Ospelt-Gruppe
| Herbert Ospelt Anstalt | |
|---|---|
| Rechtsform | Anstalt |
| Gründung | 1958 |
| Sitz | Bendern, Datei:Flag of Liechtenstein.svg Liechtenstein |
| Leitung |
|
| Mitarbeiterzahl | ca. 2 000<ref name=":2">Generationenwechsel bei Ospelt. In: Sarganserländer. 25. Januar 2022, abgerufen am 1. Juli 2024.</ref> |
| Umsatz | rund 800 Millionen CHF (Stand 2023)<ref>Bilanz die 300 Reichsten 2023: Familie Ospelt. In: handelszeitung.ch. Abgerufen am 5. Juli 2024.</ref> |
| Website | www.ospelt.com |
| Stand: 31. Januar 2022 | |
Die Ospelt-Gruppe mit Sitz in Bendern im Fürstentum Liechtenstein ist ein international tätiger Hersteller von Lebensmitteln und Tiernahrung.<ref name=":6">Beatrice Bösiger: Kaffee mit… In: Finanz und Wirtschaft. 1. Oktober 2021, abgerufen am 1. Juli 2024.</ref> Das familiengeführte Unternehmen ist eines der führenden fleischverarbeitenden Unternehmen auf dem Schweizer Markt und einer der größten Arbeitgeber Liechtensteins.<ref name=":0">Iris Kuhn-Spogat: Mann des Monats: Alexander Ospelt: Mister Malbuner. In: Bilanz. 22. Februar 2018, abgerufen am 1. Juli 2024.</ref>
Geschichte
Gründung und Anfänge
Die Geschichte der Ospelt-Gruppe reicht bis in das Jahr 1894 zurück, als Julius Anton Ospelt in Vaduz eine Metzgerei eröffnete. 1898 zog Ospelt mit seiner Familie von Vaduz in die Nachbargemeinde nach Schaan und gründete dort die Metzgerei und Wursterei von Julius Ospelt. Nach dem Tod von Julius Anton Ospelt im Jahr 1904 führte seine Witwe Margaretha Ospelt die Metzgerei weiter. Als diese 1915 verstarb, übernahmen ihre Tochter Luisa und ihre Söhne Karl, Julius, Toni, Emil und Albert Ospelt das Geschäft. Im Jahr 1922 übernahmen die Brüder Julius und Albert die Metzgerei, benannten sie in Metzgerei & Wursterei Gebrüder Ospelt um und führten diese bis in die 1950er Jahre.<ref name=":7">Herbert Ospelt, Liechtenstein. In: 60 Plus. November 2019, abgerufen am 1. Juli 2024.</ref>
Im Jahr 1958 übernahm Herbert Ospelt (* 1929) in dritter Generation die Metzgerei seines Vaters Albert Ospelt in Vaduz,<ref>Markus Rohner: Hervorgehoben: Herbert Ospelt: Mit «Malbuner» ist er gross geworden. Herbert Ospelt ist ein Liechtensteiner Original und ein Grosser auf dem Schweizer Fleischmarkt. In: Basler Zeitung. 28. März 2006.</ref><ref>Heute feiert «Onkel Herbert» 80. Geburtstag. In: Liechtensteiner Vaterland. 9. September 2020, abgerufen am 1. Juli 2024.</ref> während der jüngere Sohn Werner Ospelt den Metzgereibetrieb in Schaan weiterführte.<ref name=":7" />
1960 wurde von Herbert Ospelt ein Produktionsgebäude in Vaduz errichtet, im Jahr 1967 folgte die Umsiedlung nach Bendern, dem späteren Hauptsitz der Ospelt-Gruppe.<ref name=":0" /><ref>Spitz auf Haute Cuisine. In: Cash. 4. Mai 2001.</ref><ref>Christoph Maria Merki: Herbert Ospelt Anstalt. In: Historisches Lexikon des Fürstentums Liechtenstein. 31. Dezember 2011, abgerufen am 1. Juli 2024.</ref> Zwei Jahre später erwarb Ospelt den Landesschlachthof vom Fürstentum Liechtenstein und begann mit der Produktion von Tierfutter aus Schlachtnebenprodukten.<ref name=":0" />
Expansion im In- und Ausland
