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Teleradiologie

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Teleradiologie ist ein Vorgang, bei dem radiologische Untersuchungen ohne Anwesenheit eines im Strahlenschutz fachkundigen Arztes durchgeführt werden. Das Bildmaterial wird stattdessen über eine Telekommunikationseinrichtung an einen entfernten Ort übertragen, wo der Radiologe sie beurteilt. Zur Übertragung werden in der Regel DICOM-Protokolle verwendet.

In Deutschland sind teleradiologische Einrichtungen und Leistungen nach dem Strahlenschutzgesetz (bzw. früher nach der Röntgenverordnung) genehmigungspflichtig. Da für die Anwendung ionisierender Strahlung eine rechtfertigende Indikation erforderlich ist, die nur ein fachkundiger Arzt im unmittelbaren Kontakt mit dem Patienten stellen kann, sollen solche Genehmigungen die Ausnahme bleiben, beispielsweise für dringende Untersuchungen in kleinen Krankenhäusern nachts und an Wochenenden.<ref>Till Sebastian Wipperfürth: Teleradiologie nach dem neuen Strahlenschutzrecht (Teil 1). In: Radiologen Wirtschafts Forum. 30. Juli 2020, abgerufen am 20. Januar 2022.</ref>

Die verwendeten Geräte, Leitungen und Übertragungsprotokolle müssen das Medizinproduktegesetz und DIN 6868-159 einhalten. §14 StrSchG und §123 der Strahlenschutzverordnung legen weitere Einzelheiten fest. Ein Arzt mit Kenntnissen im Strahlenschutz muss persönlich anwesend sein und die Informationen erheben, nach denen dann der fachkundige Teleradiologe telefonisch die Indikation stellt. Vor Ort kann dies beispielsweise der diensthabende Chirurg mit Kenntniskurs sein (im Strahlenschutzrecht sind „Kenntnisse“ nicht gleichwertig mit „Fachkunde“). Die Untersuchung darf nur durch MTRA durchgeführt werden.

Bei Telekonsultationen ist der verantwortliche Radiologe am Ort der Durchführung, holt aber bei schwierig zu diagnostizierenden oder zweifelhaften Fällen zur Befundung eine weitere Meinung ein, beispielsweise die eines Spezialisten an einer Universitätsklinik. Es gibt für solche Kooperationen keine besonderen gesetzlichen Vorschriften, sie richten sich nach dem ärztlichen Berufsrecht. In Deutschland sind radiologische Zweitmeinungen keine Versicherungsleistung.

Telesonografie

Ein spezielles Anwendungsfeld der Teleradiologie ist die Telesonografie. Dabei wird eine Ultraschalluntersuchung durch eine unerfahrene Person vor Ort durchgeführt, während ein entfernter Experte den Untersuchungsablauf in Echtzeit über eine audiovisuelle Verbindung anleitet und diagnostische Hinweise gibt.<ref>Vorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/Name: Telesonography in emergency medicine: A systematic review. In: PLOS ONE. 13. Jahrgang, Nr. 5, Vorlage:Cite book/Date, doi:10.1371/journal.pone.0194840 (Vorlage:Cite book/URL [abgerufen am -06-]).Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2</ref>

Diese Methode wurde bereits in verschiedenen anspruchsvollen Einsatzumgebungen erprobt – unter anderem in einem Rettungshubschrauber,<ref>Vorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/Name: Ascending with ultrasound: telementored eFAST in flight—a feasibility study. In: Emergency Radiology. Vorlage:Cite book/Date, doi:10.1007/s10140-023-02186-x (Vorlage:Cite book/URL [abgerufen am -06-]).Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2</ref> auf der Internationale Raumstation<ref>Vorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/Name: FAST at MACH 20: clinical ultrasound aboard the International Space Station. In: The Journal of Trauma. 58. Jahrgang, Nr. 1, Vorlage:Cite book/Date, S. 35–39, doi:10.1097/01.ta.0000145083.47032.78, PMID 15674147 (Vorlage:Cite book/URL [abgerufen am -06-]).Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2</ref> sowie am Mount Everest.<ref>Vorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/Name: Into thin air: extreme ultrasound on Mt Everest. In: Wilderness & Environmental Medicine. 20. Jahrgang, Nr. 3, Vorlage:Cite book/Date, S. 283–289, doi:10.1580/08-WEME-BR-228R2.1, PMID 19737030 (Vorlage:Cite book/URL [abgerufen am -06-]).Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2</ref>

Im Jahr 2018 wurde im Rahmen eines Pilotprojekts unter Beteiligung der Bundeswehr die technische und medizinische Machbarkeit der Telesonografie über große Entfernungen erfolgreich demonstriert.<ref>Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Telesonografie: Untersucher am Ultraschallkopf in Kabul – Experte in Deutschland.] In: Deutsches Ärzteblatt. , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 6. August 2025.Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref> Dabei wurden hochauflösende Ultraschallbilder in Echtzeit über gesicherte Datenleitungen zwischen mehreren sanitätsdienstlichen Standorten übertragen. Der Experte konnte über Video- und Audioverbindung die Untersuchung direkt anleiten und die Bildgebung bewerten, auch wenn die vor Ort Untersuchenden nur wenig Erfahrung mit Ultraschall hatten. Dabei wurden hochauflösende Ultraschallbilder in Echtzeit über gesicherte Datenleitungen zwischen mehreren sanitätsdienstlichen Standorten übertragen. Der Experte konnte über Video- und Audioverbindung die Untersuchung direkt anleiten und die Bildgebung bewerten, auch wenn die vor Ort Untersuchenden nur wenig Erfahrung mit Ultraschall hatten.

Die Telesonografie ermöglicht damit den ortsunabhängigen Zugriff auf sonografische Fachkompetenz – insbesondere in schwer zugänglichen oder infrastrukturell unterversorgten Regionen – und trägt zugleich zur praktischen Aus- und Weiterbildung medizinischen Personals bei.

Übertragene Datenmengen

Verfahren Typische Bildauflösung Kilobyte pro Bild (verlustfrei komprimiert) Bilder pro Untersuchung Megabyte pro Untersuchung
Röntgen Thorax 2048 × 2400 × 16 ca. 1600 1 oder 2 1,6 oder 3,2
CT 512 × 512 × 16 200 500 bis 1000 100 bis 200
MRT 256 × 256 × 8 20 50 bis 200 1 bis 4

Siehe auch

Literatur

  • C. Rosenberg, K. Kroos, B. Rosenberg, N. Hosten, S. Flessa: Teleradiology from the provider’s perspective-cost analysis for a mid-size university hospital. In: European radiology, April 2013, ISSN 1432-1084. doi:10.1007/s00330-013-2810-5. PMID 23604799.
  • C. Rosenberg, S. Langner, B. Rosenberg, N. Hosten: [Medical and legal aspects of teleradiology in Germany]. In: RöFo: Fortschritte auf dem Gebiete der Röntgenstrahlen und der Nuklearmedizin. Band 183, Nummer 9, September 2011, S. 804–811, ISSN 1438-9010. doi:10.1055/s-0031-1273220. PMID 21442556. (Review).
  • C. Rosenberg, K. Kroos, B. Rosenberg, N. Hosten, S. Flessa: Wirtschaftliche und rechtliche Aspekte der Teleradiologie in Vorpommern (POMERANIA-Projekt). In: F. J. Bartmann, M. Blettner, P. U. Heuschmann (Hrsg.): Telemedizinische Methoden in der Patientenversorgung. Report Versorgungsforschung, Deutscher Ärzteverlag, 2011, ISBN 978-3-7691-3494-0

Weblinks

Einzelnachweise

<references />