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Collini-Center

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Collini-Center
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Datei:Collini-Center Mai 2022.jpg
Collini-Center
Links der Wohnturm, in der Mitte der Büroturm
colspan="2" class="hintergrundfarbe5" style="border-top: 2px solid #Vorlage:Standardfarbe;" | Basisdaten
Ort: Mannheim
Bauzeit: 1971–1975
Baustil: Brutalismus<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />www.thehighrisepages.de (Memento des Vorlage:IconExternal vom 28. September 2007 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.thehighrisepages.de</ref>
Architekt: Karl Schmucker
Koordinaten: 49° 29′ 26,4″ N, 8° 28′ 40,2″ OKoordinaten: 49° 29′ 26,4″ N, 8° 28′ 40,2″ O
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Collini-Center (Baden-Württemberg)
Collini-Center (Baden-Württemberg)
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Nutzung: Wohnungen, Büros
Wohnungen: 515
colspan="2" class="hintergrundfarbe5" style="border-top: 2px solid #Vorlage:Standardfarbe;" | Technische Daten
Höhe: 95<ref>Architekturführer Mannheim, ISBN 3-496-01201-3. S. 125.</ref> m
Etagen: 32
Aufzüge: 5
colspan="2" class="hintergrundfarbe5" style="border-top: 2px solid #Vorlage:Standardfarbe;" | Anschrift
Stadt: Mannheim
Land: Deutschland
Datei:ColliniCenterVonNUB.jpg
Blick von der Neckaruferbebauung Nord
Datei:Neckar und Collini-Center in Mannheim.jpg
Collini-Center mit der Fußgängerbrücke Collini-Steg

Das Collini-Center liegt am nördlichen Rand der Innenstadt von Mannheim direkt am Neckar.

Architektur

Das 95 Meter hohe Gebäude besteht aus einem höheren Wohnturm und einem niedrigeren Büroturm, der über eine zweigeschossige Passage zu erreichen ist. Im Bürotrakt waren bis zum Umzug ins neue Technische Rathaus die technischen Ämter der Stadt sowie weitere städtische Einrichtungen (Medienpädagogik u. a.) untergebracht. Durch den Neckarsteg ist das Collini-Center direkt mit dem Stadtteil Neckarstadt-Ost verbunden. Gegenüber liegen die drei markanten jeweils 100 Meter hohen Hochhäuser der Neckaruferbebauung Nord. Errichtet wurde es auf dem Gelände des 1971 stillgelegten Betriebshofs Collinistraße der Mannheimer Straßenbahn anlässlich der Bundesgartenschau 1975 und des damit verbundenen städtebaulichen Konzepts. Namensgeber für die Collinistraße und damit für das Collini-Center war Cosimo Alessandro Collini, der ab 1760 Hofhistoriograph und Leiter des Naturalienkabinettes am Mannheimer Hof war.<ref>MARCHIVUM: Mannheimer Straßennamen, Collinistraße. Abgerufen am 30. September 2018.</ref> Der Wohnturm ist in Privateigentum.

Charakteristisch ist der dreistufige turmförmige Aufbau mit wabenförmiger Balkonstruktur. Ursprünglich hatte ein 150 Meter hoher Büroturm mit 50 Geschossen entstehen sollen, umgeben von fünfgeschossigen Wohn- und Schulgebäuden. Hier sollten nach Vorstellung des Architekten Wohnen, Arbeiten und Freizeit unter einem Dach vereint werden. Nach einer Baugrunduntersuchung musste die Höhe auf 95 Meter reduziert werden, und auch die Nutzung wurde umgeplant. Der Wohnturm ist heute eines der höchsten Hochhäuser in Baden-Württemberg. Er befindet sich im Privatbesitz einer Eigentümergemeinschaft; dort leben rund 1300 Menschen.

Das Collini-Center wurde in die Liste bedrohter Brutalismus-Vertreter der Wüstenrot-Stiftung „#SOSBRUTALISM“ übernommen<ref>#SOSBrutalism. Abgerufen am 28. Februar 2023 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> und ist auch Bestandteil der Stuttgarter Ausstellung „Bedrohte Arten – Erhalt vs. Abriss“ des Bundes deutscher Architekten (BdA) Baden-Württemberg<ref>Gefährdete Arten – Erhalt vs. Abriss in Baden-Württemberg. In: Bund Deutscher Architektinnen und Architekten. Abgerufen am 28. Februar 2023.</ref>.

Geschichte

Der kleinere Büroturm wurde von der Neuen Heimat errichtet und von der Stadt Mannheim für die Unterbringung der technischen Ämter angemietet. 1984 kaufte die Stadt den Büroturm und den Verbindungstrakt mit Schwimmbad und Ladengalerie für 32 Millionen D-Mark. Das Schwimmbad steht seit 1990 leer.<ref>www.stuttgarter-zeitung.de vom 29. Januar 2013: City-Projekt wird zur Problemimmobilie</ref> Der Büroturm befindet sich, ganz im Gegensatz zum sanierten Wohnturm, in sanierungsbedürftigem Zustand. Die Kosten hierfür wurden 2013 auf über 70 Millionen Euro geschätzt. Der Turm hatte daher abgerissen werden sollen.<ref>Rhein-Neckar-Zeitung, 9. Oktober 2013, Das Collini-Center - ein Trauerspiel</ref> Die Stadt verkaufte es 2020 an die Deutsche Wohnwerte GmbH & Co. KG aus Heidelberg (deren Hauptgesellschafter ist die Zech Group<ref>Unternehmen: Gesellschafter</ref>).<ref>mannheim.de: Collini-Center: Investor steht fest. 14. Mai 2020, abgerufen am 29. September 2020.</ref> Ende 2021 übergab die Stadt das Gebäude an den Käufer, nachdem die darin befindlichen städtischen Ämter in das neue Technische Rathaus in der Nähe des Hauptbahnhofs im Glückstein-Quartier im Stadtteil Lindenhof gezogen waren.<ref>morgenweb.de: Maroder Turm kostet Millionen. 5. November 2014, abgerufen am 6. November 2014.</ref><ref>Stadt Mannheim: Technisches Rathaus seiner Bestimmung übergeben. 21. September 2021, abgerufen am 21. September 2021.</ref>

Der Käufer der Collini-Centers, die Deutsche Wohnwerte, beantragte den Abriss.<ref>morgenweb.de: Eigentum nun auch offiziell an die Deutsche Wohnwerte übertragen. 30. Dezember 2021, abgerufen am 18. Januar 2022.</ref> Bis zum 28. Februar 2023 konnten die Eigentümer des Collini-Wohnturms im Rahmen einer „Nachbarbeteiligung im Baugenehmigungsverfahren“ ihre Einwendungen gegen den Abrissantrag an das Bauamt Mannheim schicken.

Für einen Erhalt und eine Sanierung sowie Umbau zu einem Wohnhaus sprachen sich auch vermehrt Anwohner<ref>S. W. R. Aktuell: Mannheimer "Collini-Rebellen" kämpfen für 70er-Jahre-Gebäude. Abgerufen am 28. Februar 2023.</ref><ref>RON TV: Bye bye Collini-Center? 27. Februar 2023, abgerufen am 28. Februar 2023.</ref>, Architekten<ref name=SWR>S. W. R. Aktuell: Büroturm des Mannheimer Collini-Centers „Gefährdete Art“? Abgerufen am 28. Februar 2023.</ref><ref>Gegenwind für geplanten Abriss des Mannheimer Collini-Centers - Mannheim - Nachrichten und Informationen. 22. Februar 2023, abgerufen am 28. Februar 2023.</ref> und Kunsthistoriker<ref>RON TV: Neue Aufgabe fürs Collini-Center? 27. Februar 2023, abgerufen am 28. Februar 2023.</ref><ref>Collini-Center Mannheim: Abrissgegner setzen auf Denkmalschutz. Abgerufen am 28. Februar 2023.</ref> aus. Bestandteil der Ausstellung „Gefährdete Arten – Erhalt vs. Abriss“ des BdA ist unter anderen ein Entwurf einer Architekturstudentin, in der sie im Rahmen ihrer Masterarbeit zeigt, wie ein Umbau des Büroturms zu einem Wohnhaus aussehen könnte<ref>Zwischen Ideologie und Realität. In: OPEN.ARCH.KIT.EDU. Abgerufen am 28. Februar 2023.</ref>. Gerade in Anbetracht des Klimawandels, der Ressourcen-Knappheit und steigender Kosten wäre eine Sanierung und Umwidmung in ein Wohnhaus der richtige Weg – das sieht auch das Landesdenkmalamt so: „Wir können nicht jedes Gebäude unter Denkmalschutz stellen. Aber wir wünschen uns natürlich ein Umdenken bei den Architekten, Investoren und Bauträgern.“ (Martin Hahn, Landesdenkmalamt Stuttgart).<ref name=SWR/> Durch die Sanierung würde ein Stück Mannheimer Stadt- und Architekturgeschichte erhalten bleiben, denn schließlich wurde das Collini-Center von Karl Schmucker, einem Mannheimer Architekten, entworfen und dieser wurde für seine Verdienste mit dem 12. Mannheimer Stein ausgezeichnet – zudem in dem von ihm entworfenen Collini-Center<ref>mannheim.de: Karl Schmucker mit 12. Mannheimer Stein geehrt. Abgerufen am 28. Februar 2023.</ref> „Karl Schmucker schuf in unserer Stadt eine Reihe bedeutender, stadtbildprägender Gebäude“, würdigte Kulturbürgermeister Michael Grötsch die herausragenden Leistungen des Architekten Karl Schmucker und auch sein großes bauliches Engagement und seine Dienste um die Dokumentation der Baugeschichte Mannheims.

Im August 2023 genehmigte die Stadt Mannheim den Abriss des Büroturms.<ref>Streit um Abriss des Mannheimer Collini-Büroturms geht weiter. 14. August 2023, abgerufen am 17. August 2023.</ref> 2024 trat die Deutsche Wohnwerte vom Kauf zurück und begründete dies mit gestiegenen Baukosten durch die Corona-Pandemie und den Ukraine-Krieg, hohen Zinsen zur Baufinanzierung, aber auch projektbezogene Faktoren wie die geforderte hohe Anzahl von Stellplätzen und Integration von mietpreisreduziertem Wohnraum nach der Mannheimer Sozialquote.<ref>Gespräche mit neuem Kaufinteressenten für Mannheimer Collini-Center, SWR, 13. Juni 2024</ref> Das Gebäude fiel damit wieder an die Stadt Mannheim zurück.<ref>Investor gibt Collini-Center zurück, Stadt Mannheim, 11. Juni 2024</ref><ref>Aus Projekt zurückgezogen, Deutsche Wohnwerte, 12. Juni 2024</ref>

Nutzung

  • Gebäude 1, Wohnhochhaus:
    • Etagen: 32 (davon 30 Wohnetagen)
    • Aufzüge: vier Personenaufzüge, ein Lastenaufzug
    • Wohnungen: 515 Ein- bis Vierzimmer-Apartments sowie Maisonette-Wohnungen
  • Gebäude 2, zweigeschossige Geschäftspassage (geschlossen):
  • Gebäude 3, Büroturm, Stadt Mannheim, ehemals Technisches Rathaus (geschlossen)
    • Etagen 10
    • Aufzüge 4

Vor seinem Umzug in den Ochsenpferchbunker im März 2018 hatte das Stadtarchiv – Institut für Stadtgeschichte, nun Marchivum, seinen Sitz im Büroturm.

Literatur

  • Andreas Schenk: Architekturführer Mannheim. Berlin 1999, ISBN 3-496-01201-3.
  • Stadtarchiv Mannheim, Mannheimer Architektur- und Bauarchiv e. V. (Hrsg.), Andreas Schenk: Mannheim und seine Bauten 1907–2007: Band 1. Mannheim 2006, ISBN 978-3-923003-26-6.
  • Stadtarchiv Mannheim, Mannheimer Architektur- und Bauarchiv e. V. (Hrsg.), Andreas Schenk: Mannheim und seine Bauten 1907–2007: Band 2. Mannheim 2000, ISBN 3-923003-83-8.

Weblinks

Commons: Collini-Center – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references />