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Affodill

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Affodill
Datei:Asphodelus albus0.jpg

Weißer Affodill (Asphodelus albus)

Systematik
Klasse: Bedecktsamer (Magnoliopsida)
ohne Rang: Monokotyledonen
Ordnung: Spargelartige (Asparagales)
Familie: Affodillgewächse (Asphodelaceae)
Unterfamilie: Asphodeloideae
Gattung: Affodill
Wissenschaftlicher Name
Asphodelus
L.
Datei:Asphodelus aestivus pm02.jpg
Sektion Asphodelus: Ästiger Affodill (Asphodelus ramosus)
Datei:Onionweed.jpg
Sektion Verinea: Röhriger Affodill (Asphodelus fistulosus)

Affodill (Asphodelus) oder Asphodill bildet eine Pflanzengattung in der Unterfamilie der Affodillgewächse (Asphodeloideae) aus der Familie der Grasbaumgewächse (Xanthorrhoeaceae).

Beschreibung

Die Affodill-Arten sind meist ausdauernde, krautige Pflanzen mit einem verdickten Rhizom oder ein- bis zweijährige Pflanzen mit faserigen Wurzeln. Sie haben grundständige, rosettenartig angeordnete Laubblätter.

Die Blüten stehen in Trauben oder Rispen zusammen. Die zwittrigen Blüten sind dreizählig. Die sechs Blütenhüllblätter sind weiß oder hellrosafarben. Im Gegensatz zu den Arten der Gattung Asphodeline haben die Blüten gleich lange Staubblätter. Es werden kugelige, lederige und dreifächerige Kapselfrüchte gebildet, welche die schwarzen tetraederförmigen Samen enthalten.

Vorkommen

Das Vorkommen der Affodill-Arten erstreckt sich auf das gesamte Mittelmeergebiet und verläuft von dort nach Osten weiter bis nach Indien.

Systematik

Es gibt in der Gattung Affodill (über lateinisch affodilus bzw. affodillus<ref>Vgl. etwa Otto Beßler: Prinzipien der Drogenkunde im Mittelalter. Aussage und Inhalt des Circa instans und Mainzer Gart. Mathematisch-naturwissenschaftliche Habilitationsschrift, Halle an der Saale 1959, S. 154.</ref> und asphodilus aus dem Griechischen), womit ursprünglich Asphodelus albus<ref>Vgl. etwa Otto Zekert (Hrsg.): Dispensatorium pro pharmacopoeis Viennensibus in Austria 1570. Hrsg. vom österreichischen Apothekerverein und der Gesellschaft für Geschichte der Pharmazie. Deutscher Apotheker-Verlag Hans Hösel, Berlin 1938, S. 136 (Asphodelium).</ref><ref>Vgl. auch Ute Obhof: Rezeptionszeugnisse des „Gart der Gesundheit“ von Johann Wonnecke in der Martinus-Bibliothek in Mainz – ein wegweisender Druck von Peter Schöffer. In: Medizinhistorische Mitteilungen. Zeitschrift für Wissenschaftsgeschichte und Fachprosaforschung. Band 36/37, 2017/2018, S. 25–38, hier: S. 32 (Affodilusgoldwurcz“).</ref> (im Mittelalter auch die „Goldwurz“ Gelber Affodill und Ästiger Affodill<ref>Otto Beßler: Prinzipien der Drogenkunde im Mittelalter. Aussage und Inhalt des Circa instans und Mainzer Gart. 1959, S. 154.</ref>) gemeint war, 16 Arten, die sich in fünf Sektionen unterteilen lassen:<ref name="DiazLifante" />

