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Wiesa (Thermalbad Wiesenbad)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wiesa
Koordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(1211)&title=Wiesa 50° 37′ N, 13° 1′ OKoordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(1211) 50° 36′ 37″ N, 13° 0′ 45″ O
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Höhe: 466 m
Fläche: 8,38 km²
Einwohner: 1211 (9. Mai 2011)<ref>Kleinräumiges Gemeindeblatt für Thermalbad Wiesenbad. (PDF; 0,23 MB) Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen, September 2014, abgerufen am 29. Januar 2015.</ref>
Bevölkerungsdichte: 145 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Januar 1999
Eingemeindet nach: Wiesa, jetzt Thermalbad Wiesenbad
Postleitzahl: 09488
Vorwahl: 03733
Lage von Wiesa in Sachsen

Wiesa ist ein Ortsteil der sächsischen Gemeinde Thermalbad Wiesenbad im Erzgebirgskreis.

Geografie

Lage

Wiesa liegt etwa 3 Kilometer nördlich von Annaberg im Erzgebirge. Die Ortslage erstreckt sich beiderseits der hier nahezu in West-Ost-Richtung verlaufenden Zschopau.
Durch den Ort führt die Staatsstraße 261 Bundesstraße 95–Wiesenbad, über Kommunalstraßen bestehen zudem Anschlüsse an die südlich verlaufende Bundesstraße 101 Annaberg–Freiberg sowie an die Nachbarorte Schönfeld und Neundorf.

Nachbarorte

Schönfeld Neundorf Wiesenbad
Kompassrose, die auf Nachbargemeinden zeigt Plattenthal
Annaberg

Geschichte

Datei:Liesel 05-09-2010 Kirche Wiesa 02.jpg
Blick aus Westen zur St.-Trinitatis-Kirche
Datei:Rittergut Wiesa.jpg
Rittergut Wiesa (um 1860)
Datei:Liesel 05-09-2010 Kirche Wiesa 01.jpg
Nahaufnahme von St. Trinitatis
Datei:20170911230MDR Wiesa (Thermalbad Wiesenbad) Trinitatiskirche.jpg
St. Trinitatis, Jugendstil (1904)

Die erste urkundliche Erwähnung datiert von 1452 als zcu der Weßen, bereits 1389 wird ein Henschyl von der Weßen erwähnt.<ref name="HOV">vgl. Wiesa im Historischen Ortsverzeichnis von SachsenVorlage:Abrufdatum</ref>

Im 15. Jahrhundert erfuhr Wiesa durch den Silberbergbau einen enormen Bevölkerungszuwachs. Relikte dieser Zeit, in Form von zahlreichen Stollen, sind noch heute im Ort sichtbar, so z. B. der Lindenstollen. 1539 kaufte der Rechenmeister Adam Ries das „Vorwerk bei der Wiesen“, die heute zu Annaberg-Buchholz gehörende „Riesenburg“.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Gemeinde Thermalbad Wiesenbad, Ortsteil Wiesa (Memento vom 27. Januar 2010 im Internet Archive), abgerufen am 12. Februar 2011.</ref> Am 30. Januar 1762 gründete sich die Berggrabebrüderschaft Wiesa, welche heute noch als Traditionsverein „Bergbrüderschaft Wiesa“ e. V. besteht. August Schumann nennt 1825 im Staats-, Post- und Zeitungslexikon von Sachsen Wiesa mit Wiesenbad betreffend u. a.:

„Wiesa enthält gegen 125 Bewohner (1803 wurden nur 856 Consumenten angegeben, vielleicht ohne einige Häuser und abgelegene Bergfreiheiten) […]. Im Dorfe sind 2 Mühlen nebst einer Bretmühle. […] Trotz dem trefflichen Flachsbau ist doch der Gewinn vom Feldbau nicht bedeutend, da die mäßig große Flur zum Theil auf steilen und steinigen Bergen liegt; viel lohnender ist die Viehzucht; 1801 gab man zwar nur 268 Kühe an – jetzt sind aber weit mehr hier, und mit Einschluß des Rittergutes wohl an 400. Einige Bauern, besonders in Südwest, besitzen gute und tiefe Teiche. Ehedem gab es, wie noch viele Halden und Bingen zeigen, starken Bergbau hier. Das weibliche Geschlecht klöppelt viel und seine Spitzen, welche in Annaberg debitiert werden; das männliche arbeitet zum Theil in den Annaberger Zechen.“<ref>vgl. Wiesa. In: August Schumann: Vollständiges Staats-, Post- und Zeitungslexikon von Sachsen. 12. Band. Schumann, Zwickau 1825, S. 813–815.</ref>

Der Ort gehörte bis 1856 zum Amt Wolkenstein.<ref>Historisches Ortsverzeichnis Sachsen</ref> Die am 1. Februar 1866 eröffnete Zschopautalbahn führt zwar durch das Ortsgebiet, Wiesa erhielt aber an ihr keine eigene Bahnstation. Erst 1908 wurde die Stationsbezeichnung des Schönfelder Bahnhofs – von dem von 1888 bis 1967 die Schmalspurbahn nach Geyer abzweigte – in Schönfeld-Wiesa geändert. Der Bahnhof Schönfeld-Wiesa lag jedoch über 1 Kilometer westlich der Ortsmitte von Wiesa.

Datei:20170911100DR Wiesa (Thermalbad Wiesenbad) Rittergut.jpg
Rittergut, ehem. Wirtschaftsgebäude 2017

1902–04 wurde St. Trinitatis erbaut. Der Entwurf des im Jugendstil errichteten Baus stammt vom Dresdner Architekturbüro Schilling & Graebner. Die Orgel lieferte Jehmlich Orgelbau Dresden. Ehedem soll Wiesa bereits eine Kirche besessen haben.<ref>vgl. Wiesa. In: August Schumann: Vollständiges Staats-, Post- und Zeitungslexikon von Sachsen. 12. Band. Schumann, Zwickau 1825, S. 813.</ref>

1936 wurde dem Ort Wiesa das Rittergut Wiesa von der Gemeinde Schönfeld zugeordnet.<ref name="HOV" />

Der ortsansässige VEB Geräte- und Werkzeugbau Wiesa, der Anfangs zum Gerätebaukombinat Königswartha und später ab 1979<ref>Rainer Karlsch: Die Rüstungsbetriebe der DDR im Überblick in: Hans Gotthard Ehlert, Matthias Rogg: Militär, Staat und Gesellschaft in der DDR: Forschungsfelder, Ergebnisse, Perspektiven, Ch. Links Verlag 2004, 740 Seiten, Seite 180</ref> zum VEB Kombinat Spezialtechnik gehörte, fertigte während der DDR-Zeit Handfeuerwaffen.

Zum 1. April 1998 erfolgte die Umgliederung von 154,16 ha Gemeindegebiet mit 62 Einwohnern zur Stadt Annaberg-Buchholz.<ref>Gebietsänderungen ab 1. Januar 1998 bis 31. Dezember 1998 auf der Internetpräsenz des Statistischen Landesamtes des Freistaats Sachsen, S. 2 (PDF; 21 kB), abgerufen am 12. Februar 2011.</ref> Am 1. Januar 1999 erfolgte der Zusammenschluss der bis dahin eigenständigen Gemeinden Neundorf, Schönfeld, Wiesa und Wiesenbad zur neuen Gemeinde Wiesa.<ref>Gebietsänderungen ab 1. Januar 1999 bis 31. Dezember 1999 auf der Internetpräsenz des Statistischen Landesamtes des Freistaats Sachsen, S. 2 (PDF; 39 kB), abgerufen am 12. Februar 2011.</ref> Am 1. Januar 2005 erfolgte die Umbenennung der Gemeinde in Thermalbad Wiesenbad.<ref>StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2005</ref>

Zum 1. April 2007<ref>Bilderstrecke zum Bahnhof Schönfeld-Wiesa, abgerufen am 12. Februar 2011.</ref> wurde der Bahnhof zugunsten des wenig später etwa in Ortsmitte neu eingerichteten Haltepunktes „Wiesa (Erzgeb)“ aufgelassen, heute existiert von den ehemals umfangreichen baulichen Anlagen nur noch das Empfangsgebäude.

Entwicklung der Einwohnerzahl

Jahr Einwohnerzahl<ref name="HOV" />
1551<templatestyles src="FN/styles.css" /> 1 89 besessene Mann und Häusler, 43 Inwohner
1764<templatestyles src="FN/styles.css" /> 1 30 besessene Mann, 45 Häusler, 17 ¾ Hufen
1834<templatestyles src="FN/styles.css" /> 1 1136
1871<templatestyles src="FN/styles.css" /> 1 1722
1890<templatestyles src="FN/styles.css" /> 1 2451
Jahr Einwohnerzahl
1910<templatestyles src="FN/styles.css" /> 1 2905
1925<templatestyles src="FN/styles.css" /> 1 2979
1939<templatestyles src="FN/styles.css" /> 1 3018
1946<templatestyles src="FN/styles.css" /> 1 3079
1950 2072
Jahr Einwohnerzahl
1964 2016
1990 1552
1998 1419

<templatestyles src="FN/styles.css" />

1 
Wiesa mit Wiesenbad

Söhne und Töchter des Ortes

Literatur

Weblinks

Commons: Wiesa – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references />

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