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Orania

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Orania
Orania (Südafrika)
Orania (Südafrika)
Koordinaten 29° 49′ S, 24° 25′ OKoordinaten: 29° 49′ S, 24° 25′ O
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Symbole
Datei:Orania flag.svg
Flagge
Flagge
Wahlspruch
„Eendrag maak mag“
Basisdaten
Staat Südafrika
Vorlage:Info ISO-3166-2/admtypelink Nordkap
Distrikt Pixley Ka Seme
Gemeinde Thembelihle
Fläche 100 km²
Einwohner 3025 (2025)
Dichte 30,3 Ew./km²
Gründung 1991
Website www.orania.co.za (afrikaans)
Hotel am Oranje in Orania (2014)
Hotel am Oranje in Orania (2014)
Hotel am Oranje in Orania (2014)
Datei:Aerial view 2 Orania 02-2015.jpg
Luftbildaufnahme von Orania (2015)

Orania ist eine Siedlung in der südafrikanischen Provinz Nordkap. Sie liegt in der Halbwüstenlandschaft Karoo im Distrikt Pixley Ka Seme. In Orania dürfen seit 1990 nur Buren und Menschen, die sich als Afrikaaner identifizieren, leben. Der Ort versteht sich als Keimzelle eines neuen, burischen Staates entsprechend dem Volkstaat-Ideal. Die Einwohner sollen so selbständig wie möglich leben und arbeiten und nicht, wie in Südafrika üblich, manuelle Arbeit etwa von schwarzen Arbeitern verrichten lassen. Derzeit (Juli 2023) leben in Orania rund 2800 Buren.<ref>Vincent Jolly: Boer, blanche et prospère : une semaine à Orania, qui refuse le multiculturalisme sud-africain. In: Le Figaro, 23. März 2025, 15. Februar 2026.</ref> Die Einwohnerzahl betrug 2011 noch rund 900<ref>Volkszählung 2011, abgerufen am 18. November 2013</ref> und verzeichnet ein starkes Wachstum (2022 waren es über 15 %<ref>Orania: Die Afrikanerstad op pad na vryheid! Orania Beweging auf YouTube, abgerufen am 6. September 2023 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>). Die Stadtverwaltung plant aktuell den Ausbau der Infrastruktur für eine 10.000-Einwohner-Stadt.<ref>Orania in Beweging | Episode 2: Van Dorp tot Stad (English subtitles). Abgerufen am 6. September 2023 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Der Gemeinschaft wird von ihnen Kritikern Separatismus vorgeworfen.<ref>Mandisi Majavu: Orania: A white homeland in post‐apartheid South Africa. In: Sociology Compass. Band 16, Nr. 7, 12. Juni 2022, ISSN 1751-9020, doi:10.1111/soc4.13004.</ref>

Gründung und Status

Im Dezember 1990 kauften etwa 40 burische Familien für etwa 1,4 Millionen Rand den damals baufälligen Ort, der aus 170 Baracken bestand, die das Wasserwirtschaftsamt der südafrikanischen Regierung einst für die Arbeiter eines Staudamms errichtet hatte. Die umgebende Fläche ist rund 3000 Hektar groß und gehört ebenfalls zu Orania. Angeführt wurden sie von Carel Boshoff, einem Schwiegersohn des früheren Premierministers Hendrik Verwoerd. Dies geschah einige Monate nach dem faktischen Ende der Apartheid und der Freilassung Nelson Mandelas. Als Motiv wurde die zunehmende Kriminalität im restlichen Südafrika angegeben, die auch zu Morden an weißen Farmern führte. 2004 brachte Orania mit der Ora eine eigene Währung heraus.

Bei den südafrikanischen Parlamentswahlen 2014 erzielte die Vryheidsfront Plus in Orania 224 von 291 Stimmen (rund 77 %), während die Partei landesweit nur auf 0,9 % kam. Die Democratic Alliance erhielt 15 %.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Wahlergebnis bei news24.com (Memento vom 26. Februar 2019 im Internet Archive), abgerufen am 10. September 2016 (englisch).</ref>

Datei:Dorpskantoor-verklein-Jaco.jpg
Verwaltungsgebäude von Orania

Orania ist keine offizielle Kommune, sondern es handelt sich um Privatland der dort lebenden Menschen. Die Verwaltung der Siedlung obliegt der Aktiengesellschaft Vluyteskraal Aandeleblok. Die Lebenshaltungskosten sind etwa doppelt so hoch wie im Rest Südafrikas.<ref name="faz">Thomas Scheen: In der Wagenburg. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 1. Juni 2013, abgerufen am 1. Juni 2013.</ref>

Der Ort wird basisdemokratisch geleitet. Die Aktionäre wählen jährlich eine Direktion von sieben Personen mit einem Vorsitzenden. Dies ist zurzeit (2012) Carel Boshoff jr., Sohn des Gründers von Orania. Die Direktion funktioniert wie die Stadtverordnetenversammlung und stellt den Dorfmanager an, der wie ein Stadtkämmerer arbeitet. 2012 ist dies Frans de Klerk.

2012 wohnen 560 Familien in Orania. Der Ort verfügt über die modernsten Bewässerungsanlagen der Region, so dass Landwirtschaft, etwa der Anbau von Pekannussbäumen, möglich wurde. Zudem bestehen fast einhundert unternehmerische Einheiten in Orania.<ref>Offizielle Website, abgerufen am 11. September 2012 (englisch).</ref>

Die Orania Beweging (deutsch: „Orania-Bewegung“), eine Stiftung, die das Ideal des Burenstaates ausgehend von Orania verkünden soll und für den Kontakt mit Besuchern, Interessenten und Journalisten zuständig ist, wird von Carel Boshoff jr. und Jaco Kleynhans geleitet.<ref>Führungspersonal auf der Website von Orania, abgerufen am 29. Mai 2016 (afrikaans).</ref> Laut Eigendarstellung hat die Orania Beweging rund 3000 Mitglieder<ref name="faz" /> und unterhält Kontakte zu einer Gruppe von Xhosa in der Provinz Ostkap<ref>Orania, Xhosa community sign agreement. News 24, 11. Dezember 2012, abgerufen am 15. Februar 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> sowie zu regionalistischen Bewegungen in Europa.<ref>Orania Delegation Received by Members of the Dutch and Flemish Parliaments. In: The New Observer, abgerufen am 26. Juni 2013 (englisch).</ref><ref name="svp"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Buren zu Gast bei Südtiroler Volkspartei (Memento vom 8. Dezember 2015 im Internet Archive), Südtiroler Volkspartei, abgerufen am 25. Oktober 2015.</ref> In Südtirol gibt es die Gruppe „Südtiroler Freundeskreis der Afrikaaner – Amici sudtirolesi del popolo Afrikaaner“, die das Orania-Projekt ideell und finanziell unterstützt.<ref name="svp" />

Ziel ist die Errichtung eines autonomen Gebietes, in denen die ethnisch weißen Buren die Mehrheit stellen und in dem ihre kulturelle Identität überleben kann (Volkstaat). Dieses Gebiet soll zwischen der Upper Karoo und der westlich gelegenen Atlantikküste liegen.<ref>Offizielle Website, abgerufen am 12. Juli 2013 (englisch).</ref>

Filme

  • Der deutsche Regisseur Tobias Lindner drehte 2012 den Dokumentarfilm Orania über die Siedlung und ihre Menschen. Der Film wurde im Juni 2013 veröffentlicht.
  • Der Südtiroler Regisseur Hendrik van den Driesch drehte 2013 den Dokumentarfilm Südtirol und die Buren – eine jahrzehntelange Freundschaft über die historischen und aktuellen Berührungspunkte zwischen Tirol/Südtirol und den Buren, wobei ausführlich auf Orania eingegangen wird.<ref>Südtirol und die Buren – eine jahrzehntelange Freundschaft. Autonome Provinz Bozen – Südtirol, Abteilung Deutsche Kultur, Medienshop, abgerufen am 10. Oktober 2015.</ref> Die Filmpremiere war am 22. Mai 2015 im Schloss Maretsch in Bozen.
  • Der Brite Ade Adepitan drehte 2024 mit der Produktionsfirma Hat Trick als erster Schwarzer, der Orania mit Einwilligung des Gemeinderats betreten durfte, eine Arte-Dokumentation über den Ort.<ref>Südafrika – Eine Stadt nur für Weiße. Arte, abgerufen am 15. Februar 2026.</ref>

Sonstige Rezeption

Nachdem die ANC-geführte Regierung Südafrikas ein Gesetz zur erleichterten Enteignung privater Ländereien im öffentlichen Interesse einbrachte, das nach eigenen Angaben der Angleichung schwarzen und weißen Landbesitzes dienen solle, bot US-Präsident Donald Trump den Siedlern Oranias im Februar 2025 „Asyl“ an.<ref>Christian Putsch: Warum Trumps "Asylangebot" in Südafrikas Enklave der Weißen nicht gut ankommt. In: Der Standard. 15. März 2025, abgerufen am 17. März 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Siehe auch

Literatur

Weblinks

Commons: Orania – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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