  • Sect. Asphodelus
    • Asphodelus aestivus <templatestyles src="Person/styles.css" />Brot. ist ein Endemit der südwestlichen Iberischen Halbinsel.<ref name="WCSP" />
    • Weißer Affodill (Asphodelus albus <templatestyles src="Person/styles.css" />Mill.), mit Heimat im submediterranen Europa; kommt in vier Unterarten vor.
    • Asphodelus bento-rainhae <templatestyles src="Person/styles.css" />P.Silva, mit Heimat im mittleren Portugal und im angrenzenden Spanien; kommt in zwei Unterarten vor.
    • Kirschen-Affodill (Asphodelus cerasiferus <templatestyles src="Person/styles.css" />J.Gay), mit Heimat in Spanien, Frankreich, Korsika, Sardinien, Marokko und Algerien.
    • Asphodelus gracilis <templatestyles src="Person/styles.css" />Braun-Blanq. & Maire, mit Heimat im nördlichen Marokko.
    • Asphodelus lusitanicus <templatestyles src="Person/styles.css" />Cout., mit Heimat in Portugal und Galicien.
    • Asphodelus macrocarpus <templatestyles src="Person/styles.css" />Parl., mit Heimat in Marokko, Portugal, Spanien, im mediterranen und atlantischen Frankreich sowie in Italien; kommt in zwei Unterarten vor.
    • Ästiger Affodill oder Kleinfrüchtiger Affodill (Asphodelus ramosus <templatestyles src="Person/styles.css" />L.; Syn. Asphodelus aestivus auct., Asphodelus microcarpus <templatestyles src="Person/styles.css" />Viv.<ref name="Taxon" />), weit verbreitet im Mittelmeergebiet, kommt in zwei Unterarten vor.
    • Asphodelus serotinus <templatestyles src="Person/styles.css" />Wolley-Dod, mit Heimat in der westlichen und mittleren Iberischen Halbinsel.
  • Sect. Verineopsis <templatestyles src="Person/styles.css" />Maire<ref name="Flora Iberica" />
    • Asphodelus roseus <templatestyles src="Person/styles.css" />Humbert & Maire, mit Heimat in Südspanien und Nordmarokko.
  • Sect. Verinea <templatestyles src="Person/styles.css" />(Pomel) Baker ex Boiss.<ref name="Flora Iberica" />
    • Asphodelus ayardii <templatestyles src="Person/styles.css" />Jahand. & Maire, mit Heimat im westlichen Mittelmeergebiet und auf den Kanaren.<ref name="WCSP" />
    • Röhriger Affodill (Asphodelus fistulosus <templatestyles src="Person/styles.css" />L.), weit verbreitet im Mittelmeergebiet, auf andere Kontinente verschleppt, kommt in zwei Unterarten vor.
    • Asphodelus tenuifolius <templatestyles src="Person/styles.css" />Cav., mit Heimat im mediterranen und saharischen Nordafrika sowie von Südspanien, Griechenland, Südwestasien bis Nordindien; verschleppt nach Australien.
  • Sect. Clausonia <templatestyles src="Person/styles.css" />(Pomel) Bonnet & Baratte
  • Sect. Plagiasphodelus <templatestyles src="Person/styles.css" />J.Gay
    • Asphodelus refractus <templatestyles src="Person/styles.css" />Boiss., mit Heimat in den Wüstengebieten Nordafrikas und auf der Arabischen Halbinsel.
    • Asphodelus viscidulus <templatestyles src="Person/styles.css" />Boiss., mit Heimat in den Wüstengebieten Nordafrikas ab Ost-Algerien bis zur nordwestlichen Arabischen Halbinsel.
  • Ohne Zuordnung zu einer Sektion:
    • Asphodelus bakeri <templatestyles src="Person/styles.css" />Breistr. (Syn. Aspodelus comosus <templatestyles src="Person/styles.css" />Baker), mit Heimat im westlichen Himalaja.<ref name="WCSP" />

Verwendung

Früher wurde Burrata häufig in Affodillblätter verpackt, was ihm einen speziellen Geschmack verlieh.<ref name="AssProd">Burrata di Andria. Broschüre. Associazione Produttori Burrata di Andria, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 12. September 2017; abgerufen am 14. Februar 2015.</ref> An den grünen Blättern konnte man erkennen, ob Burrata noch frisch war. Aufgrund von Hygienebestimmungen wurde der Affodill später durch grünes Plastik ersetzt, was heutzutage jedoch mehr und mehr verschwindet.

Literatur

Weblinks

Commons: Asphodelus – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references> <ref name="Flora Iberica"> Zoila Díaz Lifante: Asphodelus L. In: Santiago Castroviejo, Salvador Talavera, C. Andrés, M. Arista, M. P. Fernández Piedra, Enrique Rico, Manuel B. Crespo, Alejandro Quintanar, Alberto Herrero, Carlos Aedo (Hrsg.): Flora Ibérica. Plantas Vasculares de la Península Ibérica e Islas Baleares. Vol. XX. Liliaceae – Agavaceae. Real Jardín Botánico, CSIC, Madrid 2013, ISBN 978-84-00-09745-5, S. 276–308 (floraiberica.es [PDF; 939 kB]). </ref> <ref name="DiazLifante"> Zoila Díaz Lifante, Benito Valdés: Revisión del género Asphodelus L. (Asphodelaceae) en el Mediterráneo Occidental. In: Boissiera. Band 52, 1996, S. 1–189. </ref> <ref name="Taxon"> </ref> <ref name="WCSP"> Vorlage:WCSP </ref> </references>