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Wald-Veilchen

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Wald-Veilchen
Datei:Viola reichenbachiana a1.jpg

Wald-Veilchen (Viola reichenbachiana)

Systematik
Rosiden
Eurosiden I
Ordnung: Malpighienartige (Malpighiales)
Familie: Veilchengewächse (Violaceae)
Gattung: Veilchen (Viola)
Art: Wald-Veilchen
Wissenschaftlicher Name
Viola reichenbachiana
Jord. ex Boreau

Das Wald-Veilchen (Viola reichenbachiana)<ref name="FloraWeb" /> ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Veilchen (Viola) innerhalb der Familie der Veilchengewächse (Violaceae).<ref name="InfoFlora" /><ref name="Euro+Med2018" />

Beschreibung

Datei:Viola reichenbachiana LC0128.jpg
Habitus, Laubblätter und Blüten
Datei:Viola reichenbachiana sporn.jpeg
Zygomorphe Blüte mit einem dünnen langen dunkelviolett gefärbten Sporn.
Datei:Viola reichenbachiana MHNT.BOT.2015.34.44.jpg
Früchte und Samen

Vegetative Merkmale

Das Wald-Veilchen wächst als ausdauernde krautige Pflanze und erreicht Wuchshöhen von 10 bis zu 25 Zentimetern.<ref name="FloraWeb" /><ref name="InfoFlora" /> Der deutlich ausgebildete Stängel ist kahl.<ref name="FloraWeb" /><ref name="InfoFlora" />

Die grundständigen und am Stängel verteilt angeordneten Laubblätter sind kahl.<ref name="FloraWeb" /><ref name="InfoFlora" /> Die Grundblätter sind bei einer Länge von mindestens 2 Zentimetern deutlich herzförmig.<ref name="FloraWeb" /> Die Stängelblätter sind meist länger als breit und deutlich schmaler als die Grundblätter.<ref name="FloraWeb" /> Die Blattspreite der Sommerlaubblätter ist spitz zulaufend und am Grund herzförmig. Der Blattrand ist gekerbt. Die Nebenblätter sind linealisch-lanzettlich und gefranst.<ref name="FloraWeb" /><ref name="InfoFlora" />

Generative Merkmale

Die Blüten stehen auf relativ langen Blütenstielen einzeln in den Blattachseln. Die zwittrige Blüte ist bei einer Länge von 1,5 bis 2 Zentimetern zygomorph und fünfzählig mit doppelter Blütenhülle.<ref name="FloraWeb" /> Die fünf unscheinbaren, 5,5 bis 8 Millimeter langen, spitzen Kelchblätter besitzen 0,4 bis 1,2 Millimeter lange Anhängsel, die zur Fruchtzeit nicht ausgerandet sind.<ref name="FloraWeb" /><ref name="InfoFlora" /> Das untere Kronblatt besitzt violette Adern auf weißem Grund; sonst ist die Blütenfarbe hellviolett. Der hellviolette, ungefurchte Blütensporn ist 3 bis 6 Millimeter lang mit gerundetem Ende.<ref name="FloraWeb" /><ref name="InfoFlora" />

Der Fruchtstiel ist aufrecht. Die Kapselfrucht ist spitz und kahl. Die Samen sind ockerfarben.<ref name="InfoFlora" />

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 20.<ref name="InfoFlora" /><ref name="Oberdorfer2001" />

Datei:Viola reichenb.jpg
Bayerisches Veilchen (Viola ×bavarica) mit hellvioletten Sporn.

Verwechslungen mit anderen Taxa

Im Gegensatz zum Hunds-Veilchen besitzen Wald-Veilchen am Stängelgrund Laubblätter.<ref name="Hegi1966" /> Markanter Unterschied zum Hain-Veilchen ist die Kürze der Kelchanhängsel von nur etwa 1 Millimeter. Zudem sind die oberen Kronblätter schmaler<ref name="Hegi1966" /> und überlappen sich kaum oder gar nicht. Das Wald-Veilchen kann mit der Hybride Bayerisches Veilchen (Viola ×bavarica) leicht verwechselt werden.

Datei:Viola sylvestris — Flora Batava — Volume v6.jpg
Illustration aus Flora Batava, Band 6

Ökologie und Phänologie

Vorlage:Hinweisbaustein Das Wald-Veilchen ist eine Rosettenpflanze mit beblätterten, blattachselständigen Blütenständen. Eine vegetative Vermehrung erfolgt durch Rhizome und Wurzelsprosse.<ref>Michael Richter: Wald-Veilchen (Viola reichenbachiana). 26. April 2021, abgerufen am 20. Mai 2023.</ref>

Die Blütezeit erstreckt sich vorwiegend von März bis Mai; gelegentlich kann man blühende Exemplare aber auch noch im Spätsommer finden.<ref>Wald-Veilchen Viola reichenbachiana Beschreibung Steckbrief Systematik. Abgerufen am 20. Mai 2023.</ref>

Auch die geöffneten Blüten im Frühjahr bringen Samen hervor. In den geschlossen bleibenden, kleistogamen Blüten findet Selbstbestäubung statt.

Die Kapselfrüchte sind Austrocknungsstreuer mit einer Streuweite bis 4,7 Metern.<ref>Wald-Veilchen?ez force cookie consent=1. Abgerufen am 20. Mai 2023.</ref> Die Ausbreitung der Diasporen findet durch Ameisen (Myrmekochorie) statt. Die Fruchtreife erfolgt von Juni bis August.

Vorkommen

Fundortangaben für Viola reichenbachiana gibt es für Deutschland, die Schweiz, Österreich, Polen, Ungarn, das Vereinigte Königreich, Irland, Belgien, Luxemburg, die Niederlande, Dänemark, Schweden, Estland, Litauen, Lettland, Belarus, die Ukraine, den europäischen Teil Russlands, Moldawien, die Slowakei, Tschechien, das ehemalige Jugoslawien, Albanien, Bulgarien, Rumänien, Griechenland, Italien, Sardinien, Sizilien, Korsika, Frankreich, das nördliche Spanien, Algerien, Marokko, die Türkei (nur Bolu, Rize), den indischen Bundesstaat Jammu, Kaschmir und Pakistan.<ref name="Euro+Med2018" /><ref name="GRIN" />

Häufige Standorte des Wald-Veilchens sind mäßig lichte Wälder auf frischen, nährstoffreichen, neutralen bis mäßig sauren, humosen Lehmböden. Sie ist eine Mullbodenpflanze. Pflanzensoziologisch ist das Wald-Veilchen in Mitteleuropa eine Charakterart der Ordnung Fagetalia.<ref name="Oberdorfer2001" />

Die ökologischen Zeigerwerte nach Landolt et al. 2010 sind in der Schweiz: Feuchtezahl F = 3 (mäßig feucht), Lichtzahl L = 2 (schattig), Reaktionszahl R = 3 (schwach sauer bis neutral), Temperaturzahl T = 3 (montan), Nährstoffzahl N = 3 (mäßig nährstoffarm bis mäßig nährstoffreich), Kontinentalitätszahl K = 2 (subozeanisch).<ref name="InfoFlora" />

Taxonomie

Die Erstbeschreibung erfolgte 1857 durch den französischen Botaniker Claude Thomas Alexis Jordan in Alexandre Boreau: Flore du Centre de la France, 3. Auflage, Band 2, S. 78.<ref name="Euro+Med2018" /><ref name="GRIN" /> Das Artepitheton reichenbachiana ehrt den deutschen Botaniker Heinrich Gottlieb Ludwig Reichenbach.<ref name="Hegi1966" />

Synonyme für Viola reichenbachiana <templatestyles src="Person/styles.css" />Jord. ex Boreau sind: Viola arenicola <templatestyles src="Person/styles.css" />Chabert, Viola formosa <templatestyles src="Person/styles.css" />Vuk., Viola sylvatica <templatestyles src="Person/styles.css" />(Hartm.) Fr. ex Hartm., Viola sylvestris auct.<ref name="Euro+Med2018" />

Quellen

Literatur

  • Werner Rothmaler, E. Jäger, Klaus Werner: Exkursionsflora von Deutschland. Band 2: Gefäßpflanzen, Grundband. Fischer, Jena 1958, Spektrum Akad. Verlag, Heidelberg 2000, ISBN 3-334-60831-X, ISBN 3-8274-0912-8.
  • (Abschnitt Ökologie)

Einzelreferenzen

<references> <ref name="GRIN"> Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GRIN“ ist nicht vorhanden. im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland. </ref> <ref name="InfoFlora"> Viola reichenbachiana Boreau In: Info Flora, dem nationalen Daten- und Informationszentrum der Schweizer Flora. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple. </ref> <ref name="FloraWeb"> Viola reichenbachiana Jord. ex Boreau, Wald-Veilchen. auf FloraWeb.deVorlage:Abrufdatum </ref> <ref name="Oberdorfer2001"> Erich Oberdorfer: Pflanzensoziologische Exkursionsflora für Deutschland und angrenzende Gebiete. 8. Auflage, Stuttgart, Verlag Eugen Ulmer, 2001, ISBN 3-8001-3131-5. S. 676. </ref> <ref name="Hegi1966"> </ref> <ref name="Euro+Med2018"> E. von Raab-Straube, T. Henning (2018+): Violaceae. Datenblatt Viola reichenbachiana In: Euro+Med Plantbase - the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity. </ref> </references>

Weblinks

Commons: Wald-Veilchen (Viola reichenbachiana) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

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