Erbgrind
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Der Erbgrind, Wabengrind oder Kopfgrind, lateinisch Favus, auch Tinea favosa, Favuspilz (im Kopfgrindausschlag), Rasiergrind und Wabenkopfgrind genannt, ist eine übertragbare, häufig familiär gehäuft auftretende chronische Pilzerkrankung Dermatophytose, die sich durch relativ tiefes Eindringen der Erreger in die Haarfollikel auszeichnet. Der Erreger ist der 1837 durch den Würzburger Ordinarius Johann Lukas Schönlein erstmals als Pilzerkrankung erkannte<ref>Bernhard Manger: Die Lebensgeschichte des Johann Lukas Schönlein. In: Trillium Immunologie. Heft 4, 2019, Der Erlanger Nachlass. (Online).</ref> und 1839 in einer Publikation beschriebene<ref>Paul Diepgen, Heinz Goerke: Aschoff/Diepgen/Goerke: Kurze Übersichtstabelle zur Geschichte der Medizin. 7., neubearbeitete Auflage. Springer, Berlin/Göttingen/Heidelberg 1960, S. 37. – Originalpublikation: Schönlein: Zur Pathogenie der Impetigines. In: Archiv für Anatomie, Physiologie und Wissenschaftliche Medizin. 1839, S. 82.</ref> Dermatophyt Trichophyton schoenleinii. Die Erkrankung ist in Mitteleuropa mittlerweile selten.
Klinisch zeigt sich die Erkrankung vor allem im Bereich des Kopfhaars durch eine fest anhaftende, gelblich-bräunliche Schuppung. Diese „Schildchen“ (Scutula) sind linsengroß und bestehen aus dem die Haarfollikel umschließenden Myzel.
Die Behandlung erfolgt durch Antimykotika wie Griseofulvin. Die historisch angewandte Röntgenbestrahlung zur Therapie ist heute wegen des damit verbundenen Risikos für die spätere Entwicklung von Hirntumoren obsolet.<ref>{{#invoke:Vorlage:Literatur|f}}</ref>
Siehe auch
Literatur
- Carlos Thomas: Atlas der Infektionskrankheiten. Pathologie, Mikrobiologie, Klinik, Therapie. Schattauer, Stuttgart 2010, ISBN 978-3-7945-2762-5, S. 141.
- Werner Köhler: Favus. In: Werner E. Gerabek, Bernhard D. Haage, Gundolf Keil, Wolfgang Wegner (Hrsg.): Enzyklopädie Medizingeschichte. De Gruyter, Berlin / New York 2005, ISBN 3-11-015714-4, S. 393 f.
Weblinks
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Einzelnachweise
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