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Linnaeoideae

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Linnaeoideae
Datei:Illustration Linnaea borealis1.jpg

Moosglöckchen (Linnaea borealis), Illustration

Systematik
Kerneudikotyledonen
Asteriden
Euasteriden II
Ordnung: Kardenartige (Dipsacales)
Familie: Geißblattgewächse (Caprifoliaceae)
Unterfamilie: Linnaeoideae
Wissenschaftlicher Name
Linnaeoideae
Raf.

Die Linnaeoideae sind eine Unterfamilie der Familie Geißblattgewächse (Caprifoliaceae) in der Ordnung der Kardenartigen (Dipsacales). Die fünf bis sieben Gattungen mit 19 bis 36 Arten sind auf der Nordhalbkugel verbreitet.

Beschreibung

Datei:Abelia spp SZ34.png
Illustration von Abelia-Arten

Erscheinungsbild und Blätter

Es handelt sich um meist selbständig aufrechte Sträucher oder selten kriechende Halbsträucher (Linnaea). Die meist gegenständig, manchmal wirtelig an den Zweigen angeordneten Laubblätter sind in Blattstiel und -spreite gegliedert.<ref name="FoC" /> Die Blattspreiten sind meist einfach<ref name="FoC" /> und besitzen manchmal einen gewellten Rand. Es sind keine Nebenblätter vorhanden.<ref name="FoC" />

Blütenstände und Blüten

Die Blüten stehen end- oder achselständig in zymösen Blütenständen zusammen, sie sind einzeln oder paarig angeordnet. Die Tragblätter sind entweder laubblattähnlich oder reduziert und bilden an der Basis des Fruchtknotens einen „Nebenkelch“ (Epicalyx). Die Blüten sind meist zwittrig, oft mehr oder weniger zygomorph bis manchmal fast radiärsymmetrisch und vier- oder fünfzählig. Die Kelchblätter sind klein. Alle Taxa haben vier oder fünf verwachsene Blütenkronblätter. Es ist nur der äußere Kreis mit vier fertilen Staubblättern vorhanden. Die behaarten Staubfäden sind auf 1/3 bis 1/2 Länge mit der Kronröhre verwachsen. Drei oder vier Fruchtblätter sind zu einem unterständigen, drei- oder vierkammerigen Fruchtknoten verwachsen. Der lange Griffel endet in einer kopfigen Narbe.<ref name="FoC" />

Die Frucht ist von den haltbaren Kelchblättern gekrönt, nur bei Linnaea fallen diese früh ab. Die Früchte enthalten nur eine oder zwei Samen. Der relativ kleine Embryo ist gerade. Es ist reichlich Endosperm vorhanden.

Systematik und Verbreitung

Datei:Dipelta floribunda.jpg
Laubblätter und Blüten von Dipelta floribunda
Datei:Vesalea floribunda (7850722958).jpg
Laubblätter und Blüten von Abelia floribunda

Die Unterfamilie wurde von Constantine S. Rafinesque-Schmaltz erstbeschrieben. Die hierher gehörenden Gattungen werden sowohl traditionell als auch nach der letzten Systematik der Angiosperm Phylogeny Group zu den Geißblattgewächsen (Caprifoliaceae) gestellt.<ref name="APGIII" /><ref name="GRIN" /> Nach anderer Auffassung<ref name="APWeb" /> beispielsweise in der Flora of China 2011 werden sie in eine eigene Familie Linnaeaceae eingeordnet.

Zur Familie Linnaeaceae gehören sieben Gattungen mit etwa 19 Arten. Das weite Verbreitungsgebiet auf der Nordhalbkugel umfasst Nordamerika, Mexiko,<ref name="Landrein2010" /> Europa und in Asien Russland, Kirgisistan, Usbekistan, Afghanistan, Nepal, Pakistan, Indien, China, Korea sowie Japan. In China kommen sechs Gattungen (zwei davon nur in China) mit 15 Arten vor, acht davon nur dort.<ref name="FoC" />

Es gibt sechs oder sieben Gattungen mit etwa 19 Arten:<ref name="FoC" /><ref name="Landrein2010" />

  • Abelia <templatestyles src="Person/styles.css" />R.Br.: Die Gattung Abelia besitzen ein disjunktes Areal mit je fünf Arten in Ostasien und in Mexiko. Von den fünf ostasiatischen Arten der Sektion Abelia kommen drei nur in China und zwei auch in Japan<ref name="FoC" /> vor. Die fünf mexikanischen Arten gehören zur Sektion Vesalea <templatestyles src="Person/styles.css" />(M.Martens & Galeotti) Fukuoka.<ref name="Villarreal2013" />
  • Diabelia <templatestyles src="Person/styles.css" />Landrein (sie wurde früher zu den Linnaea L. oder zuletzt zu Abelia <templatestyles src="Person/styles.css" />R.Br. gestellt):<ref name="Landrein2010" /> Die drei Arten kommen alle in Japan vor, zwei davon auch in China.
  • Dipelta <templatestyles src="Person/styles.css" />Maxim.: Die nur drei Arten sind in den chinesischen Provinzen Gansu, Guizhou, Hubei, Hunan, Shaanxi, Sichuan sowie Yunnan verbreitet.<ref name="FoC" /> Sie besitzt zweisamige, wenig saftige Früchte.
    • Dipelta floribunda <templatestyles src="Person/styles.css" />Maxim.: Aus dem zentralen bis östlichen und südlichen China.
  • Kolkwitzia <templatestyles src="Person/styles.css" />Graebn.: Es ist eine monotypische Gattung mit der einzigen Art:
    • Kolkwitzia amabilis <templatestyles src="Person/styles.css" />Graebn.: Sie gedeiht in Höhenlagen von 300 bis 1300 Metern in den chinesischen Provinzen Anhui, Gansu, Henan, Hubei, Shaanxi, Shanxi und vielleicht Hebei. Viele Sorten werden als Zierpflanzen in Parks und Gärten verwendet.<ref name="FoC" />
  • Linnaea <templatestyles src="Person/styles.css" />L.: Es ist eine monotypische Gattung mit der einzigen Art:
    • Moosglöckchen (Linnaea borealis <templatestyles src="Person/styles.css" />L.): Sie gedeiht in alpinen sowie kühlen Gebieten in weiten Teilen der Nordhalbkugel.<ref name="FoC" />
  • Zabelia <templatestyles src="Person/styles.css" />(Rehder) Makino (manchmal in Abelia <templatestyles src="Person/styles.css" />R.Br.): Die etwa sechs Arten sind in Kirgisistan, Afghanistan, im nordwestlichen Indien, Nepal, China, Japan, Korea und in Russlands Fernen Osten verbreitet. In China gibt es drei Arten, eine davon nur dort. Zabelia biflora ist ein Artkomplex.<ref name="FoC" />

Nach anderen Autoren gehören zur Unterfamilie Linnaeoideae nur fünf bis sechs Gattungen mit etwa 32 Arten.

Zur Biogeographie und Phylogenetik der Linnaeoideae liegen inzwischen in einer frei zugänglichen Publikation umfangreiche Untersuchungen vor.<ref>H. F. Wang, S. Landrein, W. P. Dong et al.: Molecular phylogeny and biogeographic diversification of linnaeoideae (caprifoliaceae s. L.) disjunctly distributed in Eurasia, North America and Mexico. In: PLoS One. 10;10(3):e0116485, 2015, PMID 25756215.</ref>

Weitere Bilder

Kolkwitzia amabilis:

Abelia chinensis:

Quellen

  • Unterfamilie Linnaeoideae bei der APWebsite. (Abschnitte Systematik und Beschreibung)
  • Qiner Yang & Sven Landrein: Linnaeaceae., S. 642 – textgleich online wie gedrucktes Werk, In: Wu Zheng-yi, Peter H. Raven, Deyuan Hong (Hrsg.): Flora of China. Volume 19: Cucurbitaceae through Valerianaceae, with Annonaceae and Berberidaceae, Science Press und Missouri Botanical Garden Press, Beijing und St. Louis, 9. März 2011, ISBN 978-1-935641-04-9. (Abschnitte Verbreitung, Systematik und Beschreibung)

Einzelnachweise

<references> <ref name="GRIN"> Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GRIN“ ist nicht vorhanden. im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple. </ref> <ref name="APGIII"> Angiosperm Phylogeny Group: An update of the Angiosperm Phylogeny Group classification for the orders and families of flowering plants: APG III. In: Botanical Journal of the Linnean Society. Band 161, Nr. 2, 2009, S. 105–121, doi:10.1111/j.1095-8339.2009.00996.x. </ref> <ref name="APWeb"> Linnaeaceae bei der APWebsite. </ref> <ref name="FoC"> Qiner Yang & Sven Landrein: Linnaeaceae., S. 642 – textgleich online wie gedrucktes Werk, In: Wu Zheng-yi, Peter H. Raven, Deyuan Hong (Hrsg.): Flora of China. Volume 19: Cucurbitaceae through Valerianaceae, with Annonaceae and Berberidaceae, Science Press und Missouri Botanical Garden Press, Beijing und St. Louis, 9. März 2011, ISBN 978-1-935641-04-9. </ref> <ref name="Landrein2010"> Sven Landrein: Diabelia, a new genus of tribe Linnaeeae subtribe Linnaeinae (Caprifoliaceae). Phytotaxa, 2010, Volume 3, S. 34–38. Preview-PDF. </ref> <ref name="Villarreal2013"> José Á. Villarreal-Quintanilla, José Luis Villaseñor-Ríos, Eduardo Estrada-Castillón: Sistemática del género Abelia (Caprifoliaceae) en México mit englischsprachiger Zusammenfassung Systematics of the genus Abelia (Caprifoliaceae) in Mexico, In: Acta Botánica Mexicana, Band 102, 2013, S. 99–128: online Volltext-PDF. </ref> </references>

Weblinks

Commons: Linnaeoideae – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Weiterführende Literatur

  • C. D. Bell, M. J. Donoghue: Dating the Dipsacales: Comparing models, genes, and evolutionary implications. American J. Bot., Volume 92: 2005, S. 284–296.