Zum Inhalt springen

Stilfs

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Dies ist die aktuelle Version dieser Seite, zuletzt bearbeitet am 18. April 2026 um 14:09 Uhr durch imported>Mai-Sachme.
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)
Stilfs
ital.: Stelvio
Wappen
Wappen von Stilfs
Wappen von Stilfs
Datei:Stilfs in Südtirol - Positionskarte.svg
Staat: Italien
Region: Trentino-Südtirol
Provinz: Bozen – Südtirol
Bezirksgemeinschaft: Vinschgau
Einwohner:
(VZ 2011/31.12.2024)
1.307/1.142
Sprachgruppen: 97,45 % deutsch
02,44 % italienisch
00,10 % ladinisch
Koordinaten 46° 36′ N, 10° 33′ OKoordinaten: 46° 36′ N, 10° 33′ O
 {{#coordinates:46,6|10,55|primary
dim= globe= name= region=IT-BZ type=city
  }}
Meereshöhe: 1.033–3905 m s.l.m. (Zentrum: 1300 m s.l.m.)
Fläche: 140 km²
Dauersiedlungsraum: 4,2 km²
Fraktionen: Gomagoi, Stilfs, Sulden, Trafoi
Nachbargemeinden: Bormio (SO), Laas, Martell, Val Müstair (CH-GR), Prad am Stilfserjoch, Taufers im Münstertal, Valfurva (SO)
Postleitzahl: 39029
Vorwahl: 0473
ISTAT-Nummer: 021095
Steuernummer: 82008420216
Bürgermeister (2025): Samuel Marseiler

Stilfs (italienisch Stelvio, {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)) ist eine italienische Gemeinde in Südtirol mit 1142 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2024) und gehört zur Bezirksgemeinschaft Vinschgau. Zur Gemeinde gehören die Fraktionen Außersulden, Gomagoi, Stilfs Dorf, Stilfserbrücke, Stilfserjoch, Sulden und Trafoi.

Geographie

Datei:Ansicht Stilfs 4.jpg
Ansicht des Hauptorts Stilfs

Stilfs liegt im Westen Südtirols. Der gleichnamige Hauptort der Gemeinde Stilfs (1300 m) befindet sich auf der orographisch linken, westlichen Seite im unteren Suldental, einem vom Suldenbach entwässerten Seitental des Vinschgaus; das Dorf Sulden (1900 m) befindet sich im oberen Talabschnitt. Im mittleren Suldental bei Gomagoi (1250 m) zweigt das vom Trafoier Bach durchflossene Trafoital ab, das der Ortschaft Trafoi (1570 m) Platz bietet.

Umgeben sind beide Täler von den Bergen der Ortler-Alpen, die dem mächtigen Hauptkamm, dem Chavalatschkamm und den Laaser Bergen zugerechnet werden. Der stark vergletscherte Hauptkamm erhebt sich südlich über und zwischen den beiden Tälern. Hier ragen mit einer bemerkenswerten Dichte einige der höchsten Gipfel der Ostalpen auf. Zu diesen zählen der Ortler, mit 3905 m der höchste Gipfel Südtirols, die Königspitze (3851 m), der Zebrù (3735 m) und die Thurwieserspitze (3652 m). Der Kamm endet über dem Talschluss des Trafoitals am Stilfser Joch (2758 m), das durch die berühmte Panoramastraße SS 38 erschlossen wird und einen Übergang ins Veltlin (Provinz Sondrio, Lombardei) vermittelt. Im Westen trägt der Chavalatschkamm, in dem die Rötlspitze (3026 m) die höchste Erhebung darstellt, die italienisch-schweizerische Staatsgrenze zum Kanton Graubünden. In den Laaser Bergen östlich vom Suldental sind die Vertainspitze (3545 m) und der Hohe Angelus (3521 m) die bedeutendsten Gipfelpunkte.

Das gesamte Gemeindegebiet ist im Nationalpark Stilfserjoch unter Schutz gestellt.

Geschichte

Auf Caschlins und am Weiberbödele wurden prähistorische Funde gemacht. Es handelt sich auf Caschlins um einen Holzbau aus der Urnenfelderzeit, der in der Bronzezeit einem Steinbau wich und dessen Ruinen heute noch betrachtet werden können. Er war Teil des bronzezeitlichen Bergbaus im Ortlergebiet.

Flurnamen lassen eine rätomanische und eine spätere bajuwarische Besiedlung erkennen.

Das Toponym ist 1090 als Stilvis und 1290 als Stilfes nachgewiesen und hat möglicherweise einen vorromanischen Ursprung. Es findet sich mehrmals in Tirol, etwa Stilfes in der Gemeinde Freienfeld (827: Stilves).

Dank der Abgeschiedenheit hat sich in der Bevölkerung im Laufe der Zeit ein hohes Kopplungsungleichgewicht (linkage disequilibrium, LD) gebildet. Diese Ausgangslage ermöglicht beispielsweise die bessere Erforschung genetischer Faktoren für die Verbreitung von Erbkrankheiten.<ref>Fabio Marroni, Irene Pichler, Alessandro De Grandi u. a.: Population isolates in South tyrol and their value for genetic dissection of complex diseases. In: Annals of Human Genetics. Band 70, 2006, S. 812–821, PMID 17044856.</ref>

Die Straßensperre Gomagoi war eine k.-u.-k.-österreichische Festungsanlage, die im Ersten Weltkrieg aktiviert wurde. Das Werk dient heute als Lager.

Politik

Nachdem es 1929 der Gemeinde Prad zugeordnet worden war, wurde Stilfs 1953 wieder zu einer eigenständigen Gemeinde erhoben.

Bürgermeister seit 1953:<ref>Die Bürgermeister der Gemeinden Südtirols seit 1952. (PDF; 15 MB) In: Festschrift 50 Jahre Südtiroler Gemeindenverband 1954–2004. Südtiroler Gemeindenverband, S. 139–159, abgerufen am 16. November 2015.</ref>

  • Johann Tschenett: 1953–1970
  • Josef Hofer: 1970–2010
  • Hartwig Tschenett: 2010–2020
  • Franz Heinisch: 2020–2025
  • Samuel Marseiler: seit 2025

Bevölkerung

Stilfs ist gemäß den erhobenen Sprachgruppenzugehörigkeitserklärungen bzw. Sprachgruppenzuordnungserklärungen eine weitgehend deutschsprachige Gemeinde. Als Berechnungsgrundlage der folgenden Prozentwerte wurden die gültigen Erklärungen von Personen mit italienischer Staatsbürgerschaft herangezogen.

Verteilung nach Sprachgruppenzugehörigkeits- bzw. Sprachgruppenzuordnungserklärungen
Sprache 1981<ref name="astat1981">Volkszählung 1981 – Die amtliche Bürgerzahl und die Sprachgruppen in Südtirol nach Gemeinde und Bezirk. Landesinstitut für Statistik der Autonomen Provinz Bozen – Südtirol, März 1983, abgerufen am 9. Dezember 2024.</ref> 1991<ref name="astat2001">Volkszählung 2001 – Berechnung des Bestandes der drei Sprachgruppen in der Provinz Bozen-Südtirol. Landesinstitut für Statistik der Autonomen Provinz Bozen – Südtirol, August 2002, abgerufen am 9. Dezember 2024.</ref> 2001<ref name="astat2001" /> 2011<ref name="astat2024">Ergebnisse Sprachgruppenzählung 2024 – Berechnung des Bestandes der drei Sprachgruppen in der Autonomen Provinz Bozen - Südtirol. Landesinstitut für Statistik der Autonomen Provinz Bozen – Südtirol, Dezember 2024, abgerufen am 9. Dezember 2024.</ref> 2024<ref name="astat2024" />
Deutsch 98,21 % 97,96 % 97,66 % 98,46 % 97,45 %
Italienisch 1,65 % 1,96 % 2,26 % 1,54 % 2,44 %
Ladinisch 0,14 % 0,08 % 0,08 % 0,00 % 0,10 %

Bildung

In der Gemeinde Stilfs gibt es Bildungseinrichtungen für die deutsche Sprachgruppe, nämlich zwei Grundschulen im Hauptort Stilfs und in Sulden.

Verkehr

Für den Kraftverkehr ist Stilfs in erster Linie durch die SS 38 erschlossen, die – lokal als Stilfser-Joch-Straße bekannt – das Gemeindegebiet durchquert und vom Vinschgau kommend zum Stilfser Joch ansteigt. In Gomagoi zweigen von der SS 38 die Landesstraße 6 zum Gemeindehauptort Stilfs und die SS 622 ins innere Suldental nach Sulden ab.

Brauchtum

Überregional bekannt ist das Klosn, ein archaisches Fruchtbarkeits- und Umzugsritual, das alljährlich am Samstag vor oder nach dem Nikolaustag in Stilfs stattfindet.<ref>Marta Villa: Identità e riconoscimento attraverso i culti della fertilità e il paesaggio agricolo nel Tirolo del Sud. Il ‚case study‘ della popolazione giovane maschile di Stilfs in Vinschgau. In: Georg Grote, Hannes Obermair (Hrsg.): A Land on the Threshold. South Tyrolean Transformations, 1915–2015. Peter Lang, Oxford-Bern-Berlin et al. 2017, ISBN 978-3-0343-2240-9, S. 287–303.</ref>

Sehenswürdigkeiten

Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Siehe auch“ ist nicht vorhanden.

Persönlichkeiten

Ehrenbürger

Söhne und Töchter des Ortes

Literatur

  • Gerd Klaus Pinggera: Stilfs. Zeitenwende im Bergdorf. Folio-Verlag, Wien-Bozen 2020, ISBN 978-3852567976.

Weblinks

Commons: Stilfs – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references />

Vorlage:Klappleiste/Anfang

Vorlage:Klappleiste/Ende

Vorlage:Hinweisbaustein