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Christoph Mohn

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Christoph Mohn (2018)

Christoph Mohn (* 6. Juli 1965 als Christoph Scholz in Stuttgart) ist ein deutscher Unternehmer.<ref name="Munzinger">Christoph Mohn. In: Internationales Biographisches Archiv. Munzinger, 30. April 2013, abgerufen am 28. November 2019.</ref> 2013 übernahm er den Vorsitz der Aufsichtsräte von Bertelsmann.<ref>Machtwechsel: Christoph Mohn wird Aufsichtsratschef von Bertelsmann. In: Spiegel. 30. August 2012, abgerufen am 28. November 2019.</ref> Seit 2021 ist er auch Vorsitzender des Lenkungsausschusses der Bertelsmann Verwaltungsgesellschaft (BVG) und übt zudem das Amt des Familiensprechers in der BVG aus.<ref name="Thronfolge">Isabell Hülsen, Alexander Kühn, Anton Rainer: Liz Mohn und die Medien-Dynastie: Die Bertelsmann-Königin klärt ihre Thronfolge. In: Spiegel. 11. Juni 2021 (spiegel.de [abgerufen am 15. Juni 2021]).</ref> Darüber hinaus ist Mohn Vorstandsvorsitzender der Reinhard Mohn Stiftung und sitzt im Kuratorium der Bertelsmann Stiftung.<ref>Ludger Osterkamp: In der Tradition seines Vaters. In: Neue Westfälische. 7. Dezember 2011.</ref>

Familie

Mohn ist eines von sechs Kindern des 2009 verstorbenen Medienunternehmers Reinhard Mohn.<ref>Matthew Karnitschnig: Die komplizierte Romanze der Liz Mohn. In: Tagesspiegel. 8. Dezember 2003 (tagesspiegel.de [abgerufen am 28. November 2019]).</ref> Seine Mutter Liz Mohn war bis 2021 Vorsitzende der Bertelsmann Verwaltungsgesellschaft.<ref name="Medienmonarchie">Bertelsmann: Medienmonarchie aus Gütersloh. In: Handelsblatt. 30. Januar 2011, abgerufen am 28. November 2019.</ref> Die Eltern hatten im Jahr 1982 geheiratet.<ref>Liz Mohn: Mit den Augen einer Mutter. In: Welt am Sonntag. 7. Januar 2001, S. 39.</ref><ref>Thomas Schuler: Die Stimme ihres Herrn. In: Berliner Zeitung. 17. Oktober 2009, S. 3.</ref> Anschließend adoptierte Reinhard Mohn die gemeinsamen Kinder Brigitte, Christoph und Andreas.<ref>Günther Bähr, Tatjana Meier: Szenen einer Ehe. In: Focus. 8. Dezember 2003, S. 188.</ref><ref>Günther Bär: Konzerne: „Reinhard kann jetzt nicht“. In: Focus. 22. März 2004.</ref>

Christoph Mohn ist mit der indischen Mathematikerin Shobhna Mohn verheiratet, die er während des Studiums kennenlernte.<ref>Persönlich: Christoph Mohn. In: Neue Westfälische. 3. Dezember 2016, S. 7.</ref> Das Ehepaar hat drei Töchter.<ref>Die siebte Generation wird Teilhaber bei Bertelsmann. Christoph Mohns Kinder kommen in den Medienkonzern. In: Börsenblatt. 16. Januar 2011, abgerufen am 28. November 2019.</ref>

Laufbahn

Nach dem Abitur am Städtischen Gymnasium in Gütersloh leistete Christoph Mohn Wehrdienst.<ref name="Munzinger" /> 1985 nahm er ein Studium der Betriebswirtschaftslehre mit Schwerpunkt Marketing an der Westfälischen Wilhelms-Universität in Münster auf.<ref>Hans-Peter Siebenhaar: Der andere Bertelsmann. In: Handelsblatt. 22. März 2006, S. 13.</ref>

Seine berufliche Laufbahn begann Mohn 1992 zunächst bei der Bertelsmann Music Group in Hongkong und New York City.<ref>Heidi Rohde: Große Fußstapfen auszufüllen. In: Börsen-Zeitung. 14. Juli 2001, S. 14.</ref> Nach drei Jahren wechselte Mohn zur Unternehmensberatung McKinsey & Company nach Düsseldorf.<ref>Hans-Peter Siebenhaar: Der Konteradmiral. In: Handelsblatt. 15. Dezember 2003, S. 16.</ref> Dort beschäftigte sich Mohn mit Entwicklungen im Zusammenhang mit dem Internet und neuen Medien.<ref>Thomas Nonnast: Familienbande aus Gütersloh. In: Handelsblatt. 27. November 2000, S. 2.</ref> 1996 kehrte er nach Gütersloh zurück und arbeitete für den Geschäftsbereich Multimedia bei Bertelsmann,<ref>Thomas Schuler: Der Sohn des Patriarchen. In: Berliner Zeitung. 10. April 2003, S. 15.</ref> der damals unter der Leitung von Thomas Middelhoff stand.<ref>Bertelsmann will mit Multimedia Milliarden umsetzen. In: Welt. 27. Februar 1996 (welt.de [abgerufen am 28. November 2019]).</ref> Als Vizepräsident der Tochtergesellschaft Telemedia wirkte Mohn am Einstieg in das Internetgeschäft mit.<ref name="Munzinger" />

