Zum Inhalt springen

Corinne Diacre

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Dies ist die aktuelle Version dieser Seite, zuletzt bearbeitet am 10. April 2026 um 10:46 Uhr durch imported>Sokrates 399 (Typografie (braucht keine Versalien -> Wikipedia:Rechtschreibung#Groß-_und_Kleinschreibung), Kleinigkeiten.).
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)

Corinne Diacre (* 4. August 1974 in Croix bei Roubaix) ist eine französische ehemalige Fußballspielerin und -trainerin. In letzterer Funktion war sie 2014–2017 Trainerin beim Zweitligisten Clermont Foot und damit die erste Französin, die einen Vertrag als Chefcoach einer Profi-Männermannschaft erhielt. Vom 1. September 2017 bis zum 9. März 2023 war sie Trainerin der französischen Frauenfußball-Nationalmannschaft.<ref>n-tv Nachrichten: Revolutionärin Diacre wird Nationaltrainerin. Abgerufen am 27. Juli 2022.</ref>

Karriere als Spielerin

Verein

Die zentrale Abwehrspielerin begann früh mit dem Vereinsfußball, den sie als junges Mädchen nacheinander in den gemischten Mannschaften dreier Klubs aus dem zentralen Frankreich ausübte, in dem sie in dieser Zeit mit ihren Eltern lebte. Nahe ihrem 14. Geburtstag schloss Corinne Diacre sich der ASJ Soyaux an, die in den 1980ern eines der stärksten Frauenfußballteams Frankreichs stellte. Diesem Verein aus der unmittelbaren Nachbarschaft von Angoulême ist sie fast zwanzig Jahre lang treu geblieben, obwohl sie auch Angebote aus der US-Liga hatte und mit der ASJ lediglich zwei Vizemeisterschaften (1989 und 1996) gewinnen konnte. Während der Saison 2006/07 in der höchsten Frauenspielklasse erlitt sie eine schwere Kreuzbandverletzung und beendete daraufhin ihre Spielerinnenkarriere.

Stationen

  • Club Olympique Saint-Chamond (1982/83)
  • Société Sportive Aubusson (1983–1986)
  • Étoile Sportive Azerables (1986–1988)
  • Association Sportive Jeunesse Soyaux (1988–2007)

Nationalmannschaft

Am 9. März 1993 bestritt sie ihr erstes internationales Spiel in der Frauennationalelf, deren Spielführerin sie einige Zeit später wurde. Im November 2002 schoss Diacre gegen England das Tor, durch das die Französinnen sich erstmals für die Endrunde einer Weltmeisterschaft qualifizierten. Am 12. Juni 2005, bei der Europameisterschaft in England, bestritt sie ihr letztes Spiel, das mit 0:3 gegen die deutschen Frauen verloren ging, und erklärte einige Wochen danach ihren Rücktritt. Mit 121 Länderspielen war Corinne Diacre Frankreichs Rekordnationalspielerin, bis sie 2008 von Sandrine Soubeyrand überholt wurde. Im Februar 1999 spielte sie zudem aus Anlass der Auslosung der Gruppen der WM 1999 mit einer FIFA-Weltauswahl gegen die Frauen-Fußballnationalmannschaft der Vereinigten Staaten.<ref>ussoccer.com: „FIFA World Stars Defeat U.S. Women’s National Team, 2-1, at 1999 Women’s World Cup Final Draw“</ref> Das Spiel wird aber nicht als offizielles Länderspiel gezählt.

