Heblos
Heblos Stadt Lauterbach
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|---|---|---|---|---|---|---|
| Koordinaten: | Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(344)&title=Heblos 50° 39′ N, 9° 22′ O
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| Höhe: | 331 m ü. NHN | |||||
| Fläche: | 3,41 km²<ref name="lagis" /> | |||||
| Einwohner: | 344 (31. Dez. 2016)<ref name="DF">Einwohnerzahlen nach Ortsteilen. (PDF; 55 kB) In: Webauftritt. Stadt Lauterbach, archiviert vom Vorlage:IconExternal; abgerufen im Mai 2018.</ref> | |||||
| Bevölkerungsdichte: | 101 Einwohner/km² | |||||
| Eingemeindung: | 31. Dezember 1971 | |||||
| Postleitzahl: | 36341 | |||||
Heblos ist ein Dorf in Oberhessen mit ca. 350 Einwohnern und Ortsteil der Kreisstadt Lauterbach des mittelhessischen Vogelsbergkreises.
Ortsgeschichte
Mittelalter
Der Name erscheint erstmals als Gewässername Ebenoldes in dem fuldischen Kopiar, dem Codex Eberhardi. Das Kopiar wurde um 1160 verfasst und enthält zumeist undatierte Angaben zu Übertragungen an das Kloster. Die Ersterwähnung ist in einer Gebietsbeschreibung erhalten geblieben: „... inde ad superiorem Luterenbach. Inde in rivum Ebenoldes. Inde ad locum qui dicitur Hohenwarta ...“<ref>Ernst Friedrich Johann Dronke: Traditiones et antquitates Fuldenses. Fulda 1844. Kap. 45, Nr. 1, S. 129.</ref> (darauf in den oberen Lauterbach, darauf in den Fluss Heblos, darauf an den Ort, der Hohenwarta genannt wird.)
In einem Kopiar aus der Zeit um 1800 findet sich eine Urkunde, datiert auf 1341, die Heblos als dem Gericht zu Lauterbach zugehörig bezeichnet und die Siedlungsform als Dorf bezeichnet: „... dyse dorff horen tzu dem gerichte (Lauterbach); Rymundes, Hebenoldes.“<ref>StAM, K 467, fol. 181.</ref> Damals war das Dorf im Besitz der Riedesel zu Eisenbach. Eine Urkunde im Alsfelder Stadtarchiv aus dem Jahr 1489 gibt den Ortsnamen Heboltze an.<ref>Eduard Edwin Becker: Alsfelder Regesten. 1911, Nr. 71, S. 65.</ref> Schließlich findet sich in einem weiteren Kopiar aus der Zeit um 1850 der Ortsname „Hebles“, der auf die Zeit um 1600 datiert wird.<ref>Franz Michael Denner: Urkunden der ehemaligen Fuldischen Ämter. Fulda 1820. S. 65.</ref>
Der Ortsname hat sich abgeleitet von dem Rufnamen Hebinholt und einem zweiten Wortstamm, der sich auf Wald bezieht. Demnach ist hier ursprünglich der Wald des Hebinolt gemeint, der die Siedlung benennt.<ref>Lutz Reichardt: Die Siedlungsnamen der Kreise Gießen, Alsfeld und Lauterbach in Hessen. Namenbuch. Dissertation. Göppingen 1973. S. 166.</ref>
Neuzeit
Im Jahr 1711 wurde in Heblos eine kleine Fachwerkkirche gebaut, wie man sie in manchem Vogelsbergdorf findet.
Die Statistisch-topographisch-historische Beschreibung des Großherzogthums Hessen berichtet 1830 über Mainzlar:
„Heblos (L. Bez. Lauterbach) evangel. Filialdorf; liegt im Vogelsberg 1⁄2 St. von Lauterbach und gehört dem Freiherrn von Riedesel, hat 31 Häuser und 211 evangelische Einwohner, so wie eine Mahlmühle. – Heblos wird gelegenheitlich der Einweihung der Kirche zu Schlitz, den 11. September 812, unter dem Namen Ebenoldes genannt, und wurde dieser Kirche zugetheilt.“<ref name="GW">Vorlage:BibOCLC</ref>
1806 wurde der Ort hessisch. 1856 zählte der Ort um die 240 Einwohner, 1910 waren es 267 evangelische Bürger. Der Gemarkung fehlte, so heißt es in einer Aufstellung aus dem Jahre 1856, der Wald. Es gab kleine und mittlere Brauereien und „wohlhabende Landwirte“. Es wurden Viehzucht, Milcherei und Fruchtbau betrieben, wobei Hülsenfrüchte eine wichtige Rolle für die Ernährung spielten. Nicht ohne Grund nannte der Volksmund die Hebloser Landwirte wohl „Linsenbauern“. Am Brennerwasser stand eine Mühle. Viele Jahrzehnte gehörte Rimlos zu Heblos, ehe es nach dem Zweiten Weltkrieg selbstständig wurde.
Beide Dörfer hatten 1948 zusammen 490 Einwohner. Neben einigen größeren Bauernhöfen wies das Dorf zwei Schreinereien und einen Maurerbetrieb auf. Heblos und Rimlos gehörten zum Kirchspiel Lauterbach. 1890 entstand ein Schulhaus, in dem 1910 fünfzig Kinder einklassig unterrichtet wurden.
- Hessische Gebietsreform (1970–1977)
Im Zuge der Gebietsreform in Hessen wurde Heblos zum 31. Dezember 1971 auf freiwilliger Basis in die Kreisstadt Lauterbach eingegliedert.<ref></ref> Für Heblos, wie für die übrigen durch die Gebietsreform in die Stadt Lauterbach eingegliederten Gemeinden, wurde ein Ortsbezirk mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher eingerichtet.<ref>Hauptsatzung. (PDF; 30 kB) §; 6. In: Webauftritt. Stadt Lauterbach, abgerufen im März 2019.</ref>
Verwaltungsgeschichte im Überblick
Die folgende Liste zeigt die Staaten und Verwaltungseinheiten,<ref group="Anm.">Bis zur Trennung der Rechtsprechung von der Verwaltung waren die Ämter und frühen Gerichte sowohl Gericht als auch Verwaltungsorgan.</ref> denen Heblos angehört(e):<ref name="lagis" /><ref>Vorlage:Verwaltungsgeschichte.de</ref><ref>Vorlage:BibOCLC</ref>
- 1341: Heiliges Römisches Reich, Gericht Lauterbach der Freiherren Riedesel
- vor 1567: Heiliges Römisches Reich, Oberherrschaft: Landgrafschaft Hessen, Zent Lauterbach der Riedesel Freiherr zu Eisenbach
- ab 1567: Heiliges Römisches Reich, Oberherrschaft: Landgrafschaft Hessen-Marburg, Zent Lauterbach (zur Herrschaft Riedesel)<ref name="Amt"> Die Zugehörigkeit der Zent Lauterbach anhand von Karten aus dem Geschichtlicher Atlas von Hessen: Hessen-Marburg 1567–1604., Hessen-Kassel und Hessen-Darmstadt 1604–1638. und Hessen-Darmstadt 1567–1866. </ref>
- 1604–1648: Heiliges Römisches Reich, strittig zwischen Landgrafschaft Hessen-Darmstadt und Landgrafschaft Hessen-Kassel (Hessenkrieg)
- ab 1604: Heiliges Römisches Reich, Landgrafschaft Hessen-Darmstadt, Zent Lauterbach (Freiherren Riedesel zu Eisenbach)<ref>Vorlage:BibOCLC</ref>
- 1787: Heiliges Römisches Reich, Landgrafschaft Hessen-Darmstadt (Oberfürstentum Hessen), Oberamt Alsfeld, Zent Lauterbach (Freiherren Riedesel zu Eisenbach)
- ab 1806: Großherzogtum Hessen (Souveränitätslande),<ref group="Anm.">Mediatisierung infolge der Rheinbundakte.</ref> Fürstentum Oberhessen, Oberamt Alsfeld, Zent Lauterbach (zur Herrschaft Riedesel)<ref name="Adr-LG-HD-1806" />
- ab 1815: Großherzogtum Hessen (Souveränitätslande), Provinz Oberhessen, Amt Lauterbach (zur Herrschaft Riedesel)
- ab 1821: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Landratsbezirk Herbstein<ref group="Anm.">Trennung zwischen Justiz: Landgericht Lauterbach und Verwaltung.</ref>
- ab 1825: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Umbenennung in Landratsbezirk Lauterbach
- ab 1848: Großherzogtum Hessen, Regierungsbezirk Alsfeld
