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Biskirchen

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Biskirchen
Stadt Leun
Koordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(1569)&title=Biskirchen 50° 32′ N, 8° 19′ OKoordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(1569) 50° 31′ 58″ N, 8° 18′ 48″ O
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Höhe: 153 m
Fläche: 6,38 km²<ref name="DF" />
Einwohner: 1569 (30. Juni 2022)<ref name="DF">Zahlen und Fakten. In: Internetauftritt. Stadt Leun, abgerufen am 4. März 2023.</ref>
Bevölkerungsdichte: 246 Einwohner/km²
Eingemeindung: 31. Dezember 1971
Postleitzahl: 35638
Vorwahl: 06473
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Biskirchen ist der nach Einwohnerzahl zweitgrößte Stadtteil der Stadt Leun im mittelhessischen Lahn-Dill-Kreis.

Geografie

Biskirchen liegt im Lahntal zwischen Wetzlar und Weilburg am südöstlichen Rand des Westerwaldes. Durch den Ort fließt der Ulmbach, der in die Lahn mündet. Biskirchen ist daher von jeher Ausgangspunkt für das Ulmtal.

Nachbarorte
Bissenberg
2 km
Stockhausen
2 km
Niedershausen
7 km
Kompassrose, die auf Nachbargemeinden zeigt Tiefenbach
5 km
Löhnberg
5 km
Datei:Biskirchen (Luftbild).jpg
Luftbild des Ortes Biskirchen (Leun)

Geschichte

Ortsgeschichte

Biskirchen, 1245 wurde soweit bekannt erstmals in den Akten des Fürstlichen Archivs Braunfels urkundlich erwähnt, ist ein typisches Haufendorf mit alter Bausubstanz und verwinkelten Straßen und Gassen. Der gesamte Ortskern ist als Gesamtanlage denkmalgeschützt.

Der Name Biskirchen (im Mittelalter „Bischofskirchen“) stammt von einer ehemals im Ortsgebiet gelegenen Kirche (Bischofskirche), die auf den ursprünglichen Grundherrn und Kirchenstifter Bischof Rudolf I. von Würzburg (892–908), einem Bruder König Konrads I., zurückzuführen ist. Dieser soll die Kirche dem Stift Gemünden im Westerwald geschenkt haben, das von seinem Großvater Gebhard gegründet worden war. Die Kirche ging später vom Stift an die Herren von Runkel und Westerburg über, die seit dem 13. Jahrhundert als Patronatsherren bezeugt sind.<ref> Handbuch der historischen Stätten Deutschlands, Hessen, 3. überarbeitete Aufl., S. 54</ref> Die Kirche lag in der hochwassergefährdeten Lahnniederung am Fuße der das Dorf tragenden Erhebung und wurde 1871 abgebrochen und durch eine neue Kirche ersetzt.

Hessische Gebietsreform (1970–1977)

Im Zuge der Gebietsreform in Hessen fusionierten die bis dahin selbständigen Gemeinden Biskirchen, Bissenberg, Stockhausen sowie die Stadt Leun zum 31. Dezember 1971 auf freiwilliger Basis zur erweiterten Stadt Leun.<ref name="DEZ71">Gemeindegebietsreform in Hessen; Zusammenschlüssen und Eingliederungen von Gemeinden vom 21. Dezember 1971. In: Der Hessische Minister des Inneren (Hrsg.): Staatsanzeiger für das Land Hessen. 1972 Nr. 3, S. 84, Punkt 93 Abs. 14 (Vorlage:HessAmtsBL/LinkText [PDF; 6,0 MB]).</ref><ref>Vorlage:BibOCLC</ref> Für die ehemals eigenständigen Gemeinden von Leun wurde je ein Ortsbezirk gebildet.<ref name="HS">Hauptsatzung. (PDF; 211 kB) § 5. In: Webauftritt. Stadt Leun, abgerufen im Februar 2024.</ref>

Verwaltungsgeschichte im Überblick

Die folgende Liste zeigt die Staaten und Verwaltungseinheiten,<ref group="Anm.">Bis zur Trennung der Rechtsprechung von der Verwaltung waren die Ämter und frühen Gerichte sowohl Gericht als auch Verwaltungsorgan.</ref> denen Biskirchen angehört(e):<ref name="lagis" /><ref>Vorlage:Verwaltungsgeschichte.de</ref>

Bevölkerung

Einwohnerstruktur 2011

Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag, dem 9. Mai 2011, in Biskirchen 1485 Einwohner. Darunter waren 45 (3,0 %) Ausländer. Nach dem Lebensalter waren 258 Einwohner unter 18 Jahren, 630 zwischen 18 und 49, 306 zwischen 50 und 64 und 291 Einwohner waren älter.<ref name="Z2011E" /> Die Einwohner lebten in 624 Haushalten. Davon waren 165 Singlehaushalte, 174 Paare ohne Kinder und 201 Paare mit Kindern, sowie 72 Alleinerziehende und 9 Wohngemeinschaften. In 120 Haushalten lebten ausschließlich Senioren und in 411 Haushaltungen lebten keine Senioren.<ref name="Z2011E" />

Einwohnerentwicklung

Biskirchen: Einwohnerzahlen von 1834 bis 2018
Jahr  Einwohner
1834
  
601
1840
  
591
1846
  
668
1852
  
651
1858
  
644
1864
  
660
1871
  
589
1875
  
557
1885
  
594
1895
  
645
1905
  
733
1910
  
748
1925
  
813
1939
  
920
1946
  
1.195
1950
  
1.192
1956
  
1.135
1961
  
1.173
1967
  
1.242
1970
  
1.303
1980
  
?
1990
  
?
2000
  
?
2011
  
1.485
2016
  
1.571
2018
  
1.525
Datenquelle: Histo­risches Ge­mein­de­ver­zeich­nis für Hessen: Die Be­völ­ke­rung der Ge­mei­nden 1834 bis 1967. Wies­baden: Hes­sisches Statis­tisches Lan­des­amt, 1968.
Weitere Quellen: LAGIS<ref name="lagis" />; Zensus 2011<ref name="Z2011E" />; Stadt Leun<ref name="EW" />

Historische Religionszugehörigkeit

• 1834: 477 evangelische (= 95,21 %), ein katholischer (= 0,20 %), 23 jüdische (= 4,59 %) Einwohner<ref name="lagis" />
• 1961: 1032 evangelische (= 87,98 %), 139 katholische (= 11,85 %) Einwohner<ref name="lagis" />

Politik

Für Biskirchen besteht ein Ortsbezirk (Gebiete der ehemaligen Gemeinde Biskirchen) mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher nach der Hessischen Gemeindeordnung.<ref name="HS" /> Der Ortsbeirat besteht aus fünf Mitgliedern. Bei den Kommunalwahlen in Hessen 2021 betrug die Wahlbeteiligung zum Ortsbeirat 49,23 %. Dabei wurden gewählt: ein Mitglied der SPD und jeweils zwei Mitglieder der CDU und der „Freien Wählergemeinschaft Leun“ (FWG).<ref>Ortsbeiratswahl Biskirchen. In: Votemanager. Stadt Bad Homburg, abgerufen im Februar 2024.</ref> Der Ortsbeirat wählte Andreas Metzger (FWG) zum Ortsvorsteher.<ref>Ortsbeirat Biskirchen. In: Webauftritt. Stadt Leun, abgerufen im Februar 2024.</ref>

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Zitate

Der Biskirchener Heimatdichter Friedrich Zutt (1899–1988) widmete seinem Geburtsort das Biskirchener Heimatlied, in dem er speziell Bezug auf den Reichtum an Mineralquellen nimmt. Das von Musikdirektor Heinrich Blaß vertonte Lied wurde 1972 von der Sängervereinigung Borussia-Sängergruß Biskirchen uraufgeführt.

Vereine

Größter Verein in Biskirchen ist die Turn- und Sportgemeinde Biskirchen e. V.

Bauwerke

An die vermutlich in ottonischer Zeit (um 900) erbaute „Bischofskirche“, die namensgebend war für den Ort, erinnert nur noch eine Gedenkstätte (50° 31′ 49″ N, 8° 18′ 48,3″ O

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  }}). Bauliche Reste wurden im Jahre 1939 wissenschaftlich untersucht (Dr. Helmut Schoppa), um die Bauzeit der Kirche festzustellen.<ref>Heimatkundlicher Arbeitskreis Biskirchen e. V., Biskirchener Heimatkalender 2012, Leun 2011, Seite 21</ref> Die nach dem Zweiten Weltkrieg entstandene Umgehungsstraße führt über den Standort der alten Kirche, an die ein 1884 von Pfarrer Karl Wetz errichteter Obelisk an der ehemaligen Friedhofsmauer zwischen Umgehungsstraße und Bahnstrecke erinnert. In der alten Bischofskirche befand sich auch einst eine Orgel aus der Werkstatt von Johann Georg Bürgy aus dem Jahre 1822, die 1872 nach Daubhausen verkauft wurde.

Die 1868 bis 1870 unter Beteiligung des berühmten Architekten Friedrich August Stüler erbaute neugotisch-romanische Nachfolgerin der altehrwürdigen Bischofskirche dominiert heute das Ortsbild.

Eine Besonderheit stellt die heimische Mineralbrunnenindustrie dar (Westerwaldquelle, Heilquelle Karlssprudel sowie die früheren Brunnenbetriebe St. Georgsquelle und Gertrudisbrunnen).

Wahrzeichen des Leuner Stadtteils ist das Brunnenhaus des staatlich anerkannten Gertrudisbrunnen (1601 als „Wilder Brunnen“ bezeichnet), der zwischen 1874 und 1966 wirtschaftlich genutzt wurde zur Herstellung von Erfrischungsgetränken mit dem Namen „Biski“.

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Das Dolle Dorf

Am 7. April 2022 wurde Biskirchen vom Hessischen Rundfunk als "Dolles Dorf" porträtiert. Die am Abend des 9. April ausgestrahlte Hessenschau brachte Biskirchen einem Millionenpublikum nahe.

Infrastruktur

In Biskirchen befindet sich die zentrale Grundschule für die umliegenden Orte Biskirchen, Bissenberg und Stockhausen. Der Ort besitzt eine Abfahrt an der Bundesstraße 49.

Persönlichkeiten

Literatur

Weblinks

Commons: Biskirchen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Anmerkungen und Einzelnachweise

Anmerkungen <references group="Anm." />

Einzelnachweise <references> <ref name="lagis">Biskirchen, Lahn-Dill-Kreis. Historisches Ortslexikon für Hessen. (Stand: 24. November 2016). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).</ref> <ref name="PR"> Vorlage:BibOCLC </ref> <ref name="Z2011E">Ausgewählte Daten über Bevölkerung und Haushalte am 9. Mai 2011 in den hessischen Gemeinden und Gemeindeteilen. (PDF; 1,1 MB) In: Zensus 2011. Hessisches Statistisches Landesamt, S. 16 und 54, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 27. Oktober 2020;. </ref> <ref name="EW">Einwohnerzahlen der Stadt Leun aus Webarchiv. </ref> </references>

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