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St. Pankraz (Südtirol)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
St. Pankraz
ital.: San Pancrazio
Wappen
Wappen von St. Pankraz
Wappen von St. Pankraz
Datei:St. Pankraz in Südtirol - Positionskarte.svg
Staat: Italien
Region: Trentino-Südtirol
Provinz: Bozen – Südtirol
Bezirksgemeinschaft: Burggrafenamt
Einwohner:
(VZ 2011/31.12.2024)
1.584/1.550
Sprachgruppen: 98,99 % deutsch
00,95 % italienisch
00,07 % ladinisch
Koordinaten 46° 35′ N, 11° 5′ OKoordinaten: 46° 35′ N, 11° 5′ O
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Meereshöhe: 370–2608 m s.l.m. (Zentrum: 735 m s.l.m.)
Fläche: 63,0 km²
Dauersiedlungsraum: 6,7 km²
Nachbargemeinden: Borgo d’Anaunia (TN), Lana, Laurein, Naturns, Unsere Liebe Frau im Walde-St. Felix, Tisens, Ulten
Postleitzahl: 39010
Vorwahl: 0473
ISTAT-Nummer: 021084
Steuernummer: 82007130212
Bürgermeister (2025): Thomas Holzner

St. Pankraz ([<templatestyles src="IPA/styles.css" />saŋkt ˈpaŋkrats]; italienisch San Pancrazio) ist eine italienische Gemeinde mit 1550 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2024) in Südtirol. Sie liegt im Ultental auf 736 m Höhe und ist die erste Ortschaft im Tal.

Geografie

Datei:Sankt Pankraz 01.jpg
St. Pankraz im Juli 2007

Die Gemeinde St. Pankraz, etwa 11 km südwestlich von Meran gelegen, nimmt einen unteren Abschnitt des in Südwest-Nordost-Richtung verlaufenden Ultentals sowie umliegende Berggebiete ein. Die höher gelegenen Talbereiche gehören zur Gemeinde Ulten, der Talausgang zu Lana. Die Ortschaft St. Pankraz liegt auf 735 m Höhe auf der orographisch linken Seite der Falschauer an der Einmündung des Kirchbachtals. Nordseitig erhebt sich zwischen dem Ultental und dem Vinschgau der Zufrittkamm der Ortler-Alpen, der innerhalb des bis zum Vigiljoch reichenden Gemeindegebiets an der 2608 m hohen Naturnser Hochwart seinen höchsten Punkt findet.

In den Süden des Gemeindegebiets zweigt vom Ultental das Marauntal ab, das an seiner Ostflanke dem Weiler Buchen (1171 m) Platz bietet. Das Marauntal führt hinauf bis zum Hofmahdjoch (1781 m), einem Übergang ins Nonstal, wo St. Pankraz teils an den zu Südtirol gehörenden Deutschnonsberg, teils ans Trentino grenzt. Überragt wird das Joch ostseitig vom zur Nonsberggruppe gerechneten Laugen (2434 m) sowie westseitig von Gipfeln des Ilmenkamms der Ortler-Alpen, dem Kleinen (2311 m) und dem Großen Kornigl (2418 m).

Geschichte

Auf der Anhöhe von Burg Eschenlohe finden sich Baustrukturen aus prähistorischer Zeit.

Frühestes Schriftzeugnis ist ecclesia S. Pancracii in Ultun in einer lateinischen Urkunde aus dem Jahr 1098. Die Gemeinde hat ihren Namen vom heiligen Pancratius, dem Kirchenpatron der Pfarrkirche.

Es regierten im Mittelalter die Grafen von Ulten über das Gebiet. Sie waren eine Nebenlinie der Grafen von Eppan. Das Gebiet besticht durch einige bedeutsame Gehöfte, etwa den Beckenchristlhof.<ref>Walter Hauser, Martin Bitschnau: Der Beckenchristlhof in St. Pankraz – zur Baugeschichte eines unbekannten Niederadelssitzes im Ultental, in «Der Schlern» 59, 1985, S. 291–295.</ref>

Seit 1960 ist St. Pankraz eine eigenständige Gemeinde, vorher gehörte sie zur Gemeinde Ulten.<ref>Gemeinde St. Pankraz (Hrsg.): St. Pankraz – Mosaiksteine einer Berggemeinde S. 190 f.</ref>

Politik

Bürgermeister seit 1960:<ref>Die Bürgermeister der Gemeinden Südtirols seit 1952. (PDF; 15 MB) In: Festschrift 50 Jahre Südtiroler Gemeindenverband 1954–2004. Südtiroler Gemeindenverband, S. 139–159, abgerufen am 16. November 2015.</ref>

  • Bartholomäus Pöder: 1960–1969
  • Josef Gamper: 1969–1974
  • Ernst Holzner: 1974–1990
  • Hermann Tumpfer: 1990–2010
  • Thomas Holzner: seit 2010

Bevölkerung

St. Pankraz ist gemäß den erhobenen Sprachgruppenzugehörigkeitserklärungen bzw. Sprachgruppenzuordnungserklärungen eine weitgehend deutschsprachige Gemeinde. Als Berechnungsgrundlage der folgenden Prozentwerte wurden die gültigen Erklärungen von Personen mit italienischer Staatsbürgerschaft herangezogen.

Verteilung nach Sprachgruppenzugehörigkeits- bzw. Sprachgruppenzuordnungserklärungen
Sprache 1981<ref name="astat1981">Volkszählung 1981 – Die amtliche Bürgerzahl und die Sprachgruppen in Südtirol nach Gemeinde und Bezirk. Landesinstitut für Statistik der Autonomen Provinz Bozen – Südtirol, März 1983, abgerufen am 9. Dezember 2024.</ref> 1991<ref name="astat2001">Volkszählung 2001 – Berechnung des Bestandes der drei Sprachgruppen in der Provinz Bozen-Südtirol. Landesinstitut für Statistik der Autonomen Provinz Bozen – Südtirol, August 2002, abgerufen am 9. Dezember 2024.</ref> 2001<ref name="astat2001" /> 2011<ref name="astat2024">Ergebnisse Sprachgruppenzählung 2024 – Berechnung des Bestandes der drei Sprachgruppen in der Autonomen Provinz Bozen - Südtirol. Landesinstitut für Statistik der Autonomen Provinz Bozen – Südtirol, Dezember 2024, abgerufen am 9. Dezember 2024.</ref> 2024<ref name="astat2024" />
Deutsch 98,41 % 99,12 % 99,81 % 98,84 % 98,99 %
Italienisch 1,48 % 0,76 % 0,13 % 0,96 % 0,95 %
Ladinisch 0,11 % 0,13 % 0,06 % 0,19 % 0,07 %

Wirtschaft

Neben Tourismus und Berglandwirtschaft gibt es in St. Pankraz einige Handwerksbetriebe. Der Ort verfügt über ein eigenes Heizwerk zur Wärmeversorgung. Die Falschauer wird durch den Pankrazer Stausee energetisch genutzt. Auf dem Gemeindegebiet befindet sich ein Speicherkraftwerk, das zur Kette der Wasserkraftwerke im Ultental gehört.

Bildung

In der Gemeinde gibt es Bildungseinrichtungen für die deutsche Sprachgruppe. Diese umfassen eine Grundschule sowie eine Mittelschule.

Verkehr

Die Hauptzufahrt nach St. Pankraz für den öffentlichen Kraftverkehr erfolgt über die Ultner Talstraße, die als Landesstraße 9 ausgewiesen ist; die Distanz zu Lana im Nordosten misst 11 km, zur Anschlussstelle Meran-Süd der Schnellstraße MeBo 13 km. Außerdem ist St. Pankraz vom Süden übers Hofmahdjoch erreichbar, das durch die Landesstraße 88 erschlossen ist.

Friedhofskapelle St. Sebastian in St. Pankraz
Friedhofskapelle St. Sebastian

Sehenswürdigkeiten

Datei:Castel d'Ultimo 02.jpg
Burgruine Eschenlohe

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  • Burgruine Eschenlohe, seit dem 12. Jahrhundert als „Schloss Ulten“ erwähnt<ref>Oswald Trapp: Tiroler Burgenbuch. II. Band: Burggrafenamt. Verlagsanstalt Athesia, Bozen 1980, S. 251–257.</ref>
  • Pfarrkirche St. Pankraz mit 56 m hohem Kirchturm
  • Friedhofskapelle St. Sebastian neben der Pfarrkirche
  • St.-Helena-Kirche: Die 1338 erstmals erwähnte Kapelle steht weithin sichtbar auf einem 1550 m hohen Waldhügel.
  • Beckenchristlhof, ein alter Bauernhof mit Fundamentierung aus dem 13. und 14. Jahrhundert.
  • Häusl am Stein: Das Haus hat das Hochwasser der Falschauer von 1882 überstanden, weil es unbeabsichtigt auf einem Steinblock errichtet wurde.
  • Mitterbad

Persönlichkeiten

Literatur

  • Gemeinde St. Pankraz (Hrsg.): St. Pankraz – Mosaiksteine einer Berggemeinde. Edition Raetia, Bozen 2010, ISBN 978-88-7283-385-8 (online)

Weblinks

Commons: St. Pankraz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references />

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