Zum Inhalt springen

Motorfahrrad

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Dies ist die aktuelle Version dieser Seite, zuletzt bearbeitet am 3. März 2026 um 13:23 Uhr durch imported>MichaOtG (eigene Änderung 264876463 von MichaOtG rückgängig gemacht; stattdessen den ersten Absatz ergänzt und 'Siehe auch' eingefügt).
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)
Datei:ZweiRadMuseumNSU NSU-D-Quick 1936.JPG
Motorfahrrad NSU Quick (1936)

Als Motorfahrrad wurden ursprünglich die ersten Motorräder bezeichnet.<ref>Vgl. Anton Daul: Illustrierte Geschichte der Erfindung des Fahrrades und der Entwickelung des Motorfahrradwesens. Verlag Creutz, Dresden, 1906.</ref> Emil Capitaine erhielt 1896 ein Patent auf ein Motor-Fahrrad.<ref>Fahrräder. In: Polytechnisches Journal. 306, 1897, S. 54–59.</ref> Als erstes Motorfahrrad gilt die Werner von 1897. In den 1930er Jahren wurde der Begriff für kleine Motorräder etabliert. 1968 wurden durch Art. 44 des Wiener Übereinkommens über den Straßenverkehr Motorfahrräder und Motorräder (Deutschland: Kraftrad) gleichgestellt. Heute ist das Motorfahrrad in Österreich (Moped) und in der Schweiz (Mofa) ein rechtlicher Begriff, dem in Deutschland das Fahrrad mit Hilfsmotor entspricht.

Deutschland

Datei:Rex motorized bicycle (1946).jpg
Rex Motorfahrrad

Die Entwicklung der Krafträder hatte ihren Ursprung in fahrradähnlichen Fahrzeugen mit Tretkurbeln, die rückblickend als Motorfahrrad oder Moped einzuordnen sind, seinerzeit jedoch als Motorrad bezeichnet wurden. In Deutschland wurden kleine Motorräder, die aus der Not der Weltwirtschaftskrise entwickelt wurden, als Motorfahrrad bezeichnet.<ref>Johann Kleine Vennekate: S. 8</ref> 1930 entwickelten ILO sowie Fichtel und Sachs Ein- und Anbaumotoren zunächst mit 60, dann 74 und 98 cm³ Hubraum, die 2,25 PS leisteten. Die Nasenkolben-Zweitakter erreichten bis Mitte der 1930er Jahre 30 Prozent, in den Jahren 1948 und 1949 45 Prozent der gesamten Kraftradfertigung in Deutschland.<ref>Johann Kleine Vennekate: S. 5 und 9</ref> Während die klassischen Motorfahrräder an Größe, Leistung und Preis zunahmen, wurde auch damit begonnen, kleine Motoren mit maximal 50 cm³ in fahrradähnliche Zweiräder organisch zu integrieren. In Deutschland begann die Entwicklung mit dem Rex-Moped und der Kreidler K 50, sie wurden seinerzeit als Kleinmotorfahrrad bezeichnet.<ref>Wandlungen im Motorfahrradbau. In: Automobiltechnische Zeitschrift. 10/1953, S. 276–283; 11/1953, S. 316–317 und 12/1953, S. 340–341.</ref> Mit der neuen gesetzlichen Definition von Fahrrad mit Hilfsmotor und Kleinkraftrad im Jahr 1953, verschwand der Begriff Motorfahrrad in Deutschland.

Österreich

Ein Motorfahrrad nach österreichischem Recht ist ein Kleinkraftrad im Sinne der Richtlinie 2002/24/EG (§ 2 Abs. 1 Z. 14 KFG). Für das Lenken eines Motorfahrrads ist in Österreich ein Mindestalter von 15 Jahren und eine Lenkberechtigung der Klasse AM Voraussetzung. Wer im Besitz einer Lenkberechtigung ist, unabhängig von der Klasse, benötigt keine Mopederlaubnis. Da es sich bei dem Fahrzeug rechtlich um ein Kraftrad handelt, ist eine Typen- oder Einzelgenehmigung, amtliche Anmeldung mit Kennzeichen und Haftpflichtversicherung zwingend erforderlich. Nach § 106 Abs. 7 Z. 1 KFG besteht Helmpflicht.

Schweiz

Ein Motorfahrrad ist in der Schweiz ein rechtlicher Begriff und ab Art. 175 VTS geregelt. Das Mindestalter zum Fahren eines Motorfahrrads beträgt nach Art. 6 VRV 14 Jahre. Zum Fahren benötigt man nach Art. 3 VRV einen Führerausweis für Motorfahrräder, den man nach bestandener Theorieprüfung und einem absolvierten Sehtest erhält. Dieser Ausweis ist für jene Personen nicht erforderlich, die im Besitz eines Führerausweises sind. Es gilt nach Art. 18 VTS eine bauartbedingte Höchstgeschwindigkeit des Fahrzeuges von 30 km/h. Zu den Motorfahrrädern gehören beispielsweise Mofas.

Siehe auch

Literatur

  • Günter Winkler: Motorfahrräder – ihre Vorläufer, ihre Abkömmlinge. In: Christian Bartsch (Hrsg.): Ein Jahrhundert Motorradtechnik. VDI-Verlag GmbH, Düsseldorf 1987, ISBN 3-18-400757-X, S. 372–387.
  • Johann Kleine Vennekate: Kleine Maschinen ganz groß. Motorfahrräder Saxonette Kleinkrafträder. 1930–1955. Schrader Verlag. 1. Auflage 1996. ISBN 3-613-87150-5.

Einzelnachweise

<references />

<templatestyles src="Erweiterte Navigationsleiste/styles legacy.css" />Vorlage:Klappleiste/Anfang

Straßenmotorradbauarten

AllrounderCruiserMotorrollerNaked BikeReisemotorrad (Reiseenduro und Tourer) • RoadsterSporttourerSuperbikeSupersportler

Kleinere und leichtere Straßenmotorräder

KleinkraftradLeichtkraftradLeichtmotorrad

Motorradtypen bis 50 cm³

Fahrrad mit HilfsmotorKleinkraftradKleinmotorradLeichtmofaMofaMopedMotorfahrrad

Motorradsport

Drag BikeEisspeedwayEnduroMinibikeMotocrossPocket BikeSpeedwaySupermotoTrackerTrial

Sonderformen

FaltkraftradMotorradgespannSteherrennen-MotorradSteilwand-Motorrad

Künsterlische Formen und historische Umbauten

Cafe RacerChopperCustombikeRatbikeScramblerStreetfighter

Vorlage:Klappleiste/Ende