Raghib an-Naschaschibi
Raghib an-Naschaschibi (arabisch{{#if:راغب النشاشيبي| {{#invoke:Vorlage:lang|fold}}{{#if:| {{#invoke:Vorlage:lang|flat}}}}{{#if:Rāġib an-Našāšībī|, DMG {{#invoke:Vorlage:lang|flat}}}}{{#if:| <templatestyles src="IPA/styles.css" />
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Leben
Im Osmanischen Reich rivalisierten verschiedene einflussreiche Familien um Ämter und Einfluss in Jerusalem. Die muslimischen Naschaschibis waren neben den Khalidi, Alami und Husseini eine dieser Familien,<ref name=":14" /> womit Raghib an-Naschaschibi in die Elite der palästinensisch-arabischen Gesellschaft geboren wurde. Er schloss ein Ingenieurstudium an der Universität Istanbul ab und wurde Distriktsingenieur in Jerusalem zur Zeit der osmanischen Herrschaft. 1912 wurde er ins Osmanische Parlament gewählt. Die Familie konnte ab den 1920er Jahren<ref name=":0" /> hauptsächlich in ländlichen Gebieten einigen Rückhalt in der Bevölkerung gewinnen. Allgemeine Wahlen fanden in dieser Zeit jedoch nicht statt.<ref name=":0" /> Für die 1910er Jahre ist Naschaschibi als Mitglied von zwei Freimaurerlogen<ref name=":6">{{#invoke:Vorlage:Literatur|f}}</ref> (Barkai-Loge) verzeichnet. Die Familie Naschaschibi investierte in den Bau von Häusern im Jerusalemer Stadtteil Scheich Dscharrah.<ref>{{#invoke:Vorlage:Literatur|f}}</ref>
1920 löste er Musa Kazim al-Husaini aus der rivalisierenden Familie Husaini als Bürgermeister von Jerusalem im britischen Mandatsgebiet ab. Nachdem es in den Wochen nach dem 6. Arabischen Kongress in Jaffa 1923 zu Verstimmungen<ref name=":10">{{#invoke:Vorlage:Literatur|f}}</ref> mit den Hussaini gekommen war, weil ein Mitglied der Familie Hussaini den Vorsitz<ref name=":10" /> im Obersten Islamischen Rat übernahmen hatte, gab Raghib an-Naschaschibi im November 1923 die Gründung seiner ersten Partei, der Palästinensischen Arabisch-Nationalen Partei (al-Hizb al-Watani al-Arabi al-Filastini<ref name=":8" /><ref name=":10" />), bekannt. Hilfe leistete ihm dabei der Jerusalemer Zweig der Familie al-Dajani.<ref name=":8" /><ref name=":10" /> Die Mitglieder waren als Muaradah<ref name=":8" /><ref>{{#invoke:Vorlage:Literatur|f}}</ref> bekannt, bei der Wahl in den Obersten Islamischen Rat verbuchten sie 1926 etwa die Hälfte<ref name=":8" /> der Sitze. Raghib an-Naschaschibi gehörte der Partei wegen seiner Rolle als Bürgermeister jedoch nicht selbst an.<ref name=":8" /> Naschaschibis Verständigungsversuch mit dem Zionisten Chaim Arlosoroff scheiterte daran, dass Naschaschibi anders als dieser an die Palästinenser als das Volk der Juden und Araber glaubte.<ref name=":13" />
1934 gründete der durch Hussein Fakhri al-Khalidi<ref name=":9" /> als Jerusalemer Bürgermeister abgelöste Naschaschibi die Nationale Verteidigungspartei<ref name=":0" /> (Hizb al-Difa' al-Watani<ref>{{#invoke:Vorlage:Literatur|f}}</ref>). An der Gründungsveranstaltung der Partei in Jaffa nahmen rund 1000<ref name=":9" /> Personen teil, unter ihnen befanden sich auch zahlreiche Christen. Naschaschibi war 1936 ein Gründungsmitglied des Arabischen Hohen Komitees. Vor dem Hintergrund der Dekolonialisierung der arabischen Welt und des Zionismus in Palästina wurde Naschaschibi zu einer der Führungsfiguren der Opposition gegen Amin al-Hussaini, den Großmufti von Jerusalem. Er bündelte politische Kräfte überwiegend im Norden Palästinas, hauptsächlich in Akkon<ref name=":0">{{#invoke:Vorlage:Literatur|f}}</ref> und Nablus,<ref name=":0" /><ref name=":8" /> wo sich die Bevölkerung durch al-Hussaini nicht vertreten fühlte und unterhielt gute Beziehungen zu Abdallah ibn Husain I.<ref name=":0" /><ref name=":3">{{#invoke:Vorlage:Literatur|f}}</ref> Der griechisch-orthodoxe Dichter und Journalist Bulus Shehadeh<ref name=":5" /> unterstützte Naschaschibis Politik in seiner Zeitung Mirat es-Shark.<ref name=":5" /><ref name=":9" /> Hussaini reagierte im März 1935<ref name=":8" /> mit der Gründung der Arabisch-palästinensischen Partei (Hizb al-Arabiyya al-Filastiniyya<ref name=":8" />). Mit Vizepräsident Alfred Rock<ref name=":9" /> gehörte jedoch auch dieser Partei ein prominenter griechisch-katholischer<ref name=":9" /> Christ aus Jaffa an.