- ab 1852: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Lauterbach
- ab 1867: Norddeutscher Bund,<ref group="Anm.">Der Norddeutsche Bund war der erste deutsche Bundesstaat unter der Führung Preußens. Er war die geschichtliche Vorstufe des Deutschen Reichs. Infolge des Deutschen Krieges wurde die Provinz Oberhessen dort zwangsweise Mitglied.</ref> Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Lauterbach
- ab 1871: Deutsches Reich, Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Lauterbach
- ab 1918: Deutsches Reich (Weimarer Republik), Volksstaat Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Lauterbach
- ab 1938: Deutsches Reich, Volksstaat Hessen, Landkreis Lauterbach<ref name="RB1937" /><ref group="Anm.">Im Zuge der Gebietsreform 1938 wurde die Provinz Oberhessen aufgelöst.</ref>
- ab 1945: Amerikanische Besatzungszone,<ref group="Anm.">Infolge des Zweiten Weltkriegs.</ref> Groß-Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Landkreis Lauterbach
- ab 1946: Amerikanische Besatzungszone, Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Landkreis Lauterbach
- ab 1949: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Landkreis Lauterbach
- ab 1972: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Vogelsbergkreis, Stadt Lauterbach
- ab 1981: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Gießen, Vogelsbergkreis, Stadt Lauterbach
Bevölkerung
Einwohnerstruktur 2011
Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag dem 9. Mai 2011 in Heblos 363 Einwohner. Darunter waren keine Ausländer. Nach dem Lebensalter waren 54 Einwohner unter 18 Jahren, 141 zwischen 18 und 49, 87 zwischen 50 und 64 und 78 Einwohner waren älter.<ref name="Z2011E" /> Die Einwohner lebten in 156 Haushalten. Davon waren 39 Singlehaushalte, 45 Paare ohne Kinder und 54 Paare mit Kindern, sowie 12 Alleinerziehende und 6 Wohngemeinschaften. In 33 Haushalten lebten ausschließlich Senioren und in 102 Haushaltungen lebten keine Senioren.<ref name="Z2011E" />
Einwohnerentwicklung
| • 1795: | 174 Einwohner<ref name="Adr-LG-HD-1795" /> |
| • 1800: | 174 Einwohner<ref name="Adr-LG-HD-1800" /> |
| • 1806: | 194 Einwohner, 28 Häuser<ref name="Adr-LG-HD-1806" /> |
| • 1829: | 211 Einwohner, 31 Häuser<ref name="GW" /> |
| • 1867: | 249 Einwohner, 37 Häuser<ref name="WP">Vorlage:BibOCLC</ref> |
| Heblos: Einwohnerzahlen von 1785 bis 2015 | ||||
|---|---|---|---|---|
| Jahr | Einwohner | |||
| 1785 | 174 | |||
| 1800 | 174 | |||
| 1806 | 194 | |||
| 1829 | 211 | |||
| 1834 | 234 | |||
| 1840 | 237 | |||
| 1846 | 247 | |||
| 1852 | 240 | |||
| 1858 | 236 | |||
| 1864 | 240 | |||
| 1871 | 256 | |||
| 1875 | 260 | |||
| 1885 | 261 | |||
| 1895 | 266 | |||
| 1905 | 260 | |||
| 1910 | 277 | |||
| 1925 | 265 | |||
| 1939 | 293 | |||
| 1946 | 396 | |||
| 1950 | 386 | |||
| 1956 | 338 | |||
| 1961 | 349 | |||
| 1967 | 328 | |||
| 1970 | 317 | |||
| 1980 | ? | |||
| 1990 | ? | |||
| 2003 | 388 | |||
| 2005 | 369 | |||
| 2010 | 364 | |||
| 2011 | 363 | |||
| 2015 | 343 | |||
| Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: Die Bevölkerung der Gemeinden 1834 bis 1967. Wiesbaden: Hessisches Statistisches Landesamt, 1968. Weitere Quellen: <ref name="lagis" /><ref name="DF" />; Zensus 2011<ref name="Z2011E" /> | ||||
Historische Religionszugehörigkeit
| • 1830: | 211 evangelische (= 100 %) Einwohner<ref name="lagis" /> |
| • 1961: | 291 evangelische (= 83,38 %), 55 katholische (= 15,76 %) Einwohner<ref name="lagis" /> |
Politik
Ortsvorsteher ist Bernd Höhl (Stand:Juni 2022).<ref> Ortsvorsteher in den Stadtteilen. In: Webauftritt. Stadt Lauterbach, abgerufen im Juni 2022.</ref>
Sehenswürdigkeiten
Siehe auch: Liste der Kulturdenkmäler in Heblos
- alte Schule
- alte Mühle
- altes Feuerwehrhaus
- Kirche
Vereine
- Theatergruppe Heblos
- Sportfreunde aus Heblos und Sickendorf e. V. i. G. (ehemals Kirmesclub aus Heblos und Sickendorf GbR & Co.)
