Rote Spornblume
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| Rote Spornblume | ||||||||||||
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| Datei:Centranthus ruber 2007-06-02 (plant).jpg
Rote Spornblume (Centranthus ruber) | ||||||||||||
| Systematik | ||||||||||||
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| Wissenschaftlicher Name | ||||||||||||
| Centranthus ruber | ||||||||||||
| (L.) DC. |
Die Rote Spornblume<ref name="FloraWeb" /> (Centranthus ruber) ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Spornblumen (Centranthus) in der Unterfamilie der Baldriangewächse (Valerianoideae).
Beschreibung
Vegetative Merkmale
Die ausdauernde krautige Pflanze mit schwach verholzender Basis ist kahl und blaugrün bereift. Sie erreicht Wuchshöhen von 30 bis 80 Zentimetern.
Die Laubblätter sind gegenständig angeordnet. Die einfache, meist ganzrandige Blattspreite ist bei einer Länge von 3 bis 8 Zentimetern eiförmig-lanzettlich. Die Grundblätter sind gestielt. Die oberen Laubblätter haben eine herzförmige Basis und sind sitzend.
Generative Merkmale
Die Blütezeit reicht von April bis Oktober. Die dunkel-rosaroten, selten weißen Blüten sitzen in dichten Trugdolden. Die Kronröhre ist 7 bis 10 Millimeter lang und hat fünf ungleiche Zipfel. Sie sind unten gespornt, wobei der dünne Sporn 5 bis 10 Millimeter lang ist. Der Sporn ist mehr als doppelt so lang wie der Fruchtknoten. Die Blüte besitzt nur ein Staubblatt.
Aus dem Kelch entwickeln sich die fiederigen Borsten der Flugfrüchte, die mit dem Wind verbreitet werden.
Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 32.<ref name="Oberdorfer2001" />
Vorkommen
Die Rote Spornblume ist mediterran von Südeuropa, Nordwestafrika und Kleinasien verbreitet. Ursprünglich kommt sie in Marokko, Algerien, Tunesien, Spanien, Portugal, Frankreich, Italien, auf den Balearen, Sardinien, Korsika, Sizilien, Slowenien, Kroatien, Montenegro, Albanien, Griechenland, auf Inseln in der Ägäis, in der Ukraine, in der europäischen und asiatischen Türkei vor.<ref name="Euro+Med" /> Auf den Kanarischen Inseln, den Azoren und Madeira, in Belgien, Großbritannien, Deutschland, Österreich und der Schweiz ist die Rote Spornblume ein Neophyt.<ref name="Euro+Med" /> auch in den westlichen Vereinigten Staaten, in Argentinien, Südafrika, im Kaukasusraum, Vorderasien, Pakistan, Tasmanien und in Neuseeland ein Neophyt.
Standorte sind meist Fels- und Mauerspalten, Felsschutt und Wegränder. Die Rote Spornblume kommt in Pflanzengesellschaften der Ordnung Parietarietalia judaicae vor, in Südeuropa besonders im Centrantho-Parietarion.<ref name="Oberdorfer2001" /> Die ökologischen Zeigerwerte nach Landolt et al. 2010 sind in der Schweiz: Feuchtezahl F = 1 (sehr trocken), Lichtzahl L = 4 (hell), Reaktionszahl R = 5 (basisch), Temperaturzahl T = 4+ (warm-kollin), Nährstoffzahl N = 2 (nährstoffarm), Kontinentalitätszahl K = 4 (subkontinental), Salztoleranz = 1 (tolerant).<ref name="InfoFlora" />
Systematik
Die Erstveröffentlichung erfolgte 1753 unter dem Namen (Basionym) Valeriana rubra durch Carl von Linné in Species Plantarum, Tomus I, Seite 31. Die Neukombination zu Centranthus ruber <templatestyles src="Person/styles.css" />(L.) DC. wurde 1805 durch Augustin Pyrame de Candolle in Lamarck und A. P. de Candolle: Flore Française, ou Descriptions Succinctes de Toutes les Plantes qui Croissent Naturellement en France..., 3. Auflage, Band 4, Seite 239 veröffentlicht.
Je nach Autor gibt es etwa zwei Unterarten:<ref name="Euro+Med" />
- Centranthus ruber <templatestyles src="Person/styles.css" />(L.) DC. subsp. ruber
- Centranthus ruber subsp. sibthorpii <templatestyles src="Person/styles.css" />(Boiss.) Hayek (Syn.: Centranthus sibthorpii <templatestyles src="Person/styles.css" />Boiss., Valeriana sibthorpii <templatestyles src="Person/styles.css" />(Heldr. & Sartori ex Boiss.) Christenh. & Byng): Sie kommt in Albanien, Griechenland und im europäischen Teil der Türkei vor.<ref name="Euro+Med" />
Pharmakologische Bedeutung
Vorlage:Hinweisbaustein Als Heildroge dient die Spornblumenwurzel (Centranthi radix). Sie selbst wird aber nicht arzneilich eingesetzt, sondern nur ihre Wirkstoffe. In ihr sind nämlich mehr Valepotriate (Iridoide) enthalten als im Arznei-Baldrian (Valeriana officinalis); sie enthält aber kein ätherisches Öl und keine Alkaloide.
In Richtung eines Tagessedativums ist auch ein anderes Wirkungsprofil festzustellen als beim Arznei-Baldrian. So treten ausgleichende Wirkungen bei innerer Unruhe, Gereiztheit, Angst- und Spannungszuständen und bei Konzentrationsschwäche hervor.
Nutzung
Centranthus ruber wird häufig als Zierpflanze verwendet und verwildert gelegentlich. Es gibt auch eine weiße (‘Albus’‘’) und eine rötliche (‘Coccineus’‘’) Sorte.
Literatur
- Ingrid Schönfelder, Peter Schönfelder: Das neue Handbuch der Heilpflanzen. Franckh-Kosmos, Stuttgart 2004, ISBN 3-440-09387-5.
Einzelnachweise
<references> <ref name="InfoFlora"> Centranthus ruber (L.) DC. In: Info Flora, dem nationalen Daten- und Informationszentrum der Schweizer Flora. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple. </ref> <ref name="FloraWeb"> Centranthus ruber (L.) DC., Rote Spornblume. auf FloraWeb.deVorlage:Abrufdatum </ref> <ref name="Oberdorfer2001"> </ref> <ref name="Euro+Med"> E. von Raab-Straube, T. Henning (2017+): Valerianaceae. Datenblatt Centranthus ruber In: Euro+Med Plantbase - the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity. </ref> </references>