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Kiel-Schilksee

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Schilksee
Stadt Kiel
Koordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(4842)&title=Schilksee 54° 25′ N, 10° 10′ OKoordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(4842) 54° 25′ 19″ N, 10° 10′ 21″ O
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Höhe: 24 m ü. NHN
Fläche: 5,93 km²
Einwohner: 4842 (31. März 2024)<ref name="Einwo2024">Quartalsdaten aus den Stadtteilen I 2024. (PDF; 1,57 MB) Stadt Kiel, S. 4, abgerufen am 26. Juni 2024.</ref>
Bevölkerungsdichte: 816 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. April 1959
Postleitzahl: 24159
Vorwahl: 0431
Datei:Kieler-Stadtteil-24.png
Karte
Lage von Schilksee in Kiel
Datei:Olympiahafen Schilksee.jpg
Olympiahafen Schilksee

Schilksee (dänisch: Schilksø) ist ein 1959 eingemeindeter Stadtteil von Kiel.<ref>Die Bevölkerung in den Kieler Stadtteilen 2014. (PDF) Landeshauptstadt Kiel</ref> Er liegt im Norden der Stadt an der Kieler Förde auf der Halbinsel Dänischer Wohld und ist zudem der einzige Ort, an dem Kiel an die offene Ostsee grenzt. Bekannt wurde Kiel-Schilksee als Austragungsort der Segelwettbewerbe zu den Olympischen Spielen 1972 und das dazu errichtete Olympiazentrum Schilksee.

Geschichte

Die erste Nennung Schilksees geht auf den hier damals lebenden Adligen Thimmo de Skildekesse zurück. 1274 erschien dies im Kieler Stadtbuch, das – auf Pergament geschrieben – noch heute im Stadtarchiv vorhanden ist. Seit 1575 gehörte das Bauerndorf Schilksee zum Gutsbezirk Seekamp. 1791 erfolgte die Aufhebung der Leibeigenschaft, Seekamp wurde zu einem Parzellenhof zurückgestuft, Stift zum Hauptsitz des lange bestehenden Gutsbezirkes Stift-Seekamp.

Da Schilksee nördlich der Levensau lag, gehörte es im Unterschied zu Kiel weder zum Heiligen Römischen Reich noch zum Deutschen Bund, sondern zum Herzogtum Schleswig und somit zu Dänemark. Erst 1876, wenige Jahre nach der Annexion des Herzogtums Schleswig, wurde Schilksee preußische Landgemeinde. Bis zur zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts gab es in Schilksee nur Landwirtschaft auf sechs Halbhufen und vier Parzellenhöfen. Seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts leben und arbeiten ständig Künstler auf dem ehemaligen Gut Seekamp, zunächst Hans Olde der Ältere, ein Mitbegründer der klassischen Moderne und Freilichtmalerei in Deutschland, sowie sein gleichnamiger Sohn. 1927 fand hier unter Beteiligung von verschiedenen Künstlern die Kinderrepublik Seekamp statt.

Seit den 1890er Jahren entwickelte sich in Schilksee ein reger Fremdenverkehr mit Strandleben, gefolgt vom Segelsport, der sich nach 1950 hier richtig etablierte und seit 1972 dominierend im Stadtteil ist. Damals fanden hier anlässlich der Olympischen Sommerspiele die Segelregatten statt, für die das Olympiazentrum Schilksee gebaut wurde. Dabei wurde auch ein großer Segelhafen angelegt, der bis heute insbesondere zur Kieler Woche genutzt wird.

Ein Intermezzo war die Arbeit der überwiegend aus Sønderjylland zugewanderten Fischer, die den 1920 frei gewordenen Marinehafen in Beschlag nahmen und 1939 von der Marine wieder vertrieben wurden. Zum 1. April 1959 gab Schilksee seine Selbständigkeit auf und wurde Stadtteil von Kiel mit eigenem Ortsbeirat.

Nach dem Krieg lebte und wirkte Till de Kock in Schilksee, einer der für die Welt des Puppentheaters bedeutsamsten Holzbildhauer Deutschlands. Bemerkenswert ist auch der Skulpturenpark Seekamp, Werk des Bildhauers Hans Kock, der hier gelebt hat.

Steilküste

Östlich der Wohnsiedlung Schilksee-Süd gibt es ein 650 m langes Stück Steilküste. Seit den ersten Messungen von 1878 wurden 50 bis 100 cm Abbruch pro Jahr gemessen.<ref>544. Sitzung des Ortsbeirats Schilksee TOP 5</ref> Auf Höhe Fallreep 51 wurde von 1991 bis 2020 ein Abbruch von 23,10 m amtlich festgestellt, womit bei gleich bleibender Geschwindigkeit von 0,82 m pro Jahr die verbliebenen 55 m bis zur Grundstücksgrenze in 67 Jahren erreicht werden.<ref name=drucksache00522020/> Von 1965 bis 2005 waren es hier 35 Meter, also 0,88 m pro Jahr.<ref name=ds02552005>Stadt Kiel Drucksache 0255/2005</ref>

Das vom Meer weggerissene Material wird am Falckensteiner Strand wieder angeschwemmt und vergrößert dort Strand und vorgelagerte Sandbänke.<ref>kielaktuell 25. März 2019</ref> Der Wanderweg oberhalb der Steilküste wurde bereits mehrfach landeinwärts verlagert, beispielsweise 2005,<ref name=ds02552005/> 2010 nach erheblichen Küstenabbrüchen durch das Sturmtief Daisy,<ref>@1@2Vorlage:Toter Link/ratsinfo.kiel.deStadt Kiel Drucksache 0101/2010 (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im Dezember 2025. Suche im Internet Archive )Vorlage:Toter Link/archivebot</ref> abermals 2020.<ref name=drucksache00522020/>

Bis 1999 gab es gleichzeitig drei Treppen, die hier den Zugang zum Strand erschlossen.

Die Treppe Jakobsleiter wurde 1999 abgebrochen,<ref>@1@2Vorlage:Toter Link/ratsinfo.kiel.deStadt Kiel Drucksache 1343/2001 (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im Dezember 2025. Suche im Internet Archive )Vorlage:Toter Link/archivebot</ref> ca. 2010,<ref name=drucksache00522020>@1@2Vorlage:Toter Link/ratsinfo.kiel.deStadt Kiel Drucksache 0052/2020 (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im Dezember 2025. Suche im Internet Archive )Vorlage:Toter Link/archivebot</ref> zumindest vor 2014 wurde eine neue Metalltreppe in Verlängerung der Straße Reling errichtet.<ref name=sitzung501/> An dieser Stelle ist das Ufer von 1991 bis 2020 um 16,1 m zurückgegangen und noch 100 m von der Bebauung entfernt.<ref name=drucksache00522020/> Bei weiteren Abbrüchen wird diese Treppe durch eine Brücke zum Ufer verlängert.<ref name=drucksache00522020/>

Die Holztreppe Funkstellenweg war 2005 noch intakt, sie wurde 2010 abgebrochen.<ref name=drucksache2005>@1@2Vorlage:Toter Link/ratsinfo.kiel.deDrucksache 0525/2005 (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im Dezember 2025. Suche im Internet Archive )Vorlage:Toter Link/archivebot</ref><ref name=sitzung501>@1@2Vorlage:Toter Link/ratsinfo.kiel.de501. Sitzung des Ortsbeirates Schilksee (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im Dezember 2025. Suche im Internet Archive )Vorlage:Toter Link/archivebot</ref>

Datei:Composite 58. Kiel. (Germany)6713632783482733903 - Ausschnitt.jpg
Karte von Schilksee und Umgebung 1880

Die Treppe Süd in der Verlängerung Windjammer im Wald Stubbek Höhe Pumpstation wurde 2005 stark beschädigt und deswegen eine Zeit lang gesperrt,<ref name=ds02552005/> wieder in Stand gesetzt,<ref name=drucksache2005/> 2010 eine Zeit lang gesperrt<ref>@1@2Vorlage:Toter Link/ratsinfo.kiel.de461. Sitzung des Ortsbeirats Schilksee (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im Dezember 2025. Suche im Internet Archive )Vorlage:Toter Link/archivebot</ref> und vor 2020 abgebrochen.<ref name=drucksache00522020/> Von 1991 bis 2020 ist die Küste an dieser Stelle um 7,3 m zurückgegangen.<ref name=drucksache00522020/>

Rettungsstation der DGzRS

DGzRS-Logo
DGzRS-Logo

Seit 1972 ist die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger mit einer Rettungsstation im Olympiazentrum Schilksee präsent. Für die freiwilligen Helfer hat die Gesellschaft im Sportboothafen ein Seenotrettungsboot stationiert.


Siehe auch

Bilder

Literatur

  • H. Pieper-Wöhlk, D. Wöhlk: 725 Jahre Schilksee, Kiel 1999
  • Diess.: Archivbilder Schilksee, Erfurt 2002

Weblinks

Einzelnachweise

<references />

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