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Gyromitrin

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Strukturformel
Struktur von Gyromitrin
Allgemeines
Name Gyromitrin
Andere Namen
  • N-Methyl-N-formylacetaldehydhydrazon
  • N′-Ethyliden-N-methylformhydrazid
Summenformel C4H8N2O
Kurzbeschreibung

farblose Kristalle bzw. Flüssigkeit<ref name="Römpp"/>

Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer Vorlage:CASRN
PubChem 9548611
ChemSpider 7827534
Wikidata [[:d:Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1464: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)|Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1464: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)]]
Eigenschaften
Molare Masse 100,2 g·mol−1
Aggregatzustand

fest bis flüssig

Dichte

1,05 g·cm−3<ref name="Römpp">Eintrag zu Gyromitrin. In: Römpp Online. Georg Thieme VerlagVorlage:Abrufdatum</ref>

Schmelzpunkt

19,5 °C<ref name="Römpp"/>

Siedepunkt

143 °C<ref name="Römpp"/>

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung
keine Einstufung verfügbar<ref name="NV">Dieser Stoff wurde in Bezug auf seine Gefährlichkeit entweder noch nicht eingestuft oder eine verlässliche und zitierfähige Quelle hierzu wurde noch nicht gefunden.</ref>
Toxikologische Daten

20 mg·kg−1 (LDLoMenschoral)<ref>Mitteilungen aus dem Gebiete der Lebensmitteluntersuchung und Hygiene. 65(453), 1974.</ref>

Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0 °C, 1000 hPa).

Gyromitrin ist eine giftige und vermutlich karzinogene chemische Verbindung.

Vorkommen

Datei:2007-04-02 Gyromitra esculenta cropped.jpg
Frühjahrslorchel (Gyromitra esculenta) – enthält Gyromitrin

Gyromitrin ist unter anderem in der Frühjahrslorchel, einem in Europa und Nordamerika heimischen Giftpilz, enthalten.<ref>Jiří Patočka, René Pita, Kamil Kuča: GYROMITRIN, MUSHROOM TOXIN OF GYROMITRA SPP. In: Military Medical Science Letters. Band 81, Nr. 2, 8. Juni 2012, S. 61–67, doi:10.31482/mmsl.2012.008 (mmsl.cz [abgerufen am 6. Juni 2023]).</ref>

Eigenschaften

Gyromitrin ist flüchtig und wasserlöslich. Die Verbindung ist schon oberhalb von −25 °C sehr oxidationsempfindlich und hydrolysiert leicht in Gegenwart von Säuren und Basen.<ref name="Römpp"/>

Wirkungen

Im menschlichen Körper wird Gyromitrin zu Monomethylhydrazin umgewandelt.

Metabolisierung von Gyromitrin
Metabolisierung von Gyromitrin

Anfangssymptome nach Aufnahme des Stoffes sind Kopfschmerzen, Übelkeit und Schwindelgefühle. In großen Mengen, wie sie in der Regel bereits in einer einzigen Frühjahrslorchel vorkommen, führt Gyromitrin zunächst zu Leberversagen und schließlich zum Tod. Die letale Dosis für den Menschen liegt bei 30 bis 50 mg Gyromitrin pro Kilogramm Körpergewicht. Aufgrund der Flüchtigkeit von Gyromitrin reicht schon die bloße Präsenz der Giftpilze in einem schlecht gelüfteten Raum aus, um eine Vergiftung über die Atemwege hervorzurufen.

Die Therapie bei oralen Gyromitrinvergiftungen besteht aus der Gabe von Aktivkohle, um Reste der giftstoffhaltigen Nahrung aus dem Organismus zu entfernen, sowie Vitamin B6 als Antidot.

Es gibt Anzeichen aus der Forschung, dass bereits kleine Dosen von Gyromitrin eine kumulative krebserregende Wirkung haben können. Im Tierversuch mit Mäusen wurden Adenokarzinome der Lunge und der Vorhaut nach subkutaner Injektion induziert.<ref>B. Toth, K. Patil: Gyromitrin as a tumor inducer. In: Neoplasma. Band 28, Nr. 5, 1981, S. 559–564, PMID 7198186.</ref>

Weblinks

Commons: Gyromitrin – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references/>