Die Marke Malbuner wurde 1971 gegründet. Unter dieser Marke vertreibt die Ospelt-Gruppe Fleisch- und Wurstwaren in der Schweiz und in Liechtenstein.<ref name=":0" /><ref name=":1">Frauchen isst mit den Augen mit. In: Neue Zürcher Zeitung. 17. März 2012, abgerufen am 1. Juli 2024.</ref> Im Jahr 1982 erwarb Ospelt ein Verteillager in Sargans, das in ein Produktionswerk für Teigwaren, Fertiggerichte und luftgetrockneten Schinken umfunktioniert wurde.<ref name=":2" /><ref name=":0" /> 1987 baute das Unternehmen neben der Wurst- und Fleischfabrik in Bendern eine Produktionsstätte für Heimtierfutter.<ref>Ronald Schenkel: Spitz auf Haute Cuisine. In: Cash. 4. Mai 2001.</ref> 1989 wurde die bestehende Aktiengesellschaft in die Herbert Ospelt Anstalt umfirmiert.<ref>Ospelt Pizzawerk. In: Wer zu Wem. 2024, abgerufen am 1. Juli 2024.</ref> Ein Jahr später erwarb das Unternehmen die Fischräucherei Heuwiese in Weite zur Verarbeitung von Fisch und Meeresfrüchten.<ref name=":0" /><ref name=":2" />
1993 übernahm Alexander Ospelt in zweiter Generation der Familie Ospelt die Geschäftsleitung der gesamten Ospelt Gruppe.<ref>Marc Iseli: Malbuner-Chef Alexander Ospelt: «Musk ist eine Inspiration». In: Handelszeitung. 22. Januar 2019, abgerufen am 1. Juli 2024.</ref> 1999 wurde ein Pizza-Werk in Apolda, Deutschland, übernommen und die Produktionsanlagen für Tiefkühlpizzen wurden weiter ausgebaut.<ref>Romy Lauschke: Pizza aus Apolda für ganz Europa – In ganz Europa kann Tiefkühlpizza aus Thüringen gegessen werden. In: Thüringer Allgemeine. 23. Juni 2005.</ref><ref name=":3">Ospelt eröffnet neue Tierfabrik in Thüringen. In: Liechtensteiner Vaterland. 24. August 2022, abgerufen am 1. Juli 2024.</ref>
2004 übernahm Ospelt die Panetta Gruppe, einen Sandwichfabrikanten in Geroldswil.<ref name=":0" /> Alexander Ospelt wurde im Jahr 2008 zum Verwaltungsratspräsidenten der Ospelt Gruppe ernannt.<ref>Sascha Margon: Zweitgrösster Arbeitgeber im Weimarer Land will weiter wachsen. In: Thüringer Allgemeine. 6. September 2019, abgerufen am 1. Juli 2024.</ref> Im Jahr 2010 wurde das Produktionswerk in Sargans von Pizoler Fleisch- und Teigwaren-Spezialitäten AG in Ospelt Food AG umbenannt.<ref>Ospelt Food AG, Sargans, Schweiz. In: North Data. 25. Oktober 2010, abgerufen am 1. Juli 2024.</ref>
2012 eröffnete Ospelt in Apolda ein Trockentiernahrungswerk, in dem jährlich bis zu 100 000 Tonnen Tiernahrung hergestellt werden.<ref name=":4">Ospelt-Gruppe eröffnet Werk in Deutschland. In: St. Galler Tagblatt. 29. Oktober 2012, abgerufen am 1. Juli 2024.</ref> Die Marke Conower Meet Snacks, ein Hersteller von Fleischsnacks, wurde im Jahr 2018 übernommen.<ref name=":5">Marlies Steffen: Trockenfleisch wird jetzt in Liechtenstein produziert. In: Nordkurier. 15. Februar 2018, abgerufen am 1. Juli 2024.</ref> Im März 2019 mussten mehrere Händler (Coop, Migros, Volg) die Lachsprodukte der Firma Ospelt Food AG aufgrund von Listerien zurückrufen.<ref>Lachs von Coop, Migros und Volg wegen Listerien zurückgerufen. In: Der Bund. 9. März 2019, abgerufen am 10. Mai 2024.</ref>
Jüngere Entwicklungen
Am 26. Mai 2020 kam es zu einem Grossbrand in der 2012 eröffneten Tierfutterfabrik des Unternehmens im thüringischen Apolda.<ref>Sascha Magron: Aufräumarbeiten nach Grossbrand in Tierfutterfirma bei Ospelt. In: Thüringer Allgemeine. 3. Juni 2020, abgerufen am 1. Juli 2024.</ref>
Zum 1. März 2021 wurde Philipp A. Ospelt, der Sohn von Alexander Ospelt, zum stellvertretenden Geschäftsführer des Unternehmens ernannt.<ref name=":2" /> Im selben Jahr erfolgte die Übernahme der Brotaufstrich-Marke Le Parfait von Nestlé Schweiz, kurz darauf wurde die Produktion des Brotaufstrichs an den Hauptsitz der Ospelt-Gruppe in Bendern verlagert.<ref>Ospelt Gruppe übernimmt von Nestlé: Brotaufstrich «Le Parfait» wird liechtensteinisch. In: Liechtensteiner Vaterland. 24. Juni 2021, abgerufen am 1. Juli 2024.</ref>
Produkte und Standorte
Die Firma stellt neben der Charcuterie-Marke Malbuner, die zu den bekanntesten Marken in der Schweiz zählt, auch Produkte für namhafte Lebensmittel- und Restaurantketten, darunter Speck und Chicken-Nuggets für McDonald’s Schweiz, sowie Tierfutter her.<ref name=":0" /><ref>Patrick Berger: Big Mac zukünftig mit 70 Prozent mehr Bacon: McDonald’s verwendet nur noch Schweizer Speck. In: Blick. 28. September 2018, abgerufen am 1. Juli 2024.</ref><ref>Valerie Blank: «Le Parfait hatte einen festen Platz im Kühlschrank». In: Wirtschaft regional. 30. Juni 2022, abgerufen am 1. Juli 2024.</ref>
Der Brotaufstrich der von Nestlé übernommenen Marke Le Parfait wird seit 2021 am Betriebssitz in Bendern hergestellt.<ref>Oliver Fueter: Neu aus Liechtenstein — Dürfen Lebensmittel aus dem «Ländle» das Schweizerkreuz tragen? In: SRF. 22. August 2022, abgerufen am 1. Juli 2024.</ref>
Im Bereich Lebensmittel produziert die Ospelt-Gruppe Charcuterie,<ref>Beat Hürlimann: Produzentin von „Malbuner“ leitet Generationenwechsel ein. In: Horizont. 19. Januar 2022, abgerufen am 1. Juli 2024.</ref> Snacks,<ref name=":5" /> Frischgerichte, Teigwaren, Geflügel, Sandwiches, Fisch und Meeresfrüchte,<ref name=":0" /><ref name=":2" /> Pizzen<ref name=":3" /> und vegane Produkte.<ref>Thomas Schwizer: Die Ospelt-Gruppe – bekannt durch die Marke Malbuner – wird veganer. In: St. Galler Tagblatt. 21. Juli 2020, abgerufen am 1. Juli 2024.</ref> Im Bereich Tiernahrung bietet das Unternehmen ein Vollsortiment an Feuchtnahrung, Snacks und Trockennahrung für Hunde und Katzen an.<ref name=":1" /><ref name=":4" />
Der Hauptsitz der Ospelt-Gruppe befindet sich in Bendern in Liechtenstein,<ref name=":6" /> mit weiteren Standorten in Sargans, Weite und Geroldswil (Schweiz) sowie in Apolda (Deutschland).<ref name=":0" />
Nachhaltigkeit
Seit Juni 2009 bezieht Ospelt Prozesswärme für die Produktionsprozesse über die Ferndampfleitung der Kehrichtverbrennungsanlage in Buchs SG.<ref>Dampflieferung für das Fürstentum Liechtenstein. In: Euro Heat & Power. August 2009, abgerufen am 1. Juli 2024.</ref>
Auszeichnungen
- 2019: Auszeichnung von Alexander Ospelt als Entrepreneur Of The Year durch eine Jury von Unternehmern aus der Region<ref>Alexander Ospelt ist «Entrepreneur Of The Year». In: Liechtensteiner Vaterland. 21. November 2019, abgerufen am 1. Juli 2024.</ref>
- 2019: Auszeichnung für Lohngleichheit an den Standorten Bendern und Sargans durch ein externes Beratungsunternehmen<ref>Lohngleichheit in der Ospelt Gruppe bestätigt. In: Lie:Zeit. 15. Oktober 2019, abgerufen am 1. Juli 2024.</ref>
- 2024: Auszeichnung mit dem von Deloitte vergebenen «Best Managed Companies Award 2024» nach Auswahl durch eine unabhängige Jury<ref>«Best Managed Companies Award» für vier Firmen. In: Technische Rundschau. 28. Juni 2024, abgerufen am 10. Juli 2024.</ref><ref>Capri Sun, Ospelt und Läderach sind gut gemanagt. In: Konsider. 1. Juli 2024, abgerufen am 10. Juli 2024.</ref>
Siehe auch
Weblinks
Einzelnachweise
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