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Teersee

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Datei:Teersee BV Esp.jpg
Ehemaliger Teersee bei Espenhain während der Sanierung 2002

Als Teersee bezeichnet man veraltete Deponien für flüssige Industrieabfälle, meist Rückstände von Teer. Umgangssprachlich werden Teerseen manchmal auch fälschlicherweise als Asphaltseen bezeichnet.

Von offenen, ungesicherten Teerseen gehen starke Gefährdungen für Grundwasser, Boden und Luft aus, u. a. durch Benzol und andere Kohlenwasserstoffe. Oft kostet die Sanierung zweistellige Millionenbeträge.<ref>Martin Gerlach: Kosten von 70 Millionen Euro: Teersee Rositz nach 14 Jahren saniert. In: Ostthüringer Zeitung. 17. September 2012, abgerufen am 17. Februar 2024.</ref>

Beispiele Deutschland

Im Zuge des Kohleverarbeitung wurden vor allem nach 1945 im Lausitzer und Mitteldeutschen Braunkohlerevier hochgiftige Industrieabfälle in Restlöcher entsorgt. Der Abfall bestand überwiegend aus Rückständen von Braunkohlenteer, Phenolen, Bleicherde.

Große Teerseen befanden sich unter anderem in Krumpa (Mineralölwerk Lützkendorf), zwischen Deuben und Trebnitz (Industriekraftwerk Deuben), in Rositz (Thüringen), auf dem Gebiet der ehemaligen Großgaserei Magdeburg (Sachsen-Anhalt), dem Gaskombinat Schwarze Pumpe (Brandenburg) und im Bereich des ehemaligen Braunkohlen-Veredlungswerkes Espenhain (Sachsen).

Auch im Ruhrgebiet gab es Teerseen, beispielsweise im heutigen Landschaftspark Duisburg-Nord auf dem ehemaligen Betriebsgelände der Schachtanlage Thyssen IV/VIII.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Landschaftspark Duisburg-Nord: Sanierung Teersee. (Memento vom 26. April 2014 im Internet Archive) In: Projektdatenbank Emscher-Landschaftspark, abgerufen am 14. Juli 2013 (Duisburg, 112000-028).</ref> Die Landesentwicklungsgesellschaft NRW GmbH begann im Jahr 2001 auf der Grundlage eines verbindlichen Sanierungsplanes gemäß § 13 BBodSchG mit den Arbeiten zur Altlastensicherung auf dem Gelände des vormaligen Gleisdreiecks. Ein Sicherungsbauwerk wurde nach kleineren Rückschlägen fertiggestellt. Die Anlage muss auf ewig überwacht werden, da in den 1970er Jahren mit Tanklastwagen Benzol, Cyanide, Quecksilber, Schwermetalle und Säureharze abgekippt worden waren. Mit Spundwänden, bis auf 35 Meter tief in den Boden getriebenen Pfählen und einer Betonabdeckung sollen Grundwasserströme gesichert werden. Teersee Schacht 4/8 wurde eingekapselt.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Mitteilungsvorlage Teersee Schacht 4/8 (Memento vom 26. April 2014 im Internet Archive), Ratsinformationssystem Duisburg, 24. Februar 2004, abgerufen am 14. Juli 2013.</ref><ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Der Teersee ist unter der Haube (Memento vom 4. März 2016 im Internet Archive), WAZ, 3. August 2007.</ref>

Siehe auch

Weblinks

Einzelnachweise

<references />