Henner Wittling
Henner Wittling (* 8. November 1946 in Oberlinxweiler, Saarland; † 25. Januar 2026<ref>Früherer Bildungsminister Henner Wittling gestorben. In: sr.de. 7. Februar 2026, abgerufen am 7. Februar 2026.</ref>) war ein deutscher Politiker (SPD), Jurist und Manager in der Stahlindustrie.<ref name="HW01">Henner Wittling. Politiker, Jurist. In: www.archivportal-d.de. Landesarchiv Baden-Württemberg, abgerufen am 26. April 2024.</ref> Von 1996 bis 1999 gehörte er als Bildungs- und Wissenschaftsminister der saarländischen Landesregierung an.
Biografie
Nach dem Abitur studierte Wittling Rechtswissenschaften an der Universität des Saarlandes in Saarbrücken sowie an der Georg-August-Universität in Göttingen. Von 1975 bis 1983 war er Richter in Nordrhein-Westfalen. 1983 wurde er abgeordnet ins Bundesjustizministerium mit den Arbeitsschwerpunkten Allgemeine Verwaltung, Staatshaftungsrecht und Verteidigung.
Nach dem Wahlsieg der saarländischen SPD im Jahre 1985 wurde er von Ministerpräsident Oskar Lafontaine (SPD) zum Staatssekretär im Innenministerium berufen. Im März 1991 wechselte er als Staatssekretär ins Ministerium für Finanzen. Im November 1994 wurde er erneut zum Staatssekretär im Ministerium für Wirtschaft und Finanzen mit der Zuständigkeit für den Finanzbereich berufen. In dieser Zeit prägte Wittling maßgeblich die Finanzpolitik der Regierung Lafontaine. Darin fällt auch der größte politische Erfolg Wittlings. Er gilt als maßgeblich beteiligt an der erfolgreichen Klage des Saarlandes vor dem Bundesverfassungsgericht auf weitere Finanzhilfen des Bundes („Teilentschuldung“).
Im März 1996 wurde Wittling Chef der Staatskanzlei des Saarlandes. Am 18. September 1996 wurde er als Nachfolger von Diether Breitenbach (SPD) vor dem Landtag als Minister für Bildung, Kultur und Wissenschaft vereidigt. Er gehörte dem Kabinett Lafontaine III und 1998/1999 dem Kabinett Klimmt an. Als Minister für Bildung, Kultur und Wissenschaft berief der als durchsetzungsfähig geltende Wittling gemeinsam mit dem rheinland-pfälzischen Wissenschaftsminister Jürgen Zöllner (SPD) im Februar 1997 eine Sachverständigenkommission, die eine Strukturreform der Universität des Saarlandes vorbereiten sollte. Die Sachverständigenkommission erarbeitete unter der Leitung von Dieter Simon ein Gutachten, das im März 1998 in Saarbrücken vorgestellt wurde. In diesem Gutachten wurden zwei Zielsetzungen verfolgt, nämlich die Systemevaluation des Hochschulbereichs der Region Saarland-Trier-Westpfalz und die Entwicklung eines tragfähigen Konzeptes für die Universität des Saarlandes.<ref name="HW02">Christian Füller: Aus für Soziologie an der Saar. Lafontaine-Kabinett schafft ein Dutzend Fächer an Uni Saarbrücken ab. In: taz.de. taz. die tageszeitung, 6. Juni 1998, abgerufen am 26. April 2024.</ref>
Von November 1999 bis Juni 2002 war Wittling unter den Bundesministern Reinhard Klimmt (SPD) und Kurt Bodewig (SPD) als beamteter Staatssekretär im Bundesministerium für Verkehr, Bau- und Wohnungswesen.<ref name="HW03">Christian Füller: Vertrag. (PDF; 47 kB) Folgevereinbarung für Sonderbelastungen. In: www.berlin.de. 29. März 2001, abgerufen am 26. April 2024.</ref> Vom 1. Juli 2002 bis zum 30. Juni 2007 war er Vorstandsmitglied und Arbeitsdirektor der Saarstahl AG (Völklingen).
Bis zum 19. Februar 2014 war er zum Richter am Verfassungsgerichtshof des Saarlandes bestellt. Zudem war Wittling Vorsitzender des Aufsichtsrates der SHS Stahl-Holding-Saar, Mitglied des Aufsichtsrates der Saarstahl AG (2. stv. Vorsitz) und Mitglied des Kuratoriums der Montanstiftung Saar.
Am 25. Januar 2026 starb Henner Wittling im Alter von 79 Jahren.
Einzelnachweise
<references />
Emil Straus | Eugen Meyer | Franz Singer | Johannes Hoffmann | Paul Schütz | Egon Reinert | Franz-Josef Röder | Werner Scherer | Josef Jochem | Wolfgang Knies | Gerhard Zeitel | Diether Breitenbach | Marianne Granz | Henner Wittling | Jürgen Schreier | Annegret Kramp-Karrenbauer | Klaus Kessler | Ulrich Commerçon | Christine Streichert-Clivot
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Wittling, Henner |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Politiker (SPD), Jurist und Manager in der Stahlindustrie |
| GEBURTSDATUM | 8. November 1946 |
| GEBURTSORT | Sankt Wendel-Oberlinxweiler, Saarland |
| STERBEDATUM | 25. Januar 2026 |
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- Kultusminister (Saarland)
- Staatssekretär (Saarland)
- Beamteter Staatssekretär (Bundesrepublik Deutschland)
- Richter (Verfassungsgerichtshof des Saarlandes)
- Absolvent der Universität des Saarlandes
- SPD-Mitglied
- Deutscher
- Saarländer
- Geboren 1946
- Gestorben 2026
- Mann
- Aufsichtsratsvorsitzender (Deutschland)
- Manager (Montanindustrie)
- Manager (Deutschland)
- Wissenschaftsminister (Deutschland)