Zum Inhalt springen

Rudolf Carl

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Dies ist die aktuelle Version dieser Seite, zuletzt bearbeitet am 29. April 2026 um 06:51 Uhr durch imported>KlausHeide (Schreibweisen...).
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)
Datei:Grab Rudolf Carl.jpg
Rudolf Carls Grab am Grazer Zentralfriedhof

Rudolf Carl (* 19. Juni 1899 in Lundenburg, Österreich-Ungarn; † 15. Jänner 1987 in Graz) war ein österreichischer Schauspieler und Komiker.

Leben

Rudolf Carl wuchs im Kaiserlichen Waisenhaus in Wien-Alsergrund, Boltzmanngasse 9, auf, da sein Vater gestorben war, als Rudolf erst vier Jahre alt war und seine Mutter die Familie nicht allein erhalten konnte. Danach durchlief er eine Lehre in einer Eisenwarenhandlung. Im Ersten Weltkrieg diente er als einfacher Infanterist. Nach Kriegsende schlug er die Schauspielerlaufbahn ein und trat in der Laienbühne „Dilettantenverein Nestroybühne Brünn“ auf. Es folgte ein Engagement am Brünner Deutschen Theater, wo er sich bald als jugendlicher Charakterkomiker hervortat. Im Jahr 1922 bekam er seine erste kleine Rolle in einem Stummfilm.

Im Jahr 1934 übernahm Carl am Theater an der Wien und an der Volksoper in Wien Bufforollen im Operettenfach und arbeitete gleichzeitig vermehrt für den Film.

In einer deutsch-ungarischen Gemeinschafts-Produktion, entstand der 1936 fertiggestellte Film Sein letztes Modell. Darsteller waren Rudolf Carl, Hilde von Stolz, Otto Tressler, Camilla Horn, der Schauspieler Paul Javor vom Staatstheater Budapest und der ungarische Bariton Alexander Svéd.<ref>1936, Sein letztes Modell. Abgerufen am 9. Juni 2020.</ref> Carl stand 1944 in der Gottbegnadeten-Liste des Reichsministeriums für Volksaufklärung und Propaganda.<ref>Carl, Rudolf, in: Ernst Klee: Das Kulturlexikon zum Dritten Reich. Wer war was vor und nach 1945. Frankfurt am Main : S. Fischer, 2007, ISBN 978-3-10-039326-5, S. 93f.</ref>

Immer mehr spezialisierte sich Rudolf Carl auf die urkomische – wenn auch manchmal klamaukhaft übertriebene – Darstellung naiver und leicht dümmlicher Charaktere und brachte es im Laufe seiner Karriere auf mehr als 200 Filme. Große Popularität erlangte er durch das Fernsehen mit der Darstellung des Haberl in der legendären Stegreifserie Familie Leitner.

Mitte der 1960er-Jahre zog er sich weitgehend vom Filmgeschäft zurück.

Rudolf Carl betätigte sich auch als Filmregisseur und als Sänger. Mit dem Schlager Liebe kleine Schaffnerin hatte er 1942 beachtlichen Erfolg.

Tod

Rudolf Carl starb im 88. Lebensjahr an Lungenkrebs. Sein Grab befindet sich auf dem Zentralfriedhof Graz, Österreich, neben dem des Rennfahrers Jochen Rindt (1942–1970).

Ehen

Rudolf Carl war seit 1928 mit der Kaufmannstochter Valerie Hagen verheiratet. Nach deren Tod ehelichte er 1974 die Freundin seiner verstorbenen Frau, Henriette Ahlsen (1926–2009), mit der er fortan auf dem Ruckerlberg in Graz-Waltendorf, Janneckweg 75, lebte. Rudolf Carl war der Schwiegervater des Operettenkomponisten Ludwig Schmidseder.

Filmografie

Auszeichnungen

Literatur

Weblinks

Einzelnachweise

<references />

Vorlage:Hinweisbaustein