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Geyersdorf

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Geyersdorf
Koordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(1153)&title=Geyersdorf 50° 35′ N, 13° 2′ OKoordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(1153) 50° 35′ 16″ N, 13° 2′ 24″ O
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Höhe: 576 m
Fläche: 4,98 km²<ref name="Gindex" />
Einwohner: ca. 1153 (2011)<ref name="Gindex">Gemarkung Geyersdorf, Gemeinde Annaberg-Buchholz. In: GEOindex. Abgerufen im September 2025.</ref>
Bevölkerungsdichte: 232 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Januar 1999
Postleitzahl: 09456
Vorwahl: 03733
Lage von Geyersdorf in Sachsen

Geyersdorf ist ein Ortsteil der sächsischen Stadt Annaberg-Buchholz im Erzgebirgskreis.

Datei:Der Pöhlberg bei Annaberg von Geyersdorf aus bei Johann Traugott Lindner 1848.jpg
Geyersdorf in Johann Traugott Lindners Wanderungen 1848
Datei:AlteDorfstraße Geyersdorf 1943 von oben.jpg
Die abschüssige Alte Dorfstraße, oberer Abschnitt mit Kirche, 1943

Geografie

Lage

Geyersdorf liegt etwa 2,5 Kilometer östlich von Annaberg im Erzgebirge. Die Ortslage erstreckt sich am Westhang des Pöhlbach, südwestlich des Ortes erhebt sich der 832 m ü. NN hohe Pöhlberg. Durch Geyersdorf verläuft der Europäische Fernwanderweg E3.
Den Ort queren die Staatsstraße 218 Annaberg–Reitzenhain sowie die S 262 WiesenbadBärenstein.

Nachbarorte

Wiesa Plattenthal
Annaberg Kompassrose, die auf Nachbargemeinden zeigt Mildenau
Königswalde

Geschichte

Datei:Rathaus Geyersdorf (1).jpg
Rathaus Geyersdorf
Datei:Geyersdorf Widerlager der Eisenbahnbrücke.jpg
Geyersdorf, Widerlager der ehem. Eisenbahnbrücke (2016)
Datei:Turnhalle Geyersdorf mit Außenschwibbogen (2).jpg
Turnhalle Geyersdorf mit Außenschwibbogen
Datei:Geyersdorf, Annaberger Backwaren.jpg
Geyersdorf, Annaberger Backwaren

Ortsgeschichte

Die erste urkundliche Erwähnung datiert von 1397<ref name="HOV">vgl. Geyersdorf im Historischen Ortsverzeichnis von SachsenVorlage:Abrufdatum</ref>, man schreibt den Ortsnamen zu diesem Zeitpunkt bereits wie den heutigen, in der Folge unterliegt die Schreibweise jedoch mehreren Änderungen.
Der Name soll seinen Ursprung von Bergleuten aus Geyer haben, welche sich in der Folge von Erzfunden am Pöhlberg hier ansiedelten. Ehedem soll er die Bezeichnung Häuersdorf bzw. Häuerstädt (während der Zeit der Stadtgerechtigkeit) geführt haben, was auf den Beruf des Hauers rückführbar ist.<ref name="schumann 1">vgl. Geyersdorf. In: August Schumann: Vollständiges Staats-, Post- und Zeitungslexikon von Sachsen. 3. Band. Schumann, Zwickau 1816, S. 126.</ref>

Friedrich Gottlob Leonhardi beschreibt Geyersdorf 1801 ausführlich in Band 3 seiner Erdbeschreibung der churfürstlich- und herzoglich- sächsischen Lande.<ref>Geyersdorf 1801, Seite 229</ref>

August Schumann nennt 1816 im Staats-, Post- und Zeitungslexikon von Sachsen Geyersdorf betreffend u. a.:

„Geyersdorf hat jetzt 80 Häuser, eine Kirche und Schule, und 541 Einwohner, unter denen 30 Begüterte mit 12¾ Magaz. Hufen, 5 Mühlenbesitzer und 45 Häusler sind. Im J. 1801 hielten sie 162 Kühe. [...]
Die Einwohner leben theils vom Ackerbau, der aber wegen der Abdachung des Pölbergs (Bielbergs) sehr schwer zu betreiben und dabei wenig ergiebig ist, theils vom Bergbau, der aber nicht im Ort selbst statt findet.“<ref name="schumann 1" />

Das jetzige Gebäude der Evangelischen Pfarrkirche Geyersdorf an der Alten Dorfstraße<ref>Evangelisch-Lutherische Kirchgemeinde Geyersdorf mit 1 Innenaufnahme</ref> wurde 1862 errichtet. Ein in der Grundmauer erhaltener Stein weist die Jahreszahl 1508 auf. Von der Mitte des 16. Jahrhunderts bis 1902 gehörte der Ort kirchlich der Hospital- oder Trinitatiskirche in Annaberg an; zuständig waren die dortigen Pfarrer.<ref>Filialkirche der Hospitalkirche zu St. Trinitatis in Handbuch der Kirchen-Statistik für das Königreich Sachsen (1875), Seite 12</ref>

Am 15. November 1923 erhielt der Ort mit dem Güterbahnhof „Geyersdorf-Mildenau“ am östlichen Ortsende Eisenbahnanschluss an der als Industriebahn konzipierten Plattentalbahn – zwischen dem 10. Januar 1938 und 1945 verkehrten hier auch Personenzüge. Ab 1951 war die Station durch Betriebseinstellung auf dem Abschnitt bis Königswalde fortan oberer Endpunkt der Bahn, am 15. Juni 1971 wurde der Güterverkehr auf dem Abschnitt Plattenthal–Geyersdorf-Mildenau endgültig eingestellt.<ref>Eisenbahnstationen in Sachsen, abgerufen am 12. Februar 2011.</ref>

Zum 1. Januar 1999 wurde Geyersdorf nach Annaberg-Buchholz eingemeindet.<ref>Gebietsänderungen ab 1. Januar 1999 bis 31. Dezember 1999 auf der Internetpräsenz des Statistischen Landesamtes des Freistaats Sachsen. S. 1. (PDF; 39 kB), abgerufen am 12. Februar 2011.</ref>

Entwicklung der Einwohnerzahl

Jahr Einwohnerzahl<ref name="HOV" />
1547/51 22 besessene Mann, 31 Gärtner, 9 Inwohner, 12 ¾ Hufen
1764 34 besessene Mann, 20 Gärtner, 12 ¾ Hufen
1834 621
1871 916
1890 1298
Jahr Einwohnerzahl
1910 1448
1925 1378
1939 1497
1946 1464
1950 1663
Jahr Einwohnerzahl
1964 1292
1990 1015
1998 1162
2011 1174
2021 1394

Bergbau

Der zeitliche Ursprung des Bergbaus am Pöhlberg ist nicht bekannt, dürfte aber nach derzeitigem Kenntnisstand vor 1442 liegen, denn nach chronikalischen Aufzeichnungen wurde die Grube St. Briccius südlich von Geyersdorf in diesem Jahr beim Bergamt Geyer erstmals erwähnt.<ref>Geschichtliche Entwicklung der Grubenanlage St. Briccius, abgerufen am 11. Februar 2011.</ref>

Bemerkenswert ist, dass Geyersdorf aufgrund seines ergiebigen Bergbaus beim Kurfürsten die Stadtgerechtigkeit ersuchte. Die Stadtgerechtigkeit erhielt der Ort schließlich 1468. Dieses Privilegium umfasste „einen öffentlichen Wochenmarkt, Brau- und Schankgerechtigkeit für jedes Haus, Niederlassung der Handwerker, Zoll- und Geleits-, Land- und Tranksteuerfreiheit mit Accisemoderation, die kleine Jagd mit Netzen etc.“<ref name="schumann 1" /> Später erloschen die Privilegien jedoch wieder.

In seiner Blütezeit zwischen 1575 und 1595 lieferte der Bergbau 3510 Zentner Kupfer und 5060 Mark Silber, die teils in Geyer teils in nahegelegenen Hüttenwerken weiterverarbeitet wurden.<ref>vgl. Geyersdorf. In: August Schumann: Vollständiges Staats-, Post- und Zeitungslexikon von Sachsen. 3. Band. Schumann, Zwickau 1816, S. 126 f.</ref>

Datei:Kirche Geyersdorf.jpg
Kirche Geyersdorf

Siehe auch

Söhne und Töchter

Literatur

  • Geyersdorf. In: August Schumann: Vollständiges Staats-, Post- und Zeitungslexikon von Sachsen. 3. Band. Schumann, Zwickau 1816, S. 125–127.
  • Fritz Nickerl, Heinz Röthig: Verzeichnis der Berggebäude von Geyersdorf 1500-1900. Streifzüge durch die Geschichte des oberen Erzgebirges. Bergbaunachrichten, 2000. (online)
  • Jochen Köhler: Güter und Häuser von Geyersdorf um 1840. Eine Häuserchronik. Annaberg-Buchholz 2011, DNB 1018513744.
  • Jochen Köhler: Die ehemaligen Mahlmühlen von Geyersdorf. (= Streifzüge durch die Geschichte des oberen Erzgebirges. Heft 61). 2003.
  • Jochen Köhler: Der Rote Hahn Geyersdorf. (= Streifzüge durch die Geschichte des oberen Erzgebirges. Heft 71). 2005.
  • Richard Steche: Geyersdorf. In: Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und Kunstdenkmäler des Königreichs Sachsen. 4. Heft: Amtshauptmannschaft Annaberg. C. C. Meinhold, Dresden 1885, S. 79.
  • Helmut Brückner: Dorfgemeinschaft. Versuch der Rekonstruktion einer Gesamtbevölkerung von der Mitte des 16. Jahrhunderts bis zum Beginn der Industrialisierung Mitte des 19. Jahrhunderts am Beispiel der ‚merkwürdigen‘ Ortschaft Geyersdorf. Annaberg-Buchholz 2018/2019.
  • Helmut Brückner: Die vergessene Stadt. Die städtischen Privilegien des "merkwürdigen" Ortes Geyersdorf im Verlauf von drei Jahrhunderten. Mildenau 2018.

Weblinks

Commons: Geyersdorf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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