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Eichenfarn

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Eichenfarn
Datei:Gymnocarpium dryopteris AT.JPG

Eichenfarn (Gymnocarpium dryopteris)

Systematik
Farne
Klasse: Echte Farne (Polypodiopsida)
Ordnung: Tüpfelfarnartige (Polypodiales)
Familie: Wimperfarngewächse (Woodsiaceae)
Gattung: Eichenfarne (Gymnocarpium)
Art: Eichenfarn
Wissenschaftlicher Name
Gymnocarpium dryopteris
(L.) Newman

Der Eichenfarn (Gymnocarpium dryopteris) ist ein in Mitteleuropa heimischer Farn aus der Gattung Eichenfarne (Gymnocarpium) innerhalb der Familie der Wimperfarngewächse (Woodsiaceae). In vielen Werken wird er noch in der Familie der Wurmfarngewächse (Dryopteridaceae) geführt.

Datei:Gymnocarpium dryopteris 6028 4x3.jpg
Wedel mit Sori
Datei:Gymnocarpium dryopteris 1-jgreenlee (5097435857).jpg
Eichenfarn
Datei:Gymnocarpium dryopteris Moore5.png
Eichenfarn, Illustration

Beschreibung

Der Eichenfarn ist eine ausdauernde krautige Pflanze mit einem langen, dünnen und kriechenden glänzend schwarzen Rhizom. Die Pflanze erreicht eine Wuchshöhe von 10 bis 45 Zentimetern.<ref name="Hegi1984" /> Der Blattstiel sowie die Blattspindel sind drüsenlos. Der Blattstiel ist nur ganz am Grund zerstreut spreuschuppig; er ist strohgelb und zwei- bis dreimal so lang wie die horizontal übergebogene Blattspreite.<ref name="Hegi1984" /> Die Blattspreite ist hellgrün, zart und kahl oder spärlich drüsig behaart. Die Spreite besteht aus drei bis fünf Hauptfiedern. Sie ist im Umriss dreieckig und bis 30 Zentimeter breit.<ref name="Hegi1984" /> Die Blattspreite besteht auf jeder Seite aus 6 bis 9 Fiedern; sie sind gegenständig.<ref name="Hegi1984" /> Die untersten 2 Fiederpaare sind gestielt, die folgenden sind sitzend und die obersten zusammenfließend. Jede der untersten Fiedern ist fast so groß wie der Rest der Blattspreite. Die Fiederchen sind länglich bis länglich-lanzettlich, beim untersten Paar sind sie fiederspaltig, bei den andern nur eingeschnitten bis gekerbt.<ref name="Hegi1984" /> Die Sori sind nackt und stehen in der Mitte zwischen Mittelrippe und Blattrand.

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 160.

Ökologie

Der Eichenfarn ist ein Rhizom-Geophyt, der meist in größeren Herden wächst. Die Sporen verbreiten sich als Körnchenflieger über den Wind. Sporenreifezeit ist von Juli bis August.<ref name="Hegi1984" />

Vegetative Vermehrung erfolgt über das Rhizom.

Vorkommen

Der Eichenfarn hat ein zirkumpolares Areal mit meridional/montaner bis arktischer Verbreitung bei subozeanischer Tönung. Das gesamte Verbreitungsgebiet umfasst die Länder Europas sowie die Türkei, Georgien, China, Japan, Ostsibirien, Alaska, Kanada und die Vereinigten Staaten.<ref name="GRIN" /> In Europa fehlt er nur in Portugal.<ref name="Euro+Med" />

In Deutschland, in der Schweiz und in Österreich ist die Art häufig.

Der Eichenfarn wächst insbesondere in schattigen, bodensauren Wäldern der submontanen bis subalpinen Höhenstufe, kommt aber auch im Flachland und an der Küste vor.<ref name="FloraWeb" /> Er gedeiht auf sickerfrischen, mäßig sauren, humosen, lockeren, meist steinigen Lehmböden und ist ein Mull- oder Moderwurzler.<ref name="Hegi1984" /> Er wächst in Mitteleuropa gern in Gesellschaften des Verbands Fagion, aber auch des Adenostylion oder des Piceion.<ref name="Oberdorfer2001" />

In den Allgäuer Alpen steigt er am Diedamskopf in Vorarlberg bis zu 2080 m Meereshöhe auf.<ref name="Dörr und Lippert" /> In den Alpen steigt er bis 2800 Meter auf.<ref name="Hegi1984" />

Die ökologischen Zeigerwerte nach Landolt et al. 2010 sind in der Schweiz: Feuchtezahl F = 3w (mäßig feucht aber mäßig wechselnd), Lichtzahl L = 2 (schattig), Reaktionszahl R = 2 (sauer), Temperaturzahl T = 2+ (unter-subalpin und ober-montan), Nährstoffzahl N = 3 (mäßig nährstoffarm bis mäßig nährstoffreich), Kontinentalitätszahl K = 2 (subozeanisch).<ref name="InfoFlora" />

Taxonomie

Der Eichenfarn wurde 1753 von Carl von Linné in Species Plantarum unter dem Basionym Polypodium dryopteris L. in Species Plantarum Tomus II, S. 1095 erstveröffentlicht.<ref name="SpPl" /> Er wurde 1851 von Edward Newman in Phytologist; a popular botanical miscellany, Band 4, app. XXIV S. 371 in die Gattung Gymnocarpium gestellt und erhielt seinen anerkannten Artnamen Gymnocarpium dryopteris <templatestyles src="Person/styles.css" />(L.) Newm.<ref name="Newman" /> Weitere Synonyme sind: Thelypteris dryopteris <templatestyles src="Person/styles.css" />(L.) Sloss., Phegopteris dryopteris <templatestyles src="Person/styles.css" />(L.) Fée, Dryopteris disjuncta <templatestyles src="Person/styles.css" />(Rupr.) C.V.Morton, Nephrodium dryopteris <templatestyles src="Person/styles.css" />(L.) Michx., Lastrea dryopteris <templatestyles src="Person/styles.css" />(L.) Bory, Dryopteris linnaeana <templatestyles src="Person/styles.css" />C.Chr.

Quellen

Literatur

  • A. C. Jermy: Gymnocarpium. In:

Einzelnachweise

<references> <ref name="FloraWeb">Verbreitungskarte für Deutschland. In: Floraweb.</ref> <ref name="SpPl">Carl von Linné: Species Plantarum. Band 2, Lars Salvius, Stockholm 1753, S. 1093, Digitalisathttp://vorlage_digitalisat.test/1%3Dhttp%3A%2F%2Fwww.biodiversitylibrary.org%2Fopenurl%3Fpid%3Dtitle%3A669%26volume%3D2%26issue%3D%26spage%3D1093%26date%3D1753~GB%3D~IA%3D~MDZ%3D%0A~SZ%3D~doppelseitig%3D~LT%3D~PUR%3D</ref> <ref name="Newman">Edward Newman: Synoptical table of the british ferns. In: The Phytologist. A popular botanical miscellany. Band 4, Appendix, S. xxiv, Digitalisathttp://vorlage_digitalisat.test/1%3Dhttp%3A%2F%2Fbiodiversitylibrary.org%2Fpage%2F16431835~GB%3D~IA%3D~MDZ%3D%0A~SZ%3D~doppelseitig%3D~LT%3D~PUR%3D</ref> <ref name="Oberdorfer2001">Erich Oberdorfer: Pflanzensoziologische Exkursionsflora für Deutschland und angrenzende Gebiete. 8. Auflage. Stuttgart, Verlag Eugen Ulmer, 2001. Seite 82. ISBN 3-8001-3131-5</ref> <ref name="Dörr und Lippert">Erhard Dörr, Wolfgang Lippert: Flora des Allgäus und seiner Umgebung. Band 1, IHW, Eching 2001, ISBN 3-930167-50-6, S. 67.</ref> <ref name="GRIN"> Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GRIN“ ist nicht vorhanden. im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple.</ref> <ref name="Euro+Med">Maarten J. M. Christenhusz & E. von Raab-Straube (2013+): Polypodiopsida. Datenblatt Gymnocarpium dryopteris In: Euro+Med Plantbase - the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity.</ref> <ref name="Hegi1984"> J. Dostál: Aspidiaceae. In: Gustav Hegi: Illustrierte Flora von Mitteleuropa. 3. Auflage. Band I, Teil 1. Verlag Paul Parey, Berlin-Hamburg 1984. S. 132–133.</ref> <ref name="InfoFlora">Gymnocarpium dryopteris (L.) Newman In: Info Flora, dem nationalen Daten- und Informationszentrum der Schweizer Flora. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple.</ref> </references>

Weblinks

Commons: Eichenfarn (Gymnocarpium dryopteris) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien