Tiefenbach (Braunfels)
Tiefenbach Stadt Braunfels
| ||||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Das Ortswappen bitte nur als Dateipfad angeben! | ||||||
| Koordinaten: | Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(1094)&title=Tiefenbach 50° 32′ N, 8° 20′ O
{{#coordinates:50,532222222222|8,3363888888889|primary
|
dim=10000 | globe= | name=Tiefenbach | region=DE-Vorlage:Deutsches Bundesland/Code | type=city
}} |
| Höhe: | 151 m ü. NHN | |||||
| Fläche: | 7,2 km²<ref name="DF">Statistische Daten Tiefenbach. In: Internetauftritt. Stadt Braunfels, abgerufen im Februar 2024.</ref> | |||||
| Einwohner: | 1094 (31. Dez. 2022)<ref name="DF" /> | |||||
| Bevölkerungsdichte: | 152 Einwohner/km² | |||||
| Eingemeindung: | 31. Dezember 1971 | |||||
| Postleitzahl: | 35619 | |||||
| Vorwahl: | 06473 | |||||
Lage von Tiefenbach in Braunfels
| ||||||
Tiefenbach ist ein Stadtteil von Braunfels im mittelhessischen Lahn-Dill-Kreis.
Geografische Lage
Der Ort liegt in den nördlichen Ausläufern des Taunus, nordwestlich der Kernstadt von Braunfels und unweit der Lahn. Tiefenbach liegt in einem Tal, das teilweise von Wald umgeben ist. In der Tiefenbacher Gemarkung entspringt der Lindelbach, der das Dorf verrohrt durchfließt und nordwestlich, unweit der Siedlungsgrenze in die Lahn mündet. Die nächste größere Stadt ist Wetzlar, die etwa 14 Kilometer entfernt liegt.
Geschichte
Ortsgeschichte
Tiefenbach wurde erstmals im Jahr 1245 als Difenbach<ref>Kop. XV. Jh. Lich, Rotes Buch fol. 202 v, vgl. hierzu Solmser Urkunden 1 S. XII. Abbildung in: Tiefenbacher Chronik S. 13</ref> urkundlich erwähnt, als Graf Heinrich I. von Solms von dem Adligen Volpert von Gemünden dessen Güter im Ort kauft. Diese Ersterwähnung ist gleichzeitig die der Stadt Braunfels, da in der Verhandlung auch erstmals der Name Brunenvelß genannt wird.
Während des Dreißigjährigen Krieges wird der Ort sowohl von spanischen (1621) und kaiserlichen (1622), als auch (1634) von schwedischen Truppen überfallen, die Bewohner werden ausgeraubt. Gegen Ende des Dreißigjährigen Krieges war die Ortschaft schließlich nicht mehr bewohnt, da die Einwohner nach Braunfels geflohen waren.
- Hessische Gebietsreform (1970–1977)
Im Zuge der Gebietsreform in Hessen fusionierten zum 31. Dezember 1971 die bis dahin selbstständige Gemeinden Tiefenbach, Bonbaden, Neukirchen und die Stadt Braunfels auf freiwilliger Basis zur erweiterten Stadt Braunfels.<ref name="DEZ71">Gemeindegebietsreform in Hessen; Zusammenschlüssen und Eingliederungen von Gemeinden vom 21. Dezember 1971. In: Der Hessische Minister des Inneren (Hrsg.): Staatsanzeiger für das Land Hessen. 1972 Nr. 3, S. 84, Punkt 93 Abs. 15 (Vorlage:HessAmtsBL/LinkText [PDF; 6,0 MB]).</ref><ref>Vorlage:BibOCLC</ref> Alle eingegliederten Gemeinden wurden Stadtteile. Für alle Stadtteile wurde je ein Ortsbezirke per Hauptsatzung gebildet.<ref name="HS">Hauptsatzung. (PDF; 350 kB) §; 5. In: Webauftritt. Stadt Braunfels, abgerufen im November 2021.</ref>
Verwaltungsgeschichte im Überblick
Die folgende Liste zeigt die Staaten und Verwaltungseinheiten,<ref group="Anm.">Bis zur Trennung der Rechtsprechung von der Verwaltung waren die Ämter und frühen Gerichte sowohl Gericht als auch Verwaltungsorgan.</ref> denen Tiefenbach angehört(e):<ref name="lagis" /><ref>Vorlage:Verwaltungsgeschichte.de</ref>
- vor 1806: Heiliges Römisches Reich, Fürstentum Solms-Braunfels, Anteil der Grafschaft Solms, Amt Braunfels
- ab 1806: Herzogtum Nassau,<ref group="Anm.">Mediatisierung infolge der Rheinbundakte.</ref> Amt Braunfels<ref group="Anm.">1815: Abtrennung der Justiz (standesherrliches Justizamt Braunfels).</ref>
- ab 1816: Königreich Preußen,<ref group="Anm.">Infolge der Beschlüsse des Wiener Kongresses.</ref> Provinz Großherzogtum Niederrhein, Regierungsbezirk Koblenz, Kreis Braunfels<ref name="PR" />
- ab 1822: Königreich Preußen, Rheinprovinz, Regierungsbezirk Koblenz, Kreis Wetzlar<ref group="Anm.">1848: Endgültige Trennung zwischen Justiz (Kreisgericht Wetzlar) und Verwaltung.</ref>
- ab 1866: Norddeutscher Bund,<ref group="Anm.">Der Norddeutsche Bund war der erste deutsche Bundesstaat unter der Führung Preußens. Er war die geschichtliche Vorstufe des Deutschen Reichs.</ref> Königreich Preußen, Rheinprovinz, Regierungsbezirk Koblenz, Kreis Wetzlar
- ab 1871: Deutsches Reich, Königreich Preußen, Rheinprovinz, Regierungsbezirk Koblenz, Kreis Wetzlar
- ab 1918: Deutsches Reich (Weimarer Republik), Freistaat Preußen, Rheinprovinz, Regierungsbezirk Koblenz, Kreis Wetzlar
- ab 1932: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, Kreis Wetzlar
- ab 1944: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Nassau, Kreis Wetzlar
- ab 1945: Amerikanische Besatzungszone,<ref group="Anm.">Infolge des Zweiten Weltkriegs.</ref> Groß-Hessen, Regierungsbezirk Wiesbaden, Kreis Wetzlar
- ab 1949: Bundesrepublik Deutschland, Land Hessen, Regierungsbezirk Wiesbaden, Kreis Wetzlar
- ab 1968: Bundesrepublik Deutschland, Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Kreis Wetzlar
- ab 1972: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Kreis Wetzlar, Stadt Braunfels<ref group="Anm.">Am 31. Dezember 1971 als Ortsbezirk zur Stadt Braunfels.</ref>
- ab 1977: Bundesrepublik Deutschland, Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Lahn-Dill-Kreis, Stadt Braunfels
- ab 1981: Bundesrepublik Deutschland, Land Hessen, Regierungsbezirk Gießen, Lahn-Dill-Kreis, Stadt Braunfels
Bevölkerung
Einwohnerentwicklung
| Tiefenbach: Einwohnerzahlen von 1834 bis 2021 | ||||
|---|---|---|---|---|
| Jahr | Einwohner | |||
| 1834 | 426 | |||
| 1840 | 503 | |||
| 1846 | 567 | |||
| 1852 | 579 | |||
| 1858 | 560 | |||
| 1864 | 609 | |||
| 1871 | 616 | |||
| 1875 | 625 | |||
| 1885 | 639 | |||
| 1895 | 695 | |||
| 1905 | 703 | |||
| 1910 | 724 | |||
| 1925 | 805 | |||
| 1939 | 837 | |||
| 1946 | 1.099 | |||
| 1950 | 1.041 | |||
| 1956 | 1.006 | |||
| 1961 | 977 | |||
| 1967 | 1.033 | |||
| 1970 | 1.039 | |||
| 1980 | ? | |||
| 1990 | ? | |||
| 2000 | ? | |||
| 2011 | 1.068 | |||
| 2021 | 1.120 | |||
| Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: Die Bevölkerung der Gemeinden 1834 bis 1967. Wiesbaden: Hessisches Statistisches Landesamt, 1968. Weitere Quellen: LAGIS<ref name="lagis" />; Gemeinde Braunfels<ref name="EW" />; Zensus 2011<ref name="Z2011E" /> | ||||
Einwohnerstruktur 2011
Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag, dem 9. Mai 2011, in Tiefenbach 1068 Einwohner. Darunter waren 39 (3,6 %) Ausländer. Nach dem Lebensalter waren 174 Einwohner unter 18 Jahren, 444 zwischen 18 und 49, 228 zwischen 50 und 64 und 222 Einwohner waren älter.<ref name="Z2011E" /> Die Einwohner lebten in 477 Haushalten. Davon waren 147 Singlehaushalte, 141 Paare ohne Kinder und 135 Paare mit Kindern, sowie 42 Alleinerziehende und 12 Wohngemeinschaften. In 99 Haushalten lebten ausschließlich Senioren und in 321 Haushaltungen lebten keine Senioren.<ref name="Z2011E" />
Historische Religionszugehörigkeit
| • 1834: | 409 evangelische (= 96,0 %), 17 jüdische (= 4,1 %) Einwohner<ref name="lagis" /> |
| • 1961: | 899 evangelische (= 92,02 %), 65 katholische (= 6,65 %) Einwohner<ref name="lagis" /> |
Politik
Für Tiefenbach besteht ein Ortsbezirk (Gebiete der ehemaligen Gemeinde Tiefenbach) mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher nach der Hessischen Gemeindeordnung.<ref name="HS" /> Der Ortsbeirat besteht aus fünf Mitgliedern. Bei den Kommunalwahlen in Hessen 2021 betrug die Wahlbeteiligung zum Ortsbeirat 55,02 %. Dabei wurden gewählt: drei Mitglieder der SPD und zwei Mitglieder der CDU.<ref>Ortsbeiratswahl Tiefenbach. In: Votemanager. Stadt Braunfels, abgerufen im Februar 2024.</ref> Der Ortsbeirat wählte Ute Dietrich (SPD) zur Ortsvorsteherin.<ref>Ortsbeirat Tiefenbach. In: Webauftritt. Stadt Braunfels, abgerufen im Februar 2024.</ref>
Kultur und Sehenswürdigkeiten
Weinbau
Seit 1994 wird in Tiefenbach wieder Wein angebaut. Der Weinberg befindet sich in Südhanglage am Ortsrand und gehört zur Großlage Lahntal im Weinbaugebiet Mittelrhein.
Bauwerke
-
Colonialwarenhandlung von Adam Pauly, Im Espchen 3, um 1920
-
Tiefenbacher Kirche (alte Wehrkirche), links die älteste Schule des Ortes (als solche genutzt 1684–1847)
-
Ehemalige Schule
-
Barocker Portalschmuck an der Kirche: Allianzwappen des Jahres 1714 des Grafenpaares Wilhelm Moritz zu Solms-Braunfels und Magdalene Sophie, einer geborenen Landgräfin zu Hessen-Homburg
-
Fachwerkhäuserzeile in der Mittelstraße
Verkehr
Der Ort liegt nahe der Bundesstraße 49 und besitzt eine eigene Ausfahrt. Sie ist über die K 380 zu erreichen, welche gleichzeitig die Hauptstraße von Tiefenbach ist und dort als Neue Kreisstraße und Am Hühnerberg geführt wird. Sie verläuft weiter Richtung Südosten und führt nach etwa 5 Kilometern auf die L 3451 am westlichen Rand der Kernstadt von Braunfels. Der nächstgelegene Bahnhof befindet sich im benachbarten Leun-Stockhausen.
Persönlichkeiten
- Gerhard Bökel (* 1946), wohnte als hessischer Innenminister und hessischer SPD-Fraktions- und Landesvorsitzender in Tiefenbach
- Manuel Möglich (* 1979), Journalist und Dokumentarfilmer, wuchs in Tiefenbach auf
Literatur
Weblinks
- Stadtteil Tiefenbach. In: Webauftritt der Stadt Braunfels.
- Tiefenbach, Lahn-Dill-Kreis. Historisches Ortslexikon für Hessen. In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).
Anmerkungen und Einzelnachweise
Anmerkungen <references group="Anm." />
Einzelnachweise <references> <ref name="lagis"> Tiefenbach, Lahn-Dill-Kreis. Historisches Ortslexikon für Hessen. (Stand: 24. August 2018). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS). </ref> <ref name="PR"> Vorlage:BibOCLC </ref> <ref name="EW"> Statistische Daten Tiefenbach. In: Webauftritt. Stadt Braunfels, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar); abgerufen im Dezember 2021. </ref> <ref name="Z2011E"> Ausgewählte Daten über Bevölkerung und Haushalte am 9. Mai 2011 in den hessischen Gemeinden und Gemeindeteilen. (PDF; 1,0 MB) In: Zensus 2011. Hessisches Statistisches Landesamt, S. 10 und 50, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 27. Oktober 2020. </ref> </references>