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Isabelle Huppert

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Isabelle Huppert bei der Berlinale 2026
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Isabelle Huppert bei den Filmfestspielen von Cannes 2018

Isabelle Anne Huppert ([<templatestyles src="IPA/styles.css" />izabɛl yˈpɛ(:)ʁ] <phonos file="Fr-isabelle huppert-25.ogg">anhören</phonos>/?; * 16. März 1953 in Paris) ist eine französische Theater- und Filmschauspielerin, die im Laufe ihrer Karriere mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet wurde. Sie etablierte sich seit den 1970er Jahren als eine der bedeutendsten Darstellerinnen des französischen Kinos und trat zudem in einigen internationalen Filmproduktionen auf.

Privatleben

Huppert kam 1953 als Tochter des Sicherheitsingenieurs Raymond Huppert und der Englischlehrerin Annick Huppert in Paris zur Welt.<ref>Naomi Pfefferman: Isabelle Huppert uncovers the true strength of her characters. Jewish Journal, 17. Februar 2017</ref> Sie hat drei Schwestern, Caroline Huppert (Regisseurin), Jacqueline und Elisabeth (Schauspielerin), und einen Bruder, Rémi.<ref>2022 | Hommage - Isabelle Huppert. Webseiten der Berlinale (abgerufen am 19. August 2024)</ref> Seit 1982 ist sie mit dem libanesischen Produzenten und Regisseur Ronald Chammah (* 1951)<ref>EN IMAGES - Couples mythiques : Isabelle Huppert et Ronald Chammah, l’amour secret. Yahoo Life France, 16. März 2021</ref><ref>Prisma Média: Ronald Chammah - La biographie de Ronald Chammah avec Gala.fr. Abgerufen am 4. Januar 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> verheiratet. Das Ehepaar hat drei Kinder. Ihre Tochter, Lolita Chammah (* 1983), ist ebenfalls Schauspielerin und spielte in Copacabana (2010) Hupperts Filmtochter.<ref>Matthias Greuling: Es bleibt in der Familie. In: Wiener Zeitung, 28. Juni 2012.</ref> Ihr jüngster Sohn wurde 1997 geboren.<ref>Gabriela Herpell: Isabelle Huppert: Die Schauspielerin im Interview. 9. September 2013, abgerufen am 4. Januar 2024.</ref> Huppert lebt in Paris.<ref>Christiane Peitz: Isabelle Huppert zum 70.: Diese lauernde Intensität. Tagesspiegel, 16. März 2023 </ref>

Leben und Karriere

Film

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Huppert mit Paul Verhoeven in Cannes 2016

Im Jahr 1971 gab Huppert ihr Filmdebüt in Faustine et le Bel Été unter der Regie von Nina Companéez. Zu den frühen Höhepunkten ihrer Filmkarriere zählen Die Ausgebufften (Regie Bertrand Blier), Der Richter und der Mörder (Regie Bertrand Tavernier) und Die Spitzenklöpplerin (Regie Claude Goretta). Weitere Filme festigten ihren Ruf als Darstellerin tiefgründiger Charaktere, deren zerbrechliche Erscheinung mit ihrer Willensstärke kontrastiert, so z. B. Die Kameliendame nach dem Roman von Alexandre Dumas (1981, Regie Mauro Bolognini). Sie drehte häufig mit dem Regisseur Claude Chabrol, mit dem sie ein tiefgehendes künstlerisches Verständnis verband, so in Violette Nozière (1978), Eine Frauensache (1988) und Biester (1995).<ref>Badische Zeitung: Zum Tod von Claude Chabrol - der scharfsichtige Kritiker. 13. September 2010, abgerufen am 4. Januar 2024.</ref> Darüber hinaus wirkte sie in Filmen zahlreicher weiterer namhafter französischer Regisseure mit, darunter Claude Sautet (in César und Rosalie in einer frühen Nebenrolle) und in Hauptrollen bei André Techiné (Die Schwestern Brontë), Jean-Luc Godard (Rette sich, wer kann (das Leben)), François Ozon (8 Frauen) und Patrice Chéreau (Gabrielle – Liebe meines Lebens). Mehrmals arbeitete Huppert mit dem österreichischen Regisseur Michael Haneke. In seinem Film Die Klavierspielerin (2001) spielte sie die Rolle der Erika Kohut, für die sie bei den Filmfestspielen in Cannes als beste Schauspielerin ausgezeichnet wurde.

Im Jahr 1975 drehte sie erstmals in den USA (Unternehmen Rosebud von Otto Preminger). 1980 folgte Michael Ciminos Spätwestern Heaven’s Gate, der zu einem der größten Flops der Filmgeschichte geriet. Amerikanische Filme blieben in Hupperts Wirken die Ausnahme. Sie drehte 1987 noch Das Schlafzimmerfenster, 1994 Amateur von Hal Hartley und 2004 I Heart Huckabees, die nicht zu den erfolgreichsten ihrer Karriere zählen.

Im Mai 2009 übernahm Huppert bei den 62. Internationalen Filmfestspielen von Cannes das Amt der Juryvorsitzenden.<ref>Dirk Knipphals: Porträt Isabelle Huppert: Jurypräsidentin mit Ausdruckskraft. In: Die Tageszeitung: taz. 2. Januar 2009, ISSN 0931-9085 (taz.de [abgerufen am 4. Januar 2024]).</ref> Bereits bei den Filmfestspielen von 1984 war sie neben Dirk Bogarde, Michel Deville und Stanley Donen Mitglied der Wettbewerbsjury in Cannes.

Zu Hupperts größten künstlerischen Erfolgen der letzten Jahre zählt ihre Mitwirkung an Paul Verhoevens Erotikthriller Elle (2016). Für die Rolle der Tochter eines Massenmörders, die selbst Opfer einer Vergewaltigung wird, wurde sie mit einer Vielzahl von Preisen ausgezeichnet, darunter ihr zweiter César, ein Golden Globe Award und eine Oscar-Nominierung.

Theater

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Huppert bei einer Aufführung von Quartett im Odéon – Théâtre de l’Europe

Bereits im Alter von vierzehn Jahren nahm Huppert am Conservatoire à rayonnement régional de Versailles Schauspielunterricht, dem Kurse bei Jean-Laurent Cochet folgten. Parallel zu ihrer Filmarbeit trat Huppert immer wieder erfolgreich als Theaterschauspielerin in Erscheinung. Auf französischen und europäischen Bühnen übernahm sie in französischsprachigen Aufführungen sowohl Hauptrollen in klassischen Stücken wie William Shakespeares Komödie Maß für Maß (Paris, 1991) und Friedrich Schillers Maria Stuart (London, 1996) als auch in zeitgenössischen Stoffen wie Sarah Kanes 4.48 Psychose (Paris, 2002; Berlin, 2005), Heiner Müllers Quartett (Paris und Berlin, 2006), Yasmina Rezas Der Gott des Gemetzels (2008) und Krzysztof Warlikowskis Un Tramway (Paris und Berlin, 2010).

Für die Titelrollen in Un mois à la campagne, Virginia Woolfs Orlando, EuripidesMedea und Henrik Ibsens Hedda Gabler wurde sie insgesamt fünfmal für den Theaterpreis Molière in der Kategorie Beste Hauptdarstellerin nominiert. Im Jahr 2017 wurde sie mit dem Europäischen Theaterpreis ausgezeichnet.<ref name="derstandard.at2000066753516">Vgl. Europäischer Theaterpreis an Isabelle Huppert und Jeremy Irons auf derStandard.at, 27. Oktober 2017.</ref> Nach Orlando (1993) trat Huppert im Jahr 2019 zum zweiten Mal in einem von Robert Wilson inszenierten Monolog auf: als Maria Stuart in Darryl Pinckneys Mary Said What She Said. Nach seiner Premiere am 22. Mai 2019 im Espace Cardin des Pariser Théâtre de la Ville gastierte das Stück an mehreren europäischen Bühnen, unter anderem bei den Wiener Festwochen und im Hamburger Thalia Theater.

Im Sommer 2021 war sie beim Festival von Avignon in der Rolle der Ljubow in Anton Tschechows Der Kirschgarten zu sehen.<ref>Archivseite des Festivals von Avignon zur Inszenierung von Der Kirschgarten (La Cerisaie; französisch; abgerufen am 22. August 2024).</ref> Dieser Arbeit (Ankunft in Avignon, letzte Phase des Rollenstudiums, Reflexionen über die Schauspielkunst) ist eine Dokumentation von Benoît Jacquot gewidmet, sein Film Par cœurs,<ref>Les Films du Losange: Par coeurs de Benoit Jacquot - Bande-annonce officielle auf YouTube, abgerufen am 22. August 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)</ref> in dem er parallel und in ähnlichem Aufbau auch Fabrice Luchinis damalige Lesung in Avignon dokumentiert. 2024 trat Huppert in Romeo Castelluccis Bearbeitung von Jean Racines Drama Bérénice bei der Ruhrtriennale in Duisburg auf.

Weitere Tätigkeiten

Gesang

Als Sängerin zeichnete Huppert gemeinsam mit Jean-Louis Murat für den Liederzyklus Madame Deshoulières (2001) verantwortlich. Ein Jahr danach übernahm sie als eine der acht Hauptdarstellerinnen einen Gesangspart in dem Film 8 Frauen (2002) und interpretierte dort den Francoise Hardy Titel "Message personnel".