Die einflussreiche Jaffaer Familie al-Dajani,<ref name=":3" /> mit deren prominentesten Vertreter Hassan Sidqi al-Dajani<ref name=":3" /> (ermordet im Oktober 1938)<ref name=":3" /> war mit den Naschaschibi verbündet. Dajani wurde Sekretär<ref name=":3" /> der Nationalen Verteidigungspartei. Auch die den griechisch-orthodoxen Christen Jaffas nahestehende Zeitung Filastin,<ref name=":3" /> die Jerusalemer Gewerkschaft Arab Workers Society<ref name=":3" /> (AWS) und der Literaturklub al-Muntada al-Adabi,<ref name=":4">{{#invoke:Vorlage:Literatur|f}}</ref> von Jamil al-Husaini,<ref name=":4" /> Naschaschibis Neffe<ref name=":2" /> Fakhri an-Naschaschibi,<ref name=":4" /> Mahmud ʿAziz al-Khalidi<ref name=":4" /> sowie dem bereits genannten Hasan Sidqi al-Dajani,<ref name=":4" /> waren der von Naschaschibi angeführten Opposition freundlich gesinnt und versuchten, die öffentliche Meinung in ihrem Sinne zu beeinflussen.
Raghib an-Naschaschibi war in zweiter Ehe mit der aus Rhodos stammenden Jüdin Palumba Naschaschibi verheiratet.<ref name=":13" /> Im Familienverband der Naschaschibi war durch seine Führungsrolle in AWS und al-Muntada auch Fakhri an-Naschaschibi, im Juli 1934<ref name=":3" /> Gründer der AWS, einflussreich, der jedoch schon im November 1941 in Bagdad ermordet wurde.<ref name=":3" /><ref name=":11">{{#invoke:Vorlage:Literatur|f}}</ref> Fakhri hatte zu Beginn des Krieges eine Schrift gegen den Nazis veröffentlicht.<ref name=":11" /> Seine Ermordung war in der deutschen Propaganda gefeiert worden.<ref name=":11" /> Auch zur Familie zählte der Dichter und Redner Isaf an-Naschaschibi,<ref name=":6" /> der der Jerusalemer Sektion des Komitees für Einheit und Fortschritt<ref name=":6" /> angehört hatte, und der Journalist Nasser ad-Din Naschaschibi.<ref name=":13">{{#invoke:Vorlage:Literatur|f}}</ref> Ein Familienmitglied heiratete 1940 Esther Weiner,<ref name=":13" /> eine Nichte des hebräischen Schriftstellers Samuel Agnon, dessen Familie die Beziehung aber missbilligte und die Beziehung zu Esther abbrach.<ref name=":13" /> Indes verbreitete der Autor Albert Londres in Frankreich die Lüge, Naschaschibi sei ein blutrünstiger Judenmörder.<ref>{{#invoke:Vorlage:Literatur|f}}</ref>
Seine Amtsführung war von Korruption<ref name=":14" /><ref name=":13" /> begleitet. Auch wenn sich seine Partei formal antibritischer Forderungen bediente, näherte sie sich in Sachfragen häufig britischen Interessen an und war an einem wirtschaftlich stabilen Umfeld interessiert.<ref name=":0" /> Jüdische Wähler hatten ihn mit einem Stimmenanteil von 88 %<ref name=":13" /> (Muslime 85 %, Christen 75 %<ref name=":13" />) in der Wahl für seine zweite siebenjährige<ref name=":13" /> Amtszeit von 1927<ref name=":14" /> gegen den von Amin al-Husseini aufgestellten Mitbewerber Arif al-Dadjani<ref name=":13" /> unterstützt, wurden aber in ihren Forderungen enttäuscht. Sie entzogen ihm 1934<ref name=":14" /> die Gefolgschaft und verhalfen Hussein Fakhri al-Khalidi<ref name=":14" /> zum Bürgermeisteramt, der jedoch den jüdischen Vizebürgermeister Daniel Auster<ref name=":14" /> ganz entmachtete.
Während des Arabischen Aufstands von 1936–1939 unterstützte der Nashashibi-Clan die Mandatsmacht durch Aufstellung einer paramilitärischen Einheit verhandlungsbereiter Nationalisten,<ref name=":1">Benny Morris: One State, Two States. Resolving the Israel/Palestine Conflict. Yale University Press, New Haven (Connecticut) 2010, ISBN 978-0-300-16444-2, S. 102 f.</ref> den Fasa'il as-Salam<ref name=":0" /><ref name=":16">{{#invoke:Vorlage:Literatur|f}}</ref> unter Fakhri Abd al-Hadi<ref name=":16" /> von den Briten „Peace Bands“<ref name=":12">{{#invoke:Vorlage:Literatur|f}}</ref><ref name=":15">{{#invoke:Vorlage:Literatur|f}}</ref><ref name=":16" /> genannt. Großbritannien bewaffnete diese.<ref name=":15" /> Sie dienten meist dem Selbstschutz<ref name=":0" /> arabischer Dorfbewohner gegen Geldforderungen Aufständischer und bildeten sich aus enttäuschten Deserteuren von bewaffneten Gruppen.<ref name=":16" /> Eine prononciert islamische Politik, wie sie Hussaini betrieb, vertrat Naschaschibi nicht.<ref name=":5">{{#invoke:Vorlage:Literatur|f}}</ref> Im Juli 1937<ref name=":8" /> wurden alle arabischen Parteien Palästinas, mit Ausnahme von Raghib an-Naschaschibis Nationaler Verteidigungspartei, von der britischen Mandatsverwaltung verboten, was Naschaschibi viel Ansehen kostete.<ref name=":8" /> Als Folge des Aufstands ging die Bedeutung der Naschaschibi deutlich zurück,<ref name=":0" /> die Hussaini gingen hingegen gestärkt<ref name=":0" /> aus den Ereignissen hervor. Vom 7. Februar bis 17. März 1939<ref name=":0" /> waren Mitglieder des Familienverbands der Nashashibi an der ergebnislosen<ref name=":0" /> Londoner St.-James-Konferenz vertreten. Raghib und Fakhri an-Naschaschibi unterstützten am 30. Mai 1939<ref name=":17">{{#invoke:Vorlage:Literatur|f}}</ref> das dritte britische Weißbuch und verurteilten den arabischen Terrorismus.<ref name=":17" />
Ende 1947, kurz vor dem Palästinakrieg, gelang es den Hussainis, Raghib an-Naschaschibi und seine Familie aus dem Arabischen Hohen Komitee zu drängen. Naschaschibi, der bereits vor dem Krieg einen Anschluss an Transjordanien angestrebt hatte, wurde nach dem Krieg jordanischer Minister. Er war zunächst als Gouverneur<ref name=":2" /> des Westjordanlandes für palästinensische Flüchtlinge zuständig. Am 5. Januar 1951<ref name=":14">{{#invoke:Vorlage:Literatur|f}}</ref> wurde er Hüter der beiden Harams<ref name=":2" /> in Jerusalem und Hebron. Das Amt, das ihn zum Oberintendanten<ref name=":7">{{#invoke:Vorlage:Literatur|f}}</ref> des Haram al-Scharif im von Jordanien beanspruchten und administrativ integrierten Ostjerusalem machte, war jedoch nur symbolischer<ref name=":7" /> Natur. 1950 wurde er Landwirtschaftsminister. Das vom König angebotene Amt des Ministerpräsidenten Jordaniens hatte er abgelehnt.<ref name=":2" /> Naschaschibis Neffe Nassereddin an-Naschaschibi wurde jordanischer königlicher Kammerherr.<ref name=":2" /> Naschaschibi starb nach erfolgloser Behandlung im Auguste Viktoria Hospital<ref name=":2" /> im April 1951 an Krebs<ref name=":2" /> und wurde im Garten seiner Villa<ref name=":2" /> beerdigt. Die Villa in der heutigen Naschaschibi-Straße<ref name=":13" /> musste dem Bau des Jerusalemer Ambassador-Hotels<ref name=":2" /> weichen.
Einzelnachweise
<references />
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