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Esmolol

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Strukturformel
Datei:Esmolol-Enantiomere.png
(S)-Form (oben) und (R)-Form (unten): 1:1-Gemisch der Stereoisomere
Allgemeines
Freiname Esmolol
Andere Namen
  • (±)-Methyl-3-{4-[2-hydroxy-3-(isopropylamino)propoxy]phenyl}propionat
  • (RS)-Methyl-3-{4-[2-hydroxy-3-(isopropylamino)propoxy]phenyl}propionat
  • DL-Methyl-3-{4-[2-hydroxy-3-(isopropylamino)propoxy]phenyl}propionat
  • rac-Methyl-3-{4-[2-hydroxy-3-(isopropylamino)propoxy]phenyl}propionat
Summenformel C16H25NO4
Kurzbeschreibung

weißlicher Feststoff<ref name="Sigma" />

Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer
PubChem 59768
ChemSpider 53916
DrugBank DB00187
Wikidata [[:d:Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1464: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)|Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1464: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)]]
Arzneistoffangaben
ATC-Code

C07AB09

Wirkstoffklasse

β-Rezeptorenblocker

Eigenschaften
Molare Masse
  • 295,37 g·mol−1 (freie Base)
  • 331,84 g·mol−1 (Hydrochlorid)
Aggregatzustand

fest<ref name="Sigma" />

Schmelzpunkt
  • 48–50 °C (freie Base)<ref name="Erhardt" />
  • 85–86 °C (Hydrochlorid)<ref name="Erhardt" />
Sicherheitshinweise
Bitte die Befreiung von der Kennzeichnungspflicht für Arzneimittel, Medizinprodukte, Kosmetika, Lebensmittel und Futtermittel beachten
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung<ref name="Sigma">Datenblatt Vorlage:Linktext-Check bei Sigma-AldrichVorlage:Abrufdatum (PDF).</ref>

Hydrochlorid

keine GHS-Piktogramme

H- und P-Sätze H: keine H-Sätze
P: keine P-Sätze<ref name="Sigma" />
Toxikologische Daten
  • 71 mg·kg−1 (LD50Rattei.v.)<ref name="Kleemann">A. Kleemann, J. Engel, B. Kutscher, D. Reichert: Pharmaceutical Substances – Synthesis, Patents, Applications, 2 Bände. Thieme, Stuttgart 2001, ISBN 3-13-558404-6.</ref>
  • 93 mg·kg−1 (LD50Mausi.v.)<ref name="Kleemann" />
  • 32 mg·kg−1 (LD50Hundi.v.)<ref name="Kleemann" />
Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0 °C, 1000 hPa).

Esmolol ist ein Arzneistoff aus der Gruppe der Sympatholytika, der als kurzwirksamer kardioselektiver β1-Blocker verwendet wird. Die Substanz wurde als Softdrug ausgehend von Practolol entwickelt, wobei die Amidfunktion mit einem Ester als Bioisoster ausgetauscht wurde.<ref>Klaus Müller, Helge Prinz, Matthias Lehr: Pharmazeutische/Medizinische Chemie. 13. September 2022, abgerufen am 30. August 2023.</ref>

Pharmakologie

Seine Halbwertszeit beträgt etwa neun Minuten, da Esmolol im Gegensatz zu anderen Betablockern nicht organgebunden abgebaut wird, sondern die Elimination über Esterasen-Hydrolasen stattfindet. Aus diesem Grund muss Esmolol gegebenenfalls kontinuierlich intravenös zugeführt werden. Die Wirkungen und Nebenwirkungen entsprechen denen der Betablocker. In der Medizin wird Esmolol wegen der kurzen Wirkzeit hauptsächlich zu diagnostischen Zwecken und in der Notfallmedizin verwendet. Hier findet es mit einer initialen Dosierung von 0,5 bis 1,5 mg/kg über eine Minute<ref>Reinhard Larsen: Anästhesie und Intensivmedizin in Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie. (1. Auflage 1986) 5. Auflage. Springer, Berlin / Heidelberg / New York u. a. 1999, ISBN 3-540-65024-5, S. 60 f.</ref> Anwendung bei supraventrikulären paroxysmalen Tachykardien, therapiebedürftigen nicht-kompensatorischen Sinustachykardien und dem Hyperkinetischen Herzsyndrom.<ref>D. Kühn, J. Luxem, K. Runggaldier: Rettungsdienst. 3. Auflage. Urban & Fischer Verlag, München 2004, ISBN 3-437-46191-5.</ref> Herzkreislaufstabile und chronisch kranke Patienten erhalten langwirksame Betablocker in Tablettenform.

Stereoisomerie

Esmolol ist ein chiraler Arzneistoff mit einem Stereozentrum. Das wirksame Isomer (Eutomer) ist das (S)-Esmolol.<ref name="Agustiana">Joni Agustiana, Azlina Harun Kamaruddina, Subhash Bhatiaa: Single enantiomeric β-blockers – The existing technologies. In: Process Biochemistry, 2010, 45, S. 1587–1604. doi:10.1016/j.procbio.2010.06.022.</ref> Esmolol wird als Racemat, also als 1:1-Mischung der (S)-Form und (R)-Form, verwendet.

Synthese

Die Synthese von racemischen Esmolol geht vom 3-(4-Hydroxyphenyl)-propionsäuremethylester aus, welches im ersten Schritt in Gegenwart von Kaliumcarbonat mit Epichlorhydrin verethert wird. Im zweiten Schritt wird an die Epoxidfunktion der Zwischenverbindung Isopropylamin addiert.<ref name="Erhardt">P.W. Erhardt, C.M. Woo, W.G. Anderson, R.J. Gorczynski: Ultra-short-acting β-adrenergic receptor blocking agents. 2. (Aryloxy)propanolamines containing esters on the aryl function. In: J. Med. Chem., 1982, 25, S. 1408–1412; doi:10.1021/jm00354a003.</ref>

Datei:Synthese Esmolol aus 3-(4-Hydroxyphenyl)-propionsäuremethylester.svg
Synthese von Esmolol

Handelsnamen

Monopräparate
Brevibloc (D, A, CH), Esmolol Amomed (A), Esmocard (D), Esmolol Orpha (CH)

Einzelnachweise

<references />

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