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Judge Dredd (Film)

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Judge Dredd ist ein US-amerikanischer Science-Fiction-Film von Regisseur Danny Cannon aus dem Jahr 1995, der auf der Figur Judge Dredd aus der Comicserie 2000 AD basiert. Hauptdarsteller sind Sylvester Stallone, Armand Assante und Diane Lane.

Handlung

In ferner Zukunft ist die Erde durch Unruhen und Kriege weitgehend verwüstet. Die Menschen haben sich in einige wenige Metropolen von gigantischen Ausmaßen zurückgezogen, die so genannten Mega Citys. Die größte von ihnen ist Mega City One, eine Stadt voller Korruption und Verbrechen, die sich hinter einem unüberwindlichen Schutzwall verbirgt. Das Gesetz wird von den Judges, einer elitären Polizeiregierung, aufrechterhalten. Ihre Agenten, die Street Judges, sind Polizisten, Richter und Henker in einer Person.

Der bekannteste aller Street Judges ist Joseph Dredd, der unbeirrt an das Gesetz glaubt und selbst für geringfügige Verbrechen oftmals drakonische Strafen verhängt. So kommt es vor, dass er das Auto eines Verkehrssünders kurzerhand mit einer Granate in die Luft jagt. Seine jüngere Kollegin, Judge Hershey, kann solche übertriebene Härte nicht gutheißen und vermisst bei Dredd emotionale Tiefe. Dennoch ist sie genauso schockiert wie Dredd selbst, als dieser eines Tages des Mordes an dem bekannten Reporter Vartis Hammond und dessen Frau beschuldigt wird.

Dredd wird aufgrund seines genetischen Fingerabdrucks an den Geschossen, die am Tatort sichergestellt wurden, verurteilt. Einzig die Entscheidung seines Mentors, des alten Chief Justice Fargo, sein Amt niederzulegen und als letzte Amtshandlung Dredds Strafe zu mildern, bewahrt diesen vor der Todesstrafe. Fargo geht ins Exil, in die verdorrten Länder jenseits der Stadtmauern. Dredds Gefangenentransport, auf dem er den kurz vorher von ihm verurteilten Kleinganoven Herman „Fergie“ Ferguson trifft, wird über der Wüste abgeschossen. Nur Fergie und Dredd überleben den Absturz, stehen aber direkt einer kleinen Familie von mutierten, gottesfürchtigen Kannibalen gegenüber, welche den Transport als Nahrungsquelle plündern wollen. Dredd kann sie nach anstrengendem Kampf und mit Hilfe des plötzlich auftauchenden Fargo besiegen. Von Fargo erfährt Dredd die Wahrheit über seine Herkunft. Er ist das Ergebnis eines genetischen Experiments mit dem Ziel, einen perfekten, absolut guten Menschen zu erschaffen. Bei dem Versuch entstanden jedoch zwei Kinder: Joseph, der alle guten Eigenschaften in sich vereinte, und sein Bruder Rico, in dem sich die bösartigen Charakterzüge manifestierten. Ohne es zu wissen, hatte Dredd einst seinen eigenen Bruder, den ehemaligen Street Judge Rico, verurteilt.

Rico ist nun zurück. Der opportunistische Judge Griffin hat ihn benutzt, um Hammond, der die Wahrheit über das Projekt erfahren hatte, zu töten und gleichzeitig Dredd und Fargo aus dem Weg zu räumen. Inzwischen ist er der neue Chief Justice und bereitet die Zucht einer ganzen Armee von genetisch optimierten Übermenschen als Street Judges vor. Er wird jedoch von Rico hintergangen, der ihn tötet und dann Klone mit seiner DNA erstellt, um in Mega City One die Macht zu übernehmen.

Dredd, der nach Fargos Tod mit Fergie in die Stadt zurückkehrt, stellt sich mit Hersheys Hilfe gegen Rico. Zwischen den Brüdern kommt es zu einem gnadenlosen Duell, das auf der mittlerweile auf einem Wolkenkratzer platzierten Freiheitsstatue endet. Dredd kann Rico letztlich besiegen und wird von der Menge gefeiert, man will ihn zum neuen Chief Justice ernennen. Er besteht jedoch darauf, seinen Dienst als Street Judge wieder aufzunehmen. Vorher zeigt er jedoch schlussendlich doch noch Gefühle für Hershey, die ihn mit einem herzhaften Kuss in seinen Dienst verabschiedet.

Entstehung und Veröffentlichung

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Ein City-Taxi des Films

Ursprünglich war Arnold Schwarzenegger für die Rolle des Judge Dredd vorgesehen, für die des Fergie war Joe Pesci die erste Wahl. Die Regie war unter anderem den Coen-Brüdern, Richard Stanley, Renny Harlin und Richard Donner angeboten worden.

Die Titelrolle wurde schließlich vom damals höchstbezahlten Actionstar Sylvester Stallone (Demolition Man) besetzt. Das Drehbuch wurde von William Wisher (Terminator 2) und Steven de Souza (Stirb langsam) verfasst und basiert auf den Science-Fiction-Comicheften 2000 AD, die Regisseur Danny Cannon bereits als Neunjähriger begeistert las.

Cannon, Produktionsdesigner Nigel Phelps und ihr Team arbeiteten fast ein Jahr am futuristischen Aussehen des Films. Die Uniformen mit vielen Goldakzenten und überdimensionalen Schulterverzierungen wurden vom Modeschöpfer Gianni Versace entworfen und stellen einen optischen Kontrast zur desolaten Umwelt dar. Für Aufsehen sorgten auch die fliegenden Motorräder und die stimmaktivierte 14-Stufen-Waffe.<ref name=":0" />

Sylvester Stallone und Armand Assante, die eigentlich braune Augen haben, sind in diesem Film mit blauen Augen zu sehen.

Der Film startete am 24. August 1995 in den deutschen Kinos.

Obwohl der Film sehr schlechte Kritiken bekam, war er keinesfalls erfolglos. Bei Produktionskosten von 85 Millionen US-Dollar spielte er weltweit 114 Millionen US-Dollar wieder ein. Somit ist Judge Dredd Danny Cannons bisher erfolgreichster Film.

Besetzung und Synchronisation

Der Film wurde bei der Interopa Film vertont. Theodor Dopheide schrieb das Dialogbuch und führte die Dialogregie.<ref>Judge Dredd. In: Deutsche Synchronkartei. Abgerufen am 28. Mai 2018.</ref>

Rolle Schauspieler Synchronsprecher
Judge Joseph Dredd Sylvester Stallone Thomas Danneberg
Rico Armand Assante Christian Brückner
Herman Ferguson Rob Schneider Santiago Ziesmer
Judge Griffin Jürgen Prochnow Jürgen Prochnow
Chief Justice Fargo Max von Sydow Jürgen Thormann
Judge Hershey Diane Lane Sabine Jaeger
Judge Evelyn McGruder Joanna Miles Barbara Adolph
Dr. Hayden Joan Chen Claudia Lehmann
Cadet Olmeyer Balthazar Getty Simon Jäger
Warden Miller Maurice Roëves Andreas Thieck
Geiger Ian Dury Michael Telloke
Mean Machine Christopher Adamson Klaus Lochthove
Junior Angel Ewen Bremner Nicolas Böll
Vartis Hammond Mitchell Ryan Christian Rode
Hunter Squad Leader Steve Toussaint Raimund Krone
Block Warlord James Remar Thomas Wolff
Pa Angel Scott Wilson Bert Franzke
Erzähler James Earl Jones Michael Chevalier
Central (Computer) Adrienne Barbeau
Brisco Alexis Daniel Björn Schalla
Fuppie Adam Henderson Oliver Feld
Hausbesetzer Brendan Fleming Gerald Paradies
Link Angel Phil Smeeton Ingo Albrecht
Wache an der Grenzkontrolle John Blakey Raimund Krone
Judge Esposito Peter Marinker Eberhard Prüter

Kritik

Quelle Bewertung
Rotten Tomatoes (Tomatometer) Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 273: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)<ref name="rotten tomatoes">Judge Dredd. In: Rotten Tomatoes. Fandango, abgerufen Format invalid (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value), aggregiert aus Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 273: attempt to index field 'wikibase' (a nil value) Kritiken).</ref>
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Der Film erhielt insgesamt eher negative Kritiken. Schon die Veröffentlichung stand unter einem schlechten Stern, da Regisseur Cannon und Hauptdarsteller Stallone sich ständig über das Drehbuch gestritten hatten. Cannon erklärte später, einige der schwächsten Szenen des Films seien aufgrund von Änderungen entstanden, auf denen Stallone bestanden hätte.

Das Lexikon des internationalen Films bewertete den Film als „eine herkömmliche Fantasy-Geschichte mit außergewöhnlichem futuristischem Stadtdesign, deren präfaschistische Führerideologie aber bedenklich ist“.<ref>Judge Dredd. In: Lexikon des internationalen Films. Filmdienst, abgerufen am 2. März 2017.</ref>

Cinema sah eine „unterhaltsame Comic-Adaption, die poppige Variante klassischer Endzeitszenarien. Aufwändig durchgestylt, immer in Bewegung und mit explosiven Effekten“ und beurteilte den Film als „phantasievolle, witzige Sci-fi-Comic-Adaption“.<ref>Judge Dredd. In: cinema. Abgerufen am 16. März 2022.</ref>

Georg Seeßlen kritisierte in der Zeit, dass der Film das Ergebnis einer brüchigen Mythenbastelei sei, die während ihrer Ausformung zerfalle. Weder hätten sich die Schauspieler auf einen einheitlichen Darstellungsstil verständigt (Armand Assante agiere überzeichnet, Max von Sydow pathetisch und Joan Chen fehlplatziert), noch gelinge es der Ausstattung, aus ihren vielen Zutaten eine neue Einheit zu formen. Die auf unterschiedliche Zielgruppen angelegte Mainstream-Inszenierung berge zudem die Gefahr, kein Publikum wirklich zu erreichen: Während idealistisch gesinnte Zuschauer sich empörten, langweilten sich die übrigen.<ref></ref>

Kino.de vergibt 4 von 5 Sternen und nennt den Film einen High-Tech-Future-Thriller mit düsterer Zukunftsvision, die mit fulminanter Action, perfektem Produktionsdesign und technischen Gimmicks aufwarte. Die Besetzung von Max von Sydow sei solide und die Musik von Alan Silvestri füge sich nahtlos ein, wenngleich die Soundeffekte teilweise etwas zu bombastisch ausfielen. Insgesamt handle es sich um ein opulentes Action-Epos mit biblischen Untertönen, dessen Gewaltdarstellung vergleichsweise moderat ausfalle.<ref name=":0">Judge Dredd. In: Kino.de. Ströer Media Brands GmbH, abgerufen am 2. Februar 2026.</ref>

Jacko Kunze von Moviebreak.de vergibt dem Film 6,5 von 10 Punkten und nennt ihn einen Flop, den es wiederzuentdecken gelte, da er bedeutend besser als sein Ruf sei.<ref>Jacko Kunze: Judge Dredd - Kritik | Film 1995. In: Moviebreak.de. Thomas Repenning, abgerufen am 2. Februar 2026.</ref>

Treffpunkt-Kritik.de vergibt 4 von 6 Punkten und urteilt, dass von der Bedingungslosigkeit der Comic-Vorlage zwar nur wenig geblieben sei, doch überzeuge die düstere Zukunftsvision dank ihrer Besetzung. Inhaltlich und inszenatorisch sei dem Film sein Entstehungszeitraum deutlich anzumerken, was jedoch nicht negativ gemeint sei. Besonders in den Szenen mit stärkerem Figurenfokus entfalte er seine Wirkung und biete gelungene Unterhaltung.<ref>Judge Dredd [1995]. In: Treffpunkt-Kritik.de. Jens und Lars Adrian, 23. April 2014, abgerufen am 2. Februar 2026.</ref>

Auszeichnungen

  • Der Film wurde 1996 in den Kategorien Bester Science-Fiction Film, Beste Special Effects, Bestes Make-Up und Beste Kostüme für den Saturn Award nominiert.
  • Sylvester Stallone wurde noch im Erscheinungsjahr für die Goldene Himbeere als schlechtester Schauspieler nominiert.
  • Die Leser der Zeitschrift Cinema wählten den Film 1996 bei der Jupiterwahl zum größten Flop des vergangenen Kinojahres.

Neuverfilmung

Im Jahr 2012 kam eine Neuverfilmung mit dem Titel Dredd in die Kinos. Dieser hält sich mehr an die Comicreihe und hat so gut wie keine Gemeinsamkeiten mit der Stallone-Version. Karl Urban, der die Titelrolle übernahm, bestätigte in einem Interview, dass er im Film seinen Helm nicht abnehmen werde, da es die Comicfigur auch nicht tut.<ref>www.imdb.com</ref> Die Schurken werden von Wood Harris als Kay dargestellt und Ma-Ma wird von Lena Headey verkörpert. Für die Regie war ursprünglich Source-Code-Regisseur Duncan Jones vorgesehen, der jedoch eine ganz eigene Vorstellung für eine Verfilmung hatte und deswegen ablehnte. Für ihn sprang Pete Travis ein.

Weblinks

Vorlage:Filmdaten

Einzelnachweise

<references />

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