Karriere als Trainerin

Ab Februar 2007 war sie Assistentin des Cheftrainers der Nationalfrauschaft, Bruno Bini.<ref> <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Corinne Diacre, pionnière les pieds sur terre (Memento vom 14. Juli 2014 im Internet Archive)</ref> Von 2010 bis 2013 trainierte Corinne Diacre zudem die erste Elf der Frauen von ASJ Soyaux,<ref>siehe die <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Meldung (Memento vom 9. Juli 2014 im Internet Archive) bei foot59.fr</ref> wo sie Bernadette Constantin nachfolgte, mit der sie auch schon zusammen in der Ligaelf gestanden hatte. Im Frühjahr 2014 hat sie, als erste französische Frau überhaupt, das höchste nationale Übungsleiterdiplom (diplôme d’entraîneur professionnel de football, kurz DEPF)<ref>Das DEPF wird häufig auch als BEPF (brevet d’entraîneur professionnel de football) bezeichnet.</ref> erworben, mit dem sie auch professionelle Männermannschaften trainieren darf.<ref>Corinne Diacre contactée pour remplacer Helena Costa</ref> Ende Juni 2014 verpflichtete sie Clermont Foot für zwei Jahre als Cheftrainerin für seine Zweitligamannschaft.<ref>siehe die <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />offizielle Mitteilung (Memento vom 23. September 2015 im Internet Archive) vom 28. Juni 2014 auf Clermonts Vereinshomepage</ref> Im ersten Jahr führte sie die Männer auf einen gesicherten Mittelfeldrang (12. Platz). Ihre Durchsetzungsfähigkeit stellte sie auch vereinsintern unter Beweis, als sie dem sportlichen Berater des Präsidenten frühzeitig und erfolgreich nahelegte, sich nicht in ihre eigenen Kompetenzen einzumischen; außerdem ersetzte sie Anfang 2015 den langjährigen Trainerassistenten und den Konditionstrainer. Für alle Personalien fand sie Rückendeckung sowohl in der Mannschaft als auch beim Klubpräsidenten.<ref>Artikel „Ligue 2 – Ein Wiederbeginn mit Klärungsbedarf“ in France Football vom 29. Juli 2015, S. 40</ref> Bereits im September 2015 und somit sehr frühzeitig band der Verein Diacre vertraglich für zwei weitere Jahre (bis 2018) an sich.<ref>siehe die <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />entsprechende Meldung (Memento vom 23. September 2015 im Internet Archive) vom 22. September 2015 auf der Vereinsseite</ref> Drei Monate später zeichnete France Football sie als besten Zweitligatrainer des Jahres aus.<ref>France Football vom 16. Dezember 2015, S. 21 und 28/29</ref> Seine zweite Spielzeit unter Diacre schloss Clermont, das phasenweise sogar einen Aufstiegsplatz belegt hatte, auf Rang sieben ab.

Bereits im September 2016 wollte der Landesverband FFF sie zum Nachfolger von Frauen-Nationaltrainer Philippe Bergeroo machen. Corinne Diacre lehnte das Angebot mit den Worten ab: „Man geht im September nicht von Bord seines Schiffes.“<ref>Artikel „Première de cordée“, France Football vom 24. Januar 2017, S. 29</ref> Ein Jahr später löste sie dann doch ihren Vertrag bei Clermont, um, ausgestattet mit einem 4-Jahres-Vertrag, Nachfolgerin von Olivier Echouafni als Trainerin der französischen Frauennationalelf zu werden.<ref>Pressemitteilung der FFF vom 30. August 2017</ref> Nach Élisabeth Loisel, unter der Diacre als Spielerin an einer Welt- und zwei Europameisterschaften teilgenommen hat, ist sie erst die zweite Frau auf diesem Posten. Unter ihrer Betreuung erreichte das französische Team an der Weltmeisterschaft 2019 das Viertelfinale und an der Europameisterschaft 2022 das Halbfinale. Im Anschluss an die Europameisterschaft wurde ihr Vertrag um weitere zwei Jahre bis 2024 verlängert.<ref>Vier Titelheldinnen in der Turnier-Elf – Diacre bleibt, srf.ch, 2. August 2022, abgerufen am 2. August 2022.</ref> Nachdem die drei Nationalspielerinnen Wendie Renard, Marie-Antoinette Katoto und Kadidiatou Diani Ende Februar 2023 aus Protest gegen die Methoden Diacres aus dem Nationalteam zurückgetreten waren, wurde Diacre am 9. März als Nationaltrainerin entlassen.<ref>Internationale Fussball-News - Nach Revolte: Frankreichs Nationaltrainerin Diacre entlassen, srf.ch, 9. März 2023, abgerufen am 9. März 2023.</ref>

Im Oktober 2025 übernahm sie den Trainerposten bei den Frauen des Erstligaaufsteigers Olympique Marseille, die sich ab dieser Saison „Les Marseillaises“ nennen.<ref>Corinne Diacre, new coach of the Marseillaises vom 6. Oktober 2025 bei om.fr</ref>

Auszeichnungen

  • mit 121 Länderspielen zwischen März 1993 und Juni 2005 zeitweilig französische Rekordinternationale<ref name=":0">n-tv Nachrichten: Coach Diacre bricht mit einer Männertradition. Abgerufen am 27. Juli 2022.</ref>
  • Französische Meisterschaften: Vizemeisterin 1989 (ohne Endspieleinsatz) und 1996
  • Zweitligatrainer des Jahres in Frankreich: 2015<ref name=":0" />

Weblinks

Anmerkungen und Nachweise

<references />

Vorlage:Klappleiste/Anfang

Frankreich
Frankreich

Pierre Geoffroy (1970–1978) | Francis Coché (1978–1987) | Aimé Mignot (1987–1997) | Élisabeth Loisel (1997–2006) | Bruno Bini (2007–2013) | Philippe Bergeroo (2013–2016) | Olivier Echouafni (2016–2017) | Corinne Diacre (2017–2023) | Hervé Renard (2023–2024) | Laurent Bonadei (seit 2024) Vorlage:Klappleiste/Ende

Vorlage:Hinweisbaustein