Lycos Europe

Mohn unterstützte die Gründung eines Gemeinschaftsunternehmens von Bertelsmann und Lycos.<ref>Thomas Schuler: Der Sohn des Patriarchen. In: Berliner Zeitung. 10. April 2003, S. 15.</ref> 1997 rückte er an die Spitze von Lycos Europe.<ref>Jungunternehmer: Selbst ist der Sohn. In: Focus Money. 16. November 2000, S. 150–155.</ref> Unter seiner Leitung führten die beteiligten Konzerne ihre Websuchmaschine zusammen.<ref>Bertelsmann und Lycos legen Suchmaschinen zusammen. In: Neue Zürcher Zeitung. 29. September 1999, S. 27.</ref> Außerdem wurde eine der ersten Internet-Flatrates auf den Markt gebracht.<ref>Lycos Europe plant Börsengang. In: Spiegel. 22. November 1999, S. 116.</ref>

Im Jahr 2000 führte Mohn das Unternehmen an die Börse.<ref>Reimer Hauke: Neuemissionen: Lex Lycos. In: WirtschaftsWoche. 16. März 2000, S. 238.</ref> Infolge des Kursverfalls nach dem Zusammenbruch der Dotcom-Blase leitete Mohn eine Restrukturierung ein, die jedoch erfolglos blieb.<ref>Heidi Rohde: Vom Schwergewicht zum Penny Stock. In: Börsen-Zeitung. 14. Juli 2001, S. 14.</ref><ref>Lycos Isn't Top Dog – but Sniffed out the Way to Survive. In: Telegraph. 7. April 2005, abgerufen am 28. Februar 2019 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> 2008 beschlossen die Eigentümer, Lycos Europe abzuwickeln.<ref>Jennifer Lachmann: Internetportal Lycos Europe gibt auf. In: Financial Times Deutschland, 27. November 2008, S. 4.</ref> Daraufhin trat Mohn im Jahr 2009 als Vorstandsvorsitzender zurück.<ref>Lycos-Chef Christoph Mohn tritt zurück. In: Heise. 25. April 2009, abgerufen am 28. November 2019.</ref>

Bertelsmann

Von 2001 bis 2007 war Mohn Mitglied der Bertelsmann Verwaltungsgesellschaft.<ref name="Munzinger" /> Sie kontrolliert die Stimmrechte der an Bertelsmann mittelbar beteiligten Mitglieder der Familie Mohn und Stiftungen.<ref name="Medienmonarchie" /> Nach dem Tod von Reinhard Mohn im Jahr 2009 nahm er dessen Sitz in der Bertelsmann Verwaltungsgesellschaft ein.<ref>Hans-Peter Siebenhaar: Christoph Mohn: Seine zweite Chance. In: Handelsblatt. 12. Oktober 2009, S. 15.</ref> Er vertritt dort die sechste Generation.<ref>Arndt Ohler: Konzerneigner in sechster Generation. In: Financial Times Deutschland. 26. Mai 2008, S. 4.</ref>

Seit 2006 gehört Mohn den Aufsichtsräten von Bertelsmann an, was Spekulationen um einen Wechsel in den Vorstand beendete.<ref>Isabell Hülsen: Mohn wird Aufseher bei Bertelsmann. In: Financial Times Deutschland. 16. November 2006, S. 4.</ref> Gleichzeitig baute die Familie so ihren Einfluss auf Bertelsmann aus.<ref>Mohn rückt in Aufsichtsrat. In: Neue Westfälische. 16. November 2006.</ref> 2013 rückte Mohn schließlich zum Vorsitzenden der Aufsichtsräte auf.<ref>Christian Müssgens: Christoph Mohn: Ein Familienwächter für Bertelsmann. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 30. August 2012, abgerufen am 28. November 2019.</ref> In dieser Position unterstützte er die Transformation des Konzerns unter Führung des 2012 angetretenen Vorstandsvorsitzenden Thomas Rabe.<ref>Isabell Hülsen: Bertelsmann: Die Berufung. In: Spiegel. 3. September 2012, abgerufen am 28. November 2019.</ref>

Mit Erreichen der Altersgrenze von 80 Jahren schied Liz Mohn 2021 aus den Führungsgremien der Bertelsmann Verwaltungsgesellschaft aus. Daraufhin übernahm Christoph Mohn den Vorsitz des Lenkungsausschusses und das Amt des Familiensprechers in der BVG.<ref name="Thronfolge" />

Engagement

Im Jahr 2009 wurde Mohn Mitglied des Kuratoriums der gemeinnützigen Bertelsmann Stiftung.<ref>Bertelsmann: Liz Mohn hat nun alle Rechte. In: Tagesspiegel. 9. Oktober 2009, S. 31.</ref> Zusätzlich übernahm er 2010 den Vorstandsvorsitz der bereits 2006 errichteten Reinhard Mohn Stiftung.<ref>Hans-Peter Siebenhaar: Gütersloh streng vertraulich. In: Handelsblatt. 17. August 2010, S. 54.</ref><ref>Bernhard Hänel: Die Rückkehr des Christoph Mohn. In: Neue Westfälische. 25. Oktober 2011.</ref> Sie erinnert an das Lebenswerk von Reinhard Mohn und fördert Bildungsprojekte mit Schwerpunkt in Ostwestfalen-Lippe, um die Chancen von Kindern und Jugendlichen in der Region zu verbessern.<ref>Lothar Schmalen: Hilfe für schwache Schüler. In: Neue Westfälische. 4. Juni 2015, S. 4.</ref>

Darüber hinaus unterstützt Mohn als Business Angel und Investor Start-up-Unternehmen beim Aufbau Ihres Geschäfts.<ref>Martin Wocher: Die Deichbauer aus Nordrhein-Westfalen. In: Handelsblatt. 5. Oktober 2016, abgerufen am 28. Februar 2019.</ref>

Weblinks

Commons: Christoph Mohn – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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