Zum Inhalt springen

Faktor-XIII-Mangel

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Dies ist die aktuelle Version dieser Seite, zuletzt bearbeitet am 19. April 2025 um 13:07 Uhr durch imported>Aka (Therapie: Tippfehler entfernt).
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)
Klassifikation nach ICD-10
D68.2 Hereditärer Mangel an sonstigen Gerinnungsfaktoren
- Mangel an Faktor XIII (Fibrinstabilisierender Faktor)
{{{02-BEZEICHNUNG}}}
{{{03-BEZEICHNUNG}}}
{{{04-BEZEICHNUNG}}}
{{{05-BEZEICHNUNG}}}
{{{06-BEZEICHNUNG}}}
{{{07-BEZEICHNUNG}}}
{{{08-BEZEICHNUNG}}}
{{{09-BEZEICHNUNG}}}
{{{10-BEZEICHNUNG}}}
{{{11-BEZEICHNUNG}}}
{{{12-BEZEICHNUNG}}}
{{{13-BEZEICHNUNG}}}
{{{14-BEZEICHNUNG}}}
{{{15-BEZEICHNUNG}}}
{{{16-BEZEICHNUNG}}}
{{{17-BEZEICHNUNG}}}
{{{18-BEZEICHNUNG}}}
{{{19-BEZEICHNUNG}}}
{{{20-BEZEICHNUNG}}}
{{{21-BEZEICHNUNG}}}
ICD-10 online (WHO-Version 2019)
Datei:Classical blood coagulation pathway-de.svg
Faktor XIII stabilisiert das primäre Fibringerinnsel

Der Faktor-XIII-Mangel, d. h. ein Mangel an Fibrin-Stabilisierenden Faktor, ist eine sehr seltene Erkrankung der Hämostase. Zugrunde liegt entweder ein autosomal-rezessiv vererbter Mangel an Faktor XIII oder ein durch andere Erkrankungen sekundär verursachter, erworbener Faktor XIII-Mangel. Ein Faktor XIII-Mangel wird durch die globalen Gerinnungstests Quick und Partielle Thromboplastinzeit (aPTT) nicht erfasst. Zur Bestimmung muss die Faktor XIII-Aktivität direkt gemessen werden.<ref name="DÄ">Luxembourg, Beate; Krause, Manuela; Lindhoff-Last, Edelgard: Basiswissen Gerinnungslabor. In: Deutsches Ärzteblatt. Band 104, Nr. 21, 2007, S. 1489–1498 (online).</ref><ref name="Orpha">Eintrag zu Faktor XIII-Mangel, kongenitaler. In: Orphanet (Datenbank für seltene Krankheiten)Vorlage:Abrufdatum</ref>

Symptomatik

Bei homozygoten Neugeborenen treten oftmals (bei bis zu 80 Prozent der Geburten) massive Nabelschnurblutungen auf. Bei Erwachsenen sind Wundheilungsstörungen mit Keloidbildung charakteristisch, und es kommt vermehrt zu Hirnblutungen und Nachblutungen. Gelenkeinblutungen treten im Vergleich zur klassischen Hämophilie A oder B seltener auf.<ref name="Bartels">Monika Bartels (Hrsg.): Das Gerinnungskompendium: Schnellorientierung, Befundinterpretation, klinische Konsequenzen. 2. Auflage. 2013, ISBN 978-3-13-131752-0, 27.11 Faktor XIII, S. 529–541.</ref> Auch Fehlgeburten sind gehäuft. Bei männlichen Betroffenen ist Oligospermie sowie eine Verkleinerung der Hoden beschrieben worden.

Heterozygote Personen sind asymptomatisch.

Ein erworbener, meist leichter Faktor XIII-Mangel kann beispielsweise bei disseminierter intravasaler Gerinnung (DIC), Sepsis, Leukämien, Morbus Crohn, Colitis ulcerosa, Asparaginase-Therapie auftreten.<ref name="DÄ" /><ref name="Bartels" />

Differentialdiagnostik

Abzugrenzen sind angeborene Mangelzustände der anderen Gerinnungsfaktoren wie Afibrinogenämie und der Faktoren II, V, VII, X, XI, VIII, IX.<ref name="Orpha" />

Therapie

Zur Therapie wird prophylaktisch ein Faktor-XIII-Konzentrat gegeben. Derartige Konzentrate werden durch Plasmafraktionierung aus Blutplasma gewonnen. Seit einigen Jahren gibt es in vitro produzierte Präparate. Aufgrund der langen Plasmahalbwertszeit des Faktor XIII ist eine Substitution alle 4–6 Wochen in der Regel ausreichend.<ref name="Bartels" />

Literatur

  • C. S. Kitchens, T. F. Newcomb: Factor XIII. In: Medicine (Baltimore). 1979 Nov;58(6), S. 413–429. PMID 514066

Einzelnachweise

<references />

Vorlage:Hinweisbaustein