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Natriumfluorid

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Kristallstruktur
Struktur von Natriumfluorid
Vorlage:Farbe Na+ 0 Vorlage:Farbe F
Kristallsystem

kubisch

Raumgruppe

Fm3m (Nr. 225)Vorlage:Raumgruppe/225

Koordinationszahlen

Na[6], F[6]

Allgemeines
Name Natriumfluorid
Andere Namen
Verhältnisformel NaF
Kurzbeschreibung

farb- und geruchloser Feststoff<ref name="GESTIS" /> mit salzigem Geschmack<ref></ref>

Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer Vorlage:CASRN
EG-Nummer 231-667-8
ECHA-InfoCard 100.028.789
PubChem 5235
ChemSpider 5045
DrugBank DB09325
Wikidata [[:d:Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1464: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)|Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1464: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)]]
Arzneistoffangaben
ATC-Code
Eigenschaften
Molare Masse 41,99 g·mol−1
Aggregatzustand

fest

Dichte

2,78 g·cm−3<ref name="GESTIS">Eintrag zu Vorlage:Linktext-Check in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFAVorlage:Abrufdatum (JavaScript erforderlich)</ref>

Schmelzpunkt

993 °C<ref>H. Kojima, S. G. Whiteway, C. R. Masson: Melting points of inorganic fluorides. In: Canadian Journal of Chemistry. 46 (18), 1968, S. 2968–2971, doi:10.1139/v68-494.</ref>

Siedepunkt

1704 °C<ref name="GESTIS" />

Löslichkeit
Brechungsindex

1,3252<ref name="CRC90_10_247">David R. Lide (Hrsg.): CRC Handbook of Chemistry and Physics. 90. Auflage. (Internet-Version: 2010), CRC Press / Taylor and Francis, Boca Raton FL, Index of Refraction of Inorganic Crystals, S. 10-247.</ref>

Sicherheitshinweise
Bitte die Befreiung von der Kennzeichnungspflicht für Arzneimittel, Medizinprodukte, Kosmetika, Lebensmittel und Futtermittel beachten
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung aus Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 (CLP),<ref name="CLP_100.028.789">Eintrag zu Vorlage:Linktext-Check in der Datenbank ECHA CHEM der Europäischen Chemikalienagentur (ECHA)Vorlage:Abrufdatum Hersteller bzw. Inverkehrbringer können die harmonisierte Einstufung und Kennzeichnung erweitern.</ref> ggf. erweitert<ref name="GESTIS" />
Gefahrensymbol

Gefahr

H- und P-Sätze H: 301​‐​315​‐​319
EUH: 032
P: 264​‐​280​‐​301+310​‐​302+352​‐​305+351+338​‐​332+313<ref name="GESTIS" />
MAK

1 mg·m−3<ref name="GESTIS" />

Toxikologische Daten
  • 52 mg·kg−1 (LD50Ratteoral)<ref name="Martel">B. Martel, K. Cassidy: Chemical Risk Analysis: A Practical Handbook. Butterworth–Heinemann, 2004, ISBN 1-903-99665-1, S. 363.</ref>
  • 52 mg·kg−1 (LD50Mausoral)<ref name="Martel" />
  • 52 mg·kg−1 (LD50Kaninchenoral)<ref name="Martel" />
Thermodynamische Eigenschaften
ΔHf0

−575 kJ/mol<ref name="wiberg1">A. F. Holleman, E. Wiberg, N. Wiberg: Lehrbuch der Anorganischen Chemie. 101. Auflage. Walter de Gruyter, Berlin 1995, ISBN 3-11-012641-9, S. 1170.</ref>

Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0 °C, 1000 hPa). Brechungsindex: Na-D-Linie, 20 °C

Natriumfluorid (NaF) ist das Natriumsalz der Flusssäure (Fluorwasserstoffsäure). Es ist ein farb- und geruchsloser, salzig schmeckender, giftiger Feststoff, der kubische Kristalle bildet.

Vorkommen

Datei:Villiaumite-229832.jpg
Villiaumit

Natriumfluorid kommt in der Natur nur in der Form des seltenen Minerals Villiaumit vor.

Gewinnung und Darstellung

Neutralisation von konzentrierter Fluorwasserstoffsäure mit Natronlauge<ref></ref><ref></ref>

<chem>HF + NaOH -> NaF + H2O</chem>

Überschüssiger Fluorwasserstoff führt zur Bildung von Natriumhydrogenfluorid:

<chem>NaF + HF -> NaHF2</chem>

Umsetzung von Fluorwasserstoffsäure mit Natriumcarbonat:

<chem>2 HF + Na2CO3 -> 2 NaF + H2O + CO2</chem>

Ausgehend vom Natriumsalz der Hexafluorokieselsäure kann Natriumfluorid durch thermische Zersetzung gewonnen werden.

Eigenschaften

Datei:Sodium fluoride.jpg
Natriumfluorid als Pulver

Das farblose Natriumfluorid ist giftig und kristallisiert in der Natriumchlorid-Struktur.

Mit Natriumfluorid gezüchtete Einkristalle besitzen eine niedrige Brechzahl und niedrige Dispersion. Trotz der Wasserlöslichkeit sind sie an der Luft beständig.<ref>A. Smakula: Einkristalle: Wachstum, Herstellung und Anwendung. Springer-Verlag, 2013, ISBN 978-3-642-86529-9, S. 250 (eingeschränkte Vorschau in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.).</ref>

Natriumfluorid bildet mit Natriumchlorid, Natriumcarbonat und Calciumfluorid Schmelzen mit einem Eutektikum, mit Natriumsulfat Schmelzen mit zwei Eutektika. Flüssiges Natriumfluorid leitet den elektrischen Strom, wobei der Widerstand mit steigender Temperatur abnimmt.

Reaktionsverhalten

Natriumfluorid und Schwefelsäure reagieren zu Natriumsulfat und Fluorwasserstoff.

<chem>2 NaF + H2SO4 -> Na2SO4 + 2 HF</chem>

Die hohe Toxizität von NaF im Vergleich zu anderen Natriumhalogeniden (z. B. Natriumchlorid)<ref name="metcalf" /> ist in der Wirkung des Fluoridanions als starke Lewis-Base begründet. Das Fluorid bindet an alle magnesiumhaltigen Enzyme<ref name="metcalf" /> und blockiert sie somit.

Die Fluoridionen blockieren den Calcium- und Magnesiumstoffwechsel und hemmen wichtige Enzyme.<ref></ref> Dies führt zu akut bedrohlichen Stoffwechselstörungen, die unter multiplem Organversagen tödlich verlaufen können.

Biozide Wirkung

Natriumfluorid ist fungizid und insektizid wirksam.

In den USA und in Großbritannien wurde Natriumfluorid als wirksam gegen Kakerlaken und Federlinge befunden und ab den 1930er Jahren als Ersatz für Bleiarsenat eingesetzt.<ref name="metcalf"></ref>

Etwa 1913 wurde die Verbindung von Dr. Wolman zusammen mit Dinitrophenol und Natriumdichromat als Holzschutzmittel Triolith<ref></ref> für Eisenbahnschwellen und Grubenhölzer auf den Markt gebracht.<ref>Organ für die Fortschritte des Eisenbahnwesens, 1929, Heft 23</ref><ref></ref> Zusammen mit Arsen wurde der Markenname Thanalith genutzt.<ref>Werbeplakat bei Antiquitäten Lothar Czambor</ref><ref>Patent DE356132: Holzkonservierungsmittel. Veröffentlicht am 17. Juli 1922, Anmelder: Grubenholzimprägnierung GmbH.</ref>

Heute wird es hauptsächlich als Holzschutzmittel gegen Termiten eingesetzt.<ref></ref>

Verwendung

Datei:Sodium fluoride tablets.jpg
Natriumfluorid-Tabletten

Natriumfluorid wird zum Konservieren von Klebstoffen verwendet. Beim Löten von Aluminium dient es als Flussmittel,<ref>Flux for aluminum soldering, almit</ref> in der Metallurgie als Schlackenzusatz für Metallschmelzen.
Weitere Anwendungen:

Vorsichtsmaßnahmen

Natriumfluorid ist giftig. Das Einatmen von Stäuben ist zu vermeiden. Bei der Arbeit mit Natriumfluorid sind Handschuhe zu tragen. Als letal wird grundsätzlich eine Menge von 5–10 g für einen 70 kg schweren Menschen angesehen. Allerdings wurden Todesfälle bereits ab einer Dosis von 15 mg/kg beobachtet, was bei einem 70 kg schweren Menschen einer Menge an Natriumfluorid von 1,05 g entspricht.<ref></ref><ref>zitiert </ref> Aus diesen Gründen wird bereits eine Menge von 5 mg/kg als kritische Schwelle angesehen, da bereits ab diesem Punkt ernste lebensbedrohliche Vergiftungserscheinungen auftreten können, die eine sofortige Notbehandlung erfordern.<ref name="europa_eu_219" />

Einzelnachweise

<references />

<templatestyles src="BoxenVerschmelzen/styles.css" />

Vorlage:Hinweisbaustein