Kuratorin

Huppert ist zudem als Kuratorin tätig, so etwa für eine Robert-Mapplethorpe-Ausstellung in Salzburg und die Fotomesse Paris Photo 2014.<ref>Vgl. <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />„Kulturmontag“: 70. Filmfestspiele von Venedig, Isabelle Huppert als Kuratorin und Aliens bei der Ars Electronica (Memento vom 29. November 2014 im Internet Archive) auf programm.orf.at, 2. September 2013.</ref><ref>Salzburger Nachrichten: Filmstar Isabelle Huppert als Kuratorin in Salzburg. 31. August 2013, abgerufen am 4. Januar 2024.</ref>

Mode

Seit 2022 modelt Huppert für die Modemarke Balenciaga. 2023 wurde sie im Alter von 70 Jahren zum Brand-Ambassador ernannt.<ref>Desireé Oostland: Schauspiel-Ikone Isabelle Huppert wird mit 69 Jahren Balenciaga-Model. 27. November 2022, abgerufen am 17. Oktober 2023 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref>Sarah Maisey: Why Balenciaga naming 70-year-old Isabelle Huppert as brand ambassador matters. 3. August 2023, abgerufen am 17. Oktober 2023 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Filmografie

Auszeichnungen

Huppert gewann zahlreiche Preise, darunter 1996 den César für die beste Darstellerin für ihre Rolle der Jeanne im Film Biester von Claude Chabrol. Darüber hinaus wurde sie 13 weitere Male für den César nominiert. Zweimal wurde sie als beste Darstellerin bei den Internationalen Filmfestspielen von Cannes ausgezeichnet, 1978 für Chabrols Violette Nozière und 2001 für Die Klavierspielerin, nach dem gleichnamigen Roman von Elfriede Jelinek. 2002 erhielt sie zusammen mit ihren sieben Partnerinnen einen Silbernen Bären bei der Berlinale für die Krimikomödie 8 Frauen. Im November 2011 erhielt die Schauspielerin den mit 10.000 Euro dotierten Darstellerpreis „Die Europa“ des Internationalen Filmfests Braunschweig. Für das Jahr 2022 ist ihr der Goldene Ehrenbär der Berlinale zuerkannt worden.<ref>Hommage und Goldener Ehrenbär für Isabelle Huppert bei der Berlinale 2022. In: berlinale.de, 16. Dezember 2021 (abgerufen am 16. Dezember 2021).</ref>

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Huppert in Karlsbad, 2009
Datei:Isabelle Huppert Césars 2017 2.jpg
Huppert bei der César-Verleihung 2017

César

Chlotrudis Awards

Coppa Volpi

  • 1988: Auszeichnung als Beste Darstellerin für Eine Frauensache
  • 1995: Auszeichnung als Beste Darstellerin für Biester

Europäischer Filmpreis

Golden Globe Award

  • 2017: Auszeichnung als Beste Hauptdarstellerin – Drama für Elle

Internationale Filmfestspiele von Cannes

  • 1978: Auszeichnung als Beste Darstellerin für Violette Nozière
  • 2001: Auszeichnung als Beste Darstellerin für Die Klavierspielerin

Molière

  • 1989: Nominierung als Beste Hauptdarstellerin für Un mois à la campagne
  • 1994: Nominierung als Beste Hauptdarstellerin für Orlando
  • 1995: Nominierung als Beste Hauptdarstellerin für Orlando
  • 2001: Nominierung als Beste Hauptdarstellerin für Medée
  • 2005: Nominierung als Beste Hauptdarstellerin für Hedda Gabler

Oscar

  • 2017: Nominierung als Beste Hauptdarstellerin für Elle

Prix Lumières

Weitere

Literatur

  • Iggy Cortez & Ian Fleishman (Hrsg.): Performative Opacity in the Work of Isabelle Huppert. Edinburgh University Press, Edinburgh 2023, ISBN 978-1-4744-7983-7.
  • Darren Waldron & Nick Rees-Roberts (Hrsg.): Isabelle Huppert: Stardom, Performance, Authorship. Bloomsbury Academic, London 2022, ISBN 978-1-5013-7243-8.
  • Carole Bellaïche: Isabelle Huppert. Éditions de La Martinière, Paris 2019, ISBN 978-2-7324-9158-5 (Fotoband).
  • Murielle Joudet: Isabelle Huppert - Vivre ne nous regarde pas. Capricci, Nantes 2018, ISBN 979-10-239-0295-2.
  • 3 Frauen: Moreau, Deneuve, Huppert. edition text + kritik, München 2007, ISBN 978-3-88377-891-4 (Aufsatzsammlung).
  • Elfriede Jelinek: Isabelle Huppert im Porträt. Knesebeck, München 2006, ISBN 3-89660-330-2 (Fotoband).
  • Ariel Ronald Chammah: Isabelle Huppert : La femme aux portraits. Éditions du Seuil, Paris 2005, ISBN 978-2-02-079779-5 (Fotoband).

Weblinks

Commons: Isabelle Huppert – Sammlung von Bildern und Videos
Interviews

Einzelnachweise

<references />

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