Zum Inhalt springen

Trichophyton

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Dies ist die aktuelle Version dieser Seite, zuletzt bearbeitet am 22. November 2025 um 14:40 Uhr durch imported>Invisigoth67 (form).
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)

<templatestyles src="Vorlage:Taxobox/styles.css" />

Trichophyton
Datei:Trichophyton rubrum var rodhaini.jpg

Trichophyton rubrum mit einem Makro- und mehreren Mikrokonidien

Systematik
Unterabteilung: Echte Schlauchpilze (Pezizomycotina)
Klasse: Eurotiomycetes
Unterklasse: Eurotiomycetidae
Ordnung: Onygenales
Familie: Arthrodermataceae
Gattung: Trichophyton
Wissenschaftlicher Name
Trichophyton
Malmsten

Trichophyton (gr. θριχός „Haar“, φυτόν „Pflanze“) ist eine Gattung von Fadenpilzen, die zu den Fungi imperfecti gehören. Bedeutung haben sie als Erreger von Trichophytien. Dies sind Dermatophytosen, also Pilzerkrankungen der Haut sowie von Kopf- und Barthaaren. Die Typusart ist Trichophyton tonsurans.<ref name="Weitzman1995"/>

Merkmale

Makrokonidien werden nicht bei allen Arten ausgebildet; wenn sie vorhanden sind, so besitzen sie ein bis zwölf Septen mit einer glatten, meist dünnen Zellwand. Sie können einzeln oder in Büscheln stehen und sind länglich zugespitzt, keulen- bis spindelförmig oder zylindrisch. Ihre Größe variiert von 8 bis 86 × 4 bis 14 µm. Mikrokonidien werden häufiger gebildet als Makrokonidien. Sie sind rund bis birnen- oder keulenförmig, sind gestielt oder ungestielt. Sie werden entweder einzeln an den Hyphenseiten oder in traubenförmigen Büscheln gebildet. Manche Isolate sporulieren nur auf geeigneten Medien.<ref name="Weitzman1995"/><ref name="Songer2004"/> Auf Sabouraud-Dextrose-Agar bilden sie pudrige, samtige oder wachsartige Kolonien. Durch Pigmente auf der Unterseite sind diese weiß, rosa, rot oder lila bis hin zu gelb und braun.<ref name="Textbook2007"/>

Ökologie und Lebensweise

Alle Arten ernähren sich von Keratin. Neben Arten, die als Wirt den Menschen bevorzugen, werden von anderen Spezies andere Säugetiere befallen. Diese parasitär lebenden Arten gehören zu den Dermatophyten. Je nach Lebensweise unterscheidet man:

Erkrankungen

Trichophyton-Arten lösen eine Reihe dermatologischer Erkrankungen beim Menschen oder Tier aus und gehören neben Epidermophyton und Microsporum zu den drei anamorphen Gattungen, die Dermatophytosen auslösen. Werden Hauptfruchtformen gebildet, so zählen diese zur Gattung Arthroderma.<ref name="Weitzman1995"/>

Die Übertragung erfolgt durch Kontaktinfektion. Die Pathogenität der anthropophilen Arten beruht auf Enzymen (Keratinase, Proteinase, Elastase), mit denen sie das Keratin und andere Strukturproteine der Hornschicht von Haut, Nägeln und Haaren auflösen können.<ref name="Weitzman1995"/><ref>Apodaca, G., and J. H. McKerrow. 1989. Purification and characterization of a 27,000- M r extracellular proteinase from Trichophyton rubrum. In: Infection and Immunity. 57: 3072–3080.</ref> Die Erkrankungen werden in Abhängigkeit von ihrem Erscheinungsbild als Tinea, Erbgrind (Favus) oder allgemeiner als Trichophytie bezeichnet.<ref name="Weitzman1995"/><ref>H. Koch, H. Rieth. 1958. Endemische Trichophytie bei Meerschweinchen. In: Archiv für Klinische und Experimentelle Dermatologie 205: 577-585.</ref>

Arten

Insgesamt sind etwa 20 Arten bekannt.<ref name="Liu2011"/><ref name="Songer2004"/>

Datei:Trichophyton mentagrophytes PHIL 2929 lores.jpg
Kultur von Trichophyton mentagrophytes

Belege

<references> <ref name="Weitzman1995">I Weitzman and R C Summerbell. 1995. The dermatophytes. Clin. Microbiol. Rev. 8:240-295. PMID 7621400 Online</ref> <ref name="Liu2011">Sharon CA. Chen, David Ellis, Tania . Sorrell, Wieland Meyer: Chapter 44: Trichophyton. In: Dongyou, Liu, Ana Alastruey-Izquierdo, Priscila Costa Albuquerque und Artur Alves: Molecular detection of human fungal pathogens. CRC Press Inc., 2011. 357ff. ISBN 978-1-4398-1240-2. Online</ref> <ref name="Songer2004">J. Glenn Songer, Songer, Karen W. Post: Veterinary Microbiology: Bacterial and Fungal Agents of Animal Disease. Elsevier Health Sciences. 2004. ISBN 1-4160-6501-6. Online</ref> <ref name="Textbook2007">R. Vasanthakumari: Textbook of Microbiology. 438f. BI Publications Pvt Ltd, 2007, 524 Seiten. ISBN 978-81-7225-234-2. Online</ref> </references>

Weblinks

Commons: Trichophyton – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien