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Bet Guvrin

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Bet Guvrin
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[[Datei:{{#property:P41}}|120px|rand|zentriert|Flagge von Bet Guvrin]]
Bet Guvrin
Basisdaten
hebräisch: {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value)
Staat: IsraelDatei:Flag of Israel.svg Israel
Bezirk: Süd
Gegründet: 1949
Koordinaten: 31° 37′ N, 34° 54′ OKoordinaten: 31° 36′ 47″ N, 34° 53′ 54″ O
 {{#coordinates:31,613055555556|34,898333333333|primary
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Höhe: 267 m
 
Einwohner: 471 (Stand: 2022)<ref>2022 {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value). (XLSX; 119 kB) [Population and households by locality - 2022 Cens​us estimate]. Israelisches Zentralbüro für Statistik, 2025, abgerufen am 31. Januar 2026. </ref>
 
Gemeindecode: 0619
Zeitzone: UTC+2
Postleitzahl: {{#property:P281}}
Bet Guvrin (Israel)
Bet Guvrin (Israel)
Bet Guvrin

Bet Guvrin ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)) ist ein Kibbuz in der südlichen Schfelah im Südbezirk Israels nahe der Grünen Linie zum Westjordanland an der alten Landstraße 35 von Aschkelon nach Jerusalem. Die Siedlung hatte 2022 471 Einwohner<ref>2022 {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value). (XLSX; 119 kB) [Population and households by locality - 2022 Cens​us estimate]. Israelisches Zentralbüro für Statistik, 2025, abgerufen am 31. Januar 2026.</ref> und befindet sich in unmittelbarer Nähe der antiken Stadt Eleutheropolis. Weitere Varianten des Namens sind Bethogabris, Baitogabra ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)), davon abgeleitet {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) / بيت جبرين und selten Beth Gebrin.

Geschichte

Die antike Besiedlung reicht bis ins 6. vorchristliche Jahrhundert zurück. Damals war Bet Guvrin eine Nachbarstadt der edomitischen Hauptstadt Marescha. Beide Städte gingen etwa 400 Jahre später an die Makkabäer verloren. Bedeutend wurde der Ort mit Beginn der römischen Herrschaft. Sie blühte vor allem infolge der ihr von Kaiser Septimius Severus im Jahr 202 verliehenen Privilegien auf. Gleichzeitig erhielt die Stadt den Namen Eleutheropolis ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)). In den folgenden Jahrhunderten war Eleutheropolis der Verwaltungssitz des größten römischen Bezirks in ihrer Provinz Syria Palaestina.

Die im 12. Jahrhundert an der Stelle der alten Stadt erbaute Kreuzfahrerburg Gibelin wurde 1187 von Saladin erobert.

In späteren Jahrhunderten existierte ein arabisches Dorf namens {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) / بيت جبرين. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts kamen vom Westhang des Hochlandes von Hebron, südlicher Teil des Judäischen Berglands Angehörige des Familienverbands alʿAzza (العزة).<ref name="Golan 2001-07-24" /> Die Region gehörte zum osmanischen Mutesarriflik Jerusalem. Zunächst waren die Familienmitglieder mittellos und arbeiteten als Landarbeiter und Hirten.<ref name="Golan 2001-07-24" /> Im 19. Jahrhundert erhob sich Familie alʿAzza zu einem Bauernaufstand gegen die Herrschaft des Osmanischen Reiches (1516–1918).

Im Laufe der Jahre etablierten sie sich und begannen, Grundstücke zu kaufen, wobei ihnen die niedrigen Grundstückspreise damals zu passe kamen.<ref name="Golan 2001-07-24" /> Die Familie baute an mehreren Standorten im Dreieck zwischen Bayt Ǧibrin, ʿAgur und Tall alSafi in der südlichen Hügellandschaft Schfelah auf ihren Ländereien Bauernhöfe, wo die Familie daher sehr einflussreich wurde.<ref name="Schimʿoni 5707">Jaʿaqov Schimʿoni, ערבי ארץ ישראל, (={{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)), Tel Aviv: ʿAm Oved, 5707(Das Jahr dauerte vom 26. Sept. 1946 bis 14. Sept. 1947), S. 206seq. und 209.</ref> Im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts unterhielt die Familie alʿAzza gute Beziehungen zum osmanischen Sultan und Kalifen aller Muslime Abdülhamid II., der ihnen ihre Besitztümer durch Kuschan ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value); ein osmanischer Grundstückstitel) als Eigentum bestätigte.<ref name="Golan 2001-07-24">Gaddi Golan ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)), {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value) (24. Juli 2001), auf: גְּלְוֹבְּס (Globes); abgerufen am 2. Oktober 2024.</ref>

Nach Eintritt des Osmanischen Reiches in den Ersten Weltkrieg auf Seiten der Mittelmächte versuchte es 1915 vergeblich, den Sueskanal als zentraleמ Seeverkehrsweg des Britischen Imperiums zu blockieren. Die Egyptian Expeditionary Force der Triple Entente vertrieb in der Gegenoffensive die Osmanen vom ägyptischen Sinai und eröffnete auf osmanischen Gebiet die Palästinafront. Unter Gefechten, die meist die Entente siegreich für sich entschied, rückte die Front nordwärts vor, bis um den 16. November 1917 Einheiten der Australian Mounted Division Bayt Ǧibrin einnahmen.

Nachdem Briten und Franzosen schon während des Ersten Weltkriegs vereinbarten, die arabisch besiedelten Gebiete des Osmanischen Reichs unter sich aufzuteilen, besetzten sie 1917/1918 die Gebiete wie abgesprochen. In der Folge lösten die Briten das Mutesarriflik auf und fassten sein Gebiet mit südlichen Teilen des libanesischen Vilâyet Beirut (vor allem Galiläa) nach den damals gängigen christlichen Vorstellungen vom Heiligen Land zu dem neu umgrenzten Territorium Palästina zusammen. Seit 1921 fanden erste Ausgrabungen statt, bei denen man unter anderem verschiedene Mosaiken fand. Der Völkerbund formalisierte das britische Vorgehen und erteilte den Briten 1922 das Völkerbundsmandat für Palästina.

Die Mandatsbestimmungen sahen vor, das Land in Bildung, Gesellschaft, Recht, Verwaltung und Wirtschaft zu modernen Standards zu führen, um es auf eine spätere, zeitlich unbestimmte Unabhängigkeit vorzubereiten. Dabei sollte die britische Mandatsverwaltung allen Einwohner des Landes gleiche Rechte sichern und die seit den 1880er Jahren entstandene jüdische Heimstatt fördern und wahren. Die Mandatsverwaltung Government of Palestine erließ 1924 die Palestinian Citizenship Order (Verordnung die Palästinensische Staatsbürgerschaft betreffend), womit die Bewohner des Landes mit Wirkung ab 1. Januar 1925 erstmals Palästinenser mit eigener Staatsbürgerschaft wurden.

Ein Konflikt zwischen nichtjüdischen, meist arabischen und jüdischen, zu geringem Anteil arabischen Palästinensern war durch die gesamte Mandatszeit mehr oder minder virulent. Die einflussreiche muslimische arabische Familie alHussayni nahm unter anderem mit Muhammed Amin alHussayni, Mufti von Jerusalem, die Führung der arabischen Palästinenser für sich in Anspruch.

ʿAbd alRahman alʿAzza, Mitglied des Familienverbands in Bayt Ǧibrin, ging zu Beginn der 1930er Jahre in Opposition zu Familie alHussayni. Während des Großen Arabischen Aufstands (1936–1939), seinerzeit größte Erhebung gegen eine britische Kolonialverwaltung mit vielen tödlichen Gewaltakten seitens arabischer Angreifer gegen tatsächliche und vermeintliche Vertreter der Mandatsmacht und gegen die Minderheit jüdischer Palästinenser, stand ʿAbd alRahman alʿAzza (عبد الرحمن العزة) an der Spitze einer Rebellengruppe. Aber 1938 trennte er sich von den Aufständischen und wechselte zu den paramilitärischen فصائل السلام / {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) / ‚Friedensgruppen‘ der Nationalen Verteidigungspartei um Fachri alNaschaschibi (فخري النشاشيبي<ref>Er war ein Neffe Raghib alNaschaschibis, 1920–1934 Jerusalems Bürgermeister.</ref>), die arabische Angriffe zu verhüten suchten.<ref>Jehoschua Porat ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)), צמיחת התנועה הלאומית הערבית הפלסטינית: II Bde., Tel Aviv: ʿAm Oved, 21978, Band II ‘{{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)’, S. 73, 302 und 307.</ref>

Nachdem die Briten ihr Mandat zur Verwaltung Palästinas an die UNO, als Nachfolger des Völkerbundes, zurückgaben, fasste diese Beschlüsse für die Zukunft des Landes. Gemäß den Völkerbundsbestimmungen von 1922 für das Palästina-Mandat war die jüdische Heimstatt zu fördern und zu wahren, wie die Rechte der arabischen Nichtjuden im Lande, doch nach Ansicht der UNO war die Heimstatt in einem binationalen Palästina aber eher nicht gesichert.