- Spvgg 1951 HAS Heblos e. V.
- Heblos Rabbits Baseball (Abteilung der Spvgg 1951 HAS Heblos e. V.)
- Freiwillige Feuerwehr Heblos (die Einsatzabteilung der Freiwilligen Feuerwehr Heblos ist eingegliedert in Feuerwehr Lauterbach Löschzug-West zusammen mit den Nachbarorten Allmenrod und Sickendorf)
Wirtschaft und Infrastruktur
Öffentliche Einrichtungen
Es gibt ein Dorfgemeinschaftshaus mit Fußball- bzw. Baseballplatz.
Verkehr
Durch den Ort verlaufen die Landesstraße L 3161 und die Kreisstraße K 117. Südlich von Heblos verläuft die Bahnstrecke Gießen–Fulda.
Anmerkungen und Einzelnachweise
Anmerkungen <references group="Anm." />
Einzelnachweise <references> <ref name="lagis">Heblos, Vogelsbergkreis. Historisches Ortslexikon für Hessen. (Stand: 16. Oktober 2018). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).</ref> <ref name="Adr-LG-HD-1795"> Hessen-Darmstädter Staats- und Adresskalender 1791. Im Verlag der Invaliden-Anstalt, Darmstadt 1795, S. 194 (Vorlage:HathiTrust Buch). </ref> <ref name="Adr-LG-HD-1800"> Hessen-Darmstädter Staats- und Adresskalender 1800. Im Verlag der Invaliden-Anstalt, Darmstadt 1800, S. 193 (Vorlage:HathiTrust Buch). </ref> <ref name="Adr-LG-HD-1806"> Hessen-Darmstädter Staats- und Adresskalender 1806. Im Verlag der Invaliden-Anstalt, Darmstadt 1806, S. 233 (Vorlage:HathiTrust Buch). </ref> <ref name="RB1937"> Gesetz über die Aufhebung der Provinzen Starkenburg, Oberhessen und Rheinhessen vom 1. April 1937. In: Der Reichsstatthalter in Hessen Sprengler (Hrsg.): Hessisches Regierungsblatt. 1937 Nr. 8, S. 121 ff. (Vorlage:HessAmtsBL/LinkText [PDF; 11,2 MB]). </ref> <ref name="Z2011E">Ausgewählte Daten über Bevölkerung und Haushalte am 9. Mai 2011 in den hessischen Gemeinden und Gemeindeteilen. (PDF; 1,1 MB) In: Zensus 2011. Hessisches Statistisches Landesamt, S. 38 und 78, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 27. Oktober 2020. </ref> </references>
Weblinks
- Stadtteil Heblos im Internetauftritt der Stadt Lauterbach. (aus archive.is)
- Heblos. Ortsgeschichte, historische Bilder. In: www.heblos.de. Private Website
- Heblos, Vogelsbergkreis. Historisches Ortslexikon für Hessen. In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).
- Vorlage:HessBib
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