Zenon von Tarsos
Zenon von Tarsos war ein griechischer Philosoph, dessen Hauptschaffenszeit im späten 3. und im frühen 2. Jahrhunderts v. Chr. lag.
Vermutlich wurde er um 235 v. Chr. geboren und stammte aus der Stadt Tarsos, möglicherweise war er phönizischer Herkunft. Zenon von Tarsos war ein Sohn des Dioskurides<ref>Suda, zeta 80 (englische Übersetzung).</ref> und Schüler des Chrysippos von Soloi, durch den er zur von Zenon von Kition begründeten Stoa gelangte. Als sein Lehrer 206 v. Chr. starb, wurde Zenon Scholarch der stoischen Schule in Athen; sein eigener Nachfolger in diesem Amt war Diogenes von Babylon.<ref>Eusebius von Caesarea, Praeparatio evangelica XV,18 (englische Übersetzung).</ref>
Durch die Gründung seiner eigenen Schule erlangte er schnell Anerkennung, wich aber kaum von der Lehre des Chrysippos ab.<ref>Diogenes Laertios, Leben und Meinungen berühmter Philosophen VII,84.</ref> Allerdings soll er die Ekpyrosistheorie angezweifelt haben.<ref>Areios Didymos, Fragment 36 (Diels).</ref>
Diogenes Laertios überliefert, er habe wenige Schriften hinterlassen, aber soll dafür eine Vielzahl an Schülern ausgebildet haben.<ref>Diogenes Laertios, Leben und Meinungen berühmter Philosophen VII,35.</ref> In einem in Herculaneum gefundenen Fragment aus dem Werk des Philodemos von Gadara über die Geschichte der Stoa sind zwei seiner Schüler (Diogenes aus Seleukeia und Archedemos von Tarsos) sowie der Titel eines seiner Werke überliefert.<ref>Philodemos von Gadara, Index Stoicorum (PHerc. 1018), col. 48.</ref> Demnach hat er ein fünf Bücher umfassendes Werk gegen den Philosophen Hieronymos von Rhodos umfasst. Wilhelm Crönert zufolge ist den erhaltenen Textbruchstücken außerdem zu entnehmen, dass die Schriften des Zenon von späteren Stoikern als unorthodox eingestuft wurden.<ref>Wilhelm Crönert: Kolotes und Menedemos. Kolotes und Menedemos. Texte und Untersuchungen zur Philosophen- und Literaturgeschichte (= Studien zur Paläographie und Papyruskunde. Bd. 6.) E. Avenarius, Leipzig 1906, S. 195.</ref>
Quellen
- Hans von Arnim: Stoicorum Veterum Fragmenta Nachdruck, B. G. Teubner, Stuttgart 1964, Bd. 3, S. 209 (online, Zusammenstellung aller 1905 bekannten Quellen zu Zenon von Tarsos in Originalsprache).
Literatur
- István Bodnár: Zenon 8. In: Der Neue Pauly (DNP). Band 12/1, Metzler, Stuttgart 2002, ISBN 3-476-01482-7, Sp. 752.
- Kurt von Fritz: Zenon 4. In: Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft (RE). Band X A, Stuttgart 1972, Sp. 122.
- Richard Goulet: Zénon de Tarse. In: Richard Goulet (Hrsg.): Dictionnaire des philosophes antiques. Band 7, CNRS Éditions, Paris 2018, ISBN 978-2-271-09024-9, S. 415–417
Einzelnachweise
<references />
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Zenon von Tarsos |
| ALTERNATIVNAMEN | Zeno Tarsensis |
| KURZBESCHREIBUNG | griechischer stoischer Philosoph |
| GEBURTSDATUM | um 235 v. Chr. |
| STERBEDATUM | 2. Jahrhundert v. Chr. |