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Farne

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Datei:Illustration Ophioglossum vulgatum0.jpg
Die Gewöhnliche Natternzunge (Ophioglossum vulgatum) und die Echte Mondraute (Botrychium lunaria) gehören zur Familie der Natternzungengewächse (Ophioglossaceae)
Datei:OsmundaRegalis.jpg
Der Königsfarn (Osmunda regalis) hat der Familie der Königsfarngewächse (Osmundaceae) seinen Namen gegeben
Datei:Cyathea dregei01.jpg
Baumfarne erinnern in ihrer Wuchsform an Palmen
Datei:Wappen Barwedel.png
Farnwedel im Wappen von Barwedel
Datei:Illustration Pilularia globulifera0.jpg
Der Gewöhnliche Pillenfarn (Pilularia globulifera) und der Vierblättrige Kleefarn (Marsilea quadrifolia) gehören zur Familie der Kleefarngewächse (Marsileaceae)
Datei:California Arena Point fern.jpg
Polypodium californicum ist ein Vertreter der Tüpfelfarngewächse (Polypodiaceae), einer sehr artenreichen Familie
Datei:Farn7550.JPG
Verwendung von Farn als Gartenpflanze

Die Farne (Mehrzahl von Farn, mittelhochdeutsch farn und daneben farm, ‚Farn, Farnkraut‘, von indogermanisch *porn-no-, ‚Feder, Blatt‘<ref>Friedrich Kluge, Alfred Götze: Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache. 20. Auflage. Hrsg. von Walther Mitzka. De Gruyter, Berlin / New York 1967; Neudruck („21. unveränderte Auflage“) ebenda 1975, ISBN 3-11-005709-3, S. 184–185.</ref>) sind eine Gruppe von Gefäßsporenpflanzen, die die Schwestergruppe der Samenpflanzen bilden. Die Farne umfassen alle Gefäßsporenpflanzen mit Ausnahme der Bärlapppflanzen. Somit zählen zu ihnen die Schachtelhalme, die Gabelblattgewächse, die Natternzungengewächse, die Marattiaceae und die Echten Farne. Sie werden häufig als Monilophyten bezeichnet, die Bezeichnungen Monilophyta oder Moniloformopses sind jedoch keine gültigen Taxon-Bezeichnungen.<ref name="Smith" />

Es gibt weltweit rund 12.000 Arten, die meisten davon in den immerfeuchten Tropen. In Europa sind etwa 171<ref name="FE1" /> Arten, in Mitteleuropa etwa 101<ref name="Hegi" /> Arten beheimatet.

Geschichte

Im Karbon (vor etwa 360–300 Millionen Jahren) bildeten Farne (in größerer Form als heute, meist Baumfarne genannt) zusammen mit Schachtelhalmen und Bärlapppflanzen riesige Wälder und schufen die Basis für die meisten heutigen Steinkohle-Vorkommen.<ref name="Fitschen12" /> Die ältesten fossilen Funde stammen aus dem unteren Devon (vor etwa 400 Millionen Jahren). Farne sind somit wahrscheinlich älter als die Samenpflanzen, die erstmals im oberen Devon auftraten.

Merkmale

Die Farne besitzen alle Merkmale der Gefäßsporenpflanzen. Sie haben eine besondere Form der Gefäßbündel: Das Protoxylem ist auf bestimmte Lappen des Xylemstrangs beschränkt. Daher kommt auch der Name Monilophyta: Lateinisch moniliformis bedeutet „halsbandförmig“. Alle rezenten Vertreter haben auch eine spezifische Insertion im Plastiden-Gen rps4 von neun Nukleotiden.

Farnpflanzen sind in der Regel außerdem durch Wedelblätter (ähnlich den Palmwedeln) mit Rhachis gekennzeichnet, die über rand- oder unterständige Sporangien verfügen. Die Fiederblätter von Farnen sind bei den meisten Arten flächig ausgebildet und in der Jugend eingerollt.<ref name="SPE" />

In tropischen Gebieten wachsen die größten Farnpflanzen, die Baumfarne. Vertreter der Familien Cyatheaceae und Dicksoniaceae bilden einen Scheinstamm aus und ähneln daher Bäumen.<ref name="LEXB" />

Verbreitung

Durch ihre unterschiedlichen Wuchsformen besiedeln Farne weltweit unterschiedliche Lebensräume, wobei sie eher feuchte Standorte bevorzugen. Ihren Verbreitungsschwerpunkt, sowie die größte Artenvielfalt weisen Vertreter der Farne in Orientalis, Mittelamerika und dem nördlichen Südamerika auf.<ref name="SPE" />

Viele Farnpflanzen bevorzugen schattige Plätze im Wald, in Mauerritzen, Felsspalten und Schluchten oder in der Nähe von Gewässern, es gibt aber auch lichtliebende Arten.

Nutzung

Datei:Steljnik1.JPG
Ein für die Weißkrain typischer Steljnik, wo Adlerfarn als Einstreu ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)) für Ställe angebaut wurde

Manche Farne werden als Zierpflanzen genutzt, da sie winterhart sind und auch an schattigen Standorten gedeihen.<ref name="NDR" /><ref name="Schoener_Garten" /> Junger Adlerfarn und Straußenfarn werden trotz ihrer Giftigkeit regional als Salat oder Wildgemüse gegessen.<ref name="Cole" /><ref name="Ashkenazi" /><ref name="University_of_Maine" />

In den Küchen asiatischer Länder wie der chinesischen und der japanischen stehen unterschiedliche Arten von Farnen bereits seit rund 3000 Jahren auf dem Speiseplan zahlreicher Menschen. Dabei werden sämtliche Teile diverser Farne (wie des Adlerfarns) so zubereitet, dass sie sich für den menschlichen Verzehr eignen.<ref name="Liu" />

In der Weißkrain wurde auf sogenannten Steljniki Adlerfarn als Einstreu kultiviert.<ref name="rtvslo.si" /><ref name="stat.si" />

Farne wurden auch in der Heilkunde verwendet. Als Farnkraut bzw. Farn wurden im Mittelalter meist Echter Wurmfarn („männlich“) und Wald-Frauenfarn („weiblich“),<ref>Otto Beßler: Prinzipien der Drogenkunde im Mittelalter. Aussage und Inhalt des Circa instans und Mainzer Gart. Mathematisch-naturwissenschaftliche Habilitationsschrift, Halle an der Saale 1959, S. 185 (zu Filex – farnkrut […]).</ref> weniger<ref>Gundolf Keil: Die „Cirurgia“ Peters von Ulm. Untersuchungen zu einem Denkmal altdeutscher Fachprosa mit kritischer Ausgabe des Textes (= Forschungen zur Geschichte der Stadt Ulm. Band 2). Stadtarchiv, Ulm 1961 (zugleich Philosophische Dissertation Heidelberg 1960: Peter von Ulm. Untersuchungen zu einem Denkmal altdeutscher Fachprosa mit kritischer Ausgabe des Textes), S. 375 (Varm).</ref> der Bergfarn genutzt.

Systematik

Die Farne werden nach der hier verwendeten Systematik von Smith et al. (2006)<ref name="Smith"/> in vier Klassen unterteilt, die alle monophyletisch sind:

Für die Gliederung bis auf Familienebene siehe Echte Farne

Fossile Gruppen, die an der Basis der heute existierenden Farne stehen, sind:<ref name="Taylor" />

Bildergalerie

Literatur

  • Nele Wellinghausen: Farnpflanzen. Bestimmungsschlüssel für alle heimischen Farne, Bärlappartigen und Schachtelhalme. Deutscher Jugendbund für Naturbeobachtung (DJN), Hamburg 1997, ISBN 3-923376-13-8.

Einzelnachweise

<references> <ref name="Smith"></ref> <ref name="Fitschen12">Jost Fitschen (Begr.), Franz H. Meyer, Ulrich Hecker, Hans Rolf Höster, Fred-Günter Schroeder: Gehölzflora. Ein Buch zum Bestimmen der in Mitteleuropa wild wachsenden und angepflanzten Bäume und Sträucher. Mit Knospen- und Früchteschlüssel. 12., überarb. und erg. Auflage. Quelle & Meyer, Wiebelsheim 2007, ISBN 978-3-494-01422-7, S. 6.</ref> <ref name="NDR">Farne pflegen – als Zimmerpflanze und im Garten – NDR.de - Ratgeber - Garten - Zierpflanzen. In: ndr.de. Abgerufen am 25. September 2018.</ref> <ref name="Cole"></ref> <ref name="Taylor"></ref> <ref name="SPE">Lexikon der Biologie. Farne. In: Spektrum der Wissenschaft. Abgerufen am 6. April 2022.</ref> <ref name="LEXB">Lexikon der Biologie. Baumfarne. In: Spektrum der Wissenschaft. Abgerufen am 6. April 2022.</ref> <ref name="Hegi"></ref> <ref name="FE1"></ref> <ref name="Schoener_Garten">Straußenfarn. Matteuccia struthiopteris. In: Mein schöner Garten. Abgerufen am 6. April 2022.</ref> <ref name="Ashkenazi"></ref> <ref name="University_of_Maine">Bulletin #2540, Ostrich Fern Fiddleheads, Matteuccia struthiopteris. University of Maine, abgerufen am 6. April 2022 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> <ref name="Liu"></ref> <ref name="rtvslo.si">The Land of Birch Trees :: Prvi interaktivni multimedijski portal, MMC RTV Slovenija. In: rtvslo.si. Abgerufen am 25. September 2018 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> <ref name="stat.si">Metlika - Slovene regions and municipalities in numbers. In: stat.si. Abgerufen am 25. September 2018 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> </references>

Weblinks

Commons: Farne – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

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