Darauf fasste am 29. November 1947 die Mehrheit der Mitglieder der UNO den Beschluss, das Mandatsgebiet im Mai 1948 zu teilen, in einen Staat für Juden und einen für nichtjüdische Araber. Die südliche Schefelah mit Bayt Ǧibrin sollte Teil des nichtjüdisch-arabischen Staates sein.<ref>Vgl. “181. Future government of Palestine”, übernommen als II. Resolution aus dem Report of the Ad Hoc Committee on the Palestinian Question, auf: Refworld: Global Law & Policy Database des UNHCR; abgerufen am 2. Oktober 2024.</ref>

Die benachbarten Staaten – sämtlich Mitglieder der Arabischen Liga – kündigten daraufhin die Invasionen ihrer Streitkräfte an. Im Vorlauf dieser angekündigten Invasionen mühten sich die nationalen Bewegungen im Lande – antizionistische überwiegend nichtjüdische einerseits und andererseits zionistische überwiegend jüdische Palästinenser – darum, auch mit Gewalt Positionen und Posten einzunehmen bzw. zu halten, die im bevorstehenden Krieg strategisch wichtig erschienen, was sich zum Bürgerkrieg zwischen arabischen und jüdischen Palästinensern (Dezember 1947─Mai 1948) auswuchs.

Seit Gründung Israels

Nach der Staatsgründung Israels am 14. Mai 1948, an welchem das britische Mandat um Mitternacht auslief, überschritten tags darauf Streitkräfte Ägyptens, Arabische Legion, irakische Streitkräfte, Streitkräfte des Libanon und syrisches Heer die Grenzen und eröffneten den Krieg um Israels Unabhängigkeit. Die ägyptische Armee mit Gamal Abdel Nasser erreichte gegen Ende Mai Bayt Ǧibrin,<ref name="Bakri “Beit Jibrin” 2019" /> bevor sie am 1. Juni 1948 al-Faludscha nahm.

Datei:Beit-Guvrin-western-hill-123.jpg
Villa in Bayt Ǧibrin / Beit Guvrin, 2018

In seiner Villa in Bayt Ǧibrin, deren malerische Ruine weithin zu sehen ist, traf ʿAbd alRahman alʿAzza Nasser und weitere Kämpfer, um die Verteidigung des Ortes zu besprechen, denn die Bewohner hatten sich auf eigene Kosten in Ägypten Waffen gekauft.<ref name="Bakri “Beit Jibrin” 2019">Tariq Bakri (طارق بكري), “Beit Jibrin” (2019), auf We Were and Still Are … Here; abgerufen am 2. Oktober 2024.</ref> Nach israelischem Luftangriff am 18. Oktober, während der israelischen militärischen Operation Joʾav entflohen die Einwohner, bevor Jigʾal Allon mit seinen Truppen von der Givʿati-Brigade am 27. Oktober 1948 ins aufgegebene Bayt Ǧibrin einrückte.<ref name="Bakri “Beit Jibrin” 2019" />

Nach der israelischen Einnahme nahm der israelische Treuhänder über das zurückgelassene Vermögen<ref>Auf {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value). Die Amtsbezeichnung wechselte mit dem neuen Gesetz von 1950 zu Treuhänder für Habe Abwesender. Vgl. Arnon Golan ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)), שִׁינּוּי מֶרְחֲבֵי – תּוֹצְאַת מִלְחָמָה: הַשְּׁטָחִים הָעַרְבִיִּים לַשְׁעָבַר בִּמְדִינַת יִשְׂרָאֵל 1948–1950, {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value) (Hrsg.), Beʾer Scheva: {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value), 2001, S. 14seqq.</ref> sämtliche verlassenen Immobilien in Bayt Ǧibrin in staatlichen Gewahrsam. Auf Grundlage des Gesetzes über die Habe Abwesender,<ref>Vgl. {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value) (20. März 1950), in: סֵפֶר הָחֻקִּים, Nr. 37/ב März 1950.</ref> das die Knesset am 20. März 1950 beschloss,<ref name="Yazbak 2010 p40">Mahmoud Yazbak, “The Islamic Waqf in Yaffa and the Urban Space”, in: Makan: Adalah’s journal for Land Planning and Justice. Band 2 (2010) ‹The Right to a Spatial Narrative›, S. 23–46, hier S. 40.</ref> wurde das Vermögen in Händen des Treuhänders entschädigungslos zu Gunsten des Staates Israel enteignet.<ref>Ilan Pappé, „The Making of the Arab Israeli Conflict 1947–1951“, London: I B Tauris, 1992, ISBN 1-85043-819-6, S. 72.</ref><ref>Benny Morris, Revisiting the Palestinian exodus of 1948. In The War for Palestine: Rewriting the History of 1948, Cambridge: Cambridge University Press, 2001, ISBN 0-521-79476-5, S. 37–59.</ref>

Der heutige Kibbuz wurde 1949 von Palmach-Veteranen auf dem Gelände des arabischen Dorfes gegründet. Ein wichtiger Wirtschaftsbereich der Siedlung ist der Tourismus.

Persönlichkeiten

Siehe auch

Literatur

Weblinks

Commons: Bet Guvrin – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references />

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