Zum Inhalt springen

Frank Gehry

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Dies ist die aktuelle Version dieser Seite, zuletzt bearbeitet am 29. April 2026 um 15:53 Uhr durch imported>Alinea (Änderungen von ~2026-26066-36 (Diskussion) auf die letzte Version von Schotterebene zurückgesetzt).
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)
Datei:Frank Gehry, Viljo Revell Centenary reception, 2010 (S2311 fl2969 it0089) (cropped).jpg
Frank Gehry, 2010

Frank Owen Gehry, CC [<templatestyles src="IPA/styles.css" />fɹæŋk ˈoʊən ˈɡɛəɹi] (* 28. Februar 1929 in Toronto; † 5. Dezember 2025 in Santa Monica;<ref>Frank Gehry im Alter von 96 Jahren in Los Angeles verstorben. In: faz.net. 5. Dezember 2025, abgerufen am 5. Dezember 2025.</ref> ursprünglich Frank Owen Goldberg<ref name=":0">Frank Gehry clears the air on fishy inspiration. Archiviert vom Vorlage:IconExternal am 31. Juli 2010; abgerufen am 7. Dezember 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref>Frank O. Gehry. In: Encyclopædia Britannica.</ref>) war ein kanadisch-US-amerikanischer Architekt und Designer, der ab 1947 in Kalifornien lebte. Er erhielt 1989 für seine dekonstruktivistische Architektur den Pritzker-Preis. Die New York Times nannte ihn 2009 den „höchstgepriesenen amerikanischen Architekten seit Frank Lloyd Wright“.<ref>Frank Gehry. In: New York Times, 9. Juni 2009: „Frank Gehry, the most acclaimed American architect since Frank Lloyd Wright…“.</ref> Sein 1997 fertiggestelltes und sehr expressiv gestaltetes Guggenheim-Museum Bilbao in Bilbao (Nordspanien) kurbelten Tourismus und Stadtentwicklung stark an, wodurch der Begriff Bilbao-Effekt geprägt wurde.<ref>Carsten Probst, deutschlandfunk 23. März 2013: Den Bilbao-Effekt lieber vergessen.</ref>

Leben

Datei:Gehry House - Image01.jpg
Gehrys Wohnhaus in Santa Monica

Frank Gehry war der Sohn von Irving und Thelma Goldberg, deren Eltern als Immigranten jüdisch-polnischer Herkunft ins Land kamen. Sein Vater betrieb bis zum staatlichen Verbot den Verkauf von Glücksspielmaschinen an die Bars in der Umgebung von Timmins im östlichen Ontario, das damals eine Goldgräberstadt war.<ref name="Linklater">Alexander Linklater: He is the world's biggest architect, so what took Frank Gehry from Bilbao to a Scottish hillside? The love of a woman. In: The Herald (Scotland), 13. September 2003.
“It was with her [Gehry's grandmother] that he would build little houses and cities out of scraps from his grandfather's hardware store. In 1997, Gehry told The New Yorker: That’s what I remembered, years later, when I was struggling to find out what I wanted to do in life.”</ref> Gehry kam als Frank Owen Goldberg zur Welt. Sein Großvater gab ihm zusätzlich den hebräischen Namen Ephraim, er gebrauchte diesen jedoch ausschließlich zu seiner Bar Mitzwa.<ref name=":0" /> Aus Abfällen des großväterlichen Eisen- und Haushaltswarenladens bastelte er als Junge seine ersten Häuser und Städte zusammen.<ref name="Linklater" /> An der University of Southern California (USC) in Los Angeles studierte Gehry Architektur bis 1954, sein Studium finanzierte er sich als Lkw-Fahrer.<ref name="Linklater" /> Lehrer war unter anderem Gregory Ain.<ref>Paul Goldberger: Building Art: The Life and Work of Frank Gehry. Knopf Doubleday Publishing Group, 2015, ISBN 978-1-101-87580-3. S. 73.</ref>

Seine erste Frau Anita war unglücklich mit seinem Nachnamen und schlug ihm daher gemeinsam mit ihrer Mutter 1954 vor, Goldberg in den weniger offensichtlich jüdischen Namen Gehry zu ändern, was er umgehend tat. Danach nahm er ein Zweitstudium für Stadtplanung an der Harvard Graduate School of Design auf. Ab 1962 betrieb er ein Architekturbüro in Los Angeles unter dem Namen Gehry Partners, LLP. Während der ersten Ehe (die 1968 geschieden wurde) bekam das Paar zwei Töchter.

Ab 1975 war Gehry mit der Panamaerin Berta Isabel Aguilera verheiratet.<ref>Valerie Bodden: Gehry. Creative Co., 2008, ISBN 978-1-58341-662-4, S. 16 in Google Bücher.</ref> Er hatte mit ihr zwei Söhne. Nach der Geburt ihres ersten Sohnes zog die Familie in ein größeres Haus aus den 1920er Jahren. Seine Frau ermutigte ihn, dieses Haus, die „Gehry Residence“ in Santa Monica, in dem die Familie bis zu seinem Tod wohnte, nach seinen Vorstellungen umzugestalten und zu erweitern. 1980 wurde das Gebäude vom American Institute of Architects (AIA) ausgezeichnet.<ref>Valerie Bodden: Gehry, Creative Co., 2008, S. 17.</ref>

Architektur

Zu Anfang seiner Karriere baute Gehry konventionell. Gegen Ende der 1970er Jahre veränderte er seine architektonische Formensprache, indem er begann, vermeintlich „ärmliche“ Materialien wie Sperrholz, Wellblech und im Möbelbau sogar Wellpappe einzusetzen; er nannte sie Cheapskate Architecture (Geizhals-Architektur).<ref>Jörg Restorff: Der die Wände zum Tanzen brachte. In: Rheinische Post, 8. Dezember 2025, S. D 1.</ref> Charakteristisch für Gehrys Baustil wurden abgewinkelte Ebenen, kippende Räume, umgekehrte Formen und eine gebrochene Geometrie. Seine Bauten haben, als typisch dekonstruktivistische Gebäude, einen collagenhaft aufgebauten Charakter, indem auseinanderstrebende Bauelemente verknüpft werden, die ein Ineinanderfließen der Räume realisieren sollen. Ebenso konzipierte er zahlreiche Möbel (siehe unten) und Inneneinrichtungen.

Bauten und Entwürfe

Datei:Gehry-Tower, Hannover.jpg
Gehry-Tower in Hannover
Datei:Gehry photo office buildings river bank façade 01 Düsseldorf Germany 2005-07-27.jpg
Neuer Zollhof im Düsseldorfer Medienhafen
Datei:Wfm stata center.jpg
Stata Center, Cambridge, Massachusetts, USA
Datei:Guggenheim-bilbao-jan05.jpg
Guggenheim-Museum, Bilbao, Spanien
Datei:Praag Ginger and Fred 2005 07 26.JPG
Tanzendes Haus in Prag
Datei:DSC09338 Frank Gehry Siedlung Schwanheim Goldstein.jpg
Sozialer Wohnungsbau in Frankfurt-Goldstein
Datei:Biomuseo of Panama.jpg
Biomuseo in Panama-Stadt
Datei:Energie-Forum-Innovation Bad-Oeynhausen. Frank O. Gehry.jpg
Energie-Forum-Innovation in Bad Oeynhausen
Datei:Gehry Las Vegas.jpg
Lou Ruvo Center for Brain Health in Las Vegas, Nevada/USA
Datei:Barcelona Frank Gehrys Peix.jpg
El Peix, Passeig Marítim de la Barceloneta (Port Olímpic), Barcelona
Datei:2011-08-17-MARTa-Herford 02.jpg
Marta Herford

In Planung

Möbel

1969–1972 entwarf Gehry die Kartonmöbelserie „Easy Edges“. Seit 1990 werden bei der US-amerikanischen Firma Knoll International seine Sitzmöbel aus gebogenem, sechs- bis neunlagig geklebtem Weißahornholz gefertigt. Zur Serie gehört auch der Cross Check Chair. Für den Leuchtenhersteller Belux entwarf Gehry 2005 die Leuchtenfamilie „Cloud“.

Bühnenbilder

2015 entwarf Gehry die Bühnenbilder für Glucks Oper Orfeo ed Euridice in einer Inszenierung der Berliner Staatsoper.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Frank Gehry wird Bühnenbildner in Berlin. (Memento vom 16. Februar 2023 im Internet Archive) In: Frankfurter Rundschau, 30. März 2015. Abgerufen am 11. Dezember 2025.</ref> 2021 schuf er die Bühnenbilder für die Oper Iphigenia von Wayne Shorter, die am Cutler Majestic Theatre in Boston uraufgeführt wurde.<ref>World Premiere of esperanza spalding and Wayne Shorter’s Opera, (Iphigenia). In: Harward Magazine, 18. November 2021, abgerufen am 13. Februar 2023.</ref>

Auszeichnungen (Auswahl)

Literatur (Auswahl)

  • Paul Goldberger: Building Art: The Life and Work of Frank Gehry. Alfred A. Knopf, New York, NY 2015, ISBN 978-0-307-70153-4. Leseprobe von Google Bücher.
  • Casey C. M. Mathewson: Frank O. Gehry: 1969 – heute. Feierabend Verlag, Berlin 2006, ISBN 3-89985-270-2.
  • Ragheb, J. Fiona u. a.: Frank Gehry. Architect. Hatje Cantz Verlag, Ostfildern 2001, ISBN 3-7757-1048-5 (englisch).
  • Coosje van Bruggen: Frank O. Gehry. Guggenheim Museum Bilbao. Hatje Cantz Verlag, Ostfildern 1997, ISBN 3-7757-0722-0.

Filmografie

Weblinks

Bilder

Commons: Frank Gehry – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Quellenangaben

<references />

Vorlage:Navigationsleiste Träger des Pritzker-Preises Vorlage:Hinweisbaustein