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Zitzschen

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Zitzschen
Stadt Zwenkau
Koordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(440)&title=Zitzschen 51° 13′ N, 12° 16′ OKoordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(440) 51° 13′ 13″ N, 12° 16′ 1″ O
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Höhe: 126 m
Einwohner: ca. 440 (15. Mai 2022) HW<ref name="EZ2022">Zitzschen: Ortsteil der stadt Zwenkau. (Aus 100 Meter-Gitter sowie Geometrien für "Ortslagen" berechnet). In: www.citypopulation.de - Population Statistics. Online-Dienst für Statistiken, abgerufen im März 2026.</ref>
Eingemeindung: 1. April 1973
Eingemeindet nach: Großdalzig
Postleitzahl: 04442
Vorwahl: 034203
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Datei:Zwenkauer See, Zitzschener Ufer.jpg
Zwenkauer See, Zitzschener Ufer (2018)

Zitzschen ist ein Ortsteil der Stadt Zwenkau im sächsischen Landkreis Leipzig. Bevor es 1993 zu Zwenkau kam, gehörte es seit dem 1. April 1973 zur Gemeinde Großdalzig.

Geographische Lage

Zitzschen liegt ca. vier Kilometer westlich des Zwenkauer Stadtzentrums. Östlich des Ortes verlaufen die Bundesstraße 186 Zwenkau–Schkeuditz und die Weiße Elster, begleitet vom Elster-Radweg. Etwa 500 Meter nordöstlich des Ortsrandes von Zitzschen liegt das Westufer des Zwenkauer Sees.

Die umliegenden Orte sind im Osten beginnend im Uhrzeigersinn Zwenkau, Kleindalzig, Großdalzig, Scheidens, Löben, Kitzen, Kleinschkorlopp und Knautnaundorf.

Der nächste Haltepunkt der Bahnverbindung Leipzig-Gera befindet sich ca. zwei Kilometer südlich von Zitzschen in Großdalzig. Die Auffahrt Leipzig-Südwest der Autobahn A 38 ist über die B 186 nach etwa sechs Kilometern zu erreichen.

Geschichte

Gemäß archäologischer Funde ist die Gegend um Zitzschen sehr altes Siedlungsgebiet. Der Beginn einer kontinuierlichen Besiedlung konnte für die Zeit vor etwa 7000 Jahren belegt werden.<ref>Armin Rudolph in Zitzschen – Geschichte & Erinnerungen, S. 13</ref>

Der Ortskern Zitzschens ist slawischen Ursprungs. Die Slawen siedelten sich in Form eines Rundlings an, der seinen einzigen Eingang von Osten hatte. Vom Dorfplatz in Zitzschen gehen einige Sackgassen ab, die zu weiter außen liegenden Gehöften führen und den Platz vergrößern.

Eine erste Erweiterung erfuhr Zitzschen im Zuge der deutschen Ostexpansion in Form eines Straßendorfteiles, der heutigen Thomas-Müntzer-Straße. Die erste urkundliche Nennung des Ortsnamens Zitzschen erfolgte 1213 in einer Schenkungsurkunde des Burggrafen Gerhard von Leisnig, in der als Zeuge Albertus de Zizzcin genannt wird.<ref>Markus Cottin in Zitzschen – Geschichte & Erinnerungen, S. 22</ref> Im Mittelalter wurde Zitzschen durch das Bistum Merseburg geprägt, sowohl in kirchlicher als auch weltlicher Abhängigkeit. Es gab zahlreiche Belehnungen auf Zitzschener Flur durch die Bischöfe von Merseburg.<ref>Zitzschen – Geschichte & Erinnerungen, S. 8</ref> Im 15. Jahrhundert waren die Herren von Fichtenberg mit dem Zitzschener Herrensitz belehnt.<ref>Markus Cottin in Zitzschen – Geschichte & Erinnerungen, S. 34</ref>

Datei:Zitzschen 1840.jpg
Kirche und Dorfplatz um 1840
Datei:Grenzstein 63 KPKS.jpg
Grenzstein zwischen den ehemaligen Königreichen Preußen und Sachsen

Nach der Reformation gehörte Zitzschen 1560 zum Inspektion Pegau und war damit kirchlich dem Konsistorium Leipzig unterstellt, während die staatliche Verwaltung bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts beim Amt Lützen lag.<ref>Karlheinz Blaschke, Uwe Ulrich Jäschke: Kursächsischer Ämteratlas, Leipzig 2009, ISBN 978-3-937386-14-0, S. 84 f.</ref> Im Ergebnis des Wiener Kongresses 1815 kam Zitzschen im Jahr 1816 mit dem Westteil des Amts Lützen zum Kreis Merseburg<ref>Der Landkreis Merseburg im Gemeindeverzeichnis 1900. Archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 6. Juli 2024; abgerufen am 7. August 2025.</ref> im Regierungsbezirk Merseburg und damit zur preußischen Provinz Sachsen. Grenzsteine aus dieser Zeit zwischen dem Königreich Preußen und dem Königreich Sachsen sind noch erhalten.

Am 18. April 1945 rückten amerikanische Panzerverbände von Kitzen kommend in Zitzschen ein und wurden im Juli von der Roten Armee abgelöst. Das benachbarte Rittergut Mausitz wurde infolge der Bodenreform aufgelöst, und in an Zitzschen grenzenden Feldfluren für Zitzschen Gärten und Neubauernstellen eingerichtet. Für letztere wurden an der Kitzner Straße Neubauernhäuser errichtet.

Ab 1950 gehörte Zitzschen zum Landkreis Weißenfels im 1947 gegründeten Land Sachsen-Anhalt. Mit der Bildung der Bezirke in der DDR 1952 wurde Zitzschen mit einigen Nachbarorten zum Bezirk Leipzig und gehört deshalb nach der Bildung des Freistaates Sachsen nun zu diesem.

Datei:Spielplatz im Ortskern von Zitzschen.jpg
Spielplatz im Ortskern von Zitzschen (2018)

1952 erreichte die Kollektivierung der Landwirtschaft auch Kitzen; drei Höfe schlossen sich zur LPG Typ I zusammen. 1960 entstand eine LPG Typ III, in der später die LPG Typ I aufging. 1972 erfolgte die Eingemeindung Zitzschens nach Großdalzig und 1993 mit diesem nach Zwenkau.

2002–2005 erfolgten umfassende Dorfsanierungsmaßnahmen, nachdem Zitzschen 1996 sächsisches Modelldorf und 2001 sächsisches Förderdorf geworden war.<ref>Zitzschen – Geschichte & Erinnerungen, S. 11/12</ref>

2014 nahm Zitzschen am Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ teil, belegte den 1. Platz im Kreisausscheid und qualifizierte sich so zum Landesausscheid 2015, wo der 3. Platz errungen werden konnte.<ref>(Artikel des Land Sachsen über den Wettbewerb)</ref>

Kirche

Die klassizistische Dorfkirche Zitzschen aus dem Ende des 18. Jahrhunderts enthält in ihrer Ausstattung eine wertvolle Orgel der Gebrüder Trampeli.

Zitzschen und die Weiße Elster

Bis 1977 war Zitzschen drei Kilometer von der Weißen Elster entfernt. Wegen des in den 1970er Jahren nördlich von Zwenkau nach Westen schwenkenden Braunkohlentagebaus Zwenkau mussten die Eisenbahntrasse und die Weiße Elster nach Westen verlegt und die B186 neu gebaut werden. Von 1972 bis 1977 entstand zwischen Kleindalzig und Hartmannsdorf das neue Flussbett, das nun unmittelbar an Zitzschen vorbeiführt. Wegen der Art des Ausbaus des Flussbetts wird dieses Stück der Weißen Elster auch „Betonelster“ genannt. Von der B 186 führt eine Brücke nach Zitzschen, die von 2012 bis 2014 bereits erneuert wurde.<ref>LVZ online, abgerufen am 10. Februar 2015</ref>

Nach der Stilllegung des Tagebaus Zwenkau 1999 wurde mit der Flutung des Restlochs zum Zwenkauer See begonnen, wobei neben dem örtlichen Grundwasser auch Sümpfungswasser aus noch aktiven Tagebauen eingesetzt wurde. 2010 wurde an der Weißen Elster in der Nähe von Zitzschen mit der Errichtung eines Einlaufbauwerks begonnen, durch welches Wasser aus dem Fluss zum See geleitet werden kann. Es dient damit zur Flutung des Sees, aber auch bei Hochwasser zu dessen Ableitung in den See. Nach seiner Fertigstellung im Mai 2013 erlebte es seine Hochwasserbewährung bei dem Hochwasser Anfang Juni 2013, als 130 m³ Wasser pro Sekunde in den See flossen und Leipzig vor einer drohenden Überflutung bewahrt wurde.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />leipzigseen.de (Memento vom 11. Februar 2015 im Internet Archive), abgerufen am 11. Februar 2015</ref>

Gegenüber der Zitzschener Brücke befindet sich ein beliebter Aussichtspunkt auf den Zwenkauer See mit Informationen zum ehemaligen Tagebau Zwenkau und ein Zugang zum Rundweg um den See.

Literatur

  • Daniel Kalis (Hrsg.): Zitzschen – Geschichte & Erinnerungen. Festschrift zur 800-jährigen Ersterwähnung, Zitzschen 2013, ISBN 978-3-9811228-3-1

Weblinks

Commons: Zitzschen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references />

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Kotzschbar • Imnitz 1 • Zitzschen 3 5 • Großdalzig 5 • Rüssen-Kleinstorkwitz 6 • Löbschütz 6 • Döhlen • Rüssen • Kleinstorkwitz 6 7 • Kleindalzig • Mausitz • Tellschütz 3 4 • Bösdorfer und Eythraer Flur 9

1 seit 1929, Siedlungsflächen heute mit Stadtkern verbunden   2 seit 1. Januar 1974   3 1952–1993 zu Großdalzig   4 seit 1999, Wüstungen infolge Tagebaubetrieb   5 1973–1993 zu Großdalzig   6 seit 1. Oktober 1993   7 seit 1. Oktober 1996   8 1957–1996 zu Rüssen-Kleinstorkwitz

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