jahren 2001 und 2011 bei Unfällen zu Totalschäden wurden.

Ab Dezember 2001 wurde damit begonnen, die HS 748 allmählich durch die etwa gleich große ATR 42 zu ersetzen, zuerst vom Drehkreuz Yellowknife aus und ab November 2004 auch von Iqaluit aus. Anfang 2007 war nur noch eine einzige HS 748 im Einsatz, eine der zwei mit einem großen Frachttor ausgerüsteten Maschinen der Kombi-Version. Im Februar 2011 wurde auch diese letzte HS 748 außer Dienst gestellt, nachdem dieser Flugzeugtyp 32 Jahre lang betrieben worden war.<ref name="Church 2017, S. 99.">Church 2017, S. 99.</ref>

Ab 2015 hatte First Air eine Codesharing-Vereinbarung mit Canadian North und Calm Air.

Am 1. November 2019 fusionierte die Fluggesellschaft mit Canadian North. Die neue Gesellschaft trägt den Namen Canadian North.<ref>Canadian North To Merge With First Air In November. In: simpleflying.com. 15. September 2019, abgerufen am 3. März 2021 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Flugziele

Zuletzt betrieb First Air Linienflüge zu 29 Orten in Nunavut, Northwest Territories, Manitoba, Alberta, Yukon, Québec und Ontario.

Flotte

Datei:ATR ATR-42-300, First Air AN0250862.jpg
ATR-42-300 der First Air, 2002

Flotte bei Betriebseinstellung

Mit Stand 31. Juli 2019 bestand die Flotte der First Air aus 18 Flugzeugen mit einem Durchschnittsalter von 26,9 Jahren.<ref>First Air Fleet Details and History. In: planespotters.net. 31. Juli 2019, abgerufen am 12. August 2020 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Laut kanadischem Luftfahrtregister besaß die Gesellschaft 17 Luftfahrzeuge (Stand: August 2020).<ref>Canadian Civil Aircraft Register. Transport Canada, abgerufen am 12. August 2020 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value), In der Suchmaske unter "Owners Name" den Namen der Gesellschaft eingeben).</ref>

Datei:Douglas C-47B Skytrain (DC-3), Bradley Air Services AN1813491.jpg
Douglas DC-3 der Bradley Air Services, 1985

Zuvor eingesetzte Flugzeuge

Datei:Boeing 727-233-Adv(F), First Air AN0996773.jpg
Boeing 727-200(F) der First Air, 2006

Vor dem Übergang in Canadian North wurden von Bradley Air Services und First Air auch folgende Flugzeugtypen betrieben:<ref>Ulrich Klee, Frank Bucher et al.: jp airline-fleets international. Zürich-Airport 1966–2007.</ref><ref>Ulrich Klee, Frank Bucher et al.: jp airline-fleets international. Sutton, UK, 2008–2013.</ref>

Zwischenfälle

Von 1974 bis zur Betriebsübernahme 2019 kam es bei Bradley Air Services und First Air zu 11 Totalschäden von Flugzeugen. Bei 6 davon kamen 28 Menschen ums Leben.<ref>Unfallstatistik Bradley Air Services, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 5. März 2021.</ref><ref>Unfallstatistik First Air, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 5. März 2021.</ref> Vollständige Liste:

Datei:North Pole, Arctic Ocean, sea ice 06.jpg
de Havilland Canada DHC-6 Twin Otter der Bradley Air Services, baugleich mit den verunglückten DHC-6; hier auf dem arktischen Meereis, 440 km südlich des Nordpols, 1990
  • Am 15. September 1988 stürzte eine Hawker Siddeley 748 der Bradley Air Services (C-GFFA) auf dem Weg von Montréal-Dorval zum Flughafen Ottawa International (Québec, Kanada) im Anflug ab. Durch Wartungsfehler waren die Querruderkabel asymmetrisch eingestellt, was zu ungesteuerten Vollausschlägen mit zwangsläufigem Kontrollverlust und Absturz bei Cheney, Ontario, 34 Kilometer ostsüdöstlich des Zielflughafens Ottawa führte.<ref name="Church 2017, S. 210.">Church 2017, S. 210.</ref> Der vorgeschriebene Testflug nach der Einstellung der Kabel war unterlassen worden. Beitragend zur Unfallursache waren die Konstruktion des Querrudersystems, unvollständige und mehrdeutige Wartungsvorschriften des Herstellers sowie das Fehlen von dessen Informationen für die Piloten bezüglich des Verhaltens des Querrudersystems und Bedienung in Notfällen. Die einzigen Insassen, die beiden Piloten, kamen ums Leben (siehe auch Flugunfall der Bradley Air Services bei Cheney).<ref>Flugunfalldaten und -bericht HS 748 C-GFFA im Aviation Safety Network (englisch)Vorlage:Abrufdatum</ref>
  • Am 3. Dezember 1998 wurde eine Hawker Siddeley 748 der Bradley Air Services (C-FBNW) bei einem Startabbruch auf dem Flughafen Iqaluit (Nunavut, Kanada) irreparabel beschädigt.<ref name="Church 2017, S. 201.">Church 2017, S. 201.</ref> Aufgrund von Beladefehlern des Lademeisters lag der Schwerpunkt des Flugzeugs deutlich weiter vorne als berechnet. Die dadurch benötigten höheren Kräfte am Steuer führten dazu, dass der Kapitän beim Rotieren nicht ausreichend stark zog und zu der irrigen Annahme kam, die Flugfähigkeit der Maschine sei beeinträchtigt. Obwohl die Entscheidungsgeschwindigkeit V1 für einen Startabbruch schon um rund 20 Knoten überschritten war, brach er den Start nur 530 Meter vor dem Startbahnende noch ab. Bei dessen Überrollen hatte das Flugzeug immer noch eine Geschwindigkeit von etwa 100 Knoten (185 km/h). Nach dem Zusammenbruch des Fahrwerks rutschte es noch 240 Meter auf dem Bauch über felsiges Gelände und wurde irreparabel beschädigt. Alle sieben Insassen, vier Besatzungsmitglieder und drei Passagiere, überlebten.<ref>Flugunfalldaten und -bericht HS 748 C-FBNW im Aviation Safety Network (englisch)Vorlage:Abrufdatum</ref>
Datei:First Air B737-200.jpg
Eine mit den 2001 und 2011 verunglückten baugleiche Boeing 737-200 der First Air

Siehe auch

Weblinks

Einzelnachweise

<references />

Vorlage:Navigationsleiste Fluggesellschaft